Test WWE 2K16: Wenn sich The Rock, Sting und Stone Cold Austin böse verprügeln

von Michael Krüger (04. November 2015)

Laute Musik, halbnackte Männer und ausgefallene Kostüme. Nein, es ist nicht Fasching, sondern WWE 2k16. Und ihr bekommt mehr von allem.

Freunde der bunten Prügel-Unterhaltung horten sich in Scharen um die Regale der Videospielgeschäfte. Der Grund hierfür ist der neueste Ableger der WWE-Reihe von 2K. Alleine die Aufstellung der Kämpfer verspricht schon viel Gutes, doch sollte WWE 2K16 mehr bieten als das. Immerhin ging die Serie mit WWE 2K15 erstmals stark in Richtung Simulation.

Auf den ersten Blick erwartet euch tatsächlich eine fulminante Fortsetzung. Über 120 individuelle Superstars, eine große Auswahl an Veranstaltungen und ausgefeiltere Spielmechaniken bezeugen, dass die Entwickler auch weiterhin auf dem richtigen Weg sind. Doch ab diesem Punkt wird die vergangene Konsolen-Generation dem technischen Fortschritt wieder einmal zum Verhängnis, indem sie ihn ausbremst.

So sehen Superstars aus!So sehen Superstars aus!

Vielleicht ist auch eine zu kurze Entwicklungszeit der Grund für Fehler. Fakt ist, dass das Spielerlebnis nicht konstant auf einer Stufe verläuft. Unterm Strich bleibt dennoch unbestritten das beste WWE-Spiel, das ihr für Geld kaufen könnt. Natürlich liegt das auch daran, dass es keine Konkurrenz gibt.

Weitere Schritte in Richtung Simulation

Auch wenn die kleine Auswahl an Stars und Spielmodi den Spaß ein wenig trübten, konnte WWE 2K15 viele Wrestling-Freunde überzeugen. Der Grund hierfür war die Veränderung der Spielmechanik. Die Entwickler wagten einen riskanten Schritt, indem sie bewährte Elemente änderten, um das Spiel näher an die Realität zu bringen. Diese Entscheidung hätte mit Sicherheit auch nach hinten losgehen können. Wie sich jedoch zeigte, entsprach das genau den Wünschen der Spieler.

Nur wer mit seinen Kräften haushaltet, kann als Sieger hervorgehen.Nur wer mit seinen Kräften haushaltet, kann als Sieger hervorgehen.

WWE 2K16 geht nun noch ein Stück weiter und hebt die Serie auf eine neue Stufe. Dabei wurden - aus dem Vorgänger bewährte - Elemente beibehalten und sinnvoll erweitert. Eine der wichtigsten Neuerungen stellen die sogenannten Reversals dar, also Konter, die nun limitiert sind. Anstatt einfach wahllos jeden Angriff umkehren zu können, ist jeder Spieler mit einer bestimmten Anzahl Reversals ausgestattet. Ähnlich einer Ressource verbrauchen diese sich und füllen sich über die Zeit wieder auf. Auf diese Weise entstehen interessante Taktiken in der Verteidigung. Nehmt ihr beispielsweise einen eher harmlosen Angriff hin, erleidet euer Kämpfer zwar Schaden, doch dafür spart ihr euch einen Konter für heftigere Attacken, wie die gefürchteten Finisher.

Doch es reicht nicht, zu wissen wann ihr kontern solltet. Das Zeitfenster ist nur gering. Das treibt die Spannung gut nach vorne, denn der Finger liegt ständig zitternd über der Taste. Drückt ihr zu früh oder zu spät bleibt euch nichts anderes übrig, als den Angriff über euch ergehen zu lassen. Wer Wrestling-Kämpfe kennt, weiß dass das schon einmal dauern kann. Noch besser wäre diese Mechanik allerdings, wenn sie reibungslos funktionieren würde. Seltsamerweise entscheidet das Spiel hin und wieder scheinbar willkürlich über euren Erfolg oder behauptet einfach einmal, dass ihr versucht hättet zu kontern. Wenn spielentscheidende Elemente vorhanden sind, dann sollten sie auch anstandslos funktionieren.

