Test The Crew - Wild Run: Wilde Ausritte mit dem Zusatzinhalt

von Thomas Stuchlik (23. November 2015)

Motorräder, Monster-Trucks, Driftwettbewerbe, Beschleunigungsrennen. Die umfangreiche Erweiterung Wild Run bietet viel für ein neues Rennerlebnis in der Welt von The Crew auf.

Mit The Crew wagt Ubisoft vor einem knappen Jahr ein riskantes Experiment. Denn ein Rennspiel als Online-Spiel mitsamt offener Welt für hunderte Spieler aufzuziehen, klingt nach einer irrwitzigen Idee. Dennoch überzeugt das Endergebnis mit Fahrspaß - trotz einiger Macken.

Dass The Crew keine Eintagsfliege sein will, beweist der Hersteller nun mit der großen Erweiterung The Crew - Wild Run. Die erscheint als Add-On sowie auch zusammen mit dem Hauptspiel als neue Komplettversion. Der kostenpflichtige Zusatzinhalt bringt nicht nur sinnige Neuerungen und ein Mehr an Inhalt. Denn drei neue Fahrklassen und große Online-Veranstaltungen sollen alte wie neue Spieler ans Pad locken. Ebenso haben die Macher die Grafik aufgepeppt und Wettereffekte ergänzt. Nicht zuletzt sorgen Motorräder für neue fahrerische Herausforderungen.

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The Crew - So abgefahren ist das Rennspiel

Wild Run macht vieles richtig, um euch das virtuelle Amerika nochmals schmackhaft zu machen. Einige Neuerungen wie der Regen selbst für Verweigerer von Wild Run verfügbar, denn die Grafikverbesserungen gibt es per Patch auch für Besitzer des Grundspiels. Selbige erhalten übrigens auch eine Probeveranstaltung der neuen Rennklassen.

Zweiradspaß

Die vielleicht größte Neuerung in Wild Run bilden Motorräder. Auf dem virtuellen Kontinent tauchen nun Händler auf, die ihre Zweiräder feilbieten. Dabei rangieren die Fahrgeräte zwischen Gelände-Vehikeln von KTM über Reise-Bikes wie dem Indian Scout bis zu Rennmaschinen von Ducati oder Kawasaki.

Am Steuer eines Zweirads gibt es schnell einen Geschwindigkeitsrausch.Am Steuer eines Zweirads gibt es schnell einen Geschwindigkeitsrausch.

Zwar gibt es auch günstigere Vehikel, doch die meisten Motorräder erfordern ein dickes Portemonnaie. Schwere Geschosse wie die Ducati Diavel oder der BMW S1000RR kosten um eine halbe Million herum. Deshalb sind die Zweiräder nichts für Geringverdiener, sondern für erfahrene Spieler gedacht. Die Motorräder neigen auf dem Asphalt gerne zum Untersteuern und besitzen Vorder- und Hinterradbremsen. Dennoch kann es euch nie vom Sattel hauen. Selbst im freien Fall bleibt der Fahrer wie angeklebt auf dem Zweirad sitzen.

Das neue Fahrgefühl ist ungewohnt, macht aber mit einiger Übung richtig Freude. Vor allem, da einige der zahlreichen Fahrtests tatsächlich einfacher als mit dem Auto ausfallen. Viele der Vierrad-Wettbewerbe lassen sich mit dem Zweirad erneut bestreiten. Für Rennatmosphäre sorgt die zuschaltbare Cockpitsicht, mit der ihr euch richtig in die Kurven legt. Überzeugend, wenn auch nicht vollends realistisch. Schließlich ist die Fahrphysik genau wie bei den Wagen vereinfacht.

Mit Vollgas oder im Schleudergang

Neben Zweirädern bietet Wild Run noch drei neue Fahrklassen. So könnt ihr euer Auto für Drifts, Dragster-Rennen oder zum Monster-Truck umbauen lassen. Das ergibt mit den alten fünf Kategorien (Straße, Gelände, Performance, Rallye und Rennen) insgesamt acht Spezialisierungen. Zu diesem Zweck haben neue Tuner-Läden im ganzen Land eröffnet.

