Vorschau Dying Light - The Following: Willkommen im Zombieland

von Ulrich Wimmeroth (22. Januar 2016)

Eine der blutigsten Zombie-Schnetzeleien bekommt mit Dying Light - The Following eine üppige Inhaltserweiterung. Die haben wir uns beim Entwickler Techland genauer angeschaut.

Die Geschichte von Kyle Crane geht weiter: Wie im in Deutschland indizierten Vorgänger schlüpft ihr wieder in die Rolle des kletterfreudigen Abenteurers und bekommt es mit extrem hungrigen Zombiehorden zu tun. In Dying Light habt ihr im Auftrag einer mysteriösen Organisation in der türkischen Stadt Harran nach einem abtrünnigen Agenten gesucht. Und dabei seid ihr mitten in eine Zombie-Apocalypse geraten. Kann ja mal passieren.

In der Erweiterung mit dem Titel Dying Light - The Following findet ihr euch in der Kanalisation von Harran wieder und sollt erst einmal einen Weg aus der verseuchten Stadt finden. Das stellt kein größeres Problem dar und schon nach ein paar Minuten erreicht ihr ein Bergmassiv. Glücklicherweise ist Crane ein geübter Parkours-Spezialist und springt wie in Mirror's Edge in der Ego-Perspektive über Abgründe und hangelt sich an Felsvorsprüngen entlang. Ist der Berg überwunden, gibt es zur Belohnung einen fantastischen Blick auf das Umland von Harran.

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So spielt sich Dying Light

So malerisch die Umgebung mit ihren Waldgebieten und ausgedehnten Feldern auch aussieht: selbstverständlich lauern an jeder Ecke tödliche Gefahren. Die Zombie-Infektion hat weite Teile der Bevölkerung in gemächlich herumschlurfende Untote verwandelt, die nur darauf warten, wieder etwas Frischfleisch konsumieren zu können. Also bewegt ihr euch sehr vorsichtig, um die Zombies nicht durch Geräusche auf euch aufmerksam zu machen.

Zwar könnt ihr wie bisher kräftig mit allerlei Waffen und Werkzeugen austeilen, dass die Fetzen nur so fliegen, aber gegen eine ganze Horde der wandelnden Leichen zieht ihr schnell den Kürzeren und findet euch nach dem virtuellen Ableben am letzten automatischen Speicherpunkt wieder. Also heißt es, die Beine in die Hand nehmen und zum nächsten sicheren Ort, eine nahe liegende befestigte Siedlung von Überlebenden, rennen. Hier findet ihr Händler und hilfreiche Informationen, um einen Überblick über die Lage zu bekommen.

Mit dem Buggy über Stock und Stein

Eine der ganz großen Neuerungen ist der Buggy. Ein geländegängiges Gefährt, das euch nicht nur schnell zu euren Einsätzen bringt, sondern auch Schutz vor den Zombies bietet und sich als Waffe einsetzen lässt. Steht eine Gruppe Gegner im Weg, haltet einfach in vollem Tempo drauf und schon fliegen die halb verwesten Körper in hohem Bogen durch die Luft. Aber ganz so einfach machen es euch die Entwickler von Techland nicht. Das Fahrzeug verbraucht Sprit und nach zu vielen Karambolagen werden Reparaturen fällig.

Wichtigste Neuerung im Spiel: Der BuggyWichtigste Neuerung im Spiel: Der Buggy

Um jetzt das notwendige Benzin und die Ersatzteile zu besorgen, müsst ihr das sichere Gefährt verlassen und Autowracks plündern. Dann seid ihr allerdings wieder ein gut sichtbares Ziel und ihr solltet schon ganz genau die Gegend im Auge behalten, damit ihr nicht hinterrücks angefallen werdet. Zusätzlich taucht noch eine besonders agile Art von Zombie auf. Diese lassen sich nicht einfach überfahren, sondern legen plötzlich ein ordentliches Tempo vor und springen auf den Buggy. Das erste Mal ist uns fast das Herz in die Hose gerutscht.

