Vorschau The Witcher - Blood and Wine: Wein, Blut und Gesang

von Daniel Kirschey (11. Mai 2016)

"Wein, Weib und Gesang" ... in "Blood and Wine" für The Witcher 3 geht es in das sonnige Toussaint, bekannt für seine Weinberge, Ritterturniere und Vampirprobleme.

Mit The Witcher 3 - Blood and Wine kommt demnächst das zweite Extra-Abenteuer zum Herunterladen für den Hexer Geralt von Riva heraus. Zum vorigen "Downloadable Content" - kurz DLC - hieß der spieletipps-Vorschautitel "The Witcher 3 - Hearts of Stone: Froschkönig für Erwachsene mit viel Inhalt" ... doch Blood and Wine beweist: Es geht auch noch mehr Inhalt in einen DLC rein.

Davon konnte sich spieletipps selbst überzeugen. Denn eines Tages steht ein netter Herr vor den Türen des Hauptstadtbüros von spieletipps und erbittet Einlass. Philipp Weber, seines Zeichens Missionsgestalter bei CD Projekt Red, hat nicht nur einen Rechner im Koffer, sondern auch eine anspielbare Version von Blood and Wine.

Schon in den ersten Minuten der Anspielzeit wird klar: Geralt bräuchte für die Nilfgaard-Provinz Toussaint eigentlich eine Sonnenbrille. Denn statt dunkler, brauner Töne knallt Toussaint in einer sonnendurchfluteten Farbigkeit dem Spieler entgegen, dass ihr euch an der Szenerie kaum satt sehen könnt. "Wir wollten mit Toussaint einen Gegensatz zum kriegsgebeutelten Schauplatz des Hauptspiels", erklärt Philipp Weber. In Toussaint ist es richtig schön - wäre da nicht jäh ein humanoides Ungeheuer mit einem Fass als Helm, das mit einem Mühlstein auf euch eindrischt.

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Die schöne, neue Welt von The Witcher 3 - Wild Hunt

Denn Geralt von Riva ist immer noch, wie schon in der Romanvorlage von Andrzej Sapkowski, zuallererst Monsterjäger. Solange die Bezahlung stimmt, ist Geralt gerne dabei. Außerdem bekommt er für die Aufträge neben Geld auch Erfahrung und die kann er gebrauchen, denn wie mit Hearts of Stone kommen einige neue Talente und Mutationen dazu. Damit das Aufwerten von Geralt übersichtlich vonstatten geht und ihr euch im Inventar besser zurecht findet, hat CD Projekt Red beides überarbeitet - eine nette Geste, haben sich doch manche Spieler darüber beschwert.

Blut, Wein und närrische Possen

Wer die Bücher von Sapkowski gelesen hat, der weiß, dass das Hexer-Universum düster und brutal ist, doch die Ironie und die ein oder andere Narretei nicht zu kurz kommen. Manchmal ist die Ironie fein und manchmal wie der sprichwörtliche Zaunpfahl, der einem ins Gesicht klatscht. Genau dies übersetzt CD Projekt Red in Blood and Wine geschickt. Denn Toussaint bietet sich für einen ironischeren Unterton geradezu an.

Die Königin von Toussaint mit ihren Hofdamen.Die Königin von Toussaint mit ihren Hofdamen.

Das Land des Weines wird nämlich von traditionalistischen, fahrenden Rittern bereist, die sich dauernd in ritualisierte Begrüßungen und Ankündigungen ergehen. Ehre, Tugend, Pflichtgehorsam treibt die Mittelalterklischee-Ritter an, um gegen Ungeheuer für die Hand holder Damen zu fechten. Da passt der grummelige und pragmatische Geralt ja perfekt hinein. Schließlich ist er ja auch ein Ritter (im Roman "Feuertaufe" schlägt Königin Meve Geralt zum Ritter und in The Witcher die Herrin des Sees). Und Tugend, Ehre und Pflicht sind ihm ebenfalls überaus wichtig, oder?

Der ungeduldige Blick und die antreibenden Handbewegungen des Hexers sprechen Bände, wenn einer der Ritter von Toussaint in verschwurbelten und schnöseligen Worten die Bitte der Königin von Toussaint verliest, Geralt solle doch in das schöne Land reisen und bei einem Problem behilflich sein. In Toussaint angekommen, begegnet ihr immer weiteren Rittern, die ähnlich klischeehaft agieren. Das Interessante und Gelungene daran ist, dass die Klischee-Ritter wie ein reflektiertes Augenzwinkern der Geschichtenschreiber von CD Projekt Red wirken. Statt also Klischees zu versprühen, die nach einer Zeit nur noch nerven, brechen sie sich geschickt an der Spröde von Geralt und seinem Unverständnis und sorgen damit für einen immer wieder aufschäumenden humoristischen Unterton - trotz allen Ernstes, für den die Spielereihe bekannt ist.

