Vorschau Quantum Break - Das neue Max Payne ist endlich spielbar

von Joachim Hesse (08. März 2016)

Mit Quantum Break verspricht Entwickler Remedy das „ultimative Spiel“. Kann das die Wahrheit sein? Onkel Jo hat die ersten Spielstunden bereits hinter sich und verrät, was Sache ist.

Das Wort Quantum kennen viele nur von dem Bond-Film "Ein Quantum Trost" oder der Verniedlichungsform "Quentchen". Beides nicht unbedingt Werbung für gute Unterhaltung. Nun kommt also Quantum Break - ein Action-Spiel, das bereits einige Höhen und Tiefen erlebt hat. Nächsten Monat ist es soweit. Und wie für Remedy üblich, ist Zeitlupe das Schlüsselelement der Ballerorgie. Allerdings beschränken sich die Finnen diesmal nicht darauf. Es ist Großes im Gange ...

"Es passiert, Jack!" Paul Serene steht vor einer Maschine, die ein schwarzes Loch erzeugen soll. "Es wird unglaublich." Die beiden Männer befinden sich im Physik-Labor der Riverport Universität. Es ist mitten in der Nacht, kurz nach vier Uhr am Morgen des 9. Oktober 2016. Draußen vor der Tür hängen noch die Protest-Plakate der Studenten gegen eine Firma namens Monarch Solutions und drinnen steht Paul. Der alte Bekannte eures Bruders macht euch im Schnellverfahren mit einem Experiment namens Project Promenade bekannt. Ein bisschen seltsam mutet die ungewohnte Vertraulichkeit schon an, schließlich habt ihr in den vergangenen Jahren nicht den allerbesten Kontakt gepflegt ... die Sache geht zu schnell.

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Quantum Break - Das neue Spiel von Remedy, den Machern von Max Payne und Alan Wake

"Es ist, als ob wir einen Atombombe zünden", stellt Jack fest. Jack Joyce, so lautet euer Name. Bruder von Will Joyce, wie Paul an der Universität beschäftigt, aber merkwürdigerweise gerade nicht da. Etwas stimmt nicht. "Warte! Wir zünden hier doch keine Atombombe?" Paul: "Es gibt nur einen Weg das herauszufinden." Glücklicherweise scherzt Paul. Trotzdem geht natürlich alles schief.

Der Mann, der Max Payne sein Gesicht lieh

Ursprünglich wollten die finnischen Entwickler stattdessen Alan Wake 2 programmieren. Xbox- und PC-Spieler erinnern sich sicher an die eingehende Gruselgeschichte um den namensgebenden Schriftsteller, der mit einer Taschenlampe bewaffnet in dem Städtchen Bright Falls ein mysteriöses Komplott aufdeckt.

Treffen in London: Sam Lake von Remedy im Gespräch mit Onkel Jo von spieletipps.Treffen in London: Sam Lake von Remedy im Gespräch mit Onkel Jo von spieletipps.

"Nach Alan Wake stellten wir Microsoft damals unsere Ideen für den zweiten Teil vor", verrät Kreativchef Sam Lake im Gespräch mit spieletipps. "Danach war Alan Wake vom Tisch, doch unsere Idee mit der 'Live Action'-Serie gefiel ihnen so gut, dass sie vorschlugen, daraus ein neues Spiel zu gestalten. Damals war die Xbox One noch nicht erschienen und das Konzept passte gut zu Microsofts Plänen einer Unterhaltungskonsole."

Falls ihr Sam Lake nicht kennt: Der Mann ist nicht nur der kreative Kopf hinter Alan Wake und Max Payne, er ist auch Max Payne. Zumindest dessen Miene. Denn für den ikonischen ersten Teil verwendete Remedy in Ermangelung besserer Alternativen einfach sein zur Grimasse verzerrtes Gesicht. Diese Zeiten sind lange vorbei. In Quantum Break tritt als Darsteller eine Riege bereits aus Hollywood-Produktionen bekannter Schauspieler an.

Live Action - Die Fernsehserie im Spiel

Die Hauptrolle - Jack Joyce - spielt Shawn Ashmore, den ihr als Iceman aus den X-Men-Filmen kennen könntet. Ihr lenkt ihn in der Verfolgerperspektive durch das Spiel. Als Partnerin steht ihm Courtney Hope zur Seite, die sich mit Auftritten von Greys Anatomy bis Navy CIS durch sämtliche amerikanischen Serienproduktionen geschauspielert hat.

Jack Joyce in Spielgrafik. Die Nahaufnahmen sehen lebensnah aus.Jack Joyce in Spielgrafik. Die Nahaufnahmen sehen lebensnah aus.

Doch nicht nur im eigentlichen Spiel blickt ihr in die Mienen dieser bekannten Schauspieler. Zu den größten Unbekannten in Quantum Break zählen die bislang sogenannten Live-Action-Sequenzen. Was es damit auf sich hat, war tatsächlich bis vor kurzem noch kaum jemandem außerhalb des Entwicklerstudios so recht klar. Auf der Spielemesse Gamescom 2014 sprachen die Verantwortlichen noch ominös von einer "Fernsehserie, die sich nach den Entscheidungen des Spielers ändert". Wie sollte das praktisch aussehen? Jetzt wissen wir es.

