Vorschau Master of Orion: Neuauflage des Klassikers angespielt

von Julian Städing (16. März 2016)

Master of Orion erreichte in den 90ern Kultstatus. Wir verraten euch, ob die Neuauflage des Strategiespiels wieder eine Rakete wird oder ob der Treibstoff an manchen Ecken noch fehlt.

Zum Start der "Early Access"-Phase 2 von Master of Orion - Conquer the Stars hat Hersteller Wargaming (World of Tanks) zum Probespielen ins Computerspielemuseum Berlin geladen. spieletipps war vor Ort und konnte, neben der aktuellen Version des Spiels, auch der Präsentation von Chris Keeling, dem Projektverantwortlichen für Conquer the Stars, lauschen.

In Master of Orion - Conquer the Stars ist der Name Programm: Am Ende einer Partie herrscht ihr im besten Fall über den gesamten Kosmos. Damit das gelingt, müsst ihr euer ganzes strategisches Können unter Beweis stellen. Dazu habt ihr 500 Züge lang Zeit – jede Aktion will wohl durchdacht sein. Bevor ihr den Knopf "Nächster Zug" betätigt, müsst ihr euch also gut überlegen, ob alle Ressourcen verteilt sind, die Kampfflotte in Position schwebt, oder ob wichtige Technik noch erforscht werden muss. Das Spiel zählt zu den sogenannten 4X-Strategie-Spielen: Vier mal X beschreibt das spielerische Grundkonzept und bedeutet: "Explore, Expand, Exploit, Exerminate" – zu Deutsch: Erkunden, Expandieren, Ausbeuten, Auslöschen.

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Master of Orion Event

Um ein Spiel siegreich abzuschließen, solltet ihr diese Reihenfolge nicht aus den Augen verlieren. Bislang könnt ihr euer Geschick "nur" in zufällig generierten Karten im Mehrspieler-Modus gegen den Computer auf die Probe stellen. Eine Kampagne ist (noch) nicht implementiert.

Erkundet, Expandiert, Beutet - und löscht aus

Bevor ihr mit dem Erkunden von neuen Galaxien durch eure Scout-Schiffe beginnt, müsst ihr euch zunächst für eine der hübsch gestalteten Rassen entscheiden. Im Laufe der "Early Access"-Phasen werden euch zehn Rassen zur Verfügung stehen: Menschen, Alkari, Bulrathi, Sakkra, Mrrshan, Darlok, Klackon, Meklar, Psilonier und Silikoden. Darüber hinaus kommen nur Besitzer der Collector's Edition in den Genuss einer bisher noch nicht dagewesenen Spezies: Die sogenannten Terraner sind in ihrem äußerlichen Erscheinungsbild an Menschen angelehnt, weisen aber andere Grundwerte auf.

Übersicht im Universum: Die Galaxien sind durch Sternenpfade verbundenÜbersicht im Universum: Die Galaxien sind durch Sternenpfade verbunden

Jede Rasse kommt nämlich mit ihren eigenen Spezifikationen daher, die sich langfristig auf das Spielgeschehen auswirken: Seid ihr eher Freunde der Diplomatie und geht großen Schlachten lieber aus dem Weg? Dann sollte eure Wahl auf die Menschen fallen. Diese sind, ironischerweise, mit den höchsten Diplomatie-Werten ausgestattet und eignen sich hervorragend für einen Sieg ohne viel Pixelblut-Vergießen.

Sieg ohne übermäßig viel Blut? Ja, das ist in Conquer the Stars möglich: Aktuell sind es erst drei, im finalen Spiel soll es fünf Sieg-Möglichkeiten geben: Sieg durch Überlegenheit, Sieg durch Eroberung, technologischer Sieg, ökologischer Sieg oder eben den diplomatischen Sieg.

Das verspricht abwechslungsreiche Partien und überlässt euch in euer individuellen Spielweise freie Hand. Außerdem könnt ihr eure Flotte je nach Belieben anpassen und mit verschiedenen Waffenaufsätzen, wie Laser oder Nuklearwaffen, versehen. So erspielt ihr euch durch das Mikro-Management weitere taktische Vorteile, die in den Schlachten entscheidend sein können.

Parallel zu den Planungen für eure Eroberungszüge, dürft ihr die Produktionstüchtigkeit euer Planeten-Bewohner nicht aus den Augen verlieren, beziehungsweise müsst neue Galaxien aufspüren, die günstige Bedingungen zur Besiedelung mit sich bringen. Jede Partie entwickelt sich dementsprechend anders – eine detaillierte Planung des Verlaufs ist zum Glück nicht möglich.

Chris Keeling dazu: "Wir wollen ein Spiel erschaffen, das einen unendlichen Wiederspielwert aufweist. Die erste Runde soll genauso viel Spaß machen, wie die letzte. In den 500 Zügen soll keine Langeweile aufkommen."

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Für Anfänger zugänglich

Mit Master of Orion – Conquer the Stars haben die Entwickler rund um die weißrussischen Hersteller Wargaming einen Schritt in Richtung Zugänglichkeit getan. Nicht nur Veteranen der Serie sollen in die interstellare Schlacht ziehen, sondern auch eine neue Generation von Spielern – immerhin hat der Originalteil auch schon 23 Jahre auf dem außerirdischen Buckel.

Kampfvorbereitung: Das bevorstehende Gefecht wird sich wohl zu euren Gunsten entscheidenKampfvorbereitung: Das bevorstehende Gefecht wird sich wohl zu euren Gunsten entscheiden

"Wir wollen junge Leute zum Spielen animieren und haben dafür die originäre "Master of Orion"-DNS ins Spiel eingefügt. Das Gefühl, das Teenager von damals beim Spielen hatten, soll sich auf das junge Publikum von heute übertragen", so Keeling bei dem Anspieltermin im Computerspielemuseum Berlin.

Damit komplette Genre-Anfänger nicht auf verlorenem Posten stehen, gibt es im Spiel etliche Infoboxen und personalisierte Berater, die euch die wichtigsten ersten Schritte erklären. Zudem könnt ihr eure aus maximal sechs Schifftypen bestehende Flotte, auch nur auf vorgegebenen Sternen-Fahrbahnen von Galaxis zu Galaxis bewegen und nicht etwa frei durchs gesamte Universum streifen.

Das wird Genre-Neulingen gut gefallen, Experten werden hier vielleicht den niedrigen Schwierigkeitsgrad bemängeln. Das kommt ganz auf eure bisherige Routine mit Spielen dieses Genres an. Habt ihr beispielsweise viel Erfahrung in Civilization 5 gesammelt, dann sollte euch auch der Imperiumsaufbau im Weltall gelingen.

Ein weiterer Streitpunkt, der zwischen den Lagern der Veteranen und der Einsteiger entbrennen könnte, ist die markante Änderung des Kampfsystems: In Conquer the Stars laufen die Kämpfe in Echtzeit ab. Ihr könnt selbige zwar jederzeit pausieren oder simulieren, jedoch haben die Entwickler den Action-Anteil in diesem Punkt deutlich erhöht. Puristen wird das vielleicht weniger gefallen.

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Tags: Science-Fiction   Steam  

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