10 überstrapazierte Dinge in japanischen Rollenspielen (JRPGs) - Nummer 7: Diskriminierung in jeglicher Form

(Special)

Nummer 7: Diskriminierung in jeglicher Form

Tales of Graces f: Zweiter von rechts, Malik, gehört definitiv zum ganz alten Eisen.Tales of Graces f: Zweiter von rechts, Malik, gehört definitiv zum ganz alten Eisen.

Fangen wir mit der Diskriminierung "älterer" virtueller Mitbürger an. Die gesamte Truppe, die mit Magie und scharfen Waffen hantiert, besteht aus Zwölf- bis Sechzehnjährigen. Sollte tatsächlich jemand 18 Jahre alt sein (19 ist niemand, wirklich niemand), handelt es sich dabei meist um einen kriegserfahrenen General oder Admiral, dem ganze Tausendschaften von Truppen unterstehen. Wenn er selbst zur Waffe greifen muss, beherrscht er diese mit der Präzision eines Meisters, der sein ganzes Leben der Meisterschaft dieser einen Waffe gewidmet hat.

Und wehe dem, der Anfang 20, gar Ende zwanzig oder vielleicht sogar in seinen 30ern ist! Solche Charaktere werden sich selbst fröhlich als "alter Hase", "Alterchen" oder "alter Knacker" bezeichnen, wenn das der Rest der Truppe nicht für sie erledigt. Spruchreif werden ältere Figuren erst, wenn sie knapp an die 100 sind. Dann sind sie nämlich meistens Dorfvorsteher. Oder aber sie sind undefinierbar alt und damit einhergehend auch unsagbar mächtig.

Nächster Punkt: Hat der Hauptdarsteller einen Bruder, ist der zumeist älter, verloren geglaubt und böse. Eine Schwester hingegen ist meistens jünger und wird entführt. Weibliche Figuren in JRPGs haben ohnehin einen schweren Stand, da sie - sofern sie jung und wunderschön sind - zwingend die Rolle der Heilerin übernehmen müssen. Sollten sie hingegen eher burschikos auftreten, dürfen sie auch gerne mal zu härteren Waffen greifen. Allerdings werden sie sich niemals in jemanden verlieben, es sei denn, diese Person ist vor langer Zeit gestorben. Und ganz klar: Die beste Rüstung für weibliche Mitglieder der Truppe ist der schwer zu findende knappe rote Bikini. Damit lassen sich die Eiswüsten von F'hrln-Tga ganz besonders gekonnt erforschen.

Auch gibt es in JRPGs keine erstzunehmenden homosexuellen Charaktere. Frauen schon mal gar nicht, Männer treten meist in der Rolle des vollkommen überdrehten und feminin agierenden Mode-Clowns auf, der seltsamerweise auch meist der Befehlshaber über eine ganze Armee ist und ohne mit der Wimper zu zucken ganze Landstriche auslöscht, weil die Leute dort keinen Sinn für Stil und Geschmack haben.

Und natürlich die Herkunft: Kommt eine Figur aus den nördlichsten Regionen, hüllt sie sich in Felle, kämpft mit Keulen und kann nur guturale Grunzlaute ausstoßen. Stammt sie jedoch aus dem Süden, trägt sie einen Turban und kämpft ausschließlich mit Krummsäbeln. Keiner von beiden wird jemals den Weg in die Truppe des Hauptdarstellers finden. Bewohner exotischer Inseln laufen nur mit Lendenschurzen und bunten Tüchern herum, wohnen in Strohhütten und haben so gar keinen Begriff von Handel und Industrie. Aber sie lächeln ständig. Dafür sind sie schön braun. ABER ... jemanden mit noch dunklerer Hautfarbe gibt es nicht. Und klar, dass die Wiege von allem, was gut und schön ist, immer inmitten des Kontinents unter ausschließlich Weißen zu finden ist.

Weiter mit: Nummer 8: Essen und Schlaf sind Allheilmittel

Tags: Fantasy   Anime   Retro   Fun  

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