Test Naruto Shippuden - Ultimate Ninja Storm 4: Das große Ninja-Finale

von Thomas Nickel (09. Februar 2016)

Naruto steuert auf das Finale zu: Die jüngste Episode von Naruto Shippuden behandelt das Ende des erfolgreichen Manga und bietet Kämpfe, wie sie spektakulärer kaum sein könnten.

Fragt man den gewöhnlichen Feld-, Wald- und Wiesenspieler, was er oder sie sich unter einem Ninja vorstellt, dann ergibt sich schnell das Bild eines schwarz vermummten Kämpfers, der im mittelalterlichen Japan lautlos infiltriert, sabotiert und mordet. So gesehen etwa in der Tenchu-Reihe oder auch bei The Last Ninja. Vielleicht denkt ihr aber auch an einen Experten der Kampfkunst, der in der Gegenwart gegen Ungeheuer, Söldner und manch absonderliche Kreatur kämpft - Grüße von Ninja Gaiden. Manch einem mögen auch noch schlechte Actionfilme aus den 80er Jahren mit dem famosen Michael Dudikoff in den Sinn kommen ... Das ist Vergangenenheit!

Die Anime- und Manga-Gemeinde denkt aber natürlich sofort an Naruto, Sasuke, Kakachi, Rock Lee, Hinata, Sakura und all die anderen Freunde und Feinde aus Masashi Kishimotos unfassbar erfolgreicher Mangaserie Naruto, die in diesem Frühjahr mit dem 72. Band auch in Deutschland ihr Ende finden wird. Naruto ist eine Erfolgsgeschichte und selbst wer noch keins der Manga gelesen und noch keine Anime-Folge gesehen hat, der kennt die so gar nicht unauffälligen und kaum vermummten Kämpfer mit den metallenen Stirnbändern irgendwie vom Sehen. Jetzt ist das wohl grafisch aufwändigste Spiel zur Serie erschienen: Naruto Shippuden - Ultimate Ninja Storm 4. Onkel Jo packt es für euch sogleich aus:

Mehr zur "Collector's Edition" des Spiel findet ihr in der Meldung zu Uffruppe #181.

Schon manch ein Hersteller in Ost und West hat sich an der Naruto-Materie versucht. Überraschenderweise sind die Naruto-Umsetzungen für Konsole und PC fast durchgehend von durchaus hoher Qualität! Vor allem aber CyberConnect2, ein etwa 150 Mann starkes Team aus Fukuoka unter der Leitung des ebenso exzentrischen wie talentierten Hiroshi Matsuyama hat die Naruto-Versoftung mittlerweile fast schon zur Kunst erhoben, und mit Naruto Shippuden - Ultimate Ninja Storm 4 erreicht die Naruto-Shippuden-Serie ihren Höhepunkt.

Warnung vor dem großen Finale

Ein Wort der Warnung allerdings gleich vorweg: Naruto Shippuden - Ultimate Ninja Storm 4 richtet sich klar an Naruto-Kenner. Die Handlung beginnt mit einer Rückblende und dem großen Kampf zwischen den legendären Ninjas Madara Uchiha und Hashirama Senju, wechselt dann wieder in die Naruto-Gegenwart, mitten in den vierten großen Ninjakrieg. Hier folgt ihr dann Naruto, Sasuke und ein paar weiteren Figuren durch (spektakuläre) Kämpfe und lange Zwischensequenzen - bis ihr schließlich das Ende der Erzählung erreicht. 

Der Kampf zwischen Madara und Hashirama könnte spektakulärer kaum ausfallen.Der Kampf zwischen Madara und Hashirama könnte spektakulärer kaum ausfallen.

Das bedeutet zwei Dinge: Naruto-Kenner schweben im siebten Ninja-Himmel und freuen sich über jede Begegnung, über viele alte Bekannte und fiebern noch einmal so richtig bei dramatischen Szenen mit. Wer die Serie dagegen nicht kennt, der ist verwirrt. Wer sind all die Leute? Warum gibt es Naruto gleich in drei Varianten? Was genau passiert da? Das Spiel richtet sich direkt an bekennende Narutologen und gibt sich keine allzu große Mühe, Neulinge noch einmal in die Materie einzuführen.

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Eindrücke von Naruto Shippuden Ultimate Ninja Storm 4

Bevor ihr euch ins Abenteuer stürzt, müsst ihr (zumindest in der PS4-Version) ohnehin erst einmal noch einen Moment warten: Das Spiel startet direkt nach dem Einlegen der Silberscheibe, zu Beginn ist aber nur der freie Kampfmodus zugänglich: Alleine oder im Dreierteam messt ihr euch mit dem Computer oder einem menschlichen Gegner. Aber nach zwei, drei freien Runden, während der ihr euch bereits mit der überraschend unkomplizierten Steuerung vertraut macht, schaufelt das Spiel fleißig Daten auf die Festplatte und schon bald stürzt ihr euch ins Ninja-Abenteuer. Das besteht aus zwei zentralen Elementen.

Kämpfen und Knöpfchendrücken

Zum einen sind da die Kämpfe gegen einen oder mehrere Gegner. Die funktionieren anders als bei gängigen Kampfspielen Marke Street Fighter. Per Analogstick rennt ihr frei durch 3D-Arenen. Mit den Knöpfen springt ihr, werft ein Projektil, setzt ein Jutsu ein oder startet eure Angriffskombo. Ihr braucht keine langen Kombinationen wie bei Tekken meistern und auch komplizierte Eingaben wie bei The King of Fighters müsst ihr nicht beherrschen. Schnelle Reaktionen stehen im Vordergrund.

