Test The Division - Dark Zone und Wertung

Eine düstere Spielwelt mit Dark Zone

Ein Hauptdarsteller des Spiels ist neben allen Elementen besonders die offene Spielwelt im Gewand von New York. Nicht nur der Tages- und Nachtrhythmus samt dynamischen Wetter von Sonne bis Schnee, sind hier ansehnlich. Nein, auch die Stimmung, die die Stadt verbreitet.

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The Division - So spielt sich die Mischung aus Rollenspiel und Taktik-Ballerei

Wenn ihr in der Nacht bei Weihnachtsbeleuchtung und Schnee an einer Art Cola-Weihnachts-Laster vorbeilauft und euch dabei genau umschaut, fallen euch Details auf. Hilfesuchende Menschen, Pappschilder mit verzweifelten Nachrichten wie "Nimm, was willst", verlassene Wohngebäude, liegen gebliebene Autos mit eingeschlagenen Scheiben, geplünderte Geschäfte und Lastwagen, herumwehender Müll und Zeitungen vergangener Tage. Das Bild, das das schwedische Entwicklerstudio Massive hier zeichnet, ist authentisch und bedrückend beängstigend zugleich.

Optisch begeistert das Spiel dank der beschriebenen Detail-Darstellung und läuft zu großen Teilen sehr flüssig. Selbst dann, wenn viel auf dem Bildschirm los ist. Hin und wieder aufploppende Gegenstände sind hier zu verschmerzen.

Lobenswert ist auch die akustische Untermalung. In den Speicherhäusern - in denen ihr auf andere Spieler trefft, Ausrüstungsgegenstände erwerben könnt und eure interaktive Karte mit neuen Inhalten vom Situationsboard des Stadtteils füttern könnt (unter anderem mit Nebenmissionen) - läuft entspannte Musik, auf den Straßen hört ihr den Wind, weit entfernte Schüsse und Schreie, Passanten-Gemurmel und eure Schritte. Das geht alles unter die Haut und berührt euch dadurch.

Von oben: Wer den Überblick behalten will, ruft die interaktive Karte auf. Hier findet ihr auch die Dark Zone.Von oben: Wer den Überblick behalten will, ruft die interaktive Karte auf. Hier findet ihr auch die Dark Zone.

Zu guter Letzt: Es gibt genau einen Bereich auf der Karte, in dem ihr gegen andere menschliche Spieler antreten könnt. Die "Dark Zone" ist ein Quarantäne-Bereich, den das Militär am schnellsten von allen geräumt hat und ihr demnach dort die wertvollsten, verbliebenen Ausrüstungsgegenstände finden könnt. Durch spezielle Eingänge betretet ihr diesen Bereich ohne Ladezeiten und trefft dort auf bis zu 24 Spieler pro Sitzung. Ihr könnt alleine oder im Team vorgehen. Euer Ziel ist dasselbe: wertvolle Gegenstände ausfindig machen und per Hubschrauber ausfliegen lassen. Dass dies nicht einfach ist, liegt nicht wirklich an den vorkommenden KI-Gegnern, sondern daran, dass ihr auf menschliche Widersacher trefft.

Jetzt ist eure Vorgehensweise entscheidend: Schlagt ihr euch alleine durch, im Team oder kooperiert ihr als Team sogar mit einer anderen Gruppe von Agenten und teilt euch die Beute? In jedem Fall müsst ihr die auszufliegenden Güter für eine bestimmte Zeit beschützen. Andere Agenten können euch besiegen und euch die Ausrüstungsgegenstände so abknöpfen. Dann sind diese Spieler allerdings als "Rogue" markiert und Freiwild für alle Agenten in der Dark Zone. Das mindert deren Überlebenschancen extrem.

Soweit die Theorie: In der Praxis sieht es oftmals so aus, dass Kooperationen so gut wie nie zustande kommen. Jeder ballert auf jeden, ein taktisches Vorgehen ist wirklich nur im Team mit exakten Absprachen möglich und selbst dann gibt es wild um sich ballernde Solo-Spieler, die einem die Tour vermasseln.

Größtes Manko: Überlebt ihr lange in der Dark Zone, geht euch die Munition aus. Neue bekommt ihr nur von getöteten Computergegnern, nicht von getöteten menschlichen Gegenspielern. Seltsam.

Der Schein trügt: Nach einer bioterroristischen Attacke bricht das soziale Gefüge, später sogar ganz New York zusammen. Das Chaos regiert fortan.Der Schein trügt: Nach einer bioterroristischen Attacke bricht das soziale Gefüge, später sogar ganz New York zusammen. Das Chaos regiert fortan.

