Dragon Quest - Builders: Minecraft auf Japanisch

(First Facts)

von Micky Auer (29. Mai 2016)

Die Kombination der Anime-inspirierten Rollenspiele der "Dragon Quest"-Reihe mit den simplen Klötzchen, wie ihr sie aus Minecraft kennt, erweist sich als ein unterhaltsames Experiment.

Eine düstere Höhle, die Kamera kreist langsam um eine kleine, in sich zusammengesunkene Gestalt. Nur der matte Schein einiger Fackeln erhellt die Umgebung. Eine traurige, fast fürsorgliche Stimme erhebt sich in Form von geschriebenem Text: "Auf deinen Schultern lastet das Wohl der Welt. Nur du bist mit einer einzigartigen Gabe gesegnet. Deine angeborene Macht wird es sein, die ... sag mal, HÖRST DU MIR ÜBERHAUPT ZU?"

Dragon Quest - Builders flimmert erst seit wenigen Sekunden über den Bildschirm und legt bereits den Ton für das kommende Abenteuer fest. Es beginnt voller Pathos und Schwere, bereitet den Spieler auf eine von kraftvollen Worten getragene Reise vor und schlägt sich kurz darauf selbst ein Schnippchen, indem es sich als leichtherzige und humorvolle Mixtur zweier ansonsten nicht verwandter Marken präsentiert.

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Die Welt von Dragon Quest - Builders

Präsentiert wird das interessante Konzept von Hersteller Square-Enix in London im Rahmen einer Vorpräsentation zur kommenden Spielemesse E3. Jeder einzelne kleine Schritt darin erweist sich als so charmant, wie ihr es von einem Spiel erwartet, das "Dragon Quest" im Titel trägt.

Minecraft-Klon oder mehr als die Summe seiner Einzelteile?

Nur ein Blick auf die Spielwelt reicht, um die genetischen Vorfahren zu entlarven. Figuren, Gegner, Gegenstände, Musik und sogar einzelne akustische Effekte verraten dem Kenner sofort, dass dieses spezielle Abenteuer in der Welt von Dragon Quest spielt. Die klötzchenartige Grafik, der kreative Umgang mit Rohmaterialen und das starke Aufbau-Element hingegen weist eindeutig auf Minecraft hin.

Willkommen in Dragoncraft! Äh, Minequest ... will sagen: Dragon Quest - Builders!Willkommen in Dragoncraft! Äh, Minequest ... will sagen: Dragon Quest - Builders!

Ein Irrtum, der beim bloßen Betrachten des Spiels entsteht, ist der, dass viele Spieler dies für einen weiteren Minecraft-Klon halten könnten. Dragon Quest - Builders ist aber weitaus mehr als das. Tatsächlich orientiert es sich näher an einem Action-Rollenspiel, das einen großen Teil seiner Geschichte aus dem allerersten Dragon Quest übernimmt und weiterführt.

Dieses Video zu Dragon Quest - Builders schon gesehen?

Ein Held der bauenden Zunft

Ihr übernehmt die Rolle eines putzig gestalteten Helden, der es auf sich nimmt, das Reich Alefgard vom üblen Dragonlord zu befreien. Schon bald ergibt sich aber ein Dreh in der Erzählung. ACHTUNG! Geringe Spoiler-Gefahr voraus. Wenn ihr nicht wissen wollt, was euch relativ früh im Spiel widerfährt, solltet ihr den Absatz bis zur nächsten Überschrift überspringen.

Wenn die Klamotten grün wären, könnte man das Kerlchen fast für einen gewissen Hylianer halten.Wenn die Klamotten grün wären, könnte man das Kerlchen fast für einen gewissen Hylianer halten.

Der schlaue Dreh gestaltet sich wie folgt: Ihr akzeptiert das Angebot des bösen Dragonlord, der euch am Ende des ersten "Dragon Quest"-Spiels die Herrschaft über die halbe Welt überlassen will. Klarerweise handelt es sich dabei um eine geschickt ausgelegte Falle, die den Tod des Helden zur Folge hat.

Das Land Alefgard wird danach von schrecklichen Ungeheuern überrannt. Die Jahre verstreichen und ihr tretet als neuer Held auf den Plan. Eure Aufgabe ist es fortan, das gefallene Reich den Klauen des finsteren Dragonlord zu entreißen und seiner Schreckensherrschaft ein Ende zu setzen.

