Test Until Dawn: Horror, Blut und dumme Teenager für Erwachsene

von Ulrich Wimmeroth (24. August 2015)

Acht Teenager und ein fieser Killer: Die spielbare Hommage an die Horrorfilme der 1990er Jahre will euch das Fürchten lehren. Gelingt es Until Dawn, euch bis zum Morgengrauen wach zu halten?

Gleich hat sich das Entspannungsbad für Sam erledigt.Gleich hat sich das Entspannungsbad für Sam erledigt.

Ein böser Streich ihrer Freunde lässt die junge Beth Washington ausrasten. Mitten in der Nacht läuft sie wütend und beschämt aus dem Haus ihrer Eltern, das einsam in den Bergen liegt. Ihre Zwillingsschwester Hannah folgt ihr besorgt nach, um sie heim zu holen. Seit dem Vorfall hat man von den Schwestern nichts mehr gehört. Schnitt. Genau ein Jahr nach dem Verschwinden lädt Josh, der Bruder von Beth und Hannah, die Clique zu einem Treffen an dem Schauplatz des Unglücks ein.

Keine besonders gute Idee. Denn kaum angekommen, ereignen sich mysteriöse Ereignisse und die Teenager Sam, Emily, Mike, Matt, Ashley, Chris, Josh und Jessica werden von einem unheimlichen Mörder verfolgt. Eine Flucht ist unmöglich, das abgelegene Haus der Washingtons ist nur mit einer Seilbahn erreichbar, und natürlich gibt es keinen Handy-Empfang. Also ist es jetzt an euch, die Jugendlichen heil über die zehn Episoden umfassende Geschichte zu bringen.

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Until Dawn: Teenie-Horror in der Berghütte

Es ist kein Zufall, dass die Geschichte wie aus dem Handbuch für 1980er und 1990er Teenie-Horrorfilme klingt. Genau das haben die Entwickler von Supermassive Games beabsichtigt und bombardieren euch mit den typischen Bestandteilen aus Filmen wie Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast, Scream oder Freitag der 13. Dunkle Gänge, modrige Keller, ein unpassender Stromausfall und in jedem Augenblick kann der Killer aus den Schatten auftauchen.

Auch die Protagonisten sind nach dem bekannten Muster der Filmindustrie gestrickt. Ihr habt hier echte Kotzbrocken, wie die zickige Emily und den großmäuligen Macho Mike oder mit Matt den Typ heldenhaften College-Boy. Obwohl, wie sich der Charakter der anfangs stereotypen Figuren im Verlauf der Nacht verändert, liegt bei euch. Mit euren Entscheidungen bestimmt ihr nicht nur das Überleben der Teenies, sondern auch deren Verhalten zueinander. Ihr übernehmt, immer abwechselnd, alle acht Rollen und betrachtet die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln, erfahrt so nachn und nach die Gedanken und Beweggründe der gesamten Truppe. Und ein paar unangenehme Tatsachen.

Ein interaktiver Horrorfilm

Seit über vier Jahren arbeiteten die Entwickler von Supermassive Games, die bislang mit Spielen wie Start The Party oder Tumble eher leichte Unterhaltungskost abgeliefert haben, an ihrem Mammut-Projekt. Zuerst, so die Planung, sollte Until Dawn für die PlayStation 3 erscheinen, euch aus der Ego-Perspektive durch schummrig beleuchtete Gänge schicken und dabei den Move-Controller als Taschenlampe verwenden. Mit der PlayStation 4 und ihren grafischen Fähigkeiten, wurden die Pläne verworfen.

Herausgekommen ist ein interaktiver Horrorfilm, der ganz auf Atmosphäre und Präsentation setzt. Vergleichbar mit Spielen wie Heavy Rain, Fahrenheit oder Beyond Two Souls. Die Steuerung beschränkt sich auf das Drücken einiger weniger Knöpfe, die euch auch immer wieder am Bildschirm angezeigt werden, damit ihr bloss nicht vergesst, das ihr mit der R2-Taste einen Gegenstand aufnehmen könnt. Ab und an dürft ihr auch mal über das Berührungsfeld des PS4-Controllers streichen, um beispielsweise ein Feuerzeug anzumachen oder in den Actioneinlagen bei sogenannten Quicktime-Events unter Zeitdruck die Dreieck-, Kreis- oder Quadrattaste betätigen.

Ihr sollt entscheiden, wer stirbt oder wer lebt.Ihr sollt entscheiden, wer stirbt oder wer lebt.

Ihr lauft mit dem linken Analogstick, mit dem rechten Stick wählt ihr zwischen zwei vorgegebenen Entscheidungsmöglichkeiten aus, bewegt Objekte und könnt den Kamerawinkel geringfügig beeinflussen. Es fehlen knackige Rätsel- und fiese Geschicklichkeitseinlagen, so könnt ihr auch als Gelegenheitsspieler gemütlich der spannend angerichteten Gruselgeschichte folgen. Until Dawn ist auf Atmosphäre ausgelegt und setzt euch mit gemeinen Wahlmöglichkeiten moralisch kräftig unter Druck.

Optisch überzeugt das Spiel. Das modifizierte Umbra 3-Grafikgerüst, das bereits in Killzone - Shadow Fall zum Einsatz kam, liefert ganze Arbeit. Besonders die Gesichter von Schauspielern wie Hayden Panettiere (Sam) oder des Schwedens Peter Stormare (Dr. Hill) sind beeindruckend realitätsnah wiedergegeben. Da ist jede Wimper, jede Pore gut erkennbar und die Mimik treffend wiedergegeben.

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