Aufgedeckt: 10 Irrtümer über die Entwicklung von Spielen (und deren Richtigstellung) - Irrtum Nummer 8: Spieletester ist der geilste Beruf der Welt!

(Special)

Irrtum Nummer 8: Spieletester ist der geilste Beruf der Welt!

Den ganzen Tag rumsitzen, die neuesten Spiele zocken und dafür auch noch bezahlt werden? Nichts wie los und die Bewerbung rausgeschickt! Einen besseren Beruf kann es für einen passionierten Zocker ja wohl kaum geben. Oder vielleicht doch?

Jeden Tag Tony Hawk Pro Skater 5 spielen? Yay!Jeden Tag Tony Hawk Pro Skater 5 spielen? Yay!

Es stimmt schon: Als Spieletester sitzt ihr tatsächlich den ganzen Tag vor der Konsole oder dem PC und spielt Produktionen, die noch lange nicht auf dem Markt sind. Hin und wieder, wenn ein Bug ins Auge sticht, wird der notiert, weitergegeben und dann geht's wieder voran. Auch das stimmt. Aber auch genau darin liegt die Crux der Geschichte.

Wenn ihr in der Qualitätssicherung eines Herstellers arbeitet, ist das in erster Linie echte Arbeit im klassischen Sinn. Ja, ihr werdet neue Spiele noch vor allen anderen spielen. Und zwar ausschließlich dieses eine Spiel, das als nächstes auf den Markt kommen soll. Acht Stunden pro Tag, fünf Tage die Woche, mitunter zwei Monate lang oder länger. Nichts anderes werdet ihr während dieser Zeit tagsüber zu Gesicht bekommen.

Und dabei ist noch längst nicht garantiert, dass ihr auch das gesamte Spiel von vorne bis hinten durchspielen könnt! Größere Projekte werden oft in kleinere Teile aufgeteilt und bestimmten Testergruppen zugewiesen. Die einen halten Ausschau nach Textfehlern, andere konzentrieren sich auf die Spielmechanik, wiederum andere kontrollieren die Grafik. Abschnitt für Abschnitt, Level für Level, Tag für Tag. Wenn ein kritischer Bug auftaucht, der nicht so leicht zu reproduzieren ist, kann es auch vorkommen, dass ein Tester stunden- oder gar tagelang mit der Spielfigur gegen Wände rennen muss, nur um zu überprüfen, ob sich das Spiel aufhängt oder der Charakter in einer Textur hängen bleibt.

Und wenn ein Fehler behoben ist, geht das ganze nochmal von vorne los. Schließlich muss auch kontrolliert werden, ob der "Bug fix" auch funktioniert und nicht für neue Probleme sorgt. Die Bezahlung für eine solche Position fällt übrigens nicht besonders attraktiv aus. Stattdessen müssen vor allem in Hinblick auf das starke Weihnachtsgeschäft häufig Überstunden geleistet, teilweise sogar Arbeitsschichten eingeführt werden. Und nun stellt euch einfach mal vor, ihr müsstet drei Monate lang ein komplett verbugtes Spiel spielen. Die Geschichte, oder Teile davon, kommt euch schon zu den Ohren raus. Die Kämpfe erledigt ihr mittlerweile mit verbundenen Augen und einer Hand auf den Rücken gefesselt. Und wenn es schnell gehen soll, habt ihr flugs per Debug-Modus die besten Waffen, Unverwundbarkeit, Zugang zu allen Levels und könnt den Endboss mal kurz weghusten. Geilster Beruf der Welt in einer Spaßfabrik? Nun, wohl nicht ganz.

Weiter mit: Irrtum Nummer 9: Spieleentwickler sind einfach nur faul

Tags: Fun   Bug   DLC  

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