Vorschau Paragon: Nach Gears of War wechselt Epic nun ins MOBA-Genre

von Jens-Magnus Krause (18. Februar 2016)

Epic Games, die Macher von Unreal Tournament und Gears of War 3 sind zurück! Mit Paragon. Was ist es und was kann es? Wir liefern die Antworten - dank ausgiebigem Probezock in London mit den Entwicklern.

Zwei Lager verbunden: PC- und PS4-Spieler können in Paragon gemeinsam auf einer Karte spielen.Zwei Lager verbunden: PC- und PS4-Spieler können in Paragon gemeinsam auf einer Karte spielen.

Eine Karte. Zwei Teams. Drei Angriffswege. Fünf Spieler pro Team. Dreizehn wählbare Charaktere mit unterschiedlichen Fähigkeiten. Und zwei zerstörbare Basis-Kerne. Das sind sie, die Grundzutaten für Paragon - das neue Spiel aus dem Universum der "Multiplayer-Online-Battle-Arena"-Spiele.

Entwickler Epic Games folgt damit einem Trend. Auf nur einer verfügbaren Karte kämpfen fünf gegen fünf Spieler. Es gibt drei Wege: links, mittig und rechts. Und jedes Team versucht die Basis des anderen Teams zu zerstören. Über einen der drei Wege. Einfach, oder?

Doch Epic wäre nicht Epic, wenn sie nicht auch andere Wege gehen würden. Oder sagen wir: andere Abzweigungen nehmen. Denn eines ist klar: die Entwickler erfinden das Genre nicht neu, sondern setzen gezielt andere Schwerpunkte. "Wir wollten nach Gears of War 3 wieder einen Shooter machen. Und dennoch etwas Neues, in Richtung Mehrspieler-Titel. Was soll ich sagen? Es ist Paragon geworden", sagt Kreativchef Steve Superville von Epic gegenüber spieletipps.

In London darf Paragon zum ersten Mal gespielt werden.In London darf Paragon zum ersten Mal gespielt werden.

Im direkten Vergleich zu League of Legends setzt Paragon auf mehr Action - ohne jedoch den Strategieanteil zu gering zu halten. Woran man das merkt? Alleine schon an der Stimmung, die beim Probezocken herrschte: fünf Spieler auf der einen Seite, fünf auf der anderen. Manche rücken auf der linken Flanke vor, andere gehen durch die Mitte. Gegnerkontakt! Hitzige Helden-Kämpfe entstehen - mal links, mal rechts, mal in der Mitte. Stellungskriege mit Explosionen und Nahkampfattacken, die auch mal eine rettende Flucht zur eigenen Basis erfordern.

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Paragon - So spielt sich Epics MOBA

Spannung, Adrenalin und Herausforderungen - dafür steht Paragon viel mehr, als für dumpfe Feuergefechte. Bedeutet: eine E-Sport-Tauglichkeit besitzt das Spiel. Nicht selten gab es laute Siegesschreie nach langen Partien im Raum. Und das zurecht. Denn wer in Paragon etwas erreicht hat, kann stolz auf sich sein. Leicht ist es nicht, eher herausfordernd.

Free 2 Play und schon lange in Entwicklung

Das Free-2-Play-Spiel von dem keine Retail-Version erscheinen wird, befindet sich seit zweieinhalb Jahren in der Entwicklung und besitzt aktuell den Status Alpha-Version. Aktuell arbeiten die Entwickler besonders an der Balance der Helden untereinander, an mehr Karten, mehr Helden und einer verbesserten künstlichen Intelligenz. Auf jeden Fall erscheint noch dieses Frühjar eine Early-Access-Version - allerdings nur gegen Bezahlung. Im Sommer soll dann die Beta-Phase folgen, für die ihr euch bereits ab jetzt registrieren könnt.

Agora: Die erste und einzige spielbare Karte ist voller bewachsener Steine und bietet etliche Höhenunterschiede.Agora: Die erste und einzige spielbare Karte ist voller bewachsener Steine und bietet etliche Höhenunterschiede.

