Vorschau Star Ocean - Integrity and Faithlessness: Intergalaktisches Rollenspielabenteuer

von Thomas Nickel (18. Mai 2016)

Fast sechs Jahre ist es her, seit das letzte Star Ocean erschien. Seither hat sich die Serie weiterentwickelt. spieletipps durfte jetzt Probe spielen.

Fidel Camuze kann sich kaum beklagen: Der 23 Jahre alt Held von Star Ocean - Integrity and Faithlessness ist in seinem Heimatdorf als Schwertmeister hoch angesehen, trainiert seine Mitbürger und verbringt gerne mal Zeit mit seiner Jugendfreundin, der rosahaarigen Miki Sauvester. Doch lange herrscht der Frieden nicht vor: Eines Nachts wird das Dorf angegriffen und auch wenn Fidel und seine kleine Truppe den Feind aufhalten, ist es mit dem Gefühl der Sicherheit erst einmal vorbei.

Also brechen Fidel und Miki in Richtung Hauptstadt auf, um beim hiesigen Herrscherhaus um Hilfe zu bitten. Doch alles kommt ein wenig anders: Nach einer Verkettung dramatischer Umstände haben die beiden auf einmal ein geheimnisvolles Mädchen im Gepäck und bekommen es mit einem Feind mit überlegener Bewaffnung zu tun. Kann es sein, dass der friedliche Fantasy-Planet Faykreed Besucher aus dem All hat?

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Star Ocean 5 - Integrity and Faithlessness: Das Weltall ruft!

Natürlich kann das sein - immerhin ist dieses Rollenspiel der jüngste Teil von "Star Ocean", einer Serie, die 1996 auf dem japanischen Super Famicom (hierzulande als SNES bekannt) ihr aufwendiges Debüt feierte und mit dem PlayStation-Nachfolger Star Ocean - The Second Story auch den Weg nach Deutschland schaffte. Und eines der Markenzeichen von Star Ocean ist seit jeher die Mischung aus Fantasy und Science Fiction.

Auf diese Mischung setzt auch der fünfte Teil, Star Ocean - Integrity and Faithlessness. In Japan erschien das Rollenspiel für PS3 und PS4, allerdings schafft es nur die PS4-Version zu uns, der Markt ist Square Enix auf der Vorgängerkonsole wohl mittlerweile zu klein. Grund zur Beschwerde ist das derweil nicht: Auch wenn man dem neuen Star Ocean an manch einem kantigen Objekt oder einer mauen Textur die PS3-Herkunft ansieht, so ist das Science-Fantasy-Abenteuer doch ziemlich ansehnlich geraten!

In Square Enix' Hamburger Büroräumen wurde das neue Star Ocean angespielt.In Square Enix' Hamburger Büroräumen wurde das neue Star Ocean angespielt.

Und wie sieht es spielerisch aus? Hier konnte sich spieletipps bei einer längeren Anspielrunde in Hamburg, direkt vor Ort bei Square Enix direkt von den Qualitäten des neuen Star Ocean überzeugen.

Kämpfe für Kenner

Wie schon die Vorgänger, so setzt auch das jüngste Star Ocean auf actionreiche Kämpfe. Fast wie in einem Actionspiel haut und sticht Fidel auf Knopfdruck kräftig zu. Ihr steuert den blauhaarigen Helden direkt und müsst nur für den Einsatz von Gegenständen oder bestimmten magischen Angriffen im übersichtlichen Ringmenü kramen. Ihr habt schnelle und harte Attacken zur Auswahl, dazu dürft ihr zwei Spezialmanöver auf die Angriffsknöpfe legen, die werden dann durch längeres Drücken aktiviert. Per Steuerkreuz wechselt ihr zu einer anderen Figur, die ihr dann direkt kontrollieren könnt. Bei manch einem Kampf ist es vielleicht sinnvoller, wenn ihr lieber in die Rolle von Heilerin Miki schlüpft, um dafür zu sorgen, dass die Energie eurer Frontkämpfer auch ja nicht zur Neige geht.

Das funktioniert gut und geht gewohnt flott von der Hand, die meisten Kämpfe schließt ihr ziemlich schnell und elegant ab. Dabei fällt positiv auf, dass das neue Star Ocean ähnlich wie Bandai Namcos 2015 veröffentlichtes Tales of Zestiria auf einen separaten Kampfbildschirm verzichtet, der Übergang zu den Gefechten ist absolut nahtlos und auch eurem Sieg wird auf eine Überblendung verzichtet - das macht die Kämpfe noch flotter als die des Tales-Konkurrenten, und auch die Kamera ist weitaus weniger widerborstig als bei diesem.

Und schließlich ist auch ordentlich was auf dem Bildschirm los: Star Ocean zwingt euch nicht, ständig auszuwählen, welche Mitstreiter denn nun am Kampf teilnehmen und welche lieber auf der Ersatzbank warten. Hier zieht direkt die komplette Truppe in den Kampf. Bis zu sieben aktive Helden beteiligen sie hier an den wüsten Kloppereien, da kann es schon einmal passieren, dass ihr mal im Eifer des Gefechts den Überblick verliert, nicht zuletzt, weil das Spiel auch mit spektakulären Effekten nicht geizt. Doch mit etwas Übung machen auch diese Massenkämpfe keine Probleme.

