Vorschau Lego Star Wars - Das Erwachen der Macht: Mögen die Steine mit euch sein

von Jens-Magnus Krause (29. März 2016)

Star Wars ist zurück. Nicht nur seit vorigem Jahr auf der Kinoleinwand, sondern auch bald im "Lego"-Videospiel-Universum. Im Vergleich zum Vorgänger gibt es große Neuerungen, die wir bereits in London vorab anspielen konnten.

Im Sommer dieses Jahres soll rund sechs Monate nach der Kino-Premiere von Episode 7 das neue Lego Star Wars - Das Erwachen der Macht von Entwickler TT Games erscheinen.

Das Spiel basiert dabei auf dem aktuellen Film und ist elf Jahre nach dem ersten Lego Star Wars in allen Belangen gereift - vor allen Dingen jedoch ausgereifter und innovativer als der Vorgänger Lego Star Wars 3 - The Clone Wars. Davon konnten wir uns auf einer Vorschau-Veranstaltung von Warner Games in London selbst überzeugen.

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Lego Star Wars - Das Erwachen der Macht

Die Verbesserungen und Neuerungen sind dabei zahlenmäßig, aber auch qualitativ hoch(wertig) ausgefallen. Neben neuen Schauplätzen und Charakteren aus dem aktuellen Film, gibt es neue Droiden, neue Vehikel, verbesserte Flug-Passagen und ganz neue Abschnitte mit Laser-Schusswechseln.

Ebenfalls neu: die Geschichte des Spiels hangelt sich zwar zum großen Teil an der Filmvorlage entlang, aber sieben von 18 Levels spielen zeitlich gesehen vor den Geschehnissen aus Episode 7. In diesen Spielabschnitten dürft ihr unter anderem Han Solo gemeinsam mit Chewie spielen. Ironiemodus an: Lustig, dass ihr Han SOLO dennoch kooperativ spielen könnt, oder?

Vertrautes Gefühl

Wer schonmal ein "Lego Star Wars"-Spiel in seiner Konsole hatte, der fühlt sich auch beim aktuellen Ableger direkt wohl. Das liegt zum großen Teil natürlich an der simplen, gerade auch für junge Spieler geeigneten Steuerung. Egal ob ihr springt, Objekte baut, einen Charakterwechsel durchführt oder euch mit Nahkampf-Attacken gegen Widersacher wehrt - die Protagonisten auf dem Bildschirm reagieren stets akkurat auf eure Eingaben.

Humor: Eher bedrohliche Szenen entkräften die Entwickler mit Humor. Oder habt ihr schonmal einen Sturmtruppler mit Farbe oder Vogelkot auf dem Helm gesehen?Humor: Eher bedrohliche Szenen entkräften die Entwickler mit Humor. Oder habt ihr schonmal einen Sturmtruppler mit Farbe oder Vogelkot auf dem Helm gesehen?

Das ist auch praktisch so, startet die erste von zwei spielbaren Missionen doch gleich mit einer Snowboard-Szene in den Dünen des Wüsten-Planeten Jakku. Mit Protagonistin Rey weichen wir dabei Teilen von zerborstenen Raumschiffen aus und sammeln silberne und goldene Steine auf dem Weg nach unten.

Kurz darauf gilt es den kleinen Droiden BB-8 vor Bösewichtern zu beschützen. Mit einem Metallrohr und durch mehrfaches Drücken der Aktionstaste vermöbelt ihr die Burschen fix. Neu: Erscheint über den Gegnern die Kreis- oder B-Taste, könnt ihr die Unholde mit nur einem Tastendruck kampfunfähig machen.

Anschließend spielt der unterhaltsame Spaß seine bereits aus den Vorgängern bekannten Koop-Stärken aus: Mit Reys Fernglas schaut ihr euch die Umgebung etwas genauer an und entdeckt zwei zerstörbare Tore. Bevor ihr jedoch loslegen könnt, baut ihr euch erstmal eine Maus aus Lego zusammen, die ein gegnerisches "Elefanten-Ungetüm" erschreckt. Dann könnt ihr selber aufsitzen und mit dem Tier die Tore zerstören. Anschließend wechselt ihr zu BB-8, der den freigelegten Schalter mit seiner Stecker-Verbindung drücken kann. Gut: Ein kleines Mini-Spiel bedarf es dann schon, um den Schalter zu aktivieren. Die Entwickler überlassen nichts dem Zufall.

Ihr seht schon: Innerhalb kürzester Zeit bietet das Spiel viel Abwechslung. Kurz darauf klettert ihr mit Rey zu einem weiteren Schalter und vollführt dabei nicht nur einen Wall-Run (Lauf an einer Wand entlang), sondern legt auch einen Schalter und damit den Zugang zu einer versperrten Höhle frei. Das Spiel hat dabei keinesfalls ein extrem hohes oder überforderndes Tempo, aber die Abwechslungsrate ist schön - schön hoch.

