Test Final Fantasy Explorers: Das Monster Hunter von Square Enix ist fertig

von Thomas Nickel (26. Januar 2016)

Alleine oder im Team legt ihr euch mit dicken Gegnern an, um aus deren Schuppen, Krallen und Hörnern neue Ausrüstung zu erbeuten. Das klingt nach Monster Hunter von Square Enix.

Der Ifrit stößt einen markerschütternden Schrei aus. Gemeinsam hat ihm die Heldentruppe bereits ordentlich zugesetzt: Während der Krieger ihn von vorne mit dem Schwert beharkt, spickt ihn die Jägerin aus sicherer Entfernung mit Pfeilen, während der schwarze Magier einen Eiszauber nach dem anderen spricht; immerhin ist das Feuerwesen ja gegen eben dieses Element ganz besonders allergisch. Doch noch ist das Monster nicht geschlagen. Der Ifrit geht in die Knie und sammelt Energie. Die Helden wissen: Jetzt sollten sie die Beine in die Hand nehmen.

Doch der Krieger war ein wenig zu langsam! Das Monster stürmt in einer veritablen Feuersbrunst nach vorne und fegt alles beiseite, was ihm im Weg steht. Und das tut weh, der Krieger verliert einen großen Teil seiner Lebensleiste. Zum Glück ist auch ein weißer Magier mit von der Partie: mit einem schnell gesprochenen Heilzauber wird der Krieger schnell wieder auf die Beine gebracht, und derweil haben Jägerin und schwarzer Magier dem Ifrit den Rest gegeben. Das Monster geht zu Boden, die Party sammelt die wertvollen Überreste ein und wieder ist eine Mission erfolgreich erledigt.

Solche oder ähnliche Szenen erleben Spieler heute auf vielen Systemen und in vielen Spielen. Capcoms Monster Hunter begründete 2005 das junge Genre der Jagdspiele, und Werke wie Ragnarok OdysseyToukidenGods Eater Burst oder Soul Sacrifice folgen allesamt Capcoms Vorbild, kommen aber ebenso mit vielen eigenen Ideen und Ansätzen daher. 

Und bei Square Enix' Final Fantasy Explorers verhält es sich ganz ähnlich. Das grundlegende Spielkonzept hält sich erneut an die von Capcom vor mehr als zehn Jahren etablierten Elemente, und trotzdem hat auch Final Fantasy Explorers seine ganz eigene Stimme und Identität.

Final Fantasy Monster Chronicles

Denn Final Fantasy Explorers mag sich bei seinem grundlegenden Spielprinzip zwar am Genreprimus Monster Hunter 4 Ultimate orientieren, spielerisch erinnert es aber viel mehr an den Gamecube-Klassiker Final Fantasy - Crystal Chronicles! Die Steuerung ist weitaus schneller und direkter als bei Monster Hunter und die niedlich modellierten Helden vermöbeln ihre Gegner mit zahllosen Kombos und Spezialattacken - auch die Einspielphase ist weitaus kürzer als bei Monster Hunter und schon nach wenigen Missionen habt ihr den Dreh raus.

Im Gegensatz zu Monster Hunter zeigt Final Fantasy Explorers alle Werte auch in Zahlen.Im Gegensatz zu Monster Hunter zeigt Final Fantasy Explorers alle Werte auch in Zahlen.

Euer Hauptquartier ist das beschauliche Dorf Libertas. Dort findet ihr Läden, eine Schmiede, einen großen Kristall und manche andere Annehmlichkeit. Ihr zieht nicht einfach so auf gut Glück ins Abenteuer, das Dorf verlasst ihr erst, wenn ihr einen Auftrag angenommen habt. Anfangs geht es vor allem ums Erlegen kleinerer bis mittlerer Nieswurze oder die Beschaffung bestimmter Rohstoffe, aber schon bald geben sich die dicken Monster die Klinke in die Hand.

Eure Auftraggeber teilen euch mit, in welchem Gebiet ihr eure Beute antrefft - und sogleich macht ihr euch zu Fuß, oder später auch per Luftschiff, auf den Weg. Nun gilt es, innerhalb des stets großzügigen Zeitlimits alleine mit ein wenig Monster-Unterstützung, oder mit einer Gruppe menschlicher Mitspieler online oder mit lokaler Verbindung, das Biest auf die Matte zu legen. Je nach benötigter Zeit und eurer Leistung werdet ihr dann belohnt - zum einen mit den bereits erwähnten Rohstoffen, zum anderen mit wertvollen Kristallpunkten.

Dieses Video zu Final Fantasy Explorers schon gesehen?

Zauber-Ritter und Feng-Shui-Mönche

Die tragt ihr zum großen Klunker in der Mitte des Dorfes und tauscht sie gegen neue Fähigkeiten ein. Wie das großartige Final Fantasy 5 und das Kultspiel Final Fantasy Tactics setzt auch Final Fantasy Explorers auf ein Job-System. Das bedeutet, ihr könnt euch frei für eine Profession entscheiden und diese auch jederzeit außerhalb einer Mission wechseln. Habt ihr genug vom simplen Rittersmann, versucht ihr euer Glück als Zeitmagier, Dragoon, Techniker, Feng-Shui-Meister oder Barde. Die Basisklasse ohne besondere Eigenschaften mitgerechnet, erwarten euch 21 verschiedene Jobs, da sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein.

Die kennen wir doch! Viele alte Bekannte wie Tifa Lockheart aus Final Fantasy 7 tauchen hier auf!Die kennen wir doch! Viele alte Bekannte wie Tifa Lockheart aus Final Fantasy 7 tauchen hier auf!