Zwar steht im gesamten Spiel nur ein Buggy als Fahrzeug zur Verfügung, der lässt sich aber kräftig aufmotzen. Verbesserungen der Panzerung und des Motors, eine individuelle Lackierung und eine ganze Reihe effektiver Waffen stehen zur Verfügung. Einen Flammenwerfer montieren und die Untoten im vorbeifahren rösten, einen Minenwerfer installieren oder einen fiesen Elektroschocker anbringen - der Kreativität sind da kaum Grenzen gesetzt. So könnt ihr beispielsweise das Fahrzeug abstellen, mit dem Autoalarm eine Horde Zombies anlocken, und dann die Karosserie unter Strom setzen. Fertig ist der Zombie-Grill.

Auch wenn The Following auf dem platten Land spielt, könnt ihr eure Parkours-Fähigkeiten immer wieder gut gebrauchen.Auch wenn The Following auf dem platten Land spielt, könnt ihr eure Parkours-Fähigkeiten immer wieder gut gebrauchen.

Um an die ganzen Verbesserungen zu kommen, braucht ihr aber ordentlich Fahrerpunkte. Die erhaltet ihr nicht nur durch banales Zombie-Plätten, sondern vor allem durch Rennen. Überall warten Herausforderungen, um alleine, oder wahlweise gegen andere Mitspieler, die besten Zeiten auf den Strecken herauszuholen.

Dieses Video zu Dying Light - The Following schon gesehen?

Vertrauen musst du dir verdienen

Nachdem ihr euch mit eurem neuen Fortbewegungsmittel vertraut gemacht habt, wird es Zeit der Geschichte von The Following auf den Grund zu gehen. Ihr bekommt es mit einem Kult zu tun, der anscheinend eine Lösung für die Zombie-Plage hat. Aber die mysteriösen Mitglieder wollen ihr Geheimnis nicht einfach lüften. Ihr müsst euch das Vertrauen schon verdienen, in dem ihr erst einmal eine ganze Reihe an Aufträgen für die Kultführer erledigt.

Schleichen statt stürmen ist die Devise.Schleichen statt stürmen ist die Devise.

In welcher Reihenfolge ihr die geforderten Gegenstände besorgt, Banditennester ausschaltet oder besonders gefährliche Zombies erlegt, bleibt dabei euch überlassen. Die offene Struktur lädt zum ausprobieren ein und es gibt immer wieder neue Abschnitte und Geheimnisse der Spielwelt zu entdecken. Ist eine Mission noch zu schwer zu bestehen, besorgt ihr euch zuerst neue Waffen, Munition oder verbessert eure Fähigkeiten in den Kategorien Kraft und Wendigkeit. Dadurch steigt euer Überlebensrang und ihr werdet mit der Zeit ein mächtiger Zombieschlächter.

Aber Vorsicht vor der Dunkelheit: Auch in The Following gibt es einen Tag- und Nachtwechsel. Und wenn die Sonne untergeht und ihr euch nicht an einem sicheren Ort befindet, droht ganz schnell der Exitus. Die Nachtjäger, besonders üble Zombie-Zeitgenossen, streifen dann durch die Gegend. Allerdings gibt es nachts auch doppelte Erfahrungspunkte. Wenn ihr schnell durch die Ränge steigen wollt, rüstet euch auf und riskiert mal ein paar Nächte in der freien Wildbahn.

Spiel doch wie du willst

Spielerische Freiheit ist das oberste Gebot der Entwickler. Nicht nur, das die Hauptmissionen der Geschichte in beliebiger Reihenfolge angegangen werden können, ihr dürft euch auch optional mit zahlreichen Nebenaufgaben beschäftigen.

Mahlzeit: Zombie-Requisiten finden sich überall in den Räumen des Entwicklers.Mahlzeit: Zombie-Requisiten finden sich überall in den Räumen des Entwicklers.

