Test Deponia Doomsday: Teil 4 des Adventures kommt zum Schleuderpreis

von Thomas Stuchlik (02. März 2016)

Ober-Chaot Rufus ist zurück! Und damit auch die erfolgreichste Adventure-Serie aus Deutschland. Der vierte Teil Doomsday zaubert wieder alte Stärken auf den Bildschirm. Reicht das zum Hit?

Die Verwirrung ist komplett: Abenteurer Rufus erwacht auf seinem heimatlichen Schrottplaneten Deponia als wäre nichts geschehen. Die turbulenten Ereignisse der vorherigen drei Teile Deponia, Chaos auf Deponia und Goodbye Deponia (samt fiesem Cliffhanger-Ende) erscheinen wie ein böser Traum.

Nur komisch, dass sich Rufus an alles Vergangene erinnern kann. Was zur Hölle ist also passiert? Einen Teil dieser Antwort findet der schmalzgelockte Antiheld schon am nächsten Eck. Denn hier begegnet er dem Zeitreisenden McChronicle. Und nicht nur das: Die kurze Einstiegshilfe (Tutorial) von Deponia Doomsday, die ihr vorher spielt, führt nicht nur in die Spielmechanik ein - ebenso zerstört ihr kurzerhand ein endzeitliches Deponia!

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Deponia Doomsday: Rufus' viertes Abenteuer

Doch mysteriöserweise wird dieses fatale Geschehnis rückgängig gemacht. Nachfolgend beginnt das eigentliche Abenteuer in der bekannten Schrottumgebung Deponias. Zunächst sollt ihr euch zusammen mit der alten Freundin Toni auf den Weg nach Elysium begeben. Das kommt euch bekannt vor? Ist auch kein Wunder, das gab es bereits im ersten Teil. Doch keine Bange, schließlich erwartet euch ein komplett neues Adventure-Erlebnis (nach alter Tradition).

Täglich grüßt das rosa Murmeltier

Gleich zu Beginn nutzt ihr ein brandneues Spielelement: Zeitreisen. Denn beim Einparken seiner Zeitmaschine zerstört McChronicle die wertvollen Kristallgläser von Toni. Was liegt da näher, als die Zeit zurückzudrehen und das Geschehene rückgängig zu machen? Doch beim zweiten Versuch taucht ein rosa Elefant auf, der Rufus bei seinen Parkeinweisungen immer ablenkt. Kurzum sollt ihr diese Kreatur einfangen.

In der anfänglichen Ansiedlung auf Deponia gibt es massig Unterhaltungen und einige Kopfnüsse.In der anfänglichen Ansiedlung auf Deponia gibt es massig Unterhaltungen und einige Kopfnüsse.

Doch für dieses Vorhaben sollt ihr teils absurde Rätsel lösen. So ein Riesenvieh schnappt ihr nur mit der passenden Donnerbüchse. Doch diese erhaltet ihr nur bei Grillmeister Zoon, der jedoch eine Jagdlizenz sehen will. Diese bekommt ihr aber bei einer Runde "Faulobstlegen", wofür ihr aber einen erwachsenen Mitspieler benötigt. Kurzum spielt hier der nicht mehr benötigte Bart des Transvestiten Lotti eine (im wahrsten Sinne) tragende Rolle. Ihr seht schon, wie abgedreht ihr denken müsst, um hier auf einen grünen Zweig zu kommen.

Außerdem benötigt ihr für einen herumstehenden Automaten (je nach Betriebsart nennt er sich Chillbot, Grillbot oder Killbot) einen Stromumkehrer, den es bei einem Dartwettbewerb gibt. Mit den Eiswürfeln aus dem Automaten kühlt ihr eine heiße Ofenkartoffel herunter. Nur um sie zu zerschnibbeln und mitsamt einem ausgeborgten Büstenhalter-Bügel daraus Ohrenschützer zu basteln. Rufus erweist sich immer noch als ausgebuffter Bastler. Vom Spieler dagegen wird Ideenreichtum und Um-die-Ecke-Denken verlangt. Letztlich hilft manchmal nur bloßes Probieren. Nur Schritt für Schritt löst ihr vertrackte Situationen wie diese.

Charaktere mit Charakter und deutscher Sprachausgabe

Auf euren Wegen trefft ihr ständig auf Nebencharaktere, die oftmals schon in den Vorgängern zu sehen waren. Die vorlauten, schüchternen und dümmlichen Darstellern haben jedoch eines gemeinsam: Sie fügen sich perfekt in die Comic-Welt ein.

Der chaotische Rufus (Mitte) nervt seine Mitstreiter überaus gerne.Der chaotische Rufus (Mitte) nervt seine Mitstreiter überaus gerne.

Entsprechend witzig kommen sie in den teils ausladenden Dialogen herüber. Rufus besitzt mehrere Gesprächs-Optionen, um dem Gegenüber die passende Antwort herauszukitzeln. Oftmals haben die Nebendarsteller jedoch eigene Probleme - sei es der besoffene Tuck, Orbit-Elfe Goal oder der Rattenjunge, der nur von Rufus so genannt wird. Entsprechend helft ihr Leuten hier und da aus, damit sie vielleicht den passenden Gegenstand herausrücken - typisch Adventure eben.

Oft verbergen sich in den schnippischen Kommentaren auch Hinweise, wie es weitergeht. Neben den Unterhaltungen erfreut ihr euch an kurzen Zwischensequenzen, die nicht minder witzig sind. Schließlich sorgt die deutsche Sprachausgabe regelmäßig für Lacher. Auch schön, dass gewohnte Sprecher wieder mit an Bord sind. Allen voran der altbekannte Monty Arnold als Rufus, Argus, Cletus und Organon.

Kulissen zum Wohlfühlen

Eine besondere Stärke der Serie ist neben dem Humor auch die liebevoll gestaltete Umgebung. Ihr klickt euch durch bildschirmfüllende 2D-Hintergründe, in denen die Charaktere zu Leben erwachen. Aufwändig gestaltete Kulissen mit netten Animationen sorgen für Atmosphäre. Dabei kommt Kennern vieles bekannt vor.

Egal ob Planet Deponia oder Himmelsstadt Elysium: Vieles Bekannte wirkt neu.Egal ob Planet Deponia oder Himmelsstadt Elysium: Vieles Bekannte wirkt neu.

Schließlich besucht ihr - genau wie im ersten Teil - zunächst die düstere Müllstadt Kuvaq auf dem Planeten Deponia. Bald folgt die farbenfrohe Planetenstation Elysium, das als Exil für besser betuchte Deponianer gilt. Doch von der schönen Pracht ist wenig übriggeblieben.

Nichts ist, wie es einmal war. Denn dank eurem Begleiter McChronicle bewegt ihr euch nicht nur im Raum, sondern auch in der Zeit hin und her. Entsprechend andersartig wirken die wechselnden Szenarien. Und entsprechend verursachen eure Aktionen weitere Ereignisse in der Zukunft. Per Zeitreise greift immer wieder in Abläufe ein, um sie auszubessern und für euch zu nutzen.

Deponia Doomsday selbst wirkt wie eine Zeitreise, die das umstrittene Ende des Vorgängers wett machen will. Ob es die Anhänger auch so sehen werden? Auf jeden Fall läuft Serienerfinder Jan Müller-Michaelis (auch "Poki" genannt) und sein Team zur Höchstform auf, um ein möglichst überzeugendes Adventure-Erlebnis zu schaffen.

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Tags: Singleplayer   Steam  

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