Path of War: Die Spellforce-Macher wollen es noch einmal wissen

(First Facts)

von Joachim Hesse (28. Januar 2016)

Mit Path of War wirft eine Gruppe erfahrener Entwickler ihr gesammeltes Strategiewissen in die Mobile-Waagschale. Ein Spiel für mehr als nur Zwischendurch. Und es erscheint heute kostenfrei.

Strategie ist tot - könnte man meinen, stimmt aber nicht. Es gibt nur nicht mehr die klassischen Kassenschlager wie Command & Conquer, Earth 2150, Warcraft 3, Battle Isle oder Age of Wonders.

Klar, es erscheinen immer noch leckere Genrevertreter wie demnächst Die Zwerge oder Master of Orion, doch die Relevanz ist abseits der MOBAs einfach geringer als früher. Doch ab und an überrascht uns dennoch ein interessantes Spielkonzept wie aktuell bei Path of War für Android und iOS.

"Auf einer Karte finden 50.000 aktive Spieler Platz", erklärt der Leitende Produzent Martin Löhlein von Entwickler Envision Entertainment aus Ingelheim. Die Firma zeichnete unter ihrem früheren Namen EA Phenomic bereits für Battleforge oder Command & Conquer - Tiberium Alliances verantwortlich, davor für die Spellforce-Reihe. Die Herren sollten also wissen, was sie auf der Strategiespiel-Bühne treiben.

Der Leitende Produzent Martin Löhlein präsentiert sein kommendes Werk.Der Leitende Produzent Martin Löhlein präsentiert sein kommendes Werk.

Im Kern handelt es sich bei Path of War um ein klassisches "Stein, Schere, Papier"-Spiel in dem mehrere Spieler parallel gegen den Computer antreten, PvE genannt. Aus dem Grund ist eine Online-Anbindung auch zwingend nötig, im Flugzeig oder im ländlichen Funkloch bei Mutti braucht ihr das Programm gar nicht erst starten.

Washington DC soll fallen

Die Karte des Spiels zeigt Nordamerika. "Wir haben das Land mit geografischen Daten eins zu eins nachgebaut", so Löhlein. Ein Feld im Spiel entspricht dabei einer Quadratmeile in der Realität.

Die amerikanische Hauptstadt Washington an der Ostküste ist euer Ziel.Die amerikanische Hauptstadt Washington an der Ostküste ist euer Ziel.

Die Angreifer ziehen auf den Feldern immer vor- oder rückwärts, die Verteidiger nach links und rechts. "Dadurch ergeben sich interessante taktische Konstellationen", berichtet Löhlein, der just ein paar gegnerische Panzerwagen in einen Hinterhalt gelockt hat. Doch warum bekämpfen sich Truppen auf amerikanischem Boden?

Nach einem Stromausfall haben sich in den Vereinigten Staaten Rebellenverbände gebildet, die von der Regierung bekämpft werden. Ihr startet als Rebelleneinheit im Westen des Landes und soll auf die Hauptstadt Washington DC vorrücken. Bis ihr dort ankommt, vergehen voraussichtlich mehrere Monate - nicht im Spiel, im echten Leben.

Die Zeit will Entwickler Envision mit der Jagd nach Ressourcen, Basenbau und dem Erobern von Forts füllen. Mit jedem Fort verschiebt sich euer Territorium weiter in den Osten, hin zu den wertvolleren Zielen.

Monetarisierung und Kommunikation

Finanzieren soll sich das Mammutprojekt über kleinere Zukäufe im Spiel. Löhlein verspricht hoch und heilig, dass auch Gelegenheitsspieler mit wenig Zeit nicht zu solchen Ausgaben genötigt werden. Um gut mitzuhalten reichen angeblich zwei erfolgreiche Beutezüge am Tag.

Auf der Karte agieren mehrere Spieler parallel.Auf der Karte agieren mehrere Spieler parallel.

Dadurch solltet ihr an die nötigen Brennstäbe kommen, um eure Kriegsmaschinerie in Gang zu halten. Der Begriff "Free 2 Play" ist während der Präsentation übrigens kein einziges mal gefallen.

Die Kommunikation der Spieler untereinander läuft über eine Art Whats App im Spiel. Ihr könnt euch Mitteilungen schicken, Gruppenkanäle einrichten oder euch sogar Push-Nachrichten auf das Smartphone schicken lassen, wenn in einem Teil eurer Welt die Kollegen Fortschritte erzielen. Und wenn alles nicht reicht, zündet ihr eine der raren Superwaffen und macht ein Gebiet dem Erdboden gleich.

Die Grafik wirkt eher zweckmäßig als schön.Die Grafik wirkt eher zweckmäßig als schön.

Fakten:

  • Strategie aus Deutschland
  • von den Machern der Spiele Spellforce, Battleforge und C&C Tiberium Alliances
  • nicht ohne Online-Zugang spielbar
  • bis zu 50.000 Spieler pro Server
  • ab heute kostenfrei erhältlich für Android- und iOS-Geräte

Meinung von Joachim Hesse

Path of War sieht nach einem Spiel aus, das demnächst wohl desöfteren auf den Sofas und stillen Örtchen dieser Welt gespielt wird. Schade natürlich, dass man solche Zeitfresser unterwegs wegen des Online-Zwangs kaum spielen kann.

Bereits während der Präsentation konnte ich den Sog aus "Ressourcen sammeln" und "nur noch ein Versuch" spüren, wie er die warmen Finger nach meinem Spielerherz ausgestreckt hat. Wobei ich als Strategie-Leichtgewicht dabei wohl nicht die primäre Zielgruppe darstelle. Mir fehlt es auch ein wenig an Blickfängen für das Auge - die Quadrate mit ihren nüchternen Einheiten locken mich nicht zwingend von der Konsole weg.

Path of War richtet sich an die Armeen früherer C&C-Spieler, die nach einem anpruchsvollen, aber nicht frustrierenden Zeitvertreib suchen. Interessant finde ich die Tatsache, dass sich so viele Spieler nicht einfach sinnlos die Zeit um die Ohren hauen. Ihr verfolgt mit dem Sturz von Washington DC ein greifbares Ziel, das die Entwickler im Spiel auch mit Nachrichtensendungen festigen. Trotzdem soll es danach weitergehen. Klingt doch spannend.

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Tags: Online-Zwang   DRM   Entwicklerbesuch   Free 2 play  

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