Hinata verpasst ihrem Zukünftigen Ehegatten eine saftige Abreibung.Hinata verpasst ihrem Zukünftigen Ehegatten eine saftige Abreibung.

Das wird vor allem in den "Drück den richtigen Knopf auf deinem Pad"-Sequenzen deutlich. Ihr kennt das Prinzip: Eine Sequenz läuft automatisch ab und auf einmal wird eingeblendet, welchen Knopf ihr drücken sollt, damit eure Figur auf dem Bildschirm die entsprechende Aktion ausführt. Bei vielen Spielern ist diese Mechanik ausgesprochen unbeliebt, da wenig interaktiv, aber tatsächlich können diese "Quicktime Events" auch sinnvoll und motivierend eingesetzt werden. Kaum ein Studio beherrscht das so gut wie Entwickler Cyber Connect 2.

Zum einen sind die Anweisungen des Spiels eindeutig: Ihr seht stets, was zu erledigen ist. Dann sind die Sequenzen so angelegt, dass ihr genug Zeit habt, die entsprechende Aktion auszuführen. Wer länger braucht, stirbt nicht gleich den Bildschirmtod, sonder bekommt bei der Endabrechnung eben ein paar Punkte weniger. Den Spielfluss stört das nicht. Vor allem aber passen die Aktionen zum Geschehen. Euer Held wirbelt einen Gegner herum? Bewegt den Stick im Kreis. Der Feind greift krachend von oben an? Schnell den Stick nach links oder rechts bewegen, um auszuweichen. Ihr prügelt den Gegner windelweich? Dann zeigt dem Kreis-Knopf, wie schnell ihr ihn drücken könnt!

Besser als im Fernsehen

Das macht alles Spaß und spielt sich flott, ist aber auch spielerisch etwas dünn und simpel. Auffallen wird euch das allerdings erstmal kaum, denn Entwickler Cyber Connect 2 zieht in Sachen Inszenierung alle Register. Ein Kampf ist spektakulärer als der andere und was zwischen den Knopf-Orgien passiert, sorgt für staunende Augen. Gut, Naruto Shippuden - Ultimate Ninja Storm kann ich Sachen "epischer Wahnsinn" nicht ganz mit Asura's Wrath vom gleichen Entwickler mithalten, trotzdem spottet das furiose Geschehen auf dem Bildschirm oft jeder Beschreibung - man sollte es erlebt haben. Oh, und all das läuft nahezu durchgehend mit 60 Bildern pro Sekunde ab - nur ab und kommt es zu leichten Rucklern. Der Sprung auf die neuen Systeme hat sich definitiv gelohnt. Die PC-Fassung läuft allerdings mit deutlich weniger Bildern pro Sekunde und hakt in den Menüs.

Die Charaktere sind gut getroffen und sehen aus wie in der Fernsehserie.Die Charaktere sind gut getroffen und sehen aus wie in der Fernsehserie.

Aber nicht nur spektakuläre Effektschlachten bietet euch das Spiel, auch Charaktermomente überzeugen. Das liegt vor allem an der hervorragenden Darstellung der Figuren. Die Entwickler haben ein gutes Händchen dafür, klassische Anime-Figuren in die dritte Dimension zu versetzen. All die Helden und Schurken sehen in 3D so aus, wie ihr sie aus der zweidimensionalen Zeichnung kennt. Auch Bewegungen und Mimik sind toll getroffen. Man merkt den Spiel zu jeder Minute die große Erfahrung und die Hingabe seiner Macher an. Neben der Klasse wird auch Masse geboten - klickt euch durch die Bilderstrecke, wenn ihr wissen wollt, welche Figuren hier alles mit an Bord sind:

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Naruto Shippuden Ultimate Ninja Storm 4 - Alle Charaktere

Reisen erst im Abenteuer-Modus

Während die Kampagne euch kaum zu Atem kommen und ein paar Elemente der Vorgänger (beispielsweise die Wege zu neuen Schauplätzen) vermissen lässt, macht der freie Abenteuer-Modus das wieder wett. Den spielt ihr erst nach Abschluss der Geschichte.

Manchmal kämpfen die Ninjas noch mit ganz klassischen Ninjawaffen.Manchmal kämpfen die Ninjas noch mit ganz klassischen Ninjawaffen.

Hier bereist ihr frei die Naruto-Welt, um zahlreiche Aufgaben zu erledigen und auch andere, bislang noch offene Erzählstränge weiterzuführen oder abzuschließen. Immer wieder gibt es auch optionale Rückblenden: Die Chunin-Prüfungen oder Sasuke, der auf die Suche nach seinem Bruder geht. Allzu viel Kontext haben diese Sequenzen allerdings nicht - erneut ist profunde Naruto-Kenntnis von Vorteil.

Abgerundet wird das Gesamtpaket vom bereits erwähnten freien Kampfmodus und einem Online-Modus, bei dem ihr euer Können weltweit gegen Spieler zur Schau stellt. Im Gallerie-Modus seht ihr euch schließlich all die freigespielten Zwischensequenzen und andere interessante Dinge an. Und damit das Spiel nicht nach dem Beenden Staub ansetzt, versprechen die Entwickler, euch online regelmäßig mit neuen Aufgaben und Herausforderungen zu versorgen. Die sind zeitlich begrenzt. So lohnt sich also halbwegs, immer mal wieder reinzuschauen.

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Tags: Anime  

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