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Die Wrestling-Welt von WWE 2K16

Neu sind auch die sogenannten Mini-Spiele. Diese kommen in Situationen zum Einsatz, in denen ihr eure Kräfte direkt mit dem Gegner messt. Bei einem Griff dreht ihr den rechten Stick und sucht dabei durch eine farbige Bestätigung die richtige Stelle. Wollt ihr durch einen Pin den Kampf beenden, hat euer Gegner dreimal die Chance, im richtigen Momente per Knopfdruck einen rotierenden Strich anzuhalten. Haltet ihr euren Gegner fest, könnt ihr ihm ordentlich Schaden zufügen wenn ihr euren Regler über seinen schiebt.

Natürlich wirken die eingeblendeten Spielchen nicht wie eine Simulation und reißen euch ein Stück weit aus dem Erlebnis, doch vermitteln sie auf ihre eigene Weise, worum es bei der jeweiligen Situation geht. Zusätzlich verstärken sie den Adrenalin-Ausstoß passend zur jeweiligen Lage eurer Spielfigur. Zumindest hier verdient das Spiel Lob für eine Einführung. Diese ist ausreichend beschrieben, so dass ihr in den Kämpfen nicht den Faden verliert.

Schnelle Reaktion und Fingerspitzengefühl helfen euch bei Griffen weiter.Schnelle Reaktion und Fingerspitzengefühl helfen euch bei Griffen weiter.

Sucht ihr jedoch nach ausführlichen Erklärungen der grundlegenden Spielmechanik, bleibt ihr alleine auf weiter Flur. Für diejenigen unter euch, die bereits den Vorgänger gespielt haben, mag das kein Problem darstellen. Doch wer mit WWE 2K16 nach einer Pause zurückkehrt oder gar neu in die Serie einsteigt, wird besonders zu Beginn arge Schwierigkeiten haben. Oftmals ist unklar, wie eine Aktion ausgelöst wird und wann diese überhaupt möglich ist. Bei all dem Umfang hätte hier etwas Ausführlichkeit sicherlich nicht geschadet.

Eine ordentliche Auswahl

In Sachen Umfang schafft es WWE 2K16 auf ganzer Linie zu überzeugen. Besonders nach dem im vergangenen Jahr recht mageren Angebot an Wrestlern, ist es eine willkommene Überraschung, mehr als 120 Kämpfer zur Wahl zu haben. Damit ihr lange motiviert seid, sind nicht alle von Beginn an verfügbar. Doch, keine Sorge: Größen wie The Undertaker, Sting oder Triple H könnt ihr sofort spielen, sobald ihr das Spiel zum ersten Mal startet.

Diese Auswahl ist bemerkenswert.Diese Auswahl ist bemerkenswert.

Auch in Sachen Spielmodi ist für reichlich Abwechslung gesorgt. Und wieder zeigt der Vergleich, dass sich einiges getan hat. In WWE 2K15 waren es gerade mal vier Arten von Kämpfen, die euch zur Verfügung standen. Nun stehen euch alleine schon bei den Exhibitions im Spiel Eins gegen Eins ganze zwölf Duelle zur Verfügung. Und jedes einzelne davon ist weiter anpassbar.

Hinzu kommen weitere beliebte Austragungsarten an denen ihr teilnehmen könnt, sowie Showcases und natürlich eine umfangreiche Karriere. Auch in dieser hat sich einiges verändert. So werdet ihr auf eurem Weg an die Spitze durch unterschiedliche Ligen wie NXT geführt und erlebt auch Seiten des Wrestlings, die früher eher unbeachtet blieben. Ihr schafft euch Rivalen, greift diese in anderen Kämpfen an, verbündet euch mit Gleichgesinnten und gebt Interviews, wie es sich für einen waschechten Superstar gehört. Darüber hinaus erwerbt ihr neue Fähigkeiten und Angriffe, durch die ihr euren selbsterstellten Charakter weiter personalisiert.

Werde zum WWE-Superstar

Eure Karriere beginnt mit der Erstellung eures Kämpfers. Wollt ihr euch selbst im Spiel sehen, bedarf es allerdings einer großen Portion Geduld, denn ganz ausgereift ist das System keineswegs. Das fängt schon beim Importieren eures Fotos an. Habt ihr es nach einer Stunde geschafft, dass der Pin eures Spiels von der WWE-Webseite erkannt wurde, sucht ihr erst einmal verzweifelt in den Menüs des Spiels die Import-Funktion.

