Test Quantum Break - Wertung und Meinung von Onkel Jo

Ein Hauch von Alan Wake

Vieles an Quantum Break erinnert an Alan Wake. Der Aufbau einiger surrealer Levels etwa, durch die ihr euch hangelt. Allerdings auch die Steuerung. Die leidet unter dem "Alan Wake"-Syndrom und ist so leicht zu bändigen wie ein Stück Seife in der Badewanne.

Mit euren Zeit-Kräften verschafft ihr euch einen Vorteil gegenüber den Gegnern.Mit euren Zeit-Kräften verschafft ihr euch einen Vorteil gegenüber den Gegnern.

Wer nicht aufpasst lässt Jack auf dem Bildschirm herumtorkeln wie einen betrunkenen Cowboy auf dem Weg zum Schießstand. Gerade die Kletterpassagen oder Schusswechsel können da ein paar Nerven kosten, wenn er mal wieder an einem Vorsprung vorbeispringt oder den Inhalt eines Magazins in den Schrank neben dem Gegner pumpt. Mit der Zeit gewöhnt ihr euch aber an die Schlingerpartie.

Es erscheint konsequent, dass das Spiel auch im gleichen Universum spielt wie Alan Wake. Alan Wake existiert in Quantum Break. Im Spiel findet ihr des Öfteren Verweise auf den Schriftsteller. Sei es, dass an der Universität ein Literaturkurs über seine Arbeit stattfindet, eines seiner Bücher in einer E-Mail Erwähnung findet oder eine Frau das Spiel auf ihrem Firmen-Rechner zockt.

Interessante Literatur-Stunde an der Riverport Universität in Quantum Break.Interessante Literatur-Stunde an der Riverport Universität in Quantum Break.

Irgendwie ist es da süß, dass Remedy dem Spiel für Xbox One einen Code beilegt, mit dem ihr die 360-Version von Alan Wake inklusive der Download-Episoden „Der Schriftsteller“ und „Das Signal“ für Xbox One herunterladen dürft. Falls ihr das Spiel digital kauft, legt Microsoft für Xbox-Kunden sogar noch die PC-Version und für Vorbesteller den Ableger Alan Wake's American Nightmare oben drauf.

Das volle Paket also. Sofern ihr das Geld übrig habt, schlagt ruhig zu. Quantum Break ist zwar nicht das Überspiel, das auch nach Jahren noch für Gesprächsstoff sorgen wird, aber es macht eine Menge Spaß.

Dieses Video zu Quantum Break schon gesehen?

Fakten:

4 von 48

Quantum Break - Das neue Spiel von Remedy, den Machern von Max Payne und Alan Wake

Meinung von Joachim Hesse

Wahnsinn! Remedy versteht es Spannung aufzubauen! Wenn ich nicht den Controller hätte halten müssen, ich hätte mir am Ende wohl die Fingernägel abgekaut. Auf Quantum Break habe ich mich lange gefreut und das Spiel hat mich nicht enttäuscht. Quantum Break ist eine Art "Alan Wake ohne Grusel", dafür mit einer Geschichte, die bei den Herren aus Big Bang Theory für multiple Orgasmen sorgen würde.

Mit den Darstellern werde ich allerdings nicht richtig warm. Alle dümpeln für meinen Geschmack ein wenig blass durch das Geschehen. Dann doch lieber wieder das Gesicht von Kreativchef Sam Lake und weniger amerikanisches Serienflair. Es ist ein großartiger Ritt über den Hollywood Boulevard, aber kein Klassiker wie es Max Payne 1 und 2 damals waren. Aber gut, das konnte bereits Alan Wake schon nicht mehr leisten.

Immerhin bleiben die Finnen sich selbst treu und heben ihr Thema Zeitmanipulation auf ein neues Level. Zum Glück tappt Remedy nicht in die "In Schönheit Sterben"-Falle wie The Order 1886: Es gibt genug aktiv zu erledigen. Was bei Max Payne mit Zeitlupe im Matrix-Stil begann, gipfelt bei Quantum Break in ein Potpourri von Fähigkeiten: Zeitblick, Zeitstopper, Zeitexplosion, Zeitschild, schneller Laufen ... Das geht ab! Was mir fehlt ist: 1. eine Nahkampftaste, das gleichen die sogenannten Takedowns nicht aus. 2. Eine Taste, um in Deckung zu gehen - das passiert hier automatisch (oder auch nicht).

Die Technik generell enttäuscht keineswegs, vom Hocker reißt sie mich aber gleichermaßen nicht. Was bleibt ist eine leicht modernisierte Variante von Alan Wake. Was ich mich dabei frage:

  • Wieso verschwinden Leichen?
  • Wieso bremst das Spiel meine Entdeckerlust nach wenigen Schritten mit unsichtbaren Barrieren?
  • Wieso darf ich nicht in einen Level-Abschnitt zurückkehren?
  • Wieso wechselt das Spiel bei neuen Abschnitten immer wieder zur Pistole?
  • Wieso wirken die Schattenwürfe so schwach?
  • Wieso sind die Ladezeiten nach dem Bildschirmtod so lang?
  • Wieso darf ich nicht frei speichern?

Kleine Blößen, nicht kriegsentscheidend. Doch wirkt das für ein Spiel, das sich als innovativ präsentieren will, doch reichlich altbacken. Am Ende halte ich zudem für meinen Geschmack ein paar lose Handlungsfäden zu viel in der Hand - daraus hätte sich durchaus noch ein Kampf mehr stricken lassen. Vermutlich kosten in Summe genau solche Kleinigkeiten in der Rückblende dem Spiel den Status als Meilenstein. Es handelt sich einfach nicht um den großen Wurf, den ich mir insgeheim gewünscht hatte. Ein paar der Punkte will Remedy noch durch einen Patch verbessern, das würde mich freuen. Dann dürfen gerne auch die asynchronen Untertitel in den Videos angepasst werden.

Alles in allem befriedigt das Spiel, hinterlässt ein wohlig warmes Gefühl in meinem Ballerfinger. Meiner Meinung nach ist Quantum Break das beste Actionspiel, das 2016 bislang erschienen ist. Jetzt kann Doom kommen.

85 Spieletipps-Award

meint: Gelungenes Action-Spektakel mit spannender Geschichte und denkwürdigen Feuergefechten. Kein Klassiker aber eine gute Ergänzung zu Alan Wake.

Jetzt eigene Meinung abgeben

Inhalt

Tags: Onkel Jo   Singleplayer  

Kommentare anzeigen

PS4: Mit diesen 10 Tipps holt ihr mehr aus der PlayStation 4 von Sony

PS4: Mit diesen 10 Tipps holt ihr mehr aus der PlayStation 4 von Sony

Mittlerweile hat es sich die PlayStation 4 in vielen Wohnzimmern gemütlich gemacht. Wie ihr noch mehr aus eurem (...) mehr

Weitere Artikel

Schauspieler Will Ferrell wird zum "E-Sport"-Profi im neuen Film

Schauspieler Will Ferrell wird zum "E-Sport"-Profi im neuen Film

Jetzt schafft es der E-Sport sogar auf die große Leinwand. Wie das US-Magazin Variety berichtet, soll Schauspiele (...) mehr

Weitere News

Newsletter

Mit diesem Formular kannst du den Spieletipps.de Newsletter kostenlos abonnieren.

Meinungen - Quantum Break

Teki_72
63

Alle Meinungen

Quantum Break (Übersicht)