Das Tolle dabei ist aber nicht einfach nur die Menge an verfügbaren Klassen, sondern die Möglichkeit, Klassen und Fähigkeiten fast nach Belieben zu mischen. Denn habt ihr ein Talent erst einmal erlernt, dürft ihr es auch noch nutzen, wenn ihr schon einen ganz anderen Beruf ausübt - natürlich werden die Angriffszauber eines Ritters nicht so stark sein wie die eines echten Schwarzmagiers, trotzdem dürft ihr dann auch in voller Rüstung dem Feind noch den einen oder anderen Feuerball entgegenschleudern.

Bis zu acht verschiedene Fähigkeiten nehmt ihr mit in eine Mission. Aber Vorsicht, ihr solltet nicht einfach so planlos jeden Gegner mit einem Pfeile-Sperrfeuer oder magischen Donnerwetter beharken, denn neben eurer angenehm langen Lebensleiste gilt es auch, den Ausdauerbalken im Auge zu behalten. Jede Aktion kostet ein wenig Ausdauer - je mächtiger, desto teurer. Und auch wenn sich der Balken sehr schnell wieder von alleine füllt, kann es gerade beim Kampf gegen große Monster schnell zu Problemen kommen, wenn ihr eure Manöver nicht ebenso geplant wie gezielt einsetzt.

Ausrüstung macht Leute

Nicht nur bei Job und Fähigkeiten genießt ihr viele Freiheiten, auch über Ausrüstung und Kleidung dürft ihr frei bestimmen. Unterwegs findet ihr Rohstoffe bei besiegten Monstern oder auch mal so in der Landschaft. Die tragt ihr zur Schmiede und gegen ein gewisses Entgelt bekommt ihr dann neue, passgenau gefertigte Helme, Mützen, Hosen, Rüstungen oder Roben, die nicht nur eure Werte im Kampf erhöhen, sondern euch auch mit der Zeit immer cooler und mächtiger aussehen lassen!

Die durchschlagenden Spezialattacken können euch in knappen Situationen das Leben retten.Die durchschlagenden Spezialattacken können euch in knappen Situationen das Leben retten.

Den meisten Spaß habt ihr bei Final Fantasy Explorers mit einer eingespielten Truppe menschlicher Mitspieler. Aber habt ihr partout keine Gefährten zur Hand, ist das kein Beinbruch - ihr nehmt dann einfach ein paar Monster mit in den Kampf. Unterwegs sammelt ihr immer wieder die Essenzen besiegter Kreaturen auf, aus denen lasst ihr im Dorf dann zahme Kreaturen erstehen, die euch nach besten Kräften unterstützen. Echsenmenschen schlagen hart zu, Bomben heizen dem Gegner ein und Mandragoras heilen euch, wenn es mal wieder eng wird. Und im Gegensatz zu eurem Helden verdienen Monster auch Erfahrungspunkte und werden so Stufe um Stufe stärker und hilfreicher.

Tolle Technik ohne 3D

Technisch ist Final Fantasy Explorers ein echter Genuss. Die Landschaften sind weitläufig, die Monster strotzen nur so vor Details und auch die Helden mit ihren unzähligen individuellen Rüstungsteilen zeigen, was der kleine 3DS grafisch immer noch zu leisten vermag. Allerdings hat die feine Grafik ihren Preis: Weder auf dem normalen Gerät noch auf dem New 3DS wird der 3D-Modus unterstützt, während des kompletten Spiels sind die Tiefeneffekte deaktiviert. 

Ifrit ist sauer - was wagen diese blöden Helden es auch, sich mit einem Feuer-Elementar anzulegen?Ifrit ist sauer - was wagen diese blöden Helden es auch, sich mit einem Feuer-Elementar anzulegen?

Dafür wird das Circle Pad Pro und der rechte Analogknubbel des New 3DS unterstützt, ihr müsst die Funktion nur im Optionsmenü aktivieren und schon freut ihr euch über eine weitaus präzisere Steuerung - es fühlt sich eben doch besser an, die Kamera mit dem rechten Daumen direkt beim Laufen zu bewegen, als mit der berühmt-berüchtigten Monster-Hunter-Klaue die Kamera per Digi-Kreuz auszurichten. Aber auch daran kann man sich gewöhnen, wenn es gar nicht anders geht. 

Weiter mit:

Inhalt

Druckversion

Tags: Fantasy   Multiplayer   Koop-Modus  

Kommentare anzeigen

Schnäppchen des Tages: Battleborn mit Steelbook für nur 30 Euro

Schnäppchen des Tages: Battleborn mit Steelbook für nur 30 Euro

Wer denkt, dass er oder sie die Ubisoft-Schnäppchen der vorigen Woche auf Amazon verpasst hat, kann aufatmen: Auch (...) mehr

Weitere Artikel

Anatomy: Neues Horrorspiel verstört Youtuber

Anatomy: Neues Horrorspiel verstört Youtuber

Ab und zu da taucht es auf: ein Horrorspiel ... durch das dann jeder durch muss, ob er will oder nicht. Vor einiger Zei (...) mehr

Weitere News

Newsletter

Mit diesem Formular kannst du den Spieletipps.de Newsletter kostenlos abonnieren.

Meinungen - Final Fantasy Explorers

Alle Meinungen

Weitere Artikel

Alle Artikel


zur Nintendo Test-Übersicht

zur Final Fantasy Explorers Übersicht

Final Fantasy Explorers (Übersicht)