Mit Monster Trucks vollführt ihr Tricks wie mit einem übergroßen Skateboard.Mit Monster Trucks vollführt ihr Tricks wie mit einem übergroßen Skateboard.

Um so richtig in die neuen Tuning-Kategorien einzusteigen, bedarf es jedoch an sechsstelligen Geldmitteln für entsprechende Umbauten. Für Drift-Rennen rüstet ihr euren ausgesuchten Wagen mit passenden Reifen und betont rutschfreudigem Fahrverhalten aus. Schließlich wollt ihr bei den entsprechenden Wettbewerben möglichst viele Punkte dank ausladender Schleuderpartien herauskitzeln.

Bei Dragster-Veranstaltungen dagegen dreht sich alles um Beschleunigung. Auf Salzseen oder abgesperrten Geraden sollt ihr Bestzeiten bis zum Ziel hinlegen. Bevor es losgeht, ist Geschick gefragt. Denn mit gefühlvollem Druck auf das Gas wärmt ihr die Reifen bis zum richtigen Punkt auf. Dann erwischt ihr hoffentlich den perfekten Zeitpunkt, die Gänge zu wechseln. Klappt alles, geht die Tacho-Nadel auf über 500 Kilometer pro Stunde. Kein Wunder, dass die Dragster-Vehikel einen Fallschirm zum Abbremsen benötigen.

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The Crew: Wild Run - Fahrzeugliste

Die wohl eigentümlichste Klasse bilden Monster Trucks. Dazu dürft ihr euren teuren Wagen mit überdimensionierten Fahrwerk und gigantischen Reifen ausstatten. Damit seid ihr nicht nur König aller Straßen und fahrt alles platt. Ebenso tretet ihr zu waghalsigen Veranstaltungen an, in denen es auf Geschick ankommt. Schließlich finden sich in der Landschaft neue Parkour-Anlagen, die einem riesigen Skateboard-Park gleichen. Hier sollt ihr Punktesymbole mit gewagten Sprüngen, Looping-Fahrten und Balance-Akten einsammeln.

Großes Tuning-Treffen

Um die Interaktion zwischen den Online-Spielern zu steigern, besitzt Wild Run eine monatliche Veranstaltungsserie namens "The Summit". Hier tretet ihr in allen verfügbaren acht Disziplinen gegeneinander an.

Beim Summit warten diverse Wettbewerbe für Online-Platzierungen und Preise.Beim Summit warten diverse Wettbewerbe für Online-Platzierungen und Preise.

Bei den Veranstaltungen geht es nicht um den direkten Wettstreit, sondern um Punkte. So driftet, springt und rast ihr um neue Bestwerte und damit auch Online-Platzierungen. Wenn vorhanden mit einem eigenen Wagen oder einem vorgegebenen Vehikel. Doch bevor es losgeht, müsst ihr euch in diversen Aufgaben qualifizieren. Nur mit einem Teilnahmeschein dürft ihr an den Start.

Den Zugang verdient ihr euch unter anderem durch neue Crew-Aufgaben im freien Spiel. Neuerdings versucht ihr euch zusammen mit eurem aktuellen Online-Team an verschiedenen Freifahrt-Stunts. Die Missionen reichen von Fahren im Gegenverkehr über Wheelies mit dem Motorrad bis zu Sprüngen über bestimmte Distanzen oder bestimmte Zeiten. Die Teamleistung wird zusammengezählt und ausgewertet.

Auch reizvoll sind selbsterstellte Rennen für die eigene Crew. Denn mit den Freifahrt-Herausforderungen gestaltet ihr einen eigenen Kurs über das vorhandene Straßennetz. Ihr bestimmt dabei jedoch nur zehn anzufahrende Checkpoints. Dabei steht es frei, eine verschlungene Bergpiste zu erstellen oder einen ausladenden Straßentrip quer durch Amerika.

Unschöne Änderung

Tuning auf Platin-Niveau wird nun zur Glückssache.Tuning auf Platin-Niveau wird nun zur Glückssache.

