Test Just Cause 3: Die "Ein Mann"-Armee kehrt zurück

von Stephan Petersen (01. Dezember 2015)

Rico Rodriguez ist zurück! Fünf Jahre sind seit seinem zweiten Auftritt vergangen. Jetzt sorgt die "Ein Mann"-Armee in Just Cause 3 wieder für reichlich Chaos.

Links und rechts krachen die Explosionen, Treibstofftanks zerbersten, Soldaten fliegen durch die Luft. Mittendrin in diesem Inferno: Rico Rodriguez (in der deutschen Version gesprochen von Moritz Bleibtreu, der im Alleingang eine gegnerische Basis auseinandernimmt und dabei für reichlich Chaos sorgt.

Fünf Jahre nach Just Cause 2 ist Rico wieder da. Dieses Mal versetzen ihn Entwickler Avalance Studios und Hersteller Square Enix bei Just Cause 3 in seine Heimat Medici, eine fiktive Inselgruppe im Mittelmeer. Dort herrscht mittlerweile Sebastiano Di Ravello. Das ist kein Nudelgericht, sondern ein General, der als Diktator die Einwohner von Medici gnadenlos und brutal unterdrückt. Die Rebellen der Insel suchen daher händeringend nach einem Retter. Da Rico gewisse Arbeitserfahrungen auf dem Gebiet des Diktatorensturzes vorzuweisen hat, ist er natürlich der ideale Mann für diesen Job.

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Just Cause 3 - Rico Rodriguez ist zurück

Die Stellenbeschreibung liest sich wie folgt: Als Rico sollt ihr in einer offenen Spielwelt Siedlungen und Provinzen befreien, Missionen absolvieren und euch sogenannten Herausforderungen stellen. Den größten Teil des Spiels verbringt ihr mit der Befreiung von Siedlungen, von denen es auf der riesigen Inselgruppe, die ungefähr den immensen Ausmaßen der Spielwelt von Just Cause 2 entspricht, insgesamt 130 gibt. Die Siedlungen unterscheiden sich allesamt in ihrer Größe. Es gibt kleine Vorposten, Städte, aber auch riesige Militärbasen.

Chaos ist sein zweiter Name

Die Befreiung aller Siedlungen läuft allerdings immer nach einem ähnlichen Schema ab. Eure Aufgabe ist es, bestimmte Strukturen zu zerstören. Das können etwa Treibstofftanks, Satellitenschüsseln und Generatoren in Basen sein oder auch Propaganda-Lautsprecher und Diktatoren-Statuen in einer Stadt. Just Cause 3 ist vor allem ein riesiges, spaßiges Action-Spektakel. Habt ihr alles in Einzelteile zerlegt, gilt die Siedlung als befreit. Auf die virtuelle Zivilbevölkerung müsst ihr dabei keine Rücksicht nehmen.

Zerstörbare Strukturen erkennt ihr an den roten Markierungen.Zerstörbare Strukturen erkennt ihr an den roten Markierungen.

So kann Rico ohne Probleme auf sein durchschlagkräftiges Waffenarsenal zurückgreifen. Vier Waffentypen (einhändige Waffe, zweihändige Waffe, Spezialwaffe und Sprengsätze) habt ihr stets dabei. An Waffenschränken tauscht ihr die Knarren oder nehmt euch Munition und neue Waffen von gefallenen Gegnern. Eine weitere Möglichkeit, euer Arsenal aufzustocken, ist der Rebellenabwurf. Mithilfe einer Leuchtfackel, die selten zu finden ist, ruft ihr Nachschub aus der Luft herbei. Dieser besteht aus Waffen und einem Fahrzeug.

Welche Waffen und welches Fahrzeug es sein sollen, wählt ihr zuvor aus einer Liste aus. Mit der Zeit wachsen die Auswahlmöglichkeiten, da ihr zunehmend mehr Knarren und Vehikel freischaltet. Das ist eine nette Unterstützung. Wirklich notwendig ist sie aber nicht, da auf dem Schlachtfeld immer genügend Waffen und Fahrzeuge zu finden sind. Zudem geht es auch ganz ohne Waffen. Der Grund dafür ist Ricos praktischer Enterhaken. Mit einem Knopfdruck verbindet ihr beispielsweise ein explosives Fass mit einem Treibstofftank und lasst die Fetzen fliegen. Das macht Spaß und erlaubt den Einsatz von viel Kreativität.

