Vorschau Hitman - Teil 6: Das Episoden-Killerspiel in London durchgenommen

von Ulrich Wimmeroth (10. Februar 2016)

Der modebewusste Meuchelmörder Agent 47 kehrt zurück - allerdings Häppchenweise in Episodenform. Wir durften vorab den ersten Auftrag lösen und sind in Paris hinter einem Oligarchen her.

Auch wenn Agent 47 ein Meisterschütze ist, mit Waffengewelt kommt man nicht immer zum Ziel.Auch wenn Agent 47 ein Meisterschütze ist, mit Waffengewelt kommt man nicht immer zum Ziel.

Showstopper heißt die erste Mission für Agent 47 und führt euch in das riesige Palais De Walewska in Paris. Im Auftrag der ICA (International Contract Agency), sollt ihr während einer gut besuchten Modenschau gleich zwei Ziele eliminieren: den russischen Oligarchen Viktor Novikov und das ehemalige Supermodel Dalia Margolis, die zu den führenden Köpfen der mysteriösen Spionageorganisation IAGO gehören. Diese hat sich auf den Diebstahl von Regierungsdokumenten spezialisiert und nutzt den Trubel der Veranstaltung, um ein besonders brisantes Geschäft abzuwickeln.

Damit wählt Entwickler IO Interactive wieder einen deutlich anderen Ansatz als im grandiosen Vorgänger Hitman - Absolution und besinnt sich eher auf die Abenteuer der vor drei Jahren veröffentlichten Hitman Trilogy (siehe Test).

Ausgestattet mit dem Mindestmaß an Informationen betretet ihr das Palais und seit dann auf euch alleine gestellt. Also, erst einmal in die Menge mischen und die Lage sondieren. Gespräche der Besucher belauschen, die Standorte der schwer bewaffneten Sicherheitskräfte studieren und die Zielpersonen ausfindig machen. Dabei hilft euch der bewährte Instinkt-Modus, der euch schon in Hitman - Absolution gute Dienste erwiesen hat. Mit einem Knopfdruck könnt ihr sozusagen durch Wände schauen und die Laufwege von Wachen oder eurer Opfer aus sicherer Entfernung verfolgen.

Episode 1: Paris

Schon bald läuft euch Viktor über den Weg. In einem angeregten Gespräch mit seinem Assistenten, macht dieser sich auf den Weg zu den Models. Es scheint Probleme mit dem Auftritt der Damen zu geben und als Veranstalter der Show, kümmert sich der Chef persönlich darum, dass alles nach Plan abläuft. Ihr folgt der Zielperson und bekommt schon in den ersten paar Minuten ein halbes Dutzend Gelegenheiten den ersten Anschlag auszuführen.

Agent 47 hat sich in Schale geworfen.Agent 47 hat sich in Schale geworfen.

Ihr könnt einfach eure Pistole zücken und losfeuern. Das kann man machen, führt aber dazu, dass ihr Ruckzuck von Sicherheitskräften mit automatischen Waffen umzingelt seid. Agent 47 ist sicherlich ein Meister seines Fachs, aber hält nur wenige Treffer aus. Glücklicherweise könnt ihr jederzeit speichern und einen neuen Versuch starten, ohne zu viel Zeit zu verlieren. Nächster Versuch: Diesmal schleicht ihr euch in den Bereich der Topmodels, betäubt einem Stylisten und schlüpft in dessen Klamotten. So könnt ihr euch durch die Umkleideräume bewegen, ohne Argwohn zu erwecken. Und kommt deutlich näher an Viktor heran.

Aber auch dieser Weg führt nicht zu einem optimalen Ergebnis. Am besten wäre es, die Zielperson zu isolieren und dann um die Ecke zu bringen. Oder es wie ein Unfall aussehen zu lassen, in dem ihr beispielsweise einen tonnenschweren Kronleuchter während der Show auf Viktor fallen lässt. Hauptsache keinen Alarm auslösen. Immerhin sollt ihr ja auch noch Dalia töten, die sich in den oberen Stockwerken aufhält.