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Fakten:

  • Online-Spiel für bis zu 4 Spieler kooperativ
  • 4 gegnerische KI-Parteien
  • 30-stufige-Charakter-Entwicklung
  • 15 bis 30 Stunden Spielzeit bis zur maximalen Charakter-Entwicklungs-Stufe
  • 3 fordernde Schwierigkeitsgrade
  • zerrüttetes New York als offene Spielwelt
  • speziell eingerichteter PvP-Bereich namens "Dark Zone"
  • Geschichte basiert auf einer Echtzeit-Pandemie-Simulation
  • taktische Kämpfe mit viel Dynamik
  • eintöniger, repetitiver Missionsaufbau im gesamten Spiel
  • dynamische Tag- und Nachtwechsel, dynamisches Wetter, aber kein Regen
  • Gegner-KI schwankt zwischen intelligent und dämlich
  • Spielersuche vor Missionen klappt exzellent
  • Hintergrundgeschichte und Zwischensequenzen bedienen gängige, abgenutzte Klischees
  • eigens programmiertes Grafikgerüst stellt das Geschehen detailliert dar
  • unzählige freispielbare und sammelbare Gegenstände zur Charakter-Verbesserung
  • es fehlt an Langzeitmotivation wegen mangelnder Abwechslung während der Missionen
  • Fähigkeiten, Talente und dauerhafte Verbesserungen fügen elementare taktische Komponenten hinzu
  • keinerlei Schleich-Fertigkeiten, die ihr teilweise schmerzlich vermisst
  • motivierendes Charakter-Entwicklungs-System
  • Ton-Kulisse ist greifbar, weil authentisch
  • erschienen für PC, PS4 und Xbox One
  • hier findet ihr die Systemanforderungen von The Division
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Meinung von Jens-Magnus Krause

Der Spielansatz mit seinen Genre-Mischungen, das Echtzeit-Endzeit-Szenario trotz seiner Klischees, die realistische Waffen-, Gegner- und Umgebungsdarstellung und die zahlreichen Ausrüstungsgegenstände, Taktik-Kämpfe mit mehreren Freunden und die Rollenspielelemente sind das, was ich mir je von einem Spiel erträumt habe. In meinen Augen ist das Spiel ein genialer Zusammenbau neu interpretierter und abgewandelter Erfolgselemente. Von allem etwas - und zwar nur das Beste.

Allerding bringt das Spiel in meinen Augen diesen genialen Ansatz nicht komplett zufriedenstellend auf PC und Konsolen. Was "The Division" besonders gut kann, sind stetige, herrliche Einstiege und Anfänge neuer Spielelemente, die euch umgehend motivieren. Auf Dauer bkommt das aber einen faden Beigeschmack. Und das in nahezu jeder Kategorie: Die angenehme Einführung in die düstere, atmosphärische Spielwelt fühlt sich gut an, die repititiven Missionen enttäuschen dagegen. Gleichzeitig gefallen die Taktik-Kämpfe aus der Deckung heraus gut - aber warum gibt es keine Schleichfertigkeiten in einem Apokalypse-Spiel, in dem man auch mal unentdeckt bleiben möchte? Und wenn es schneien kann, warum kann es nicht regnen? Hier hätte ich mir eine radikalere "Ganz oder gar nicht"-Einstellung von Ubisoft gewünscht.

Das Spiel hat mich mit seiner neuartigen Art auf jeden Fall zum "Durchspielen" motiviert: der Ansatz der Hintergrundgeschichte ist spannend, die Spielwelt sowohl optisch, als auch akustisch sehr atmosphärisch und die Spielbalance im Team ist mehr als fair und angenehm fordernd. Aber es war oftmals hart an der Grenze, dass ich kurz mit mir gehardert habe, weiter zu machen. Gegnerwelle um Gegnerwelle in jeder Mission umzunieten - hier hätte mehr Abwechslung gut getan. Gerade in diesem realistischen Szenario aus Verzweiflung, Verrat und Heimtücke.

Was mich bei der Stange gehalten hat: die geniale Mischung aus Rollenspiel mitsamt allen Fähigkeiten, Talenten und Perks sowie den Shooter-Elementen wie Stellungskämpfen, blindfeuern aus der Deckung heraus und das Vorgehen im Team. Die Charakter-Entwicklung und -Verfeinerung ist angenehm schnelllebig und Erfolge sind fix zu verzeichnen und im Spiel auch positiv bemerkbar.

Schade fand ich aber dennoch, dass der ausgeklügelte "Spieler gegen Spieler"-Ansatz in der Dark Zone von den Online-Spielern durch ihr Verhalten konterkariert wird - teilweise bis zur Unspielbarkeit.

80

meint: Neuartige Genre-Mischung aus Rollenspiel, Taktik-Shooter und offener Spielwelt. Spannend trotz spielerischer Unzulänglichkeiten.

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