Vorschau Homefront - The Revolution: Ihr seid der Widerstand

von Jens-Magnus Krause (30. März 2016)

Ihr seid kein Überheld. Ihr seid der unterlegene Widerstand. Im Untergrund. Und kämpft in eurem US-Heimatland um die Befreiung eures Heimatlandes. Kurzum: Ein einzigartiger Ansatz trifft auf ausgereifte Mechaniken in offener Spielwelt.

Ausgangslage: In "Homefront - The Revolution" spielt ihr einen amerikanischen Widerstandskämpfer in Philadelphia.Ausgangslage: In "Homefront - The Revolution" spielt ihr einen amerikanischen Widerstandskämpfer in Philadelphia.

Es gibt Spiele, die haben bereits vor ihrer Veröffentlichung eine eigene Geschichte zu erzählen. Und zwar die ihrer Entstehung und Entwicklung. Das kann auch Homefront - The Revolution von sich behaupten.

Meistens ist eine verworrene Entstehungsgeschichte aber kein gutes Zeichen: Zwei Hersteller, die nacheinander Pleite gingen, waren an dem Projekt beteiligt. Fünf Jahre nach dem wenig erfolgreichen Vorgänger sind inzwischen vergangen. Die Entwickler sind aber immer noch das Studio, welches das Spiel begonnen und vorher den Mehrspieler-Modus von Crysis verantwortet hat. Namentlich: die Dumbuster Studios aus Nottingham.

1 von 40

Homefront - The Revolution: So spielt sich der Ego-Shooter

Warum die Vorgeschichte so wichtig ist? Weil wir selber total überrascht waren und zwar im positiven Sinne. Was das Kern-Team, welches über die letzten fünf Jahre dasselbe war, trotz der Erschütterungen von außen auf die Beine gestellt hat, ist beeindruckend - zumindest beeindruckend einzigartig. Und das fängt bei der eigentlichen Geschichte des Spiels an. Davon konnten wir uns während der Präsentation und dem anschließendem Anspieltermin des Einzelspieler-Modus in London überzeugen.

Eine Vision voller Schrecken

Stellt euch vor, dass ihr als Protagonist in einem Videospiel mal nicht der alles mit links zerstörende Superheld seid, sondern ein kleiner Fisch im großen Teich. Ihr spielt den unterlegenen amerikanischen Widerstandskämpfer Ethan "Birdy" Brady und merkt dabei in jeder Sekunde, ja bei jeder eurer Aktionen, dass ihr gegen die übermächtige Besatzung aus Korea gnadenlos unterlegen seid. Und das in eurem eigenen Land!

Besetzt: Die Koreaner haben die USA eingenommen und in Philadelphia eine Basis errichtet. Die Amerikaner wehren sich dagegen, ein Widerstand formiert sich.Besetzt: Die Koreaner haben die USA eingenommen und in Philadelphia eine Basis errichtet. Die Amerikaner wehren sich dagegen, ein Widerstand formiert sich.

Diese Freiheitskämpfer-Atmosphäre zieht sich durch das gesamte Spiel und bedingt dabei je nach Situation auch mal defensive Vorgehensweisen, bis hin zur Flucht. Gerade zu Beginn müsst ihr Gegnern ausweichen und flüchten, wenn ihr nicht sterben wollt. Ihr steht quasi unter Dauerstrom, das Spiel schürt bei euch Überlebensängste, und das liegt an seiner Hintergrundgeschichte.

Die Geschehnisse im Spiel finden im Jahr 2029 statt, also zwei Jahre nach denen aus dem Vorgänger Homefront.

Um euch kurz ins Boot zu holen: Im Jahr 2025 findet eine Invasion der USA statt, ausgehend von der Großen Koreanischen Republik (GKR). Das ist alles eine Folge bedrohlicher Entwicklungen: der US-Dollar kollabiert, die Volkswirtschaft der USA ist am Ende, die Arbeitslosenquote unzählbar hoch, die US-Regierung bricht zusammen.

Der Auslöser der Krise: Der koreanische Elektronik- und Waffenkonzern namens APEX aktiviert einen in einem Satelliten verbauten elektromagnetischen Impuls, um die Infrastruktur der USA vollends lahmzulegen. Daraufhin können die Koreaner problemlos einmarschieren und eine ehemalige Weltmacht zerrütten. Vier Jahre später haben die Amerikaner Hawaii und Alaska zurückerobert, auch San Francisco haben sie zurück.

