Test The Legend of Zelda - Twilight Princess HD: Link als Werwolf

von Thomas Nickel (01. März 2016)

Ein Schatten legt sich über Hyrule. Das Volk des Schattenreichs und sein finsterer Herrscher Zanto überrennen das Land. Nur ein Held in Grün kann da noch helfen ...

2006 erschien endlich Nintendos lang erwartete Konsole Wii, und gleichzeitig auch The Legend of Zelda - Twilight Princess. Was auf den ersten Blick auffällt: Ihr bereist eine riesiege Welt voller grausiger Kreaturen in einem Grafikstil, der nicht so zeichentrickartig wie bei The Legend of Zelda - The Wind Waker daherkommt. Stattdessen wirkt das Abenteuer eher wie die konsequente Weiterentwicklung des N64-Kultspiels The Legend of Zelda -  Ocarina of Time. Eigentlich sollte Twilight Princess nur für den Gamecube erscheinen, wurde dann aber für die neue Hardware umgesetzt und angepasst. Das wunderschöne Mammut-Abenteuer verhalf der innovativen Wii zu einem famosen Start bei den eingefleischten Spielern!

Mit einer unerwartet düsteren Atmosphäre, mal heldenhafter und mal melancholischer Musik, großartigen neuen Figuren wie Midna und Zanto und nicht zuletzt natürlich auch einem riesigen Umfang sorgte Twilight Princess 2006 für anhaltende Begeisterung. Bis heute wird es von vielen Spielern als die beste Episode seit Ocarina of Time betrachtet. Und um es gleich vorwegzunehmen: All diese Superlative kann Twilight Princess auch heute noch in sich vereinen. Wer dieses wundervolle Abenteuer nicht kennt, der hat definitiv etwas verpasst.

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Legend of Zelda - Twilight Princess HD

Aber sind wir mal ehrlich, grafisch hat der Zahn der Zeit schon ziemlich an Twilight Princess genagt. Während die 3D-Modelle auch heute noch ansehnlich sind, merkt man den Texturen darauf ihr Alter doch deutlich an: Wer heute Twilight Princess an einem modernen HD-Fernseher spielt, egal ob es sich dabei nun um die Fassung für Gamecube, oder die für die Wii handelt, dem springen die dicken Pixel nur so ins Gesicht. Da kommt so eine schöne Überarbeitung wie The Legend of Zelda - Twilight Princess HD doch genau richtig! Und Nintendo hat nicht einfach nur die Grafik an allen Ecken und Enden aufpoliert, sondern auch spielerisch am Klassiker gefeilt - mal mehr und mal weniger offensichtlich.

Willkommen im entspiegelten Hyrule

Während Neulinge sich schnell heimisch fühlen, könnte der Wiedereinstig für Twilight-Veteranen etwas schwerer ausfallen: Je nachdem, ob ihr das Abenteuer von Link und Midna auf Gamecube oder Wii gespielt habt, macht sich in den ersten Spielstunden erst einmal große Verwirrung breit. Denn der gesamte Aufbau von Twilight Princess HD orientiert sich an der Version für Gamecube und nicht an der weltweit etwa viermal so häufig verkauften Fassung für die Wii.

Grafikpracht, wie sie dem Spiel gebührt. Die bessere Auflösung zeigt, was in Twilight Princess steckt.Grafikpracht, wie sie dem Spiel gebührt. Die bessere Auflösung zeigt, was in Twilight Princess steckt.

Und diese beiden Versionen unterschieden sich in einem zentralen Punkt: das Wii-Spiel war nämlich komplett gespiegelt. Die Welt, die Labyrinthe, selbst die Figuren - sie alle sind komplett spiegelverkehrt dargestellt. Grund dafür war damals die Bewegungssteuerung, die vor allem für die Mehrheit der Rechtshänder ausgelegt war.

