Aufgedeckt: 10 Irrtümer über die Entwicklung von Spielen (und deren Richtigstellung) - Irrtum Nummer 9: Spieleentwickler sind einfach nur faul

(Special)

Irrtum Nummer 9: Spieleentwickler sind einfach nur faul

Dies ist vermutlich die am weitesten verbreitete Meinung über den Beruf des Spieleentwicklers. Zumindest wird das Schlagwort "faul" sehr schnell seitens der Konsumenten in die Diskussion geworfen, wenn etwas nicht so läuft, wie sie es gerne hätten.

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Entwickler berichten immer wieder davon, dass sie als faul bezeichnet werden. Sei es, weil ein Spiel nicht rechtzeitig auf den Markt kommt, weil ein Patch nicht schnell genug verfügbar ist oder weil scheinbar offensichtliche Fehler im Spiel vorhanden sind. Wer schon einmal selbst in der Spieleentwicklung gearbeitet hat oder auch nur Reinschnuppern durfte, weiß genau, dass dort von Faulheit im allgemeinen nicht die Rede sein kann.

Der Entwicklungsprozess eines Spiels kann regelrecht unmenschlich sein und bringt alle Beteiligten an die Grenzen ihrer körperlichen und nervlichen Belastbarkeit. Eine 40-Stunden-Woche ist vor allem dann eher unwahrscheinlich, wenn sich der Fertigstellungstermin nähert. Die letzte heiße Phase einer Produktion wird in der Industrie als "crunch time" bezeichnet. Frei übersetzt bezeichnet der Begriff eine regelrechte Krisensituation. Davon betroffen sind nicht nur AAA-Produktionen, in die bereits jede Menge Geld geflossen ist. Auch Spiele, die ihr unter den Sonderangeboten finden könnt, verursachen in der Entwicklung gerne mal Stress ohne Ende.

Die crunch time kann sich dabei - je nach Größe des Projekts - über einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten erstrecken. Ein halbes Jahr also, in dem jeder Mitarbeiter komplett unter Strom steht, chronisch übermüdet ist und seine Gesundheit sowie die Harmonie von Familie und Beziehung aufs Spiel setzt. Und nicht selten kommt es vor, dass diese dann auch zu Bruch geht oder im schlimmsten Fall eine Familie aufhört, als solche zu existieren.

Nicht besonders zuträglich ist dem auch so manche Firmenpolitik. So sagt zum Beispiel ein Spieleentwickler, der nicht genannt werden will, im Interview mit der englischsprachigen Seite Kotaku.com zur Situation:

"Der Crunch dauert bei uns bis zu sechs Monate in jedem Projekt und wird in der Industrie als NORMAL betrachtet. Leute mit Familien und ältere Mitarbeiter sind ständiger Diskriminierung ausgesetzt, weil die Geschäftsleitung behauptet, sie könnten mit der 'normalen' Schrittgeschwindigkeit nicht mithalten. Diese besteht aus geradezu lächerlich langen Überstunden als Norm, oder Crunch ohne Aussicht auf ein Ende.

Und dann wird uns noch gesagt, dass wir gefälligst niedrige Gehälter zu akzeptieren haben, weil von uns ja 'Leidenschaft' erwartet wird. Dafür opfern wir unsere Gesundheit und Familien, nur um ein Spiel fertig zu kriegen ... Und dann kommt irgendein Trottel daher und bezeichnet uns als faul, weil noch ein Bug im Spiel ist? F...ck that sh...t!"

Weiter mit: Irrtum Nummer 10: Spieleentwicklung ist doch total leicht

Tags: Fun   Bug   DLC  

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