Ihre neue Basis errichten die Koreaner aber in Philadelphia, einer Stadt, die die "Korea People's Army" (Koreanische Volksarmee, kurz: KPA) ab dann extrem überwacht und kontrolliert. Sie unterdrückt die Bevölkerung, versetzt alle in Angst und Schrecken. Die naheliegende Konsequenz: Ein neuer Widerstand unter der Anführerin Dana entsteht und ihr seid als Brady ein Teil des großen Ziels, nämlich Philadelphia einzunehmen und den verräterischen Bürgermeister Simpson, einen von den Koreanern eingesetzetn Amerikaner, zu besiegen.

„Wir wollten ein Spiel entwickeln, in dem die Gegner die cooleren Waffen und Ausrüstungsgegenstände haben. Und ihr dank intelligentem Vorgehen in einer offenen Spielwelt mit euren zur Verfügung stehenden Mitteln dennoch eine Chance habt", erklärt Level-Gestalter Fasahat Salim das Grundgerüst des Spiels.

Zonen-Einteilung

Vor Ort in London konnten wir bereits für euch gut sechs Stunden des Spiels antesten. In dieser Zeit enthalten ist der gesamte Beginn des Widerstands-Abenteuers.

Unterteilt: Die jeweiligen Stadtviertel beinhalten unterschiedlich sichere Zonen: Grün ist sicher, gelb ist stark bewacht und bevölkert, rot gehört so gut wie dem Widerstand.Unterteilt: Die jeweiligen Stadtviertel beinhalten unterschiedlich sichere Zonen: Grün ist sicher, gelb ist stark bewacht und bevölkert, rot gehört so gut wie dem Widerstand.

Für ein besseres Spielverständnis ist der Aufbau der offenen Spielwelt elementar wichtig. Der Schauplatz ist dabei, wie bereits erwähnt, die US-Ostküstenstadt Philadelphia, die ihren Weg nicht ganz originalgetreu ins Spiel geschafft hat. Zwar erkennt ihr alle bekannten Hochhäuser, aber es ist keine "1:1"-Abbildung.

Das verringert den Atmosphäre-Faktor aber kein Stück. Denn der Hintergedanke zählt: "Philadelphia ist die Geburtsstätte der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung. Welchen besseren Ort könnte es für ein Spiel mit unserer Hintergrundgeschichte geben?", fragt Entwickler Salim rhetorisch. Recht hat er. Und die Atmosphäre erledigt den Rest, doch dazu später mehr.

Die gesamte Stadt samt ihren Vierteln ist dabei in drei Zonen aufgeteilt, die sich optisch extrem voneinander unterscheiden. Die grünen Zonen sind komplett von den Koreanern sichergestellt, ein Eindringen ist nahezu unmöglich für Amerikaner. Nirgendwo ist das Sicherheitsaufgebot höher als hier. Ihr dagegen bewegt euch am häufigsten in den gelben und roten Zonen.

In den gelben Zonen lebt der Großteil der Bevölkerung. Die KPA-Soldaten patroullieren, Überwachungskameras schlagen bei verdächtigen Aktionen Alarm, das Tragen einer Waffen ahnden die Ordnungshüter sofort mit Verfolgung. Wollt ihr unbemerkt vorankommen, müsst ihr Zivilisten als Deckung vor den Kameras und feindlichen Soldaten nutzen. Entdecken sie euch doch, heißt es: flieht so schnell ihr könnt und wartet die Alarm-Phase ab.

Zusätzlich gibt es Straßensperren, gepanzerte KPA-Fahrzeuge fahren ihre Routen durch die Straßen und Räumungskommandos nehmen verdächtige Amerikaner gewaltsam fest. Zusätzlich hört ihr Lautsprecher-Durchsagen: "Das Reisen von Zone zu Zone ist strikt untersagt!" Ihr merkt schon: die Atmosphäre ist angespannt, geprägt von Unsicherheit, Tod und Verzweiflung.

Die roten Zonen sind die heruntergekommenen Viertel der Stadt. Hier tummeln sich die Obdachlosen und die geheimen Widerstandsanhänger in einem Moloch aus Müll, zugenagelten Fenstern und heruntergekommenen Häuserfronten. Hier ist die Überwachung durch die KPA zwar schwächer, dennoch seid ihr auch hier in den dunklen Gassen nicht vollends vor den feindlichen Soldaten sicher.