Aber da die nun passé ist, wird auch die Spiegelung nicht mehr gebraucht. Und das kann bei Wii-Veteranen erst einmal zur Irritation führen - die Welt ist vertraut und doch fremd. Allerdings, komplett wurde die gespiegelte Welt doch nicht ad acta gelegt: Entscheidet ihr euch, das Spiel im Heldenmodus anzugehen, dann bedeutet das nicht nur, dass ihr unterwegs keine Herzen mehr findet und dass Gegner nun härter zuschlagen, auch die Welt entspricht wieder der, die ihr bereits von der Wii kennt. Eine nette Idee, mehr Flexibilität wäre aber willkommen gewesen - warum gibt man dem Spieler nicht einfach die volle Kontrolle über so zentrale Aspekte, anstatt nun den Aufbau der Welt mit dem Schwierigkeitsgrad zu verknüpfen?

Spiegelung hin, Schwierigkeitsgrad her, lasst ihr euch auf das Abenteuer Twilight Princess ein, dann habt ihr einiges vor euch. Nach einem ruhigen Auftakt in Links Heimatdorf Ordon überschlagen sich die Ereignisse und auf einmal verwandelt sich Link nicht nur in einen zotteligen Wolf, er bekommt auch eine ziemlich schnippische Begleiterin: Ob es die kleine Midna mit ihrer riesigen Maske nun gut mit euch meint, oder ob sie ihr ganz eigenes Spiel spielt, das gilt es über den Verlauf des riesigen Abenteuers herauszufinden.

Ihr durchquert Steppen und Wüsten, liefert euch ein spektakuläres Duell auf einer gigantischen Brücke und erforscht zahlreiche Labyrinthe voller Rätsel, Fallen und Gegner. Mit erbeuteten Waffen und Gegenständen löst ihr Aufgabe um Aufgabe, bis es schließlich zum großen Kampf um das Schicksal von Hyrule kommt.

Knöpfe statt Wackeln

Auf der Wii waren damals die Kämpfe per Bewegungssteuerung die große Attraktion: Eine schnelle Bewegung der Wii-Fernbedienung aus dem Handgelenk und Link schlägt mit seinem Schwert zu. Auch andere Aktionen wie der schnelle Stich und das Hochreißen des Schildes wurden damals per Bewegung ausgelöst. Besonders komfortabel war das Zielen bei Fernwaffen wie Zwille und Bogen.

Ungewohnt: Held Link kann sich in einen gefährlichen Wolf verwandeln.Ungewohnt: Held Link kann sich in einen gefährlichen Wolf verwandeln.

Nun, all diese damals so stark beworbenen Funktionen wurden für die HD-Neuauflage entfernt. Ihr habt die Wahl zwischen dem normalen Pad der Wii U mit seinem Berührungsbildschirm oder dem Classic Controller. Beide Varianten fühlen sich gut an und nach kurzer Zeit habt ihr euch auch an das Zielen per Analogstick gewöhnt. 

Auf den Berührungsbildschirm legt ihr auf Wunsch eine Karte eurer Umgebung oder euer Inventar. Mit einer schnellen Wisch- oder Schiebebewegung zieht ihr den gewünschten Gegenstand direkt in die Schnellauswahl, und da die Pads der Wii U auch mehr Knöpfe aufweisen als die "Wii-Fernbedienung-Nunchuk"-Kombo, fühlt sich die Steuerung in dieser Variante ein gutes Stück besser an. Auch die Bedienung der Kamera über den rechten Analogstick ist ein spielerischer Fortschritt, der dem Gesamterlebnis zugute kommt.

Und trotzdem ... es wäre schön gewesen, hätte Nintendo die Bewegungssteuerung der Wii-Fassung doch noch optional an Bord behalten. Immerhin funktioniert ja auch die gesammelte Wii-Peripherie an der aktuellen HD-Konsole! Entsprechende Optionen hätten die HD-Überarbeitung zur tatsächlich ultimativen Version von The Legend of Zelda - Twilight Princess gemacht. Denn auch wenn heute manch einer gerne über die alte "Fuchtelsteuerung" herzieht, so hat sie damals doch einwandfrei funktioniert und ist vor allem für Spieler mit historischen Interessen doch ein bis heute wirklich spannendes Steuerungs-Experiment.

Große und kleine Veränderungen

Die große Frage ist jetzt natürlich: Wie sieht diese HD-Neuauflage denn nun aus? Kurzum: Gut, aber nicht atemberaubend. Die Geometrie von Figuren und Szenarien wurde unverändert übernommen. Das bedeutet in der Praxis, die Figuren sehen Nintendo-typisch ziemlich gut aus (auch wenn man über die Gesichter mancher Nebenfiguren durchaus streiten kann), die Hintergründe wirken nach heutigen Maßstäben etwas einfach und kantig, die meist überzeugend überarbeiteten Texturen können das aber gut kaschieren.