Mach doch was du willst

Die Entwickler von IO Interactive lassen euch beim sechsten Auftritt des glatzköpfigen Killers, so viel spielerische Freiheit wie noch nie. Das weitläufige Areal des Palais mit unzähligen Räumen und Außenanlagen ist ein riesiger, virtueller Sandkasten. Was ihr euch vorstellen könnt, das scheint fast alles auch machbar.

Diese Verkleidung steht nicht jedem.Diese Verkleidung steht nicht jedem.

Ihr könnt vom Koch, über einen Scheich bis zum männlichen Supermodel (als Frau könnt ihr euch nicht verkleiden, das haben wir ausprobiert) immer neue Verkleidungen anlegen, um näher an eure Ziele zu kommen. Ihr könnt eure Opfer erschießen, erwürgen, vergiften oder in die Luft sprengen. Da sind eurer Fantasie und Kreativität, wie schon in Hitman - Blood Money keine Grenzen gesetzt.

Grundsätzlich könnt ihr Hitman auch wie einen Shooter spielen und mit Dauerfeuer durch die Gegend rennen. Aber das macht euch auch diesmal nicht zu einem guten Auftragskiller, der mit Cleverness und Strategie an die Aufgaben ran geht. Möglichst wenige Unbeteiligte töten und lautlos und unerkannt die Ziele ausschalten, so bekommt ihr viele Erfahrungspunkte, die sich dann in wertvollen Ausrüstungsgegenständen anlegen lassen.

So kann man ein Ziel auch unbemerkt entsorgen.So kann man ein Ziel auch unbemerkt entsorgen.

So richtig Freude macht das meucheln, wenn ihr genau den Gesprächen der Wachen, Angestellten oder Besucher lauscht und einen richtig komplizierten Plan ausheckt. So könnt ihr beispielsweise in die Rolle des exzentrischen Models Helmut Kruger schlüpfen. Das lässt euch nicht nur ungehindert in gut gesicherte Bereiche eindringen, sondern ihr dürft auch in einer witzigen Sequenz gekonnt über den Laufsteg flanieren. Oder ihr platziert eine Waffe so, dass diese von einem Sicherheitsmann gefunden wird. Dieser schafft das Mordinstrument dann in ein Lager im Haus, wo ihr sie dann einfach an euch nehmen könnt. So einfach kommt man an einem Metalldetektor vorbei.

Kontrakte, flüchtige Ziele und besondere Herausforderungen

Damit die Wartezeit bis zur nächsten Mission nicht zu lange wird, haben sich die Entwickler einiges an optionalen Aufgaben einfallen lassen. Es gibt sogenannte Elusive Targets, flüchtige Ziele. Das sind besondere Aufgaben, die nur für wenige Tage in der Onlinewelt zur Verfügung stehen. Ihr müsst durch das Belauschen von Gesprächen und dem Suchen nach Hinweisen das Ziel identifizieren und dann beseitigen. Gelingt euch das nicht in der vorgegebenen Zeit, ist der Auftrag für immer verloren.

Im Contracts-Modus könnt ihr selbst Aufträge entwerfen und der Gemeinschaft zur Verfügung stellen. Allein in Paris stehen euch dazu mehr als 300 Charaktere zur Verfügung, die das Szenario mit Leben füllen. Mehr als sechsmal soviel, wie noch in Hitman - Absolution. Da sollte so schnell keine Langeweile aufkommen.

An diesen Wachen kommt ihr ohne Verkleidung nicht unerkannt vorbei.An diesen Wachen kommt ihr ohne Verkleidung nicht unerkannt vorbei.