Mehrfach-Bauten und packende Flug-Einlagen

Damit das Spiel aber nicht zu einer bloßen Aneinanderreihung unterschiedlicher Rätsel in unterschiedlichen Umgebungen verkommt, haben die Entwickler unterhaltsame Neuerungen eingebaut.

Neu: Mit ein und denselben gefundenen Lego-Steinen könnt ihr nun bis zu drei Objekte bauen.Neu: Mit ein und denselben gefundenen Lego-Steinen könnt ihr nun bis zu drei Objekte bauen.

Da gibt es zum einen die sogenannten Multi-Builds. Vereinfacht ausgedrückt heißt das: ihr könnt mit gefundenen Lego-Steinen nicht mehr nur ein Objekt bauen, sondern bis zu drei davon. "Wir haben uns angeschaut, wie Kinder mit Lego spielen. Die bauen aus denselben Steinen völlig unterschiedliche Objekte. Das wollten wir ins Spiel integrieren, um dem Spieler mehr Möglichkeiten zu geben", erklärt der assistierende Produzent Tim Wileman diese Verbesserung.

Das bedeutet: Findet ihr zusammenbaubare Steine, könnt ihr diese oftmals im Level an bis zu drei unterschiedlichen Orten zu drei unterschiedlichen Objekten zusammenbauen. An einer Stelle könnt ihr beispielsweise für BB-8 eine Art Sprungfeder bauen, damit sich der Kleine eine Ebene nach oben schleudern und dort einen Schalter aktivieren kann. Oder ihr baut aus denselben Steinen einen Schalter im Form eines Drehkreuzes, den ihr mit Rey aktivieren könnt, um ein Tor zu öffnen. Das erfindet das Genre zwar nicht neu, bietet euch aber einen erhöhten Knobel-Spaß und gleichzeitig auch einen höheren Schwierigkeitsgrad. Denn an einigen Stellen ist es notwendig, die drei Objekte aus denselben Steinen in der richtigen Reihenfolge zu bauen und zu betätigen.

In der zweiten spielbaren Mission geht es um eine weitere, große Neuerung: die Flug-Passagen. Bevor ihr jetzt denkt: "Häh? Fliegen konnte ich doch auch schon im Vorgänger?!" - Ja, richtig, aber doch ziemlich linear. Auch diese Passagen gibt es im aktuellen Spiel, jedoch mit deutlich mehr "Bang-Boom-Bang". Hier explodiert es, dort weicht ihr einem Trümmerteil aus und ganz woanders versucht ihr mit Rollen und Loopings gegnerischen Treffern zu entkommen. Das ist an wenigen Stellen kurz unübersichtlich, aber der faire Schwierigkeitsgrad lässt euch nie verzweifeln. Auch junge Spieler haben hier mit Sicherheit keinerlei Probleme oder Frustmomente zu befürchten.

Noch neuer als neu: Die linearen Szenen gehen fließend in "Arena"-Flugpassagen über. Tim Wileman: „Wir haben die Flug-Szenen völlig neu programmiert und bieten nun fließende Wechsel von eher linearen zu offeneren Flug-Sequenzen an.“

In diesen abgesteckten, offen wirkenden Arealen sollt ihr eine bestimmte Anzahl an gegnerischen Raumschiffen zerstören - und das völlig frei fliegend. Euer Millenium Falcon ist dabei in allen Richtungen 360 Grad steuerbar. Zudem könnt ihr beschleunigen und bremsen wie ihr das wollt. Nach links oder rechts rollen ist kein Problem, die Ausweichmanöver sind auch wichtig, um den gegnerischen Schüssen zu entkommen. Zur besseren Orientierung hilft euch dabei ein Radar, das alle Feinde anzeigt. Ein weiteres Plus: Die verzerrt klingenden Funksprüche von Rey und Finn erhöhen während der Luftkämpfe die Authentizität und Dramaturgie.

Bumm-Bumm-Blaster

Gänzlich neu für die "Lego Star Wars"-Reihe sind die vor Ort von den Entwicklern angekündigten "Blaster Battles." In diesen Level-Abschnitten geht es primär darum, euch mit Gegnern einen Laser-Schusswaffenwechsel zu liefern. Damit dies nicht zu einer hirnlosen Ballerei verkommt, solltet ihr immer wieder in Deckung gehen und auf diese achten, da es ansonsten ganz schnell vorbei mit euch ist. Ein "Star Wars"-Sprichwort könnte lauten: Ein gerösteter Protagonist kann leider nicht mehr so viel ausrichten, wie ein ungerösteter Protagonist.

Flugpassagen: Neben linearen Flugeinlagen bestreitet ihr jetzt auch Flugkämpfe in offeneren Arealen.Flugpassagen: Neben linearen Flugeinlagen bestreitet ihr jetzt auch Flugkämpfe in offeneren Arealen.

