Test Battleborn: Das Moba der Borderlands-Macher trifft einen Nerv

von Thomas Stuchlik (03. Mai 2016)

Geboren zum Kampf: 25 Helden stellen sich Arenakämpfen und Missionen nach Moba-Vorbild. Dabei geht es nicht nur gegeneinander, sondern auch miteinander durch Dick und Dünn.

Die Borderlands-Erfinder Gearbox Software versuchen für ihr neuestes Projekt Battleborn etwas Innovatives: Sie mixen verschiedene Genres zusammen. Der Spielverlauf mit einem bis zu fünfköpfigen Team ähnelt oberflächlich einem typischen Arena-Gekloppe. Gleichzeitig gibt es eine fortlaufende Kampagne, die ihr allein oder kooperativ durchleben dürft. Im Test erfahrt ihr, wie diese Mischung zusammenpasst.

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Battleborn - Neues MOBA von den Borderlands-Machern

Doch worum geht es eigentlich bei der Keilerei? Das Universum steht am Ende: Die fiesen Varelsi vernichten ein Sonnensystem nach dem anderen. Die überlebenden Rassen fliehen nach Solus, wo sich die tapfersten Krieger zusammenfinden. Die selbsternannten Battleborn-Helden stellen sich dem großen Feind und dessen Anführer Rendain.

Kunterbunter Heldentrupp

Die 25 vor jedem Einsatz wählbaren Figuren stammen aus fünf Fraktionen und könnten unterschiedlicher nicht sein. Schließlich eignen sie sich nicht nur für verschiedene Spielweisen vom Angreifer und Verteidiger bis zum Unterstützer. Auch optisch und in Sachen Fähigkeiten gibt es viele Überraschungen.

Als übergroßer Held Montana fegt ihr mittels Maschinenkanone alles breitflächig weg.Als übergroßer Held Montana fegt ihr mittels Maschinenkanone alles breitflächig weg.

Montana verfügt über Stampf- und Rammattacke für den Nahkampf. In seiner Rolle wirken alle anderen Spieler wie Winzlinge. Die naturverbundene Bogenschützin Thorn sowie der Steampunk-Androide Marquis dagegen betätigen sich als Scharfschützen und halten Feinde vom Trupp fern. Klingenkämpfer Rath setzt auf zwei scharfe Schwerter, mit denen er sich direkt durch Gegnerscharen schnetzelt.

Der Pilzkopf namens Miko dient als Heilerin. Sie spendet anvisierten Kameraden fortlaufende Gesundheit. Obendrein schleudert sie Giftattacken auf Feinde. Der Roboter Isic erzeugt einen Schutzschild, um seine Kameraden abzuschirmen. Außerdem verfügt er über einen Omega-Kampfmodus, mit dem er dicke Projektile austeilt. Gleichzeitig wird er aber lahm wie ein Elefant und ist damit ein leichtes Ziel. Jeder Charakter verfügt über eine Standardwaffe sowie zwei aufladbare Spezialfähigkeiten, die sich während der Missionen verbessern.

Fordernde Koop-Abenteuer

Acht ausladende Kampagnen-Missionen erwarten Einzelspieler oder ein Team mit bis zu fünf Mitgliedern. Dabei wird in schicken Comic-Sequenzen die eigentlich überflüssige Geschichte immer weiter gesponnen. Viel wichtiger ist aber die gebotene Action: Es gibt einiges an Abwechslung, doch die Aufgabenstellungen wiederholen sich.

Kooperativ beschützt ihr Module oder Roboter vor Angreiferwellen.Kooperativ beschützt ihr Module oder Roboter vor Angreiferwellen.

In den verschiedenen Umgebungen werdet ihr oft von A nach B geschickt. An manchen Stellen öffnet ihr Tore, an anderen beschützt ihr Zielobjekte gegen Attacken der fiesen Gegnerarmeen. Anstürmende Monster, gepanzerte Trupps und mies gelaunte Roboter füttert ihr deshalb mit massig Bleikugeln. Hier erinnert das Geschehen am ehesten noch an altbekannte Borderlands-Runden. Schließlich wirkt Battleborn auch optisch wie der eineiige Zwilling. Bunte Umgebungen mit netten Lichteffekten umrahmen wilde Ballereien mit lässigem Comic-Einschlag.

Eingeblendete Zahlen bei Treffern geben den erzeugten Schaden an. So wisst ihr immer, wie effektiv eure Waffe ist. Gerade im Team sollte sich jeder Spieler seiner Rolle bewusst sein. Nur mit möglichst unterschiedlichen Heldentypen gewinnt ihr auf den Schlachtfeldern und gegen starke Bossgegner. Das ist auch bei Eskortierungs-Aufträgen zwingend, da ihr immer wieder Kampfroboter oder Scharen kleiner Bots ans Ziel geleitet. So baut ihr Schutzbarrieren auf, nehmt Feinde aus erhöhter Position aufs Korn oder erzeugt Heilungszonen. Sprach-Chat für die effektive Kommunikation ist in der Kampagne fast unverzichtbar.

