Test Trans Ocean 2 - Rivals: Das alte Schiff und das Meer - eine rostfreie Liebe

von Michael Krüger (17. Mai 2016)

Wer will schon Kapitän sein, wenn er eine ganze Flotte unter sich haben kann? In Trans Ocean 2 - Rivals werdet ihr zum Besitzer eurer eigenen Reederei.

Zwei Jahre nach der Veröffentlichung von Trans Ocean - The Shipping Company erscheint nun Trans Ocean 2: Rivals von Entwickler Deck 13. Im Wesentlichen liefert es mehr vom Gleichen. Ihr schlüpft in die Rolle eines Reederei-Besitzers und verbringt eure Zeit damit, eure Schiffe zwischen Häfen zu dirigieren und Frachten von A nach B zu schippern. Fast wie damals beim Handelsklassiker Ports of Call.

Damit sich das jeweilige Geschäft für euch lohnt, solltet ihr einen Blick auf dem Gewicht und Umfang der Fracht sowie der Lieferfrist haben. Wird die Frist überschritten drohen Geldstrafen.

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Mit Trans Ocean 2 - Rivals in die Welt des Schiffhandels eintauchen

Eine überarbeitete Darstellung, neue Spiel-Elemente und ein neuer Modus zeigen Ambitionen eines würdigen Nachfolgers. Dieser verspricht sich nun unter anderem dem Wettbewerb zwischen den Reederei-Besitzern zu widmen. Ob sich das auch im Spiel selbst so spaßig gibt, wie es sich anhört, erfahrt ihr in unserem Test.

Das stressige Leben eines Reederei-Besitzers

In Trans Ocean 2 dreht sich alles um die Abwicklung von Lieferaufträgen. Diese stehen an jedem Hafen bereit und warten quasi nur darauf, von euch angenommen zu werden. Damit sich ein Auftrag für euch lohnt, habt ihr stets einen Blick auf dem Gewicht und Umfang der Fracht sowie der Lieferfrist. Wird letztere Überschritten drohen wie schon geschrieben Geldstrafen.

Die Häfen wirken hübsch, dürften aber belebter ausfallen.Die Häfen wirken hübsch, dürften aber belebter ausfallen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Effizienz eurer Planung. So könnt ihr euren Schiffen gleich mehrere Ziele auftragen. Hat es den ersten Hafen erreicht, habt ihr die Möglichkeit von hier Fracht für weitere Lieferungen mitzunehmen und maximiert dadurch eure Gewinne. Teilt ihr eure Schiffe auf der Karte einigermaßen auf, könnt ihr auf diese Weise ein großflächiges Gebiet abdecken und habt eine größere Auswahl an gewinnbringenden Aufträgen.

Eine etwas untegeordnete doch ebenfalls wichtige Rolle spielt das Öl. Natürlich brauchen eure Schiffe Treibstoff, den ihr regelmäßig nachfüllt. Da die Preise hierfür variieren, behaltet ihr also auch den Öl-Markt im Blick und entscheidet euch hin und wieder dazu, mit halbvollem Tank weiterzufahren um später günstig das Öl nachfüllen zu können.

Überblick im Mikro-Management behalten

Hier befindet ihr euch nun schon im sogenannten Mikro-Management. Genau darum geht es in Trans Ocean 2. Durch kluge Entscheidungen und vorausschauende Planung steigert ihr euer Vermögen. Je nachdem wie gut ihr finanziell aufgestellt seid, erweitert ihr eure Flotte durch weitere Schiffe. Auch hier ist euer taktisches Gespür gefragt. So gibt es nicht nur Schiffe unterschiedlicher Bauarten, die wiederum Effekte auf die Häfen und Aufträge haben, sondern auch der Effizienz eines Schiffes entsprechenden Klassen. Die Frage ist also oft, ob ihr lieber noch auf ein besseres Schiff spart oder gleich zuschlagt und direkt mehr Aufträge bearbeitet.

In der Auftragsliste findet ihr alle wichtigen Faktoren auf einen Blick.In der Auftragsliste findet ihr alle wichtigen Faktoren auf einen Blick.

Während die Zahnräder des Reederei-Geschäfts malen, nagt der Zahn der Zeit an der Substanz eurer Schiffe. Diese wollen regelmäßig repariert werden, da sie sonst einfach untergehen und die kostbare Fracht auf dem Meeresgrund versenken. Nicht alle Häfen verfügen über die Möglichkeit der Instandhaltung, wodurch ihr eventuell anfallende Arbeiten an der Flotte bei der Planung der Schiffsrouten ebenfalls berücksichtigt.