"Wir wollten gerne Kino-Action im Spiel haben und gleichzeitig Passagen, in denen taktisches Vorgehen wichtig ist", erklärt Wileman dazu.

Spielbar waren diese Szenen vor Ort allerdings noch nicht. Es ist davon auszugehen, dass es sich um klassische "Deckung-Schuss-Deckung"-Passagen handelt, Beweise gibt es dafür allerdings noch keine.

Immerhin gibt es die Möglichkeit, durch gezielte Schüsse ganze Wände einzureißen. Das würde den Stellungskämpfen taktische Tiefe verleihen - bis zu einem gewissen Grad zumindest.

Was das Spiel bereits jetzt richtig gut kann: Atmosphäre. Das erkennt ihr bereits bei jedem Level-Start, welcher mit der typischen "Star Wars"-Laufschrift samt Original-Musik beginnt. Ihr seid dadurch sofort im "Star Wars"-Modus. Im Spiel angekommen, wimmelt es dann von Originalen: Waffen-Geräusche, die englischen und die deutschen Stimmen, die Original-Musikstücke aus sieben "Star Wars"-Filmen und die Original-Filmdialoge aus dem aktuellen Film - all das erzeugt die typische und lieb gewonnene Atmosphäre.

Humor bis zum Abwinken

Es gibt ein Stilmittel, durch welches sich Lego Star Wars von anderen Spielereihen unterscheidet. Stichwort: Humor. In nahezu jeder Zwischensequenz gibt es mehr oder weniger auffällige Slapstick-Einlagen, passende und lustige Droiden-Geräusche oder mit Humor versehene Dialoge sowie Monologe.

Hübsch: Optisch gefällt das Spiel dank seines Detailgrades und den wiedererkennbaren "Lego Star Wars"-Figuren.Hübsch: Optisch gefällt das Spiel dank seines Detailgrades und den wiedererkennbaren "Lego Star Wars"-Figuren.

Das beste Beispiel hierfür ist eine düstere Szene aus Episode 7, in der Kylo Ren zur Maske seines Großvaters (Darth Vader) spricht, um sich Kraft und Inspiration zu holen, da er sich zunehmend unsicherer wird, ob er den richtigen Weg geht.

Entwickler TT Games löst diese Szene im Spiel kindgerecht und dazu auch noch mit Klamauk auf: Gerade wenn Kylo Ren zur Maske spricht, klopft es an der Tür. Die Kamera zoomt heraus und ihr erkennt, dass Kylo im absoluten "Darth Vader"-Fan-Zimmer steht - inklusive passender Motiv-Bettwäsche, -Lampe und -Postern. Gut gelöst!

Auch lustig: Wenn ihr gerade gegen Jakku-Einwohner kämpft, entdeckt ihr am Bildschirmrand auch schonmal zwei Sonnenliegen, in denen sich unbeteiligte Gegner die Sonne auf den Pelz scheinen lassen und Cocktails trinken. Schräg, aber total lustig.

Inhaltlich merkt ihr deutlich, dass die Entwickler eng mit Lucasfilm zusammengearbeitet haben, findet sich doch an vielen Stellen der typische "Star Wars"-Humor wieder. Zusätzlich enthält das Spiel viele Passagen, die dramaturgisch - in Form von Zwischensequenzen - eins zu eins wie dem Film entsprungen daherkommen. Authentisch eben.

Optisch erkennt ihr ebenfalls eine Weiterentwicklung. Die Lego-Figuren glänzen in einer Art und Weise, welche die Figuren so plastisch wirken lässt, dass ihr sie anfassen möchtet. Zusätzlich gibt es Details wie aufwirbelnden Sand auf Jakku, wenn ihr durch selbigen stapft. Das selbstentwickelte Grafikgerüst sorgt zusätzlich für eine hohe Weitsicht und die Lichteffekte inklusive blendender Sonne erzeugen das Gefühl, dass ihr auch wirklich auf Jakku oder in einer düsteren Höhle seid.

Kritik gibt es bis jetzt nicht viel zu äußern, außer in einem Punkt: Nach wie vor ist es nicht möglich, via Internet mit einem anderen Spieler kooperativ die Level zu absolvieren. Das ist erneut nur lokal an einer Konsole möglich. Schade!

Dennoch macht das Spiel bereits einen recht polierten Eindruck. "Momentan sorgen wir mit unserem Team dafür, dass das Spiel an allen Ecken und Kanten einem Anspruch gerecht wird, das beste Lego-Videospiel zu werden." Und die Entwickler sind auf dem besten Wege dorthin. Möge die Programmiermacht auf der Zielgerade mit ihnen sein.

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Tags: Star Wars   Singleplayer   Science-Fiction  

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