So empfindet es ein Ritter ohne Fehl und Tadel auch als eine Ehrauszeichnung, sich für ein Fest und für die Königin in ein Hasenkostüm zu kleiden, zu verstecken und von adligen Häschern gesucht und gefunden zu werden. Wie es nun mal kommt, muss sich Geralt an der Schnitzeljagd des Fests beteiligen und soll einem Einhorn das eine Horn stibitzen. Wieder spielt und bricht Blood and Wine mit den Erwartungen: Als Geralt vor dem edlen Tier steht, starrt ihn ein normaler Schimmel an, auf dessen Stirn ein Stoffhörnchen thront, das traurig die Spitze hängen lässt.

Aber warum schnetzelt sich Geralt, der tapfere Ungeheuerjäger durch ein Fest? Das liegt vor allem an einem Vampir, der es auf den ritterlichen Hasen abgesehen hat.

Vampire, alte Bekannte und noch mehr Wein

In diesem farbenfrohen, vom französischen Lebensgeist angehauchten Land gibt es trotz der vielen Weinsorten und Sonnentage genügend Schatten, damit Geralt etwas zu tun hat. Irgendjemand hat es auf die Militärelite des Landes abgesehen.

Wie immer muss sich Geralt auch gegen Mordbuben zur Wehr setzen.Wie immer muss sich Geralt auch gegen Mordbuben zur Wehr setzen.

Nach kurzer Zeit ist klar, dass hinter den Verbrechen und Morden an berühmten Rittern Vampire stecken (mehr wird hier erst einmal nicht verraten). Habt ihr einen jener gestellt, hält euch ein alter Bekannter davon ab, ihm vollends das Unleben auszutreiben. Jäh steht Regis vor Geralt und hält ihn auf, den Fangpir niederzustrecken. All jene, die die Bücher von Sapkowski verschlungen haben, wird dieser Umstand ungemein freuen: Denn Emiel Regis Rohellec Terzieff-Godefroy ist ein alter Freund von Geralt.

Das erste Mal tauchte der Vampir in der Spielereihe in The Witcher in einem Gespräch mit Zoltan und Rittersporn und später in einem mit der Besitzerin des Vampir-Bordells auf. Doch selbst trat Regis bislang nicht in den Spielen in Erscheinung. Doch warum beschützt er einen Vampir, der angesehene Ritter in Toussaint umbringt? Das schreit nach einem Job für einen Hexer. So ist es nun Geralts Aufgabe, genau dies herauszufinden - neben anderen gefühlten 5.000 Nebenaufgaben, die das Spiel für euch bereithält.

Das Fest bietet nämlich auch noch ein ganzes Ritterturnier. Für die Aufgabenreihe war Philip Weber verantwortlich: "Ich konnte von Anfang bis Ende an allen Elementen dieser Nebenaufgabe arbeiten", verrät Philipp Weber mit einem Strahlen im Gesicht, "doch ich will noch nichts verraten, bevor ihr es spielt", führt er weiter aus. Es scheint, als hätten sich die Aufgabengestalter austoben können.

Damit ihr euch zwischen euren Hexer-Abenteuern ausruhen könnt, spendiert euch CD Projekt Red in Toussaint übrigens ein eigenes Anwesen. Das gilt es ebenfalls zu verwalten und auszubauen. Ihr seht schon: Es gibt wieder viel zu tun. Mit Blood and Wine geht der polnische Entwickler noch einen Schritt weiter als noch in Hearts of Stone. Auf euch wartet nämlich mit Toussaint und Umgebung eine neue und riesige Karte mit 20 neuen Ungeheuern.

Doch wie schon der Sprung von The Witcher 2 - Assassins of Kings zu The Witcher 3 bewiesen hat: Die Dichte der Aufgaben und die Stimmung der Welt scheint in Blood and Wine wieder - trotz einer riesigen Karte - auf hohem Niveau zu sein - das kennt ihr auch vom Hauptspiel, wie der spieletipps-Test: "The Witcher 3: Wenn das mal kein bombastisches Finale ist!" zeigt.

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Tags: Open World  

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