Test Mad Max: Kein Magnum Opus

von Daniel Kirschey (10. September 2015)

Im Kino hat Mad Max dieses Jahr für einen Action-Orgasmus gesorgt. Was kann das neue Spiel? Mit einem Auto bewaffnet stellt sich Mad Max der Ödnis, marodierenden Banden und der harten Schule der Spielekritik.

Die Zukunft ist ein hartes Pflaster. Irgendwo ist noch etwas Schrott. Denn auf dem Bildschirm steht es nach Knopfdruck fett in Weiß: "1/2 Schrott". Na ja, Hauptsache das Spiel ist kein Schrott ... Ah, da ist es. Mäxchen klaubt das Metall auf und verstaut es in seine Tasche. "Suchbereich 100 %". Schrott braucht er ziemlich viel, denn wie es sich für einen Mann der dystopischen Zukunft gehört, hat er ein etwas merkwürdiges Verhältnis zu seinem Auto. Und das wird durch den Umstand nur noch verstärkt, dass eine Bande Wüstlinge ihm die Karre unter der Nase weg geklaut hat.

Ein Handlungssegen ist Mad Max nicht unbedingt, das zeigt schon die Vorschau "Mad Max - Die irrwitzige Postapokalypse heißt euch willkommen" auf. Die Motivation des grummelnden Protagonisten, der seine verdammten Zähne nicht auseinander bekommt, um mal einen geraden Satz zu formulieren, ist Rache. Das kann für viele schon genug Antrieb sein - bedeutend wird es dadurch trotzdem nicht. Hauptaugenmerk des schwedischen Entwicklers Avalanche Studios ist bestimmt nicht die Geschichte des Spiels. Im Gegensatz zur eindimensionalen Motivation von Max, liegt die des Spielers eher in der Welt selbst.

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Mad Max - Action im Ödland

Wer mit der, vom Quasimodo der apokalyptischen Wüste Chumbucket, zusammengeschraubten Offenbarung namens Magnum Opus durch die trockene Landschaft rast, spielt Mad Max. Das "Mad Max"-Gefühl verstärkt sich auch dadurch, dass ihr in dem Ödland nicht alleine umher jagt. Auf euren Fahrten trefft ihr stetig nette, verhutzelte Gestalten, die ihre Zuneigung durch dichtes Auffahren, Rammen und Harpunengeschosse mitteilen.

Gewalt in der Wüste

Sobald sich Max steuern lässt, schießen Augenbrauen hoch. Zuerst eine, dann folgt die andere - und der Blick senkt sich entgeistert zum Controller.

Mad Max weiß auszuteilen.Mad Max weiß auszuteilen.

Avalanche (Just Cause 3) wollte entweder besonders kreativ sein, oder sie haben die vergangenen zehn Jahren an Knopfbelegungsstandards gekonnt missachtet. Schießen - dafür sind seid Jahren die sogenannten Trigger des Gamepads verantwortlich. Wer in Mad Max zielen will, springt. Dafür visiert ihr nun mit der linken Schultertaste an und schießt mit der Kreistaste. Klar, ihr gewöhnt euch an alles und irgendwann ist die Steuerung kein Problem mehr. Doch wie dürft ihr euch die Entstehung vorstellen: Gab es eine Konferenz zur Belegung der Tasten und wie wurde argumentiert? Denn intuitiv fühlt sich das ganze nicht an.

Schwer wiegt die verkorkste Schießsteuerung nicht, denn ihr drescht hauptsächlich auf die Wüstenrüpel ein. Der Kampf läuft ähnlich wie in Mittelerde - Mordors Schatten ab: Draufhauen und wenn es sinnvoll ist blocken. Doch durch schnelle Schlagfolgen brecht ihr den meisten der virtuellen Gegnern das Genick. Zwar versucht Avalanche den Kampfrhytmus der Batman-Spiele einzufangen, richtig gut gelingt das aber nicht.

Es gibt einen weiteren Moment, wenn die Augenbrauen dem angestammtem Platz entfliehen und zum Himmel streben: Dieser Moment manifestiert sich während des ersten Gefechts zwischen Magnum Opus und einem feindlichen Gefährt. Diesmal ist der Grund der Augenbrauenerhöhung jedoch durchweg positiv und die Mundwinkel beginnen ebenfalls den beschwerlichen Weg gen Scheitel. Das Intuitive, was die Ballerei vermissen lässt, findet sich in den Stahlscharmützeln zwischen den Motorwagen wieder.

Ein Schuss aus der Schrottflinte oder mit einer Harpune, das seitliche Rammen des feindlichen Wagens - alles geht flink von der Hand. Das Fahrgefühl unterstreicht diesen Eindruck noch zusätzlich. Umso verwunderlicher ist jedoch der eingeschlagene Weg des Entwicklers, wenn ihr Chumbuckets Magnum Opus repariert. Das geht entweder in der Werkstatt oder in der Ödnis. Während eines vollkommenen Stillstandes. Nicht nur das Auto steht still, währenddessen könnt ihr auch den Controller aus der Hand legen. Oder ihr steigt aus und rennt zwei- oder dreimal um die Karre. Wieder eine seltsame Spielmechanikentscheidung des schwedischen Studios.

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Tags: Science-Fiction   Singleplayer   Open World  

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