Test Soma: Horror und Gedankenfutter

von Daniel Kirschey (01. Oktober 2015)

Das Horrorspiel Soma will euch nicht nur das Gruseln lehren, sondern euch auch zum Nachdenken anregen. Aus Angst erwächst Wissen. Das soll funktionieren?

Jeder traut Ärzten. Die Halbgötter in Weiß sind unfehlbar; und wenn sie wie Dr. House doch einmal eine falsche Annahme haben, führt gerade diese sie zur richtigen. Auch Simon Jarret hat vollstes Vertrauen zu seinen Ärzten. Nach einem Autounfall hat er einen Gehirnschaden, doch Ärzte bieten ihm eine neues Verfahren zur Verbesserung seiner Hirntätigkeiten an.

Jeder traut Ärzten. Jarett auch dann, wenn das Sprechzimmer dunkel und leer ist und er selbst den Tür-Code eingeben muss, um überhaupt zum Arzt vorzudringen. Dass er vielleicht besser nicht diesem Arzt getraut hätte, bemerkt er, als er die Augen auf der Unterwasserstation Pathos-2 öffnet.

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Soma: Adrenalin und Philosophie

Liegt das am Gehirnscan? Hat ihn der Arzt entführt? Was zum Teufel verdammt nochmal ist hier eigentlich los? Ihr seht schon: In Soma werdet ihr euch vielen Fragen stellen. Doch nicht nur darüber, wie ihr in die Unterwasserstation gekommen seid.

Schrecken im Augenwinkel

Sobald ihr in Pathos-2 angekommen seid, wisst ihr: irgendetwas stimmt hier nicht. Aus der Ego-Perspektive steuert ihr Gehirnpatient Jarret durch düstere Gänge und vereinzelte, von Licht erhellte Abschnitte.

Steht da hinten nicht jemand?Steht da hinten nicht jemand?

Was Frictional Games, die schon mit Amnesia - The Dark Descent bewiesen haben, dass sie ein gruseliges Spiel entwickeln können, hier präsentieren, ist Horroratmosphäre vom Feinsten. Die Metallgänge scheinen ein Eigenleben zu entfalten. Klackern, Kratzen, metallenes Kreischen - und immer scheint es ganz aus der Nähe zu kommen, aber dann ist da doch nichts.

Die Lichtspiele von Alarmleuchten und der sporadischen Gangbeleuchtung taucht die metallenen Eingeweide der Station in rötliches, fahl-grünes oder gelbliches Licht. Zerstörte mechanische Wesen hängen an Wänden und lassen bisweilen Satzfragmente verlauten.

Doch nicht alle Automatenmenschen sind marode. Einige wandeln die Gänge entlang. Aber Jarret bekommt sie nie ganz zu Gesicht. Nur im Augenwinkel spielen sie ihr bedrohliches Spiel mit euch. Und dann steht Jarret direkt vor einem funktionierenden mechanischen Wesen. Und das greift an! Adrenalin! Richtig viel Adrenalin!

Doch wie schon in Amnesia ist das auch das größte Problem im Spiel. Habt ihr die Biester erst einmal gesehen, sind sie gar nicht mehr so gruselig. Und wenn sie euch ein paar Mal verdreschen und ihr am letzten Speicherpunkt aufersteht, ist die Angst passé. Denn dann wurschtelt ihr euch von neuem durch das gleiche Segment.

Nichtsdestotrotz ändert dies nichts an der überzeugenden Grundatmosphäre, obwohl ab und zu ein paar ausgetüfteltere Rätsel mehr herausgeholt hätten. Die dichte Atmosphäre entsteht jedoch auch durch die hervorragend erzählte Geschichte.

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Tags: Horror   Science-Fiction   Singleplayer  

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