Zu den umstrittenen Neuerungen zählt das Belohnungssystem, das hochrangige Spieler benachteiligt. Diese erhalten einen sogenannten "Smart Loot", der bei Fahrprüfungen nicht mehr vorgegebene (und vor allem bessere) Ausrüstung verspricht. Stattdessen erhaltet ihr eine zufällige Belohnung (darunter auch unnütze Lackierungen oder Felgen), selbst wenn ihr die Höchstwertung einheimst.

Das erschwert es erheblich, Wagen bis zur Stufe 1299 voll hochzuzüchten. Denn dafür sind die nun seltenen Platin-Teile nötig. Über ähnliche Probleme berichten auch Spieler, die den Zusatzinhalt nicht besitzen. Bei neuen, überarbeiteten Automodellen soll das Problem nicht bestehen. Trotzdem bleibt zu hoffen, dass Ubisoft hier noch nachbessert.

Grafische Politur

Neue Spielgebiete sucht ihr in der Erweiterung vergebens. Doch das macht nichts, schließlich ist das bereits bekannte Spielgebiet in Amerika gigantisch und lädt immer noch zur Erkundung ein. Zudem haben die Entwickler an der Grafik gefeilt.

Nicht nur eitel Sonnenschein: Manchmal öffnet der Himmel auch seine Schleusen.Nicht nur eitel Sonnenschein: Manchmal öffnet der Himmel auch seine Schleusen.

Erstmals beginnt es regelmäßig zu regnen. Auf den nassen Straßen tauchen glänzende Wasserpfützen auf. In der Cockpit-Perspektive schalten sich außerdem die Scheibenwischer zu. Ein schöner Effekt, vor allem wenn es teilweise zu dunklen Gewitterstürmen kommt. Der Wetterumschwung sorgt aber nicht nur für mehr Stimmung, sondern erfordert auch mehr Arbeit am Steuer. Schließlich sorgt die Feuchtigkeit für rutschigeren Untergrund.

Das erschwert anstehende Wettbewerbe, vor allem bei Nacht. Einfacher werden dagegen Drift-Veranstaltungen, da der Wagen hier besser ins Schlingern kommt. Auch die grafischen Effekte wurden verfeinert. Jedoch bleibt euch auf Konsolen leicht flimmerige Kanten nicht erspart. Auch gelegentliches Aufploppen von Objekten sowie ein minimaler Einbruch der Bildrate bei schnellen Kurvenfahrten stechen seltenerweise ins Auge.

Umfang und Preise

Einige der erwähnten Neuerungen bleiben - wie bereits angesprochen - nicht nur Käufern des Zusatzinhalts vorbehalten. Den zum einen stehen Wetter und Regen allen Spielern offen. Gleiches gilt für die überarbeitete Fahrphysik, die allerdings immer noch teils rätselhafte Macken besitzt. Bereits kleine Randobjekte oder Abgründe können für absurde Sprungeinlagen sorgen.

Mit neuen Rennklassen und der großen "Summit"-Veranstaltung will Wild Run punkten.Mit neuen Rennklassen und der großen "Summit"-Veranstaltung will Wild Run punkten.

Die drei neuen Klassen Monster, Drift und Dragster sind - ebenso wie die Motorräder - jedoch nur für Käufer des Downloads verfügbar. Wer sich unsicher ist, der darf die neuen Disziplinen bei einer Proberunde antesten.

Jedoch ist Wild Run kein Bestandteil des Season Pass (Staffelpass), sondern eine eigenständige Erweiterung. Auch Einsteiger dürfen sich versuchen, schließlich gibt es die Erweiterung nicht nur als separaten Zusatzinhalt für etwa 30 Euro, sondern auch mitsamt Grundspiel (etwa 50 Euro). Ein Komplettpaket mit Spiel, der Erweiterung Wild Run sowie dem Season Pass gibt es für etwa 70 Euro.

Weiter mit:

Inhalt

  • 1. Zweiradspaß, Mit Vollgas oder im Schleudergang, Großes Tuning-Treffen, Grafische Politur, Umfang und Preise
  • 2. Meinung und Wertung

Tags: Online-Zwang   Multiplayer   DLC  

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