Zu viel Macht

Genauso könnt ihr mithilfe des Enterhakens natürlich Gegner und Fahrzeuge verbinden. So visiert ihr beispielsweise zuerst einen feindlichen Helikopter an. Dann zieht ihr euch mit dem Enterhaken ran und übernehmt den Hubschrauber. Danach steht euch reichlich Feuerkraft zur Verfügung. Während an Militärbasen Raketengeschütze stationiert sind, die ihr aber zerstören oder umprogrammieren könnt, fehlen solche Flugabwehrsysteme in kleinen Vorposten und Siedlungen. In Letzteren ist es somit viel zu leicht, die Strukturen zu zerstören. Manchen Vorposten zerlegt ihr mit einem Heli in fünf Sekunden. Siedlungen könnt ihr ohne Rücksicht auf die virtuelle Zivilbevölkerung zerballern.

Mit den Helikoptern habt ihr reichlich Feuerkraft.Mit den Helikoptern habt ihr reichlich Feuerkraft.

Auch andere Gründe machen Just Cause 3 zu einem Spiel, das nicht sonderlich schwer ist: Zwar gibt es eine Alarmstufe, aber die ist schnell wieder zurückgesetzt. Selbst bei einem Angriff auf eine Basis ist es möglich, die Alarmstufe recht schnell zurückzufahren und kurze Zeit später den Angriff fortzuführen. Die feindlichen Soldaten vergessen offensichtlich ziemlich schnell. Das ist nichts im Vergleich zu GTA 5, wo es teilweise eine echte Herausforderung ist, die Cops abzuschütteln. Ohnehin sind die feindlichen Soldaten in Just Cause 3 nicht besonders clever und nur in der Masse gefährlich.

Allerdings kann Rico ziemlich viel einstecken und stirbt nicht so schnell an einer Bleivergiftung. Im Gegenteil ist es sogar sinnvoll, möglichst viel Chaos anzurichten, die Alarmstufe zu erhöhen und auf diese Weise durch Kaperung kostenlos an dickes Gerät wie Helis und Panzer zu kommen, um es danach ordentlich krachen zu lassen. Denn auch gegnerische Fahrzeuge stellen keine großen Herausforderungen dar. Zum einen treffen sie nicht besonders gut, zum anderen könnt ihr sie ohne große Probleme übernehmen.

Mit Enterhaken und Wingsuit unterwegs

Ein weiterer Grund, warum Just Cause 3 nicht sonderlich herausfordernd ist: Rico ist ausgesprochen mobil. Neben dem Enterhaken besitzt er einen Fallschirm und, das ist neu, einen Wingsuit (Flügelanzug). Mit der Kombination aus allen drei Hilfsmitteln kann sich Rico geschmeidig fortbewegen und ist den Gegnern damit weit überlegen.

Spaßig: Der Enterhaken ist sowohl bei der Fortbewegung als auch bei Zerstörungen hilfreich.Spaßig: Der Enterhaken ist sowohl bei der Fortbewegung als auch bei Zerstörungen hilfreich.

Das Gute daran: Diese Art der Fortbewegung macht Spaß. Die Steuerung geht gut von der Hand. Es macht Laune, mit Enterhaken und Fallschirm einen Berggipfel zu erklimmen und danach im Sturzflug seinem Ziel entgegenzustürzen. Oder aber im Kampf von Gebäude zu Gebäude zu fliegen und dabei alles zu Kleinholz zu verarbeiten.

Übrigens gibt es kein Deckungssystem in Just Cause 3. Die Feuergefechte spielen sich wahnsinnig schnell. Ständig kracht und rumst es, links und rechts stehen etliche Feinde um euch herum. Dabei seid ihr immer in Bewegung. Just Cause ist so etwas wie ein spielbarer, völlig überzogener und spaßiger Actionfilm.

Habt ihr Siedlungen befreit, schaltet ihr neue Herausforderungen frei. Beispielsweise sollt ihr mit einer Schrotflinte in einer Basis in einer bestimmten Zeit so viel Schaden wie möglich anrichten oder ein Autorennen absolvieren. Bei den Herausforderungen gibt es verschiedene Kategorien. Für Erfolge winken Belohnungen in Form von Zahnrädern. Mit diesen schaltet ihr Verbesserungen frei. Zum einen sind diese jedoch nicht sonderlich spektakulär (mehr Granaten, Nitro für Fahrzeuge und so weiter), zum anderen ist der Schwierigkeitsgrad, wie schon erwähnt, in der Regel auch so zu meistern.

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