So tiefgehend und interessant das alles klingt, ist es nicht allerdings nicht immer. Besonders in den Missionen, in denen ihr stumpf auf ein Ziel hinarbeitet und dabei eine neue Spiel-Mechanik lernt, können eure Aktionen stark repetitiv werden. Da dies aber bis zu einem gewissen Punkt Spaß macht, ist es zu verschmerzen. Erst recht, wenn ihr eine Mission später neue Elemente kennenlernt. Nur wenn ihr alle sechs Kampagnen-Kapitel abgeschlossen habt, kennt ihr alle Elemente des Spiels. Ab diesem Punkt werdet ihr dann auch feststellen, dass der Alltag des Reederei-Besitzers durchaus abwechslungsreich sein kann.

Eine zweckmäßige Darstellung und Sabotage

Die Präsentation findet in klassischer Simulations-Manier statt. Im Vergleich zum Vorgänger sieht Trans Ocean 2 deutlich hübscher aus. Die Haptik der Knöpfe ist gut gelungen und gibt euch ein zufriedenstellendes Gefühl wenn ihr sie betätigt. Das unterstützen auch die Geräusche der Aktionen. Was nach wie vor etwas schöner sein könnte, ist die Darstellung der Häfen. Diese sind an sich zwar schick, doch wirken sie nicht gerade lebendig. Ein paar Menschen oder mehr Schiffe wären der Atmosphäre mit Sicherheit zuträglich.

Es ist gar nicht so einfach, einen so großen Frachter anzulegen.Es ist gar nicht so einfach, einen so großen Frachter anzulegen.

Gezeichnete Porträts eurer Verbündeten und Rivalen werden durch Text und Synchronisation zum Leben erweckt und klären euch über eure Motivation und die Funktionsweise des Spiels auf. Im Hintergrund plätschert gemächliche Musik, wie sie in jedem Fahrstuhl laufen könnte. Die Darstellung der Menüs, Häfen und Karten ist hübsch ohne auffallende Glanzlichter. Seid ihr dazu gezwungen aufgrund eines Streiks ein Schiff selbst zu steuern, seht ihr den Hafen sowie das Schiff in einer 3D-Ansicht. Auch wenn dabei spielerisch ein wenig Freude aufkommt, zieht es die Optik ein Stück nach unten: Die Darstellung ist nur zweckmäßig.

Warum im Untertitel des Spiels Rivals steht, verrät der Solo-Modus "Wettbewerb". Hier spielt ihr innerhalb eines Zeit-Limits gegen computergesteuerte Gegner. Der Clou an diesem Modus ist die Möglichkeit, feindliche Schiffe sabotieren zu können. So gesellt sich zu den ohnehin schon taktischen Überlegungen ein neues Element, das euch immer wieder zum geschickten Abwägen von Vor- und Nachteilen bewegt.

Mehrspieler-Modus ohne Pausen

Der Mehrspieler-Modus funktioniert auf eine ähnliche Weise. Hier spielt ihr allerdings nicht innerhalb eines abgesteckten Zeitraums sondern aufgeteilt in mehrere Runden. Innerhalb dieser sammelt ihr Siegespunkte für das Erreichen von Meilensteinen und Erledigen von Aufträgen. Habt ihr am Schluss am meisten Punkte gesammelt, geht ihr als Sieger der Partie hervor.

Nachdem eine Lieferung erledigt wurde, erfahrt ihr von eurer Beraterin, wie viel Gewinn ihr erzielen konntet.Nachdem eine Lieferung erledigt wurde, erfahrt ihr von eurer Beraterin, wie viel Gewinn ihr erzielen konntet.

Anders als im Solo-Spiel könnt ihr im Mehrspieler-Modus das Geschehen nicht pausieren. Dadurch kann das Spiel schon einmal recht hektisch werden. Schiebt ihr also lieber eine ruhige Kugel und lasst euch bei euren Entscheidungen Zeit, werdet ihr die Spiel-Modi bevorzugen, die ihr alleine angehen könnt. Wollt ihr dort prüfen, wie groß euer Imperium werden kann, spielt ihr am besten den Endlos-Modus und versucht dort die Herrschaft über die Reederei-Welt an euch zu reißen.

Übrigens konntet ihr auch im Solo-Spiel das Spiel nicht von Anfang an pausieren: Erst durch einen kürzlich erschienenen Software-Flicken (Patch) haben die Entwickler diese Option hinzugefügt. Diese sorgt nun dafür, dass während den Entscheidungsphasen das Spiel automatisch angehalten wird. Mögt ihr das nicht, könnt ihr diese Einstellung deaktivieren. Ein schönes Beispiel dafür, dass sich die Entwickler auch nach der Veröffentlichung bemühen, das Spiel nach den Wünschen der Spieler zu gestalten. Immerhin waren es diese, die nach dem Kauf aufschrien und das Fehlen der Pausen im Solo-Spiel bemängelten.

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