Die drei unterschiedlichen Zonen bedingen zusammengefasst also auch ein unterschiedliches Vorgehen eurerseits: mal vorsichtiger, mal rabiater. Euer Hauptziel ist dabei - im Vergleich zu anderen Spielen - geradezu ironisch: Macht aus den optisch schönen, aber stark kontrollierten Vierteln die heruntergekommenen roten Zonen voller Müll und brennenden Tonnen. Sonst ist es doch immer anders herum: macht aus hässlich schön. Doch in Zeiten des Widerstandes ist es das, was ihr braucht: befreite Stadtgebiete und eine meuternde Bevölkerung, die hinter euch steht!

Überblick verschaffen

Zu Beginn des Spiels machen euch die Entwickler klar, dass es in den Zwischensequenzen cinematisch wie im Kino abläuft. Inklusive Festnahmen, Feuergefechten, Folterszenen voller Brutalität und skrupellosem Vorgehen in einer Welt, in der keine Menschenrechte mehr vorhanden zu sein scheinen.

Behutsam vorgehen: Im Spiel seid ihr kein Superheld, sondern ein schlecht bewaffneter Untergrundkämpfer. Kluges Vorgehen ist gefragt.Behutsam vorgehen: Im Spiel seid ihr kein Superheld, sondern ein schlecht bewaffneter Untergrundkämpfer. Kluges Vorgehen ist gefragt.

In dieser Welt schließt ihr euch dem Widerstand an. In einer Welt, die offen ist. Zumindest die Spielwelt. Ansonsten sucht ihr die Freiheit der Bevölkerung vergebens. "Nur die offene Spielwelt hat uns all die eingebauten Elemente überhaupt erst ermöglicht. Dazu zähle ich Elemente wie dynamische Tageszeiten- und Wetter-Verläufe, das System der drei Zonen und die damit verbundenen unterschiedlichen Vorgehensweisen und die Nebenmissionen," verdeutlicht Level-Gestalter Salim.

Eure Vorgehensweise im Spiel hängt zu Beginn von den Gegebenheiten der ersten Hauptmissionen ab, auf Dauer hat sich aber folgender Ablauf herauskristallisiert: In einem neuen Stadtgebiet sucht ihr zunächst einen Netzwerk-Sendeempfänger. Hackt ihr diesen in einem Mini-Spiel, seht ihr auf der Karte viele neue Einträge. Schafft ihr es nicht, habt ihr den Alarm ausgelöst und solltet flüchten. Wenn ihr euch ungesehen in einem Müll-Container versteckt, ist die Alarmphase übrigens schneller vorbei. Löst ihr aber keine Alarm aus, zeigt euch die Karte nun Nebenmissionen, sammelbare Objekte und Verbindungstunnel an. Letztere benötigt ihr, um ungesehen von Viertel zu Viertel reisen zu können.

Auf dem eingeblendeten Radar seht ihr stets euer aktuelles Missionsziel, aber auch andere Einträge wie zum Beispiel entdeckte Speicherhäuser. In diesen könnt ihr euch verstecken, eure Munition auffüllen und sie dienen zusätzlich als Wiedereinstiegspunkte, habt ihr mal das Zeitliche gesegnet. Hier könnt ihr auch Mini-Aufräge gegen Bezahlung annehmen. In diesen müsst ihr dann zum Beispiel eine bestimmte Anzahl an Drohnen vom Himmel holen. Ernst zu nehmende Nebenmissionen sind das jedoch noch nicht.

Übrigens zeigt euch das Spiel auch den Standort von Fahrzeugen an. Bis jetzt gibt es allerdings nur Motorräder, deren Steuerung angenehm direkt und unkompliziert ausfällt. So könnt ihr euch schneller von A nach B bewegen. Auf die Frage, ob es noch mehr Fahrzeuge im fertigen Spiel geben wird, muss Salim grinsen und antwortet: "Bis jetzt haben wir nur Motorräder."

Sabotage, Beschützen, Ballern

Die Missionsvielfalt war beim Anspielen bereits groß, wenn auch nicht so innovativ wie die Hintergrundgeschichte. In einer Mission müsst ihr euch illegalerweise als Hafen-Mitarbeiter ausgeben, euch Zugang zur Werft verschaffen, dort für Sabotage sorgen und anschließend aus dem Bereich fliehen. In einer anderen Mission gilt es, eine Art koreanischen Panzer zu klauen und diesen sicher gegen heranstürmende Gegner aus einem Gebiet zu eskortieren. Alles keine Neuerfindungen, aber unterhaltsam.