Sucht zum Beispiel die Aussichtstürme in der Gegend. Dort befinden sich Kisten mit Waffen und Ausrüstungsgegenständen, die dringend zum Überleben benötigt werden. Diese sind aber meist gut verschlossen und ihr braucht ein ruhiges Händchen, um mit einem Dietrich das Schloss zu öffnen. Da nach ein paar Fehlversuchen das Werkzeug abbricht und ihr nur eine begrenzte Anzahl davon habt, ein kleiner Tipp: Beendet nach drei Fehlversuchen das Minispiel und fangt neu an. So verliert ihr keinen Dietrich.

Auch wenn ihr nicht mehr im Betondschungel der Stadt unterwegs seit, kommen eure Parkours-Fähigkeiten nicht zu kurz. Ihr könnt beispielsweise in vollem Lauf eine Horde Zombies einfach überspringen oder die Basis einer paramilitärischen Einheit dank eurer Kletterkünste infiltrieren. Einfach durch die Eingangstür zu marschieren ist eine schlechte Idee. Aber auf einen Turm klettern, die Wache geräuschlos ausschalten und dann per Seilrutsche auf die Hausdächer gelangen, das funktioniert hervorragend.

Wie auch bereits im Hauptspiel, könnt ihr alleine oder mit bis zu drei Mitspielern kooperativ auf die Zombiejagd gehen. Der Wechsel in den Mehrspielermodus ist an einem sicheren Ort möglich und die Teamarbeit erleichtert das Absolvieren der teilweise ganz schön schwierigen Missionen enorm. Etwa zehn Stunden Spielzeit versprechen die Entwickler. Und das nur für die Haupthandlung.

Wenn ihr alle Fähigkeiten freischalten und jeden Winkel erkunden wollt, sind es wohl mindestens 30 Stunden. Ein mehr als ordentlicher Umfang für eine Erweiterung, die es für Besitzer des Season Pass sogar umsonst gibt.

Schwerer Stand in Deutschland

Dying Light - The Following wird nicht in Deutschland erscheinen. Warum? Weil das Hauptspiel, das für die Erweiterung zwingend benötigt wird, von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) bereits im vergangenen Jahr auf die Liste der indizierten Spiele gesetzt wurde. Somit darf keine öffentliche Werbung gemacht werden und der Verkauf kann nur "unter der Ladentheke" stattfinden. Nichts Neues für die Zombie-Spezialisten aus Polen.

Tymon Smektala ist der Produzent von The Following.Tymon Smektala ist der Produzent von The Following.

Das gleiche Schicksal ereilte auch schon die tropischen Untotenabenteuer Dead Island und Dead Island - Riptide.

Trotzdem stellen die deutschsprachigen Spieler, nach den USA und Großbritannien, die drittgrößte Gruppe unter den mittlerweile sieben Millionen registrierten Benutzern. Grund genug für Techland, nicht auf eine deutsche Vertonung zu verzichten. Außerdem erscheint das Spiel regulär in Österreich und der Schweiz.

In den Büros von Techland im polnischen Wroclaw ist man stolz auf die Arbeit des vergangenen Jahres. The Following war zunächst nicht in dieser Dimension geplant, hat aber mit der Zeit ein Eigenleben entwickelt. Man hat auf die Wünsche aus der Spieler-Gemeinschaft gehört, erklärt Tymon Smektala, bei Techland für die Produktion von The Following verantwortlich. Das Ergebnis: Neue Waffen, wie eine Armbrust oder Schnellfeuergewehre, zusätzliche Fertigkeiten für die Spielfigur, die Möglichkeit mit einem Fahrzeug die Spielwelt zu erkunden. "Da ist immer wieder was dazugekommen, das wir auch noch einbauen wollten", sagt Smektala mit einem Grinsen.

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Tags: Entwicklerbesuch   Multiplayer  

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