Test Digimon Story - Cyber Sleuth: Konkurrenz für Pokémon?

von Thomas Stuchlik (11. Februar 2016)

Die Digimon sind wieder da! Zwar stehen diese kleine Kreaturen oft im Schatten der übermächtigen Pokémon, doch hält sie das nicht davon ab, in einem standesgemäßen Rollenspiel für PS4 und PS Vita aufzutreten.

In den 90er Jahren war hierzulande die Blütezeit der Digimon. Kein Wunder, schließlich bot das Kinderprogramm im Fernsehen ständig neue Folgen rund um diese putzigen Digital-Viecher. Noch populärer wurde Digimon dank allerorts erhältlicher Sammelkarten und natürlich den Videospielen für allerlei Konsolen.

Zuletzt erscheint 2014 mit Digimon All-Star Rumble eine Arena-Klopperei für PlayStation 3 und Xbox 360. Kenner hatte das wohl kaum zufriedengestellt. Umso schöner, dass bereits 2015 in Japan ein vollwertiges Sammel-Rollenspiel erschienen ist, das nun mit fast einem Jahr Verspätung auch nach Deutschland kommt: Digimon Story - Cyber Sleuth für PS4 und PS Vita.

1 von 30

Digitale Monster in Digimon Story Cybersleuth

Anders als bei der Pokémon-Konkurrenz spielt ihr die meiste Zeit in einer surrealen digitalen Welt, wo ihr euch als Hacker betätigt und eure Digimon einsammelt. Dennoch ähnelt das aufgefrischte Konzept noch immer Nintendos Konkurrenz, schließlich bestreitet ihr auch hier Rundenkämpfe, erweitert euer Kreaturensortiment und entwickelt Digimon immer weiter. Dabei ist Cybersleuth einsteigerfreundlich gehalten. Von Beginn an wird auch Neulingen erklärt, was Sache ist. Schnell werden so die feinen Unterschiede zu Nintendos Taschenmonstern klar. Allerdings zieht sich diese langwierige Einführung auch etwas hin.

Digitales Paradies

Ihr schlüpft in die Rolle der rothaarigen Heldin Ami oder des Helden Takumi, welche sich schnell in der digitalen Welt Eden verfangen. Schon zu Spielbeginn avanciert die Hauptfigur zum angehenden Hacker, der die Fähigkeit besitzt, Digimon zu sammeln und zu reproduzieren. Die virtuelle Realität bildet den Hauptschauplatz des Abenteuers, in dem die Geschichte von vielen Nebendarstellern vorangetrieben wird. Immer wieder begegnet ihr dem Rotschopf Nokia und ihren Digimon, der ihr hier und da aushelft.

Im digitalen Eden-Universum bekämpft ihr Digimon und erkundet die einzelnen Bereiche.Im digitalen Eden-Universum bekämpft ihr Digimon und erkundet die einzelnen Bereiche.

Dabei ist die Sprachausgabe im japanischen Original belassen worden. Dummerweise fehlt jedoch eine deutsche Übersetzung, stattdessen studiert ihr englische Texte. Bei einem kinderfreundlichen Spiel wie diesem ein grober Fehler und angesichts der langen Verspätung zur Japan-Version kaum nachvollziehbar.

Der Spielverlauf ist typisch für ein Fernost-Rollenspiel. Denn auf euren Erkundungstouren begegnet ihr immer wieder plapperfreudigen Charakteren und und bestreitet Rundenduelle (dazu gleich mehr). An Knotenpunkten reist ihr zu bereits freigeschalteten Bereichen, knackt Firewalls und findet Schatzkisten mit nützlichem Krimskrams. Im weiteren Spiel helft ihr der Privat-Detektivin Kyoko bei mysteriösen Fällen in verschiedenen Kategorien aus. So untersucht ihr das Eden-Syndrom, fahndet nach Vermissten oder gar nach einem Geist.

In eurer Heimatstadt Tokio sucht ihr bekannte Orte und Einkaufszentren auf.In eurer Heimatstadt Tokio sucht ihr bekannte Orte und Einkaufszentren auf.

Neben den Digitalwelten bewegt ihr euch deshalb auch in der realen Welt, genauer gesagt in Tokio, umher. Oftmals sollt ihr dann Personen finden oder Computer hacken. Trotz des Szenariowechsels mangelt es hier und da an Abwechslung und Freiheit. Die Spielabschnitte sind linear aufgebaut und bieten wenig Geheimnisse. Der Spielfokus liegt eben nicht auf einer offenen Welt, sondern auf der Zucht und Pflege der Digimon.

Digitale Duelle

Bei den Exkursionen laufen euch ständig Gegner in Zufallskämpfen vor die Füße. Dann entscheidet ihr rundenweise, was eure bis zu drei eingesetzten Digimon tun sollen. Eine Leiste an der rechten Seite des Bildschirms gibt an, wann ihr und wann der Gegner an der Reihe ist. Neben einfachem Angriff nutzen eure Recken stärkende Objekte, simple Verteidigung oder ihre Fähigkeiten.