Kämpfe: Die Feuergefechte sind aufgrund ihrer guten Spielbarkeit und Tatktik-Einschlägen unterhaltsam.Kämpfe: Die Feuergefechte sind aufgrund ihrer guten Spielbarkeit und Tatktik-Einschlägen unterhaltsam.

Das liegt zum einen an der präzisen Steuerung. Ihr könnt sogar, untypisch bei Spielen aus der Ego-Perspektive, aus der Deckung heraus feuern. Das ist auch bitter nötig, sind die Gegner doch auch auf dem leichtesten der drei Schwierigkeitsgrade überaus treffsicher. Ihr wiederum könnt nur wenige Treffer einstecken. Zusätzlich sind die Gegner in ihrer Vorgehensweise recht clever, nutzen sie doch die Deckung aus, flankieren euch oder sprinten von Deckung zu Deckung. Was euch dann gut hilft: das Agieren von erhöhten Positionen aus. Spannende Feuergefechte sind damit garantiert.

Schade dagegen: manchmal sterbt ihr, ohne genau zu wissen, warum oder durch wen. Und manche Gegner haben ihr Hirn definitiv zur Zeit der Invasion verloren und stellen sich euch als Zielscheibe genüsslich in den Weg.

Teilweise nervig ist auch die pedantische Ader des Spiels: An einigen Stellen müsst ihr innerhalb einer kurzen Zeitspanne genau dann das machen, was das Spiel von euch möchte. Verpasst ihr diesen Moment, geht es von vorne los. Und gemeint sind keine "Quick Time Events." Das kann ziemlich nerven. Genauso wie die unausgewogene Verteilung der Startpunkte nach eurem Abbleben. Teilweise müsst ihr euch erneut zum Missionsstartpunkt bewegen, die Zwischensequenz wegdrücken und von vorne starten. Das frisst unnötig viel Zeit!

Gut dagegen funktioniert ein Helfer der Neuzeit: euer Smartphone. Dieses könnt ihr jederzeit aus eurer Tasche zücken und das Missionslogbuch aufrufen, die Karte anzeigen, Nachrichten abrufen oder per Handy-Kamera die Feinde in einem Gebiet markieren. Stilvoll, sinnvoll und intelligent eingebunden diese Entwicklung der Neuzeit.

Vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten

Was gibt es noch zu tun? Neben den Hauptmissionen findet ihr auf der Karte sogenannte "Strike Points." Das sind Schlüsselpunkte der Koreaner, die für ihre Macht stehen. Für euch sind es jedoch Nebenmissionen. In einer davon sollt ihr beispielsweise einen koreanischen Stützpunkt von Gegnern befreien und diesen einnehmen. Das schwächt den Gegner und stärkt eure Widerstands-Präsenz. Zusätzlich gibt es dynamisch generierte Missionen (Flashpoint-Missionen), in denen ihr der Bevölkerung und anderen Widerstandskämpfern helfen könnt.

Waffenschmied: Hier könnt ihr neue Waffen erwerben oder aus einer Pistole eine Maschinenpistole bauen.Waffenschmied: Hier könnt ihr neue Waffen erwerben oder aus einer Pistole eine Maschinenpistole bauen.

In der offenen Spielwelt könnt ihr in euren eroberten Gebieten sogar vom Computer gesteuerte Verbündete rekrutieren, die euch in Feuergefechten unterstützen. Und blaue Laken an Baugerüsten oder Fenstern zeigen euch an, dass sich dahinter Verstecke befinden. In diesen Unterschlupfhäusern findet ihr Waffen, Munition, Medi-Pakete oder hilfreiche Ausrüstungsgegenstände wie Bolzenschneider, mit denen ihr versperrte Türen im Spiel öffnen könnt.

Findet ihr Marktstände oder Verkäufer, könnt ihr dort allerhand explosive Zusatz-Waffen wie Molotow-Cocktails oder Ausrüstung kaufen. Beim Thema Waffen geht es bei diesem Spiel aber noch deutlich wieter in die Tiefe. Beim Waffenschmied könnt ihr neue Waffen kaufen oder vorhandene modifizieren. Habt ihr genügend Gegenstände in der Spielwelt gesammelt, könnt ihr beispielsweise aus einer Pistole eine Maschinenpistole herstellen und diese noch mit einem Zielfernrohr oder einem Schalldämpfer modifizieren. Das Ändern eurer Modifizierungen könnt ihr jederzeit im Spiel vornehmen.