Leveln und Lernen

Ein zentraler Grund dafür ist die gelungene Künstliche Intelligenz eurer Mitstreiter: Für sich alleine agieren sie bereits recht verlässlich, aber noch dazu dürft ihr ihnen diverse Rollen zuteilen, die nicht nur ihr Verhalten, sondern auch ihre Effektivität im Kampf beeinflussen. Für jeden Sieg bekommt ihr nicht nur die klassischen Erfahrungspunkte und etwas Bargeld, ihr bekommt auch Punkte, mit denen ihr die verschiedenen Rollen aufwertet oder neue erlernt. So dürft ihr beispielsweise einem besonders kräftigen Gruppenmitglied die Rolle des Verteidigers zuweisen. Dann wird er sein Bestes tun, um gegnerische Attacken auf sich zu ziehen, und als Belohnung freut er sich über einen hohne Verteidigungswert und mehr Lebensenergie.

Fidel ist auf die Gegner hinter der Brücke fixiert, Miki schaut eher skeptisch drein.Fidel ist auf die Gegner hinter der Brücke fixiert, Miki schaut eher skeptisch drein.

Oder ihr setzt auf Magie, Heilung oder spezialisiert euch gegen bestimmte Gegnertypen. Sieht die Rolle einer eurer Figuren beispielsweise besonders starke Angriffe gegen Insektenmonster vor, bricht manch einem krabbeligen Bossgegner der kalte Schweiß unterm Chitinpanzer aus. Neue Manöver erlernt ihr auch, dafür braucht ihr allerdings Gegenstände. Aus Büchern und anderen Objekten lernt ihr neue, mächtige Zauber oder besonders durchschlagende Schwerttechniken. Auch bei diesem Rollenspiel ist das Leveln einfach eine Freude und jedes Mal, wenn eure Figuren wieder etwas stärker werden, gehen eure Mundwinkel ein Stück nach oben.

Sauber und Scharf

Ebenfalls ziemlich gefällig ist die Grafik von Star Ocean - Faithlessness and Integrity. Wie eingangs bereits erwähnt sieht man der stellenweise zwar ihre gemeinsamen Wurzeln mit der nur in Japan erschienenen PS3-Fassung an, trotzdem ist Star Ocean einfach hübsch. Weitläufige Steppen, verwinkelte Städte und felsige Küstenwege sind ansprechend gestaltet und gefallen mit vielen Details wie wogendem Gras, detailliertem Fachwerk oder plastischen Felsen.

Unterwegs genießt ihr ein paar tolle Ausblicke.Unterwegs genießt ihr ein paar tolle Ausblicke.

Vor allem ist aber die Technik sauber: Das Spiel erfreut durchgehend mit der maximalen PS4-Auflösung von 1920 mal 1080 Bildpunkten, und noch dazu läuft Star Ocean mit knackigen 60 Bildern pro Sekunde. Klar, für ein Rollenspiel wäre dieser Luxus eigentlich nicht nötig, aber es ist doch schön zu sehen, dass die Entwickler auf so etwas Wert legen! Das Spielgefühl ist einfach schöner und flüssiger als bei all den Konkurrenten mit ihren 30 Bilder pro Sekunde.

Und auch die Gestaltung der Figuren gefällt. Das Team nahm gezielt Abstand vom flächigen Anime-Stil vieler Mitbewerber und setzt stattdessen auf eher plastische Figuren und Umgebungen: Ziel der Grafiker war es, das Aussehen der üppigen Zwischensequenzen früherer Rollenspiele zu erreichen, und über weite Strecken gelingt dieses Vorhaben auch ganz wunderbar.

Kurz, aber Knackig?

Trotz gelungener Kämpfe, sympathischer Figuren und sauberer Technik wurde das neue Star Ocean nach seinem Erscheinen in Japan allerdings stellenweise heftig kritisiert. Grund dafür: Das Spiel ist mit einem Umfang von etwa 25 bis 30 Stunden deutlich kürzer als viele andere japanische Rollenspiele, die oft mit Spielzeiten von 60 bis 80 Stunden oder gar mehr aufwarten. Darauf angesprochen macht Produzent Shuichi Kobayashi seinem Ärger über manche japanischen Spieler Luft. Er erklärt, dass viele dieser Kritiker sein Spiel niemals selbst ausprobiert haben und nur das weiterplappern, was sie anderweitig gehört oder gelesen haben.

Im Team kriegt ihr die Pflanzenmonster schnell klein.Im Team kriegt ihr die Pflanzenmonster schnell klein.

Und ja, Star Ocean hat wohl tatsächlich eine kürzere Spielzeit als manch anderes Rollenspiel, dies liege aber vor allem an der Inszenierung: Um die Immersion des Spielers nicht zu brechen, verzichtet Star Ocean weitgehend auf die Spielzeit-Streckmaßnahmen anderer RPGs, ebenso wie auf selbstlaufende Zwischensequenzen, ein Großteil der Handlung wird über Dialoge transportiert, die einfach ablaufen, während die Figuren die Gegend erkunden. Und tatsächlich, während der Anspielzeit gab es nur sehr wenige Sequenzen, in denen das Spiel dem Spieler die Kontrolle nimmt!

Vergleicht ihr Star Ocean mit anderen Rollenspielen wird schnell klar, dass es hier sehr schnell zur Sache geht: Wo die Helden in manch anderen Abenteuern noch nach einer Stunde im ersten Dorf rumkrebsen und genervt Erklärung über Erklärung über sich ergehen lassen, da kommen Fidel, Miki und Co. enorm schnell zur Sache und stecken schon mitten im Abenteuer! Und das ist doch lobenswert!

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Tags: Fantasy   Anime  

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