Wie eineiige Zwillinge!Wie eineiige Zwillinge!

Habt ihr bis hierhin noch nicht aufgegeben, wartet mindestens eine weitere Stunde voller Anpassungen auf euch. Wenn ihr euch schon die Mühe gebt, soll es ja auch gut aussehen. Schieberegler und eine etwas undurchschaubare Maskier-Funktion helfen euch schlussendlich dabei, euer digitales Ich im Spiel zu erstellen.

Doch die Anstrengungen lohnen sich. Seid ihr erst einmal in der Karriere angekommen und spielt eure ersten Runden gegen bekannte Wrestler, macht sich ein Grinsen auf eurem Gesicht breit. Das Gefühl, selbst im Spiel zu sein, ist großartig und gibt WWE 2K16 einen deutlichen Mehrwert. So könnt ihr euch von The Rock den Hintern versohlen lassen oder ohne mit der Wimper zu zucken Brock Lesner in den Schwitzkasten nehmen. Wenn das mal nicht das ganz große Kino ist!

Begrüßt den neuen Superstar: Crazy Cowboy Clown 3000Begrüßt den neuen Superstar: Crazy Cowboy Clown 3000

Die richtige Garderobe ist im Wrestling fast so wichtig wie die Kämpfe selbst. Hier dürft ihr auf eine große Auswahl an engen Hosen und ausgefallenen Accessoires zurückgreifen. Den besten Effekt erzielt ihr allerdings, wenn ihr eure Alltagskleidung nachstellt. Auf diese Weise fühlt ihr euch noch mehr ins Spiel katapultiert.

Aber auch hier wurde nicht alles zu Ende gedacht. Wählt ihr beispielsweise eine Hose für eure Erscheinung im Ring, steht euch diese Bekleidungskategorie nicht für den Einlauf zur Verfügung. Durch geschicktes hin- und herschieben gelangt ihr letztendlich doch zum gewünschten Ergebnis, doch ganz logisch erscheint das Menü nicht. Dabei handelt es sich eindeutig um unbeabsichtigte Fehler. Richtig anstrengend werden diese durch teilweise unverhältnismäßig lange Ladezeiten.

Technische Patzer

Davon bietet das Spiel reichlich. WWE 2K16 strotzt vor tollen Neuerungen, doch entfernt sich doch ein gewisses Stück weit von einer sauberen Umsetzung. Bereits erwähnte Minispiele reagieren nicht immer ihrer Funktion entsprechend und die künstliche Intelligenz eurer Gegner hat teilweise sogar komplette Aussetzer. So kann es vorkommen, dass ihr eine Partie gewinnt, weil der rivalisierende Wrestler für eine halbe Minute vergisst, in den Ring zu steigen. Oder aber ihr verharrt in einem missglückten Pin und dürft das Spiel neu starten, obwohl ihr eigentlich gute Chancen auf den Sieg gehabt hättet.

Hoffentlich träumt ihr nicht von diesem Blick.Hoffentlich träumt ihr nicht von diesem Blick.

Zu diesen Problemen gesellen sich Fehler in der Optik, wie plötzlich verschwindende Objekte oder ineinandergreifende Körperteile. Besonders bei Griffen am Rand des Rings häufen sich solche Darstellungs-Unfälle und zerstören mutwillig die Stimmung. Wenn dann noch ein Interview ansteht, ist die Atmosphäre komplett dahin. Moderatorin Renee Young wurde scheinbar mit mehreren bleibenden Schäden ins neue Spiel portiert. Da in der Karriere jedes Interview ausschließlich mit ihr stattfindet, stellt sich das schnell als Problem dar.

Bei einem Teil der Wrestler-Auswahl sieht es übrigens ähnlich düster aus. Während einige Kämpfer einer kompletten Generalüberholung unterlaufen sind, wurden andere scheinbar einfach aus WWE 2K15 übernommen und sehen dadurch teilweise sogar fast schlechter aus. Das alles wäre nicht so ärgerlich, wäre das Spiel ansonsten nicht so gut.

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