Das Verhältnis zwischen Link und Midna ist einer der Dreh- und Angelpunkte des Spiels.Das Verhältnis zwischen Link und Midna ist einer der Dreh- und Angelpunkte des Spiels.

Wichtig vor allem: Das Spiel läuft in nativen, knackscharfen 1080p - also der maximalen Auflösung, die der Wii U zu entlocken ist, die Bildrate ist bei stabilen 30 Bildern pro Sekunde festgezurrt, das sorgt für ein stets flüssiges Spielgefühl. Klar, mit flüssigen 60 Bildern wäre der grafische Eindruck und das Spielgefühl nochmal besser, aber Nintendo räumte hier der Auflösung eben höhere Priorität ein. 

Tatsächlich haben Nintendo und Entwicklerstudio Tantalus Media nicht nur an der Grafik angesetzt, sondern auch viele andere kleine Details verbessert. Beispiel gefällig? Die Ziegen, die ihr ganz zu Beginn des Spiels im Dorf Ordon in ihren Stall treiben sollt, reagieren nun viel direkter auf eure Aktionen und rennen nun auf das Ziel zu, als wäre es magnetisch. Auch die im Original gelegentlich lästige Suche nach den Schattenkäfern, mit denen ihr den Tiegel des Lichts füllt, um die Schatten aus den Regionen von Hyrule zu vertreiben wurde entschärft. In der überarbeiteten Version müssen nicht mehr so viele wie im Original gefunden werden. Ebenfalls willkommen: Links erste Geldbörse fasst endlich ein paar Rubine mehr als noch im Original.

Amiibo-Aktivitäten

Wie fast jedes aktuelle Spiel aus dem Hause Nintendo unterstützt auch The Legend of Zelda - Twilight Princess HD die nach wie vor geradezu unverschämt populären Amiibo. Von den bisher erhältlichen Amiibo werden Link, Toon Link, Prinzessin Zelda, Sheik und Ganondorf erkannt und unterstützt.

Im Heldenmodus kommt ihr ganz schön in Schwitzen - nicht nur im heißen Lava-Labyrinth.Im Heldenmodus kommt ihr ganz schön in Schwitzen - nicht nur im heißen Lava-Labyrinth.

Haltet ihr Link oder Toon Link auf den NFC-Sensor des Gamepads, wird direkt euer Pfeil-Vorrat aufgefüllt. Sheik und Zelda hingegen laden eure Lebensenergie auf. Ganz so nett ist Ganondorf nicht. Setzt ihr sein Amiibo ein, dann steigt der Schwierigkeitsgrad: Gegner verursachen nun den doppelten Schaden, das sorgt vor allem im bereits erwähnten Heldenmodus für eine ganz neue Herausforderung.

Der interessanteste Amiibo-Einsatz betrifft allerdings die gemeinsam mit dem Spiel erscheinende Figur: Der limitierten Auflage des Spiels liegt ein überraschend großes Amiibo bei, das Wolf-Link und Midna darstellt. Benutzt ihr dieses, wird Link in eine neue Variante der Geisterhöhle transportiert: Dort gilt es nun, in Wolfsform Kampf um Kampf zu bestehen. Das ist schon im normalen Modus nach kurzer Zeit ziemlich knackig, im Heldenmodus werden wohl nur die besten Spieler das Ende der Herausforderung erreichen.

Und die Mühe soll sich lohnen: Das Amiibo speichert Daten über eure Leistung bei Twilight Princess, die euch dann im sehnlichst erwarteten The Legend of Zelda für die Wii zugute kommen sollen. 

Übrigens ist die limitierte Auflage äußerst fair bepreist, unterscheidet sich der verlangte Betrag im Vergleich zum regulären Spiel doch exakt um den Kaufpreis eines Amiibo. Und wer aus irgendeinem Grund keine limitierte Version bekommen sollte, der muss sich auch nicht grämen. Denn das Amiibo soll auch in Kürze alleine im Handel zu finden sein.

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Tags: Fantasy   Remake   Eiji Aonuma  

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