Durchdachtes Leveln

Eingesammelte Kristalle investiert ihr in Hilfsmittel. Beim Verteidigen von Stellungen stellt ihr beispielsweise Geschütze auf, um die nächste Gegnerwelle abzuwehren. Ebenso holt ihr euch Kampf- und Heildrohnen, um zu überleben oder euer Missionsziel zu beschützen.

Abschüsse werden mit Stufenanstiegen und angepassten Talenten belohnt.Abschüsse werden mit Stufenanstiegen und angepassten Talenten belohnt.

Während einer Mission steigt euer Held bis zu zehn Stufen auf. Anhand einer Helix-Struktur (stellt sie euch wie die grafische Darstellung eines DNS-Strangs vor) wählt ihr bei jedem Aufstieg eines von zwei Talenten. Ihr erhaltet erhöhte Rüstung, Durchschlagskraft, aber auch Fähigkeiten wie Doppelsprung oder Luftschläge. Für Chancengleichheit wird eure Stufe bei jeder neuen Partie aber wieder heruntergesetzt. Gewonnene Erfahrungspunkte bleiben jedoch erhalten und schalten zusätzliche Helix-Fähigkeiten und Charakter-Skins frei. Gleichzeitig steigert ihr euren Kommandorang für Abzeichen und Titel.

Die langen Einsätze verlangen euch einiges ab, manchmal auch das eigene Leben. Entweder schafft es einer eurer Kollegen euch wiederzubeleben oder ihr beginnt am letzten Kontrollpunkt. Dumm nur, wenn das gesamte Team oder euer zu beschützendes Ziel draufgeht. Denn dann fängt alles von vorne an. Das ist besonders ärgerlich, wenn ihr euch bereits über eine halbe Stunde durch das Level geschlagen habt. Da hilft nur Geduld und Übung. Noch ärgerlicher wird es aber, wenn Teamkollegen aus der laufenden Partie aussteigen oder getrennt werden. Denn dann werden die fordernden Missionsziele fast unmöglich zu erfüllen.

Ab an die Moba-Front!

Neben der ungewohnten Kampagne erwarten euch drei PvP-Modi (also "Spieler gegen Spieler"), in denen sich zwei Fünfer-Mannschaften bekriegen. Kaum verwunderlich: Das Geschehen erinnert stark an League of Legends oder Dota 2. Nur die Spielperspektive aus der Ego-Sicht wirkt dabei ungewohnt.

In den Arenen rückt ihr immer weiter vor und nehmt taktische Stellungen ein.In den Arenen rückt ihr immer weiter vor und nehmt taktische Stellungen ein.

Bei "Capture" geht es genretypisch darum, auf der Karte verteilte Kontrollpunkte einzunehmen und damit Siegpunkte einzuheimsen. Bei "Überfall" schaltet ihr zwei Wächterdrohnen des Gegners aus, bevor er es mit euren tut. Bei "Schmelze" geleitet und beschützt ihr eure Minion-Armeen zu wechselnden Altären auf der Karte, wo sie geopfert werden und damit Punkte bringen. Das will der Feind natürlich verhindern. Um eure Ziele zu erreichen, besteht ihr immer wieder direkte und indirekte Duelle mit der Gegnermannschaft. Dabei kommt es Moba-typisch auf Taktik an.

Schließlich ist nicht nur eine klare Aufgabenverteilung wie in der Kampagne maßgeblich. Auch die Team-Strategie entscheidet das Geschehen. Mal sprintet ihr zum nächsten Frontalangriff, mal zieht ihr euch zurück, um die eigene Basis zu sichern. Ebenso sammelt ihr Kristalle, um Geschütze und Lebensspender zu errichten. Denn das Ableben kostet Zeit. Je öfter ihr sterbt, desto länger dauert es, bis ihr wieder am Spiel teilnehmen dürft.

Für die nötige Portion Humor sorgen immer wieder die witzigen Sprüche und Laute, die die Helden von sich geben. Das verleiht ihnen nicht nur in den Zwischensequenzen viel Persönlichkeit. Witzige Animationen samt Comic-Effekten (Stichwort: Explosionen) runden das farbenfrohe Geschehen am Bildschirm ab. Ganz im Stile von Borderlands aus dem selben Entwicklerhaus.

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Tags: Multiplayer   Koop-Modus  

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