Waffen und Währungen

Über euer Waffenrad habt ihr nicht nur Zugriff auf Waffen. Hier findet ihr auch Hacks, die ihr euch aus gefundenen Einzelteilen aus der Spielwelt zusammenbauen könnt. Damit öffnet ihr versperrte Türen oder überbrückt Generatoren, um eine Überspannung zu erzeugen. Gleiches gilt für Ablenkungsmanöver in Form von Feuerkrachern, explosiven Gegenständen wie Granaten und Brandstiftungsgegenstände wie Molotow-Cocktails.

Fahrbar: Bis jetzt haben die Entwickler nur Motorräder als Fahrzeuge im Spiel bestätigt.Fahrbar: Bis jetzt haben die Entwickler nur Motorräder als Fahrzeuge im Spiel bestätigt.

Alle sind durch gesammelte Einzelteile wie Chemikalien oder Batterien herstellbar. Das Ganze geht soweit, dass ihr ferngesteuerte Autos mit Feuerkrachern bestücken und bei den gegnerischen Soldaten laut krachend vorfahren könnt. Lustig und effektiv zugleich.

Zusätzlich seht ihr im Waffenrad auch wichtige Gegenstände wie eure Taschenlampe für dunkle Räume unter der Erdoberfläche oder den bereits erwähnen Bolzenschneider. Außerdem gibt es noch Ausrüstungsgegenstände, die ihr erwerben könnt. Da wären zum Beispiel Knieschoner, mit denen ihr um 50 Prozent schneller kriechen könnt. Andere Gegenstände sorgen zum Beispiel dafür, dass ihr schneller nachladen könnt.

Währungen gibt es übrigens zwei im Spiel. Zum einen die guten alten Dollars. Diese bekommt ihr, wenn ihr getötete Feinde durchsucht, Wertgegenstände verkauft oder Missionen abschließt. Und mit diesen könnt ihr dann neue Waffen, Modifikationen, Munition oder Verbrauchsgegenstände wie Molotow-Cocktails oder Hacks erwerben.

Die zweite Währung im Spiel hört auf den Namen "KPA-Technikpunkte." Hinter diesem sperrigen Begriff verbergen sich Punkte, mit denen ihr neue Waffen-Umwandlungen (Pistole zu Maschinenpistole) freischalten könnt. Die Technik-Punkte erhaltet ihr, wenn ihr Nebenmissionen abgeschlossen habt, die ein Teil der sogenannten "Hearts and Minds" der jeweiligen Stadtteile sind.

Stadtviertel-Eroberungen

Den sogenannte "Hearts and Minds"-Fortschritt gibt es in jedem Stadtteil. Die Prozentzahl repräsentiert dabei die Unterstützung der Bewohner für den Widerstand innerhalb des Viertels. Wollt ihr das Viertel also für euch und damit für den Widerstand gewinnen, müsst ihr beispielsweise vier "Strike-Point"-Nebenmissionen absolvieren, fünf im Stadtteil verteilte Radios für das Übertragen von Widerstands-Propaganda anschalten, zehn Stromgeneratoren sabotieren und zehn zufällige Widerstands-Hilfsmissionen erfolgreich meistern.

Ungemütlich: Die Atmosphäre im Spiel ist düster und stets latent aggressiv. Das sorgt für Spannung beim Spielen.Ungemütlich: Die Atmosphäre im Spiel ist düster und stets latent aggressiv. Das sorgt für Spannung beim Spielen.

Das bedeutet: Je mehr Stadtteile ihr auf diese Weise eingenommen habt, desto mehr Macht besitzt der Widerstand in Philadelphia. Die Idee dahinter: ihr sollt als Spieler den aufstrebenden Widerstand in der Spielwelt auch optisch wahrnehmen können. Alle Aktionen, die ihr vollführt, haben einen unmittelbaren Einfluss auf eure Umgebeung. Und so könnt ihr eben auch aus einer gelben Zone eine rote Zone erschaffen.

An einer Stelle verkam diese Systematik jedoch zu einer "Mittel-zum-Zweck"-Mission: Ihr müsst einen Staddteil zu 100 Prozent einnehmen, damit in diesem Viertel das Chaos regiert. Das frisst einfach Zeit und ist auf Dauer in absehbarer Weise nur minder unterhaltsam. Es bedeutet nämlich ein Abarbeiten der "Hearts and Minds"-Aufgaben in diesem Stadtteil.