Na, klingelt's beim Namen "Alefgard"? In diesem fiktiven Reich sind die ersten drei Spiele der Reihe angesiedelt. Falls ihr das nicht wusstet: Keine Angst, das können vornehmlich nur Leute wissen, die bereits in den 80ern gezockt haben und die Welt von Dragon Quest auf dem NES auf Japanisch ergründen wollten.

Der Kreis schließt sich

Sowohl die Wiederverwendung einer alten Spielwelt, als auch die unverhohlenen Anleihen aus Minecraft sind sicher gewagte Züge. Angeblich sollen die klobigen Klötzchen, die ihr im Spiel zerklopft und aus den so gewonnenen Materialien neue Bauteile schmiedet, die alte 8-Bit-Welt repräsentieren. Nuuuuun ja ... Ob das der Wahrheit entspricht, sei dahingestellt. Zweckdienlich ist die Entscheidung auf jeden Fall.

In der Welt von Dragon Quest - Builders trefft ihr auf viele bekannte Kreaturen aus der "Dragon Quest"-Reihe.In der Welt von Dragon Quest - Builders trefft ihr auf viele bekannte Kreaturen aus der "Dragon Quest"-Reihe.

Was nostalgisch angehauchte Spieler besonders freuen wird: Die gesamte Karte ist tatsächlich dem ursprünglichen Alefgard nachempfunden. Allein das ist für eingefleischte Anhänger der Reihe schon ein Grund zum Feiern. Vier große Bereiche sollen euch erwarten. In jedem dieser Abschnitte findet ihr mehrere Inseln, die ihr über freischaltbare Portale bereist. Dort angekommen erwarten euch jeweils unterschiedliche Ressourcen und Gegner. Zu Beginn jedes Bereiches habt ihr jeweils eine große Aufgabe zu erfüllen: Errichtet ein Dorf und sorgt dafür, dass es bewohnt wird.

Sobald ein Dorf einen gewissen Standard erfüllt, tauchen schon die ersten Bewohner auf und decken euch mit Aufträgen ein. Die reichen vom Erbauen einfacher Räume bis zu ausladenden Quest-Reihen, in denen ihr einen bestimmten Ort erforschen oder einen Gegenstand oder gar eine Person finden sollt. Hier zeigt sich eine große Stärke des Spiels: Die Aufträge sind abwechslungsreich und machen Spaß. Die Ziele variieren ständig und in jedem Bereich erwarten euch neue Gegner. Das hält das Geschehen frisch und unterhaltsam.

Abbauen, umbauen, aufbauen, abhauen

Der zentrale Dreh- und Angelpunkt eures spielerischen Fortschritts ist das Wohlergehen eures Dorfes. Fast alles dreht sich darum, neue Materialien zu finden und das Dorf florieren zu lassen, um seine Bewohner glücklich zu machen. Und das ist von großer Wichtigkeit! Denn nur glückliche Bewohner sind auch produktiv und können euch unterstützen und mit allen möglichen Gegenständen versorgen.

Mal sehen, zu was sich der grimmige Kerl verarbeiten lässt, wenn er erstmal Bekanntschaft mit eurem Hammer gemacht hat.Mal sehen, zu was sich der grimmige Kerl verarbeiten lässt, wenn er erstmal Bekanntschaft mit eurem Hammer gemacht hat.

Eines solltet ihr dabei immer im Auge behalten: Die Bauvorhaben jedes Abschnitts sind eine eigenständige Angelegenheit. Das heißt, die meisten zuvor gesammelten Gegenstände nützen euch in einem neuen Bereich nicht viel, da es dort auf gänzlich andere Dinge ankommt. Und das ist gut so! Auf diese Weise bleibt das Spielgeschehen nicht eine ständige Wiederholung mit steigendem Schwierigkeitsgrad, sondern definiert sich durch ständig neue Aufgaben.

Auch die virtuelle Gegnerschaft spielt eine gewichtige Rolle. Abwechslung wird euch auch hierbei geboten. Archetypische Feinde aus Dragon Quest findet ihr ebenso vor wie ganz neue Kreationen. Zudem erwarten euch in den vier Hauptbereichen zahlreiche Überraschungen. Ihr wisst zu Anfang nie so recht, was euch erwartet und welche Schwierigkeiten ihr bewältigen sollt. Doch auch hier scheint die Balance zu stimmen, denn das Geschehen entfaltet sich Schritt für Schritt und führt euch auf sinnvolle Weise immer weiter in ein großes Abenteuer.

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Tags: Fantasy   Singleplayer   Anime  

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