Super Mario Bros. und der 13. September 1985: Der Tag an dem Nintendo unsterblich wurde - Nachschub für Nintendos Heilsbringer

(Special)

Nachschub für Nintendos Heilsbringer

Und Mario? Nun, nach Marios erstem wirklich eigenen Spiel Mario Bros. stehen die Chancen für den Ex-Zimmermann und Neuklempner gar nicht schlecht, sich in Zukunft auch als Heimkonsolenheld einen Namen zu machen, obwohl ihm eine erkennbare Persönlichkeit immer noch fehlt.

Miyamoto und Tezuka sind noch heute das Traumteam, wenn es um das Thema Mario geht.Miyamoto und Tezuka sind noch heute das Traumteam, wenn es um das Thema Mario geht.

Aber wie dem auch sei: Yamauchi erwartet von der neuen Abteilung eine Reihe von Famicom-Spielen (so heißt das NES in Japan, das damals noch nicht im Westen erhältlich ist), denn die noch junge Konsole braucht dringend Spielenachschub, wenn sie den Konsolenmarkt und damit auch Nintendos Finanzen retten soll.

Im Verlauf des Jahres 1984 denkt sich Miyamotos Team Famicom-Spiele wie Excitebike, Devil World oder Ice Climber aus. Der Mario-Schöpfer nutzt seinen verantwortungsvollen Posten, um mit der modernen Computertechnik von R&D4 zu experimentieren. Schon bei Donkey Kong waren ihm die starren, an einen einzigen Bildschirmausschnitt gebundenen Prüfungen ein Dorn im Auge.

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Der Meister ist noch nicht zufrieden

Als Chefentwickler der neuen Entwicklerabteilung hat er endlich die Möglichkeit, "scrollende" Levels zu erschaffen, Abschnitte, die nicht auf einen Fernsehbildschirm passen, sondern die der Spieler erst nach und nach erkunden soll.

Der Klempner ist bei Mario Bros. von 1983 noch eine potthässliche Comicfigur, weil niemand bei Nintendo eine Vorstellung davon hat, wer Mario eigentlich ist.Der Klempner ist bei Mario Bros. von 1983 noch eine potthässliche Comicfigur, weil niemand bei Nintendo eine Vorstellung davon hat, wer Mario eigentlich ist.

Neu ist dieses Verfahren damals allerdings nicht. Schon bei Jungle Hunt (Arcade, erschienen 1982) zum Beispiel bewegt ihr euch durch eine scrollende Landschaft. Mit den Ergebnissen seiner Versuche bei R&D4 ist Miyamoto zwar durchaus zufrieden, so richtig glücklich machen sie ihn aber nicht.

Mit Donkey Kong hat Miyamoto selbst drei Jahre zuvor ein neues Genre begründet, das Jahre später das Etikett Hüpfspiel erhalten wird. Doch sei diese neue Art Videospiel auch noch nicht klassifiziert, Miyamoto ist wohlbewusst, dass Nintendo mit dem Affen auf dem Baugerüst ein neues Kapitel der elektronischen Unterhaltung überschrieben hat. Und dementsprechend wurmt es ihn, dass Hüpfspiele inzwischen überwiegend von anderen Herstellern stammen.

Das Ende der Module?

Die richtig guten Hüpfspiele, findet Miyamoto, sollten in Zukunft wieder von Nintendo kommen. Dieses Vorhaben erläutert er seinen Kollegen gerade, da schneit Nintendo-Chef Yamauchi herein. Und der hat eigene Pläne für Miyamotos Abteilung. Hüpfspiele gehören jedenfalls nicht dazu.

Marios Kleidung ist rot-braun statt rot-blau. Tezuka entscheidet das, damit man die Spielfigur vor blauem Hintergrund besser sehen kann.Marios Kleidung ist rot-braun statt rot-blau. Tezuka entscheidet das, damit man die Spielfigur vor blauem Hintergrund besser sehen kann.

Ende 1984 zeichnet sich der gewaltige Erfolg des Famicoms schon ab. Yamauchi hat Großes vor mit der rot-weißen Konsole, die rein äußerlich auch durchaus als Ladestation für ein Babyphone durchgehen würde. Zu großen Plänen gehören große Spiele, Spiele, die nicht auf die herkömmlichen Module passen, weil sie zu viel Speicherplatz verschlingen.

Anfang 1986 erscheint deshalb das diskettengebundene Famicom Disk System. Danach soll Schluss sein mit den alten Steckmodulen. Doch vorher ist noch genug Zeit. Der Nintendo-Chef ist der Ansicht, dass der Konzern bislang die dramaturgisch gehaltvolleren Abenteuerspiele vernachlässigt habe.

„So viel Zeit, wie Sie eben brauchen“

Er wünscht sich deshalb von Miyamotos Team zwei Kreationen dieser Art, die der Modulversion des Famicoms einen würdigen Abgang bescheren mögen. In generösem Ton und mit einem Lächeln, das nach seinen Maßstäben fast schon verbindlich ist, fügt Yamauchi hinzu: „Sie haben dafür so viel Zeit, wie Sie eben brauchen.“ Der Chef hat gesprochen. War es das nun mit Miyamotos Hüpfspielträumen?

Neues Mädchen, neuer Nebenbuhler: Donkey Kong hat Pauline verschleppt, um die Prinzessin kümmert sich jemand anders: Bowser, König der Koopas.Neues Mädchen, neuer Nebenbuhler: Donkey Kong hat Pauline verschleppt, um die Prinzessin kümmert sich jemand anders: Bowser, König der Koopas.

Zum Glück sind die Videospielkategorien Mitte der Achtziger noch längst nicht so klar definiert und voneinander abgegrenzt wie heute. So hat das Famicom zum Beispiel eine Action-Sparte, eine Bezeichnung, zu der im Grunde genommen fast alles passt, was nicht gerade eine Schachsimulation ist. Shigeru Miyamoto und seine rechte Hand Takashi Tezuka, stellvertretender Leiter von R&D4 können Yamauchis Anordnung demnach einigermaßen frei interpretieren ohne einen Rüffel zu riskieren.

Weiter mit: Zwei Genies beim Denken

Tags: Arcade   Multiplayer   Retro   Shigeru Miyamoto  

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