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Mace Griffin: Bounty Hunter (PC)

Artikel veröffentlicht am 10.11.2003

Er kam, sah ... und mähte alles über den Haufen, was ihm vor's Rohr kam - Mace Griffin, einst Ranger für Recht und Ordnung, jetzt Kopfgeldjäger der "Gilde". Wer schonmal 10 Jahre mit fragwürdiger Schuld im Knast gesessen hat, kann einen solchen Sinneswandel bestimmt nachvollziehen. Wie Mace's Arbeitsalltag allerdings im Detail aussieht, erfahrt ihr in unserem ausführlichen Bericht. Von Tim Ranft

Außenareale

Bei "Mace Griffin - Bounty Hunter" kämpft man sich durch den Abschaum der Zukunft, egal ob mit PS2, GameCube oder Xbox. Bei der PC-Version sollte man allerdings mindestens über einen Rechner mit einem 1 GHz Prozessor, 128 MB Arbeitsspeicher und einer 32 MB Grafikkarte verfügen - außerdem ist mit einer ansehnlichen Installationsgröße von 3,75 GB zu rechnen, um seine Gegner erfolgreich von der Bildfläche pusten zu können. Obwohl es sich um einen Multi-Plattform Titel handelt, läuft das Spiel einwandfrei und macht technisch einen stabilen Eindruck. In 13 Missionen mit 17 Waffentypen erledigt Mace seinen Job im Inneren von Asteroiden, Raumschiffen und -stationen. Außerdem kämpft er auch an Orten, wo einen niemand schreien hört - im Weltraum. Der Übergang vom Ego-Shooter zum Raumkampf-Element und umgekehrt verläuft absolut flüssig und ohne Ladevorgang (!). Gerade noch im Hangar ein paar Bösewichter zersiebt, im nächsten Moment schon im Jäger, um sich den Fluchtweg ins All freizuballern; das gibt einen dicken Pluspunkt für die 'Mittendrin'-Atmosphäre im Spiel!

Das Spielgeschehen

Feurige Action

In den 'Ego-Shooter'-Anteilen im Spiel schießt man sich in bekannter Manier durch die Level - leider nicht mehr aber auch nicht weniger. Gut gelungen ist das HUD, das mit den Kopfbewegungen des Protagonisten mitschwingt und ebenfalls das Gefühl erzeugt, dabei zu sein. Es besteht aus Schild-, Waffen- und Munitionsanzeigen sowie einer Art Kompass, der einem zeigt, in welche Richtung es denn nun konkret weitergeht. Eine große Hilfe, da die Level nicht gerade durch einleuchtendes Spielpfad-Design oder Detailreichtum bestechen. Auch die schlichten, recht eintönigen Texturen fallen eher in die Kategorie 'schon Besseres gesehen'. Das Gleiche gilt auch für die Gegnercharaktere, deren mäßige KI manchmal nur dadurch ausgeglichen wird, dass sie genau so aussehen, wie die eigenen Verbündeten. Da eine Freund-Feind Kennung nicht existiert, kann das zu zweifelhaft kniffligen Situationen führen. Ganz nett hingegen ist, obwohl auch nicht wirklich neu, dass beschossene Widersacher im Todestaumel gelegentlich den Abzug gedrückt halten und so noch den ein oder anderen Glückstreffer landen.

Die zwei Seiten der Medaille

Outer Space

Die übergangslosen Raumkämpfe bergen großes Potenzial und sind eine interessante Neuerung im Spiel. Freunde von Flugsimulationen seien gewarnt: Bei "Mace Griffin" ähnelt das Ganze einer aufgemotzten Hightech-"Moorhuhn"-Variante mit dem Unterschied, dass alles viel hektischer und unübersichtlicher ist. Wer jedoch schnelle Baller-Action liebt, kann diesem Spielelement sicherlich etwas abgewinnen, denn jedes Ding hat seine zwei Seiten. Lediglich der Sound im Spiel ist eindeutig zu bemängeln: Dopplereffekte bei vorbeifliegenden Raumschiffen gibt es nicht, sondern nur extrem nervige Zischlaute. Die Sounds von Schüssen und Explosionen sind zwar zumindest Standard, verlieren aber an Wert durch mangelhafte Soundoptionen. Will man z.B. den synchronisierten Missionstexten lauschen, heißt das beim nächsten Schusswechsel automatisch: Dieses geplatzte Trommelfell wurde Ihnen gesponsort von "Mace Griffin". Geräusch- und Sprach-Lautstärke können nämlich nicht aufeinander abgestimmt werden, stehen aber von Haus aus in keinem angemessenen Verhältnis zueinander.

Bedienung

´Star Wars´ lässt grüßen

Das Handling des Spiels ist gut: Die Menüführung ist schlicht aber übersichtlich und leicht verständlich. Mace lässt sich gut in allen Lebenslagen steuern und bei einem Sprung lässt sich die Flugrichtung in wünschenswerter Weise korrigieren. Auch die Raumschiffsteuerung ist leicht erlernbar, da die Mausaxen sich frei über die Optionen konfigurieren lassen. Die Steuerung selbst erfolgt wahlweise sowohl über Maus und Tastatur als auch über ein Gamepad. Lediglich die Tatsache, dass keine Schnellspeicherfunktion existiert, kann einen zum Wahnsinn treiben. Bereits gemeisterte Hürden müssen regelmäßig wieder und wieder erkämpft werden, weil oft nicht klar ist, wie und wo man denn jetzt weiter muss (trotz Kompass), während die Gegner über einen herfallen. Der Umstand, dass man bei vielen Missionen außerdem unter massivem Zeitdruck steht, kommt dem Spieler in solchen Situationen auch nicht unbedingt zu Gute. Fazit: "Mace Griffin" ist nicht der Stein der Weisen, aber wer auf Multiplayeroptionen keinen Wert legt und einfach Freude am Ballern hat, kann dennoch Spaß am Alltag eines waschechten Kopfgeldjägers haben.

Fazit

Tim Ranft von Tim Ranft

Ich bin Luftkampfenthusiast und habe mir deswegen vom Raumkampfelement viel versprochen, was in Punkto anspruchsvoller Fliegerei von "Mace Griffin" nicht gehalten werden kann. Der 'Ego-Shooter'-Teil ist technisch in Ordnung und macht Spaß, auch wenn Spieltiefe und Look nicht das Nonplusultra sind. Nur die fehlende Schnellspeicheroption unter missionsabhängigem Zeitdruck macht mir wirklich schwer zu schaffen.

spieletipps meint:
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