Test Halo 5 - Meinung und Wertung

Elfenklatschen

Nach so viel Lob kommt nun noch etwas Kritik. Auch wenn die Entwickler mit Halo 5 - Guardians viel richtig gemacht haben, gibt es Dinge die stören. Fast alle Schwachstellen kann man als "bei den Wurzeln bleiben" abtun. Doch möchte sich das Spiel mit aktuellen Erscheinungen messen, sollte es sich der gleichen Prüfung unterziehen. Keine Sorge, denn eigentlich gibt es nur eine Sache, die wirklich stört.

Da will man einfach ins Gesicht schießen.Da will man einfach ins Gesicht schießen.

"Mimimimimi" - Na gut, ganz so weinerlich klingen die Grunts vielleicht nicht, aber es geht schwer in die Richtung. Halo 5 präsentiert sich insgesamt deutlich erwachsener als jeder Teil zuvor. Es gab gab schon dunklere Kapitel in der Serie, doch die Darstellung und die frische Spielmechanik zeigen ordentliche Ambitionen, ernst genommen zu werden. Warum können die Grunts nicht einfach in den Ruhestand geschickt werden? Diese quietschenden Lachsäcke stechen besonders im neuesten Ableger so hervor wie ein regenbogenfarbenes Einhorn auf einer Beerdigung. Es mag Spieler geben, die sie mögen, doch ihre Präsenz schadet der Atmosphäre im Spiel und macht es besonders für Neueinsteiger schwierig, Halo 5 zu mögen. In einem Spiel, in dem man gegen monumentale Boss-Gegner und Klingen-schwingende Bestien kämpft, wirken Gegner, die mit ihren Händen über dem Kopf kreischend wegrennen, völlig deplatziert. Und jetzt ist die Katze aus dem Sack: Grunts sind die Ewoks des Halo-Universums!

Ernsthaft! Halo 5 ist ein gutes Spiel, dass eine sinnvolle Weiterentwicklung der Serie darstellt. Kompromisse gehören zu solch einer Entwicklung dazu. Immerhin verfügen die Spartans jetzt über Schubdüsen und können Kanten hochklettern. Ihr erteilt euren Kameraden auf Knopfdruck Befehle und tötet Feinde durch Mordanschläge aus der Ansicht von hinten. Hiervon könnt ihr sogar welche im Mehrspieler-Modus freischalten. Neben einer Vielzahl von Waffen, die gefährlich aussehen und in dunklen Farben lackiert wurden, ist das einzig niedliche der Nadelwerfer. Diese Waffe ist zwar pink, doch passt weitestgehend ins Szenario. Immerhin tötet sie, ohne dabei zu klingen wie Alvin und die Chipmunks.

Hier wäre ein Kompromiss definitiv angebracht. Nirgends im Spiel kommen Elfen vor. Es gibt keine glitzernden Feen auf den Bäumen und von Zuckerstangen und Bonbon-Regen ist ebenfalls nichts zu sehen. Was haben also die Grunts hier verloren? Möchte man damit eine Brücke zum jüngeren Publikum schaffen? Ist es eine Art Standpunkt, der hier vertreten wird, nach dem Motto "Elfenklatschen ist auch nur Sport"? So übertrieben das alles klingen mag, so wahr ist es auch. Selbst ohne ihre komödienhafte Gestik und ihre hohen Stimmen, wäre es unangenehm, solche Gegner zu töten. Besonders wenn die ohnehin schon körperlich eingeschränkten und unterlegenen Wesen vor euch fliehen, sollte sich jeder weitere Schuss anfühlen, als würdet ihr einem Baby den Lutscher klauen. Dabei sind doch Spartans alles andere als unsportlich. Wunschzettel für Halo 6: Keine Grunts - PUNKT!

Fakten:

Meinung von Michael Krüger

Ich bin sicherlich nicht der größte Halo-Freund. Dennoch lasse ich mich immer wieder aufs Neue auf das Abenteuer ein. Warum? Ich möchte erleben, dass ein einziges Spiel mich bekehrt und mir offenbart, warum so viele die Serie lieben. Ja, ich würde es gerne mögen und möchte nicht länger zu denjenigen gehören, die den Trubel um die Spiele nicht verstehen.

Die Master Chief Collection war schon ein super Schritt in diese Richtung. Der Umfang und die vielen Möglichkeiten mit Freunden zu spielen begeisterten mich und die Abneigung von einst wich einem ersten Verständnis für die Marke. Konnte Halo 5 mich nun komplett bekehren?

Die früheren Halo Spiele werden wohl nie zu meinen Lieblingsspielen zählen. Doch Halo 5 hat das Potenzial eines zu werden. Die Spielmechanik ist noch besser als in den Vorgängern, in denen sie ebenfalls schon nicht schlecht war. Besonders gut gefallen mir die unterschiedlichen Szenarien, die nicht nur toll aussehen, sondern mir viel Freiheit geben, meine eigene Taktik zu wählen. Teilweise umgehe ich die Gegner, weil ich eine Abkürzung finde. Eine Entscheidung, die mir nicht in jedem Spiel auf diese Weise überlassen wird.

Doch eine Sache toppt alles und ist dafür verantwortlich, dass ich so begeistert bin: Das Gefühl! Den Finger am vibrierenden Abzug feuere ich sparsam dosierte Salven auf meine Gegner. Währenddessen gebe ich meinen Kameraden Anweisungen und suche mir die nächste Position zum Nachladen. Kaum durchgeatmet, geht es auch schon weiter und ich finde immer wieder neue Wege, die mir Vorteile verschaffen. Unterlegt wird das Geschehen von basslastigen wummernden Klängen, die mir das Gefühl geben, dass meine Waffen schlagende Argumente sind. Fliegen Kugeln pfeifend an mir vorbei, zucke ich in meinem Sessel zur Seite. So ein Erlebnis bot mir bisher kein Spiel der Halo-Reihe. Danke, dass ich endlich mitfeiern darf!

90 Spieletipps-Award

meint: Die Bewegungsfreiheit innerhalb der Spielwelt sorgt für ein frisches, doch vertrautes Spielgefühl. Trotz der Neuerungen wird der ursprüngliche Geist erhalten.

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Inhalt

Tags: Science-Fiction   Multiplayer  

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