Beim schnell erlernbaren Kampfsystem nutzt ihr auch Fertigkeiten und Elemente eurer Digimon.Beim schnell erlernbaren Kampfsystem nutzt ihr auch Fertigkeiten und Elemente eurer Digimon.

Maßgeblich für erfolgreiche Kämpfe sind die Attribute der Digimon, die sich in Wind, Wasser, Feuer und ähnliche Attribute unterteilen. Gleichzeitig besitzen diese Stärken und Schwächen zu anderen Elementen. Ergo könnt ihr je nach Gegnerart doppelten oder halben Schaden austeilen. Für das optimale Team tauscht ihr je nach Kontrahent eure Mitstreiter beliebig aus. Daneben nutzt ihr Fertigkeiten nicht nur zum Angriff, sondern ändert auch den eigenen Status. So verstärkt ihr euch mittels Schutzschild, höherer Kraft oder lähmt den Gegner. Mit bestimmten Ausgangsbedingungen sind auch Kombo-Attacken möglich.

Bequeme Spieler aktivieren den Automatik-Modus, in dem eure Kämpfer autark handeln. Ernste Probleme bekommt ihr höchstens bei Bosskämpfen, die manchmal auch in Reihe auftreten. Allerdings geht es typischerweise nicht nur darum, alle Gegner zu vernichten, sondern diese auch zu sammeln. Denn bei jedem Kampfbeginn scannt ihr eure Feinde automatisch. Nach mehrmaligen Begegnungen steigt der Wert auf 100 % oder höher. Dann könnt ihr die untersuchten Digimon auch in eurem Labor reproduzieren.

Digitaler Gen-Pool

In der Forschungsstätte "Digilab" verwaltet ihr eure Digimon-Sammlung. In erster Linie entstehen hier immer neue Kreaturen durch Scans aus Kämpfen. Mittels "DigiConvert" verhelft ihr ihnen zu neuem Leben mitsamt zufälliger Elemente und Eigenschaften.

In diesem Gen-Labor züchtet ihr neue Kreaturen und entwickelt sie weiter.In diesem Gen-Labor züchtet ihr neue Kreaturen und entwickelt sie weiter.

Per "Digivolution" erreichen die kleinen Viecher eine neue Evolutionsstufe (Pokémon-Anhänger kennen das System). Außerdem ist es möglich, zwei Digimon zu einer neuen Gattung zu verschmelzen. Nur so gelangt ihr an seltene Arten der insgesamt 242 enthaltenen Kreaturen. Zu diesem Zweck ist es auch mal nötig, eure Digimon aus einer höheren Klasse zu degradieren, um passende Spender zu finden. Jedes Digimon verfügt zudem über maximal 20 erlernbare Kampf-Fähigkeiten. Umso wichtiger ist es, die richtigen Mitstreiter zu züchten.

Zu schwache Tierchen verfrachtet ihr auf die Zuchtfarm ("Digifarm" genannt), wo sie von selbst trainieren und aufsteigen können. Ihr bestimmt dabei die passende Betätigung und die entsprechenden Anlagen. Für mehr Kapazität erweitert ihr die Anlage um weitere Inseln.

Ebenso könnt ihr im Digilab auch Objekte für kommende Kämpfe erwerben oder nicht benötigtes Zeug verkaufen. Nicht zuletzt stellt ihr euch bereits bereisten Dungeons oder betretet die Online-Arena namens Colosseum. Hier bekämpft ihr andere Spieler und deren Digimon. Schade, dass sich in den Ranglisten offensichtlich Cheater befinden und dass bei Duellen öfter Verbindungsprobleme auftreten.

Weiter mit:

Inhalt

Tags: Singleplayer   Anime  

Kommentare anzeigen

Get Even: Die Painkiller-Macher überraschen mit Horror-Abenteuer

Get Even: Die Painkiller-Macher überraschen mit Horror-Abenteuer

Es gibt Fragen, auf die es keine Antwort gibt. Beim Horror-Abenteuer Get Even lautet diese Frage: Was ist real? Eine (...) mehr

Weitere Artikel

Master X Master: Dritter Alpha-Test mit Minispielen und Kampagne startet heute

Master X Master: Dritter Alpha-Test mit Minispielen und Kampagne startet heute

MOBAs, also Spiele in denen Teams in virtuellen Arenen gegeneinander antreten, erleben seit einiger Zeit einen Aufschwu (...) mehr

Weitere News

Newsletter

Mit diesem Formular kannst du den Spieletipps.de Newsletter kostenlos abonnieren.

Meinungen - Digimon Story - Cyber Sleuth

Trez17
88
usz1990
95

Top Spiel

von usz1990 (11)

Alle Meinungen

Digimon Story - Cyber Sleuth (Übersicht)