Es handelt sich um vier lange Film-Episoden, die zwischen den spielbaren Level-Abschnitten ablaufen. Dabei zeigt das Spiel das Geschehen aus Sicht der Bösewichte, quasi die dunkle Seite der Macht. Denn ja, jedes gute Spiel braucht gute Bösewichte. Und davon gibt es eine Menge in Quantum Break, in allen erdenklichen Stufen von Grau. An dieser Stelle verraten wir noch nicht mehr, um euch nicht die Überraschung zu verderben.

Rund 25 Minuten dürft ihr euch während so einer Episode jeweils zurücklehnen und das Pad aus der Hand legen. Teile des Gezeigten beeinflusst ihr durch eure Entscheidungen. Zum einen dürft ihr in den Levels Informationen sammeln, die zu leicht erweiterten Szenen im Spielfilm führen, zum anderen entscheidet ihr euch an sogenannten Knotenpunkten ganz bewusst für die eine oder andere Seite. Dort schlüpft ihr kurz in die Rolle der Halunken.

Rollenspiel: Entscheidungen als Bösewicht

"Es ist ihre Entscheidung. Aber bedenken sie: Unsere Männer werden sie als ihre Strategie nach vorne ansehen", bekommt ihr an so einem Knotenpunkt um die Ohren gehauen. Mit diesen markigen Worten steht ihr etwa vor der Entscheidung, jemand hinzurichten oder leben zu lassen. Netterweise stellt euch das Spiel die Auswirkungen der Wahl genau vor und ehe ihr final den Knopf drückt, fragt es euch noch einmal, ob ihr auch wirklich sicher seid. Wer seine Erfolge (Achievements) komplettieren möchte, muss Quantum Break ohnehin mehrfach spielen.

Keine Spielgrafik: Schauspieler Lance Reddick in der Live-Action-Serie.Keine Spielgrafik: Schauspieler Lance Reddick in der Live-Action-Serie.

"Es dauerte eine Weile bis wir unseren Weg gefunden hatten", erklärt Lake die Rolle der im Anschluss an die Spielabschnitte folgenden Fernsehepisoden, in der ihr nur Zuschauer spielt. "Die ersten Konzepte sahen einen Ablauf vor, der parallel zum Spielgeschehen verläuft. Zwar auch in Riverport, jedoch mit anderen Protagonisten." Zum Glück hat sich Remedy damit nicht verzettelt, denn in der Tat scheint das Netz aus Handlungssträngen auch so noch kompliziert genug - allerdings mit einem klaren Anfang und einem klaren Ende. Es gibt genug Drama.

Am PC streamt ihr die Folgen auf euren Rechner, an der Xbox One dürft ihr sie auch vorab herunterladen. Direkt auf der Disk scheinen sie allerdings nicht enthalten zu sein. Lake wehrt sich dabei übrigens gegen den Begriff Zwischensequenz. „Die Episoden sind keine Zwischensequenzen", so Lake. "Hätten wir nicht diese Inszenierung, würden wir diesen Teil der Geschichte erst gar nicht erzählen. Wir hätten uns alleine auf den Held und sein Vorankommen konzentriert."

Ihr dürft euch übrigens frei entscheiden, ob ihr das komplette Spiel lieber auf Deutsch oder Englisch spielt. Beide Fassungen sollen enthalten sein, inklusive Texten und Sprachausgabe. Und beide klingen absolut hochwertig, davon durften wir uns bereits überzeugen.

Wie spielt sich Quantum Break?

Das Spiel an sich glänzt mit allen Einzelspieler-Tugenden, die auch die früheren Remedy-Spiele ausgezeichnen. Allen voran diesmal natürlich die zugrunde liegende Geschichte. Die steht auch außerhalb der Live Action einer HBO-Serie in nichts nach. Zumindestens soweit wir schon ins Spiel eintauchen durften. Es erwartet euch ein bisschen Akte X mit einer ordentlichen Portion Gewalt. Pixelblut spritzt, in Zeitlupe zischen Kugeln durch Luft und Körper. Es ist ein Spiel für Erwachsene in jeder Beziehung.

Bald im Spiel manipuliert ihr mit Superkräften die Zeit.Bald im Spiel manipuliert ihr mit Superkräften die Zeit.

Das Spiel verknüpft Sammelaufgaben und kleine Räsel mit dramaturgisch geschickt eingestreuten Action-Sequenzen. Schnell lernt Jack diverse Fähigkeiten zur Zeitmanipulation, die ihr an passender Stelle einsetzen dürft. So entwaffnet ihr eingefrorene Gegner und taucht zwischen Kugeln hindurch. Das erste Rätsel, das euch vermutlich kurz stolpern lässt, erwischt euch an einer Hebebühne. Über die erreicht ihr einen höher gelegenen Zugang in eine Bibliothek. Allerdings nur, wenn ihr das Baustellen-Gerät mit eurer Zeitbombe verlangsamt. Alle eure Zeit-Fähigkeiten benötigen eine gewisse Aufladephase, so dass ihr nicht dauernd wie der Überheld durch die Feindmassen tanzt.

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Tags: Entwicklerbesuch   Onkel Jo  

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