20 Jahre Virtual Boy: Darüber spricht Nintendo nicht gerne - Ein voller Erfolg in Amerika! Oder?

(Special)

Ausverkauft in den Verinigten Staaten

Da erscheint es fast zu schön, um wahr zu sein, als Nintendo of America schon wenige Tage nach dem Erscheinungstag im August 1995 stolzgeschwellt verlauten lässt, in fast allen Filialen der großen Elektronikketten sei der Virtual Boy schon ausverkauft, komplett mit erbarmungswürdig greinenden Kunden, die kein Gerät mehr abbekommen haben. Nintendo verschweigt dabei wohlweislich ein Detail: Die meisten Geschäfte haben nicht mehr als zwei Geräte eingekauft.

Der Virtual Boy arbeitet mit dem Prinzip der Parallaxenverschiebung: Die beiden Bilder sind minimal zueinander versetzt. So entsteht ein räumlicher Eindruck.Der Virtual Boy arbeitet mit dem Prinzip der Parallaxenverschiebung: Die beiden Bilder sind minimal zueinander versetzt. So entsteht ein räumlicher Eindruck.

Und das war's dann auch schon. Yokois Virtual Boy ist bereits Geschichte, als er seit gerade mal vier Wochen erhältlich ist. Die Manager in Kyoto wissen das und deshalb blasen sie eine Veröffentlichung in Europa ab. Stattdessen versuchen sie zu retten, was noch zu retten ist. In Japan stoppt Yamauchi noch vor Weihnachten 1995 die Produktion, in Amerika rettet sich der Virtual Boy noch mühsam ins neue Jahr, doch Anfang März ist auch hier Schluss.

"Asoziale Konsole" sagt Los Angeles Times

Nach siebeneinhalb Monaten und weltweit gerade mal 22 erschienenen Spielen verschwindet das glücklose Mittelding zwischen Mobil- und Heimkonsole in der Versenkung. Das sind die Namen:

  • 3D Tetris
  • Bomberman - Panic Bomber
  • Galactic Pinball
  • Golf
  • Insmouse no Yakata (nur Japan)
  • Jack Bros.
  • Mario Clash
  • Mario's Tennis
  • Nester's Funky Bowling
  • Red Alarm
  • SD Gundam Dimension War (nur Japan)
  • Space Invaders Virtual Collection (nur Japan)
  • Space Squash (nur Japan)
  • Teleroboxer
  • V-Tetris (nur Japan)
  • Vertical Force
  • Virtual Bowling (nur Japan)
  • Virtual Boy Wario Land
  • Virtual Fishing (nur Japan)
  • Virtual Lab (nur Japan)
  • Virtual League Baseball
  • Waterworld (nur USA)

Noch auf der E3 von 1996 kündigen die Nintendo-Vertreter dennoch weitere Spiele an. Schließlich waren ursprünglich zwei bis drei neue Titel jeden Monat geplant. Ein Linkkabel, um endlich gleich vier Augen gleichzeitig auf die Probe ihrer Belastbarkeit zu stellen, ist eigentlich überfällig.

Wer in den Virtual Boy guckt, ist für seine Umwelt erstmal wie gestorben.Wer in den Virtual Boy guckt, ist für seine Umwelt erstmal wie gestorben.

Doch nichts davon bekommt die Welt je zu sehen. Der Virtual Boy bleibt eine „asoziale Konsole“, wie es die Los Angeles Times ausdrückt: Spiele für mehr als eine Person gibt es (offiziell) nicht. Und wer ankündigt, er wolle doch endlich mal wieder in sein alternatives, privates Universum abtauchen, der nimmt dann schon rein visuell nicht mehr so recht am Leben teil. Jason Plumb, damals Entwickler im britischen Studio Ocean Software, hält die soziale Abschottung, die der Virtual Boy regelrecht erzwingt, für das Hauptproblem der Konsole.

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Tags: Retro   Onkel Jo  

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