Wenn ihr eine echte Herausforderung wollt, könnt ihr euch an Escalation versuchen. Dabei handelt es sich um ganz besonders knifflige Aufgaben, die Mitarbeitern von IO Interactive mit allerlei Fallstricken versehen. Oder ihr versucht die Herausforderungen in jeder Mission zu erfüllen. Und die haben es wirklich in sich. So sollt ihr Viktor und Dalia zusammen, mit nur einem einzigen Schuss erledigen. Oder einen Lautsprecher auf Viktors Kopf fallen lassen. Sich eine Verkleidung als Scheich besorgen und zehn Menschen mit einem Krummsäbel töten. Oder so lange durch das Palais schleichen, bis ihr mehr über Geheimorganisation IAGO erfahren habt.

In sechs Episoden um die Welt

Nachdem Anfang Januar die Vorbestellungen storniert wurden, gab es einige Verwirrung, die Erscheinungsweise des Spiels betreffend. Fakt ist, dass IO Interactive Hitman als Episodenspiel veröffentlicht. Bis zum Jahresende sollen sechs Missionen bereit stehen. Das der Grund für diese ungewöhnliche Entscheidung war, dass Square Enix nicht an den Erfolg der neuen Konsolen glaube, weist Studiochef Hannes Seifert im Interview deutlich zurück.

Der Österreicher Hannes Seifert ist seit 2013 Studiochef bei IO Interactive.Der Österreicher Hannes Seifert ist seit 2013 Studiochef bei IO Interactive.

Der Studioboss von IO Interactive stellt klar, dass dies eine Entscheidung der Entwickler war und führt stichhaltige Gründe auf:

  • Das Studio könne so schneller auf Trends reagieren.
  • Nach jedem Spiel würden die Statistiken anonym ausgewertet und man könne genau erkennen, welche Optionen häufig genutzt werden.
  • Stellt man beispielsweise fest, dass ein Teil der Missionsumgebung kaum Betreten wird, könne man dort Aufträge platzieren.
  • Oder die Entwickler gehen gezielt in den folgenden Episoden auf die Wünsche der Spieler eingehen.

Kurz: Man sei flexibler, als wenn direkt ein komplettes Spiel abliefert würde. Schön für die Entwickler, für die Käufer aber dennoch ein gewöhnungsbedürftiges Konzept, bei dem es noch lange dauert, bis man ein fertiges Spiel in Händen hält. Aber lieber so als am Ende so ein Trauerspiel wie beim aktuellen Hitman-Kinofilm zu erleben.

Ein Mord in der Prolog-Mission.Ein Mord in der Prolog-Mission.

Die erste Episode enthält wie gesagt die Mission Showstopper in Paris und einen ausführlichen Prolog, der den Beginn der Geschichte von Agent 47 erzählt. Hier verfolgt ihr das erste Treffen von Agent 47 mit Diana Burnwood vor 20 Jahren und lernt in zwei kurzen Missionen die Spielmechanik kennen. Eure Ziele: Der Meisterdieb Kalvin Ritter und der russische Spion Jasper Knight. Die weiteren fünf Episoden führen euch dann nach Italien, Marokko, Japan, Thailand und in die USA.

Weiter mit:

Inhalt

Tags: Entwicklerbesuch  

Kommentare anzeigen

10 Spiele-Accessoires, die ihrer Zeit voraus waren

10 Spiele-Accessoires, die ihrer Zeit voraus waren

Ab und zu erscheint Spiele-Hardware - egal ob eine Konsole oder ein Controller - die ihrer Zeit voraus ist. Doch was (...) mehr

Weitere Artikel

Firewatch: Autoverkäufer kopiert Illustration für eigene Werbung

Firewatch: Autoverkäufer kopiert Illustration für eigene Werbung

Anscheinend hat sich ein Autoverkäufer bei einer seiner Werbe-Illustrationen vergriffen. Für ein begrenztes A (...) mehr

Weitere News

Newsletter

Mit diesem Formular kannst du den Spieletipps.de Newsletter kostenlos abonnieren.

Hitman (Übersicht)