Und bei der Frage nach den Plattformen, auf denen Paragon erscheint, überraschten die Entwickler. Nicht etwa damit, dass es neben der PC- auch eine PS4-Version gibt. Nein, viel mehr damit, dass PC- und PS4-Spieler gemeinsam auf denselben Servern gegeneinander und miteinander spielen können. Das enthält auch die Möglichkeit, dass ihr euer Level auf jedem System behaltet, egal an welchem Gerät ihr gerade spielt. Auch alle im Karten-Shop erspielten und vergebenen Karten-Punkte nutzt ihr systemübergreifend, genauso wie den Spiel-Voice-Chat. Daumen hoch für diese Cross-Play-Funktion. Schade nur, dass Xbox-One-Besitzer (noch) nicht dazugehören.

So spielt sich Paragon

Bevor ihr euren Helden aus der Schulterperspektive steuert, sucht ihr euch erstmal einen der 13 verfügbaren Charakteren aus, die allesamt unterschiedliche Fähigkeiten besitzen. Nahkampf- oder lieber Distanzkämpfer?

Im Spiel angekommen ist euer Ziel einfach formuliert: Zerstört die feindliche Basis, indem ihr deren Energie-Kern zerstört. Klingt einfach, ist es aber natürlich nicht. Denn auf dem Weg dahin, gewinnt nicht etwas das Team mit den meisten "Kills", sondern das Team, welches am besten zusammen gespielt hat.

13 an der Zahl: Aktuell stehen in Paragon 13 Helden mit unterschiedlichen Fähigkeiten zur Verfügung.13 an der Zahl: Aktuell stehen in Paragon 13 Helden mit unterschiedlichen Fähigkeiten zur Verfügung.

Wie bei vielen anderen MOBA-Titeln, besitzt auch Paragon gerade zu Beginn Frustpotenzial. MOBA-Spieler älterer Tage finden schneller rein, Anfänger sollten sich erst mit dem Spiel vertraut machen. "Wir wissen um die Komplexität eines MOBA-Spiels, deshalb sind für Anfänger entsprechende Einstiegshilfen geplant," versucht Steve Superville aufkeimende Befürchtungen im Keim zu ersticken. Zusätzlich sorge ein neues Matchmaking-System für faire Partien: bei der Gegnerauswahl achte das Spiel nicht nur auf die Zahl der gespielten Stunden, sondern auch auf die Gewinn-Rate eines jeden Spielers. Klingt fair.

Charaktere verbessern

Wer seinen Charakter verbessern möchte, tötet entweder gegnerische Helden (schwierig) oder auf der Karte vom Computer gesteuerte Gegner namens Minions (auch bekannt als Kanonenfutter). Und nein, es handelt sich nicht um die gelben Knicklichter aus dem gleichnamigen Animationsfilm. Sondern schlichtweg um Mittel zum Zweck. Für das Treffen der Gegner, egal ob Held oder Minions, erhaltet ihr Erfahrungspunkte, mit denen ihr eure Angriffe verbessern könnt. Getötete Minions lassen zusätzlich Amber zurück - bernsteinfarbene Kugeln. Durch diese erhaltet ihr Karten-Erfahrungspunkte, die ihr im Karten-Shop gegen Spielkarten einlösen könnt, die euern Schaden beispielsweise vergrößern.

Neben dem Töten von Minions, gegnerischen Helden und dem Zerstören des Kerns in der gegnerischen Basis, habt ihr noch mehr Ziele. Beispielsweise die feindlichen Verteidigungstürme auf einem der drei Wege auf der Karte zu zerstören. Diese wehren sich jedoch mit heftigen Laser-Abwehrkanonen. Treffen euch diese, seid ihr so gut wie tot. Deshalb schnell umgedacht: Schickt ihr eure Minions voraus, ziehen diese das Feuer auf sich und ihr könnt den Turm beackern.

Seid ihr jedoch wirklich schwer verwundet, könnt ihr euch per Knopfdruck zur Basis teleportieren und dort eure Lebens- und Mana-Energie jederzeit wieder auffüllen. Das Teleportieren benötigt jedoch eine Anlaufzeit von locker 10 Sekunden. Hintergrund: Natürlich sollt ihr euch nicht mitten in einem Gefecht einfach per Teleport aus dem Staub machen.

Und was ihr euch merken könnt: Gerade zu Beginn solltet ihr euch nicht auf Sieg oder Niederlage konzentrieren, sondern auf das Verbessern eures Helden, das Beherrschen eures Helden und die Zusammenarbeit im Team. Der Rest kommt mit der Erfahrung. Das war auch bereits im kleinen Rahmen der fünfstündigen Anspiel-Session zu merken.

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Tags: Entwicklerbesuch  

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