Test Deponia Doomsday - Fragwürdiges Vertriebsmodell, Fakten und Wertung

Steuerung und Vertriebswege

In Sachen Steuerung setzt Doomsday auf Bewährtes und liefert keine Innovation: Rufus bugsiert ihr zielgenau per Maus durch die Umgebungen. Bei Objekten untersucht oder interagiert ihr per Maustasten. Die mittlere Taste blendet interessante Punkte auf dem Bildschirm ein - Adventure-Profis schalten diese Option natürlich ab.

Per Mausrad blendet ihr jederzeit das Inventar ein, aus dem ihr Gegenstände herausholt oder diese kombiniert. Der Steam-Controller wird übrigens auch unterstützt. Was dem Spiel wie den Vorgängern fehlt, ist eine integrierte Spielhilfe. Die Macher erwarten von euch, dass ihr mit etwas Denkarbeit selbst auf die Lösung der Rätsel kommt.

Per mittlerer Maustaste werden interessante Punkte offenbart.Per mittlerer Maustaste werden interessante Punkte offenbart.

Deponia Doomsday überrascht nicht nur als Teil 4 und Fortsetzung einer angeblich abgeschlossenen Trilogie. Ebenso erstaunt die Veröffentlichungspolitik von Hersteller Daedalic.

Nur eine Woche nach der ersten Ankündigung erscheint bereits das fertige Spiel. Rekordverdächtig schnell. Die nächste Überraschung ist der Preis. Deponia 4 ist nicht nur bei Steam für knapp 30 Euro erhältlich, sondern auch am Zeitungskiosk für nur 10 Euro: Das Spiel liegt der Platin-Ausgabe des Magazins Computerbild Spiele bei. So oder so benötigt ihr allerdings ein Steam-Konto, um das Spiel zu starten.

Ein gewagtes Experiment, eine solche Neuveröffentlichung direkt auf eine Heft-DVD zu verfrachten. Damit entwertet Daedalic ein neues Spiel quasi direkt zum Start auf den Budget-Preis von 10 Euro. Wer zahlt da freiwillig über Steam 20 Euro mehr?. Das gleicht fast einer Strafzahlung. Wer zur Zeitschriften-Version greift, bekommt zum Spiel jedoch vermutlich ein Magazin dazu, das er gar nicht braucht oder lesen will. Schöner wäre aus Spielersicht die Option, das Spiel gleich für 10 Euro bei Steam kaufen zu können.

Eine schön verpackte Einzelhandelsversion folgt übrigens ebenfalls, aber frühestens im April. Auch Konsolenfassungen hat Daedalic angekündigt, die kommen ebenfalls erst später.

Dieses Video zu Deponia Doomsday schon gesehen?

Fakten:

  • Steam-Konto und Online-Zugang zum Spielen benötigt
  • vierter Teil der Adventure-Reihe
  • Rufus erlebt ein bewährt-witziges Abenteuer rund um Deponia
  • diesmal spielen Zeitreisen eine große Rolle
  • Wiedersehen mit altbekannten Szenarien und 70 Darstellern
  • teils knackige und absurde Rätsel
  • keine Spielhilfe enthalten
  • ist am 1. März 2016 für PC, Mac und Linux erschienen
  • Versionen für PS4 und Xbox One folgen im Laufe des Jahres

Meinung von Thomas Stuchlik

Deponia Doomsday hält sich streng an eigene Stärken und typische Genre-Konventionen. Klar, dass der vierte Teil somit nicht vor Neuheiten strotzt. Doch das ist gleichzeitig eine Stärke: Das Spiel führt Stil und Spielmechanik der Vorgänger konsequent weiter. Dabei lässt sich Daedalic auch von Genregrößen wie The Secret of Monkey Island und Day of the Tentacle inspirieren.

Obendrein gibt es die typsichen Daedalic-Scherze, die oft für Lacher sorgen. Teils ist es jedoch witzig gemeint, aber nicht lustig - vor allem wenn es keine echte Erklärung zu Situationen oder Objekten gibt, sondern nur dumme Sprüche.

Die Geschichte mitsamt Zeitreisen dagegen fesselt, auch dank "Was wäre wenn"-Situationen. Adventure-Freunde und Serienkenner fühlen sich schnell heimisch und stürzen sich freudig auf die vertrackten Rätsel, die in der stimmigen Welt passend eingebettet sind. Doomsday lässt sich auch ohne Vorkenntnisse spielen. Allerdings bleiben euch so zahlreiche Anspielungen und Anekdoten verwehrt. Nötigenfalls könnt ihr die Vorgänger mit der Spielesammlung Deponia - The Complete Journey nachholen.

86 Spieletipps-Award

meint: Gewohnt witziges wie vertracktes Adventure-Erlebnis mit knackigen Rätseln, Zeitreisen und sympathischem Spieluniversum.

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Tags: Singleplayer   Steam  

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