Richtig stark dagegen ist die vorherrschende Atmosphäre im Spiel. Wenn ihr bei Regen und in der Nacht in einer roten Zone startet, wird euch dabei ganz anders. Im gegenüberliegenden Haus transportiert die KPA gerade festgenommene und in Handeschellen gelegte Einwohner ab. Die Lautsprecher-Durchsagen mit ihren Befehlsansprachen erinnern an einen Diktatur-Staat und die umfassenden omnipräsenten Soldatenpatroullien sorgen für keine Wohlfühl-Atmosphäre.

Zusätzlich wimmelt es von verarmten und verzweifelten Passanten, die im Müll nach Essensresten suchen, sich an brennenden Tonnen wärmen und zwischen verjährten Zeitungsausgaben, alten Pizzakartons und mit Graffitis gesäumten Häuserwänden leben müssen. Die über euren Köpfen hinwegfliegenden Hubschrauber mit Scheinwerfer-Licht und die surrenden Drohnen beängstigen zusätzlich.

Die Musik untermalt diese düstere Atmosphäre. In ruhigen Passagen wabert sie bedrohlich vor sich hin, nur um in Feuergefechten noch bedrohlicher laut zu werden. Vorhanden ist sie nahezu immer. Nach dem Motto: Sie ist eine stetige Erinnerung an eure Situation. Vergesst nie, was hier gerade um euch rum los ist!

Überzeugende Optik, inhaltliche Befürchtungen bleiben

Optisch kann das Spiel dank des Grafikgerüsts Cry Engine überzeugen. Besonders in den Zwischensequenzen könnt ihr den in den Gesichtern der Figuren die Emotionen ablesen und den englischen Sprechern nimmt man den Druck des Überlebenskampfes ab. Dennoch fehlt es den Charaktern an manchen Stellen in Gestik und Mimik an noch mehr Ausdrucksstärke. Manchmal ist das alles etwas zu steif und die Sprecher legen teilweise zu lange Pausen ein, wodurch die Dialoge aus dem Sprechfluss geraten. Aber das ist Jammern auf sehr hohem Niveau!

Hübsch: Optisch gefällt das Spiel dank seiner detaillierten Umgebung und den Lichteffekten.Hübsch: Optisch gefällt das Spiel dank seiner detaillierten Umgebung und den Lichteffekten.

Ansonsten gefallen auf dem PC die Lichteffekte bei Explosionen und das stetige "Ich bin mittendrin"-Gefühl", weil ihr durch die Steuerung wirklich denkt, einen Widerstandskämpfer zu steuern - selbst bei den kurzen Kletterpassagen. Dadurch, dass ihr Arme, Hände, Beine und Füße seht, fühlt sich das Bewegen authentisch an.

Kritik gibt es demnach nicht viel, nur eine Befürchtung: Es könnte sein, dass das Spiel auf Dauer in seinen Missionsabläufen etwas eintönig daherkommt. Beweise oder Gegenbeweise kann erst der Test liefern.

Was wir vor Ort nicht testen konnten, ist der aus der Beta bekannte "Vier Spieler"-Koop-Modus.

Auf die letzte Frage, ob wir nach den Hauptmissionen eine KPA-freie-Stadt haben, antwortet der Salim: "Die KPA wird immer vor Ort sein, aber ihre Anzahl verringert sich durch euren Fortschritt." Es ist also Zeit, Fortschritte zu erleben, zu erzeugen und zu genießen. Oder was meint ihr?

Weiter mit:

Inhalt

Tags: Entwicklerbesuch   Singleplayer   Open World  

Kommentare anzeigen

4 Tipps, um euch den besten Controller der Welt zu basteln

4 Tipps, um euch den besten Controller der Welt zu basteln

Ihr habt einen PS4- oder Xbox-Controller? Herzlichen Glückwunsch, gute Wahl! Aber so toll euer Controller auch ist: (...) mehr

Weitere Artikel

Pokemon GO: Darum war der Start ein Desaster

Pokemon GO: Darum war der Start ein Desaster

Der Start von Pokémon GO lief nicht gerade reibungslos ab. Nahezu überall auf der Welt gab es durch den gro (...) mehr

Weitere News

Newsletter

Mit diesem Formular kannst du den Spieletipps.de Newsletter kostenlos abonnieren.

Homefront - Revolution (Übersicht)