Test Journey - Irgendwann endet jede Reise / Fakten & Meinung

Irgendwann endet jede Reise

Die Wüste ist nicht das einzige, durch die euch die Reise führt. Tief in die Erde führt der Weg, wo das rote Kreatürchen das erste Mal ein feindliches Wesen zu Gesicht bekommt, und dann wieder hoch hinaus in den Schnee und ins Eis.

Die großen Viecher greifen an, wenn sie euch erblicken.Die großen Viecher greifen an, wenn sie euch erblicken.

Aus der luftigen Fliegerei wird auf dem Berghang im Schnee schnell ein elendes Stapfen und Tapsen. Der vollkommene Entzug der Geschwindigkeit ist so gut im Spiel implementiert, dass die Widrigkeiten der Reise fühlbar werden. Wenn Umhang und Schärpe sichtbar einfrieren, beginnt auch die eigene Haut zu prickeln. Durch den Ton, den ihr selbst fabriziert, wärmt ihr euren Freund ein wenig und umgekehrt. Ihr seid aufeinander angewiesen.

Bis es einfach nicht mehr weitergeht ... doch, dass solltet ihr selbst erfahren. Deswegen wird hier an dieser Stelle nichts weiter verraten. Irgendwann ist der Berg dann erreicht, irgendwann ist das Ziel Wirklichkeit und die Reise ist zu Ende. Aus einem "Kurz mal reinspielen" ist ein "Durchspielen" geworden. Lange hat es nicht gedauert. Zwei bis drei Stunden - aber auch wenn die Zeit kurz ist, es bleibt erstaunlich viel zurück. Die Wirkung des Spiels würde wohl verfliegen, wenn ihr immer wieder Pausen einlegt und so die Reise unterbrecht. Es ist ein Erlebnis, das ihr in einer Sitzung durchspielen solltet.

Die Quallen bestehen aus leuchtenden Bändern.Die Quallen bestehen aus leuchtenden Bändern.

Dieses Video zu Journey schon gesehen?

Fakten:

  • künstlerisches Spiel
  • Verfolgerperspektive
  • ihr spielt eine kleine Figur mit rotem Kapuzenumhang
  • ihr fliegt, gleitet, wirbelt durch die Luft
  • konzentrierte Spielmechanik
  • fühlbares Vorankommen, fühlbare Reise
  • Koop-Elemente
  • gegenseitiges Helfen
  • Geschichte wird in Zwischensequenzen erzählt
  • für das ganze Spiel braucht ihr lediglich zwei Knöpfe
  • Portierung von PS3
  • bessere Grafik durch (zum Beispiel) Kantenglättung, der Inhalt ist gleich geblieben
  • höhere Bildwiederholungsrate als im Original
  • schöne und atmosphärische Musik
  • es ist leicht, sich in der Welt zu verlieren
  • Neugier treibt euch an
  • bereits für PS3 und PS4 erschienen

Meinung von Daniel Kirschey

Ich wusste ungefähr, was ich von Journey erwarten konnte: Ein Kunstspiel - aber kein schlechtes. Einige Kunstspiele sind mir recht suspekt. Ich mag sogenannte Indie-Spiele und finde in ihnen viele Dinge, die ich in den großen Spielen der großen Hersteller oft vermisse: Kreativität, Risiko, neue Ideen - oft eine andere Sicht auf Spielmechaniken.

Doch gerade Spiele, die versuchen auch Kunst zu sein, scheitern oftmals an genau diesem Versuch. Einige Entwickler scheinen unter "Kunst" eher Irritation und eine gewisse Kompliziertheit zu verstehen. Deswegen ist es so erfrischend Journey zu spielen. Das ist überhaupt nicht kompliziert und ich fühle mich nicht irritiert, sondern stimuliert.

Kunst und Kultur muss nicht aufgebauscht sein. Gerade prätentiöse Medieninhalte neigen dazu, schnell in Vergessenheit zu geraten - vollkommen zu Recht. Joruney bleibt aber im Kopf haften. Denn das vermittelte Gefühl und Stimmung des Spiels ist nicht künstlich - durch die Konzentration der Interaktionen und die kleinen Aufgaben, die gelöst werden müssen, um weiterzukommen, bekomme ich wirklich ein Gefühl der Reise vermittelt.

Neben der tiefhängenden Sonne glänzt in Journey vor allem die Online-Funktion. Auch wenn ich völlig alleine in der Welt umherschweifen würde, wäre es ein Erlebnis. Erstaunlicherweise wird jedoch die Reisestimmung durch einen Gefährten noch verstärkt. Durch das gemeinsame Erleben der Reise intensiviert sich alles.

Und so seltsam das klingt: Auch wenn ich am Anfang keinen Plan habe, was ich in dieser Wüste soll und die Motive der Spielfigur nicht kenne - nach kurzer Zeit beginne ich mich mit ihr zu identifizieren. Als ich zu spielen begann, wollte ich wirklich nur kurz reinschauen. Es war Freitagabend und eine längere Sitzung war am Samstag geplant. Journey hat mich gefesselt; erst am Ende der Reise ließ es mich los.

90 Spieletipps-Award

meint: Intensiv präsentiertes Spielerlebnis, das zwar nicht allzu lang ist, aber immer wieder zu einem neuen Durchgang einlädt. Ein kleines Meisterwerk.

Jetzt eigene Meinung abgeben

Tags: Koop-Modus   Remake   Singleplayer   Indie  

Kommentare anzeigen

Final Fantasy 15: Behandlung erfolgreich

Final Fantasy 15: Behandlung erfolgreich

Anfang August war vor allem der technische Zustand des Rollenspiels Final Fantasy 15 noch durchaus besorgniserregend. (...) mehr

Weitere Artikel

Schauspieler Will Ferrell wird zum "E-Sport"-Profi im neuen Film

Schauspieler Will Ferrell wird zum "E-Sport"-Profi im neuen Film

Jetzt schafft es der E-Sport sogar auf die große Leinwand. Wie das US-Magazin Variety berichtet, soll Schauspiele (...) mehr

Weitere News

Newsletter

Mit diesem Formular kannst du den Spieletipps.de Newsletter kostenlos abonnieren.

Journey (Übersicht)