Test Mirror's Edge - Catalyst: Die Parkour-Spezialistin ist zurück

von Stephan Petersen (06. Juni 2016)

Acht Jahre nach ihrem ersten Abenteuer ist die Parkour-Läuferin Faith wieder zurück. Neben altbekannten Spielelementen hat sie in Mirror's Edge - Catalyst ein paar Neuigkeiten im Gepäck.

Erneut schlüpft ihr in die Rolle von Runnerin Faith.Erneut schlüpft ihr in die Rolle von Runnerin Faith.

Ein kurzer Anlauf und schon nimmt die junge Frau Fahrt auf. Geschmeidig springt sie über Abgründe, überwindet Hindernisse, balanciert auf Stangen und erklimmt höhergelegene Positionen. Dabei nutzt sie die Umgebung derart geschickt aus, dass selbst Parkour-Erfinder David Belle vor Neid erblassen würde. Aber wer ist diese junge Frau eigentlich?

Sie heißt Faith und ist eine sogenannte Runnerin, die in der durch riesige Hochhäuser geprägten Zukunftsstadt Glass lebt. In der futuristischen Stadt wird alles und jeder überwacht. Wer Informationen privat übermitteln will, nutzt die Dienste der Runner, deren Arbeitsgebiet die Dächer der Wolkenkratzer sind. Schon einmal durften Spieler im 2008 veröffentlichten Mirror's Edge in die Rolle von Faith schlüpfen. Mirror's Edge - Catalyst ist allerdings keine Fortsetzung, sondern vielmehr ein Neustart.

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Mirror's Edge Catalyst

Zwar klettert und springt ihr erneut als Faith, auch findet ihr altbekannte Figuren im Spiel, so etwa den Industriellen Kruger, der als Antagonist dient. Allerdings hat Entwickler Dice die ursprüngliche Geschichte geändert. Zu viel soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Aber Faith' Kindheit, ihre Familie und Bösewicht Kruger spielen darin eine zentrale Rolle. Oscarverdächtig sind die Geschichte und ihre Inszenierung zwar nicht, aber insgesamt ist das Gezeigte doch so ordentlich, dass ihr sehen möchtet, wie es weitergeht.

Lauf, Faith, Lauf

Anders als im Vorgänger bewegt sich Faith in Mirror's Edge - Catalyst durch eine offene Spielwelt. Dabei nutzt sie die virtuelle Umgebung. Da ihr das Geschehen aus der Ego-Perspektive seht, ist die Steuerung anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Dank der guten Umsetzung seid ihr aber rasch als Parkour-Profi unterwegs.

Rote Linien und Objekte zeigen euch den Weg zum Ziel.Rote Linien und Objekte zeigen euch den Weg zum Ziel.

Auf der PlayStation 4 ist die L1-Schultertaste euer bester Freund. Hiermit springt ihr ab, überwindet Hindernisse und klammert euch an Kanten fest. Mithilfe der L2-Taste hingegen rutscht ihr unter Hindernissen hindurch. Im Verlauf des Spiels kommen dann weitere Sprungvarianten hinzu. So springt ihr etwa durch Drücken von L1 gegen eine Wand, macht mit R2 eine 180°-Drehung und greift dann mit L1 nach einer Kante. Da Faith fast immer im Vollsprint unterwegs ist, spielt sich das alles überaus dynamisch.

Eine sich bewegende, rote Linie sowie rot markierte Objekte zeigen euch bei der Fortbewegung immer den Weg an. Dies muss aber nicht zwingend der schnellste Weg sein. Oftmals gibt es noch eine andere Möglichkeit. Die Unterschiede sind aber meistens marginal. So könnt ihr etwa eine Treppe hochlaufen oder daneben eine Kiste als Sprungbrett nutzen, um eine höher gelegene Etage zu erreichen. Oder unter einem Hindernis hindurchrutschen, oder links daran vorbeilaufen.

Wer allerdings zu weit von der vorgeschlagenen Route abweicht, der wird sich ziemlich schnell in einer Sackgasse wiederfinden und muss umkehren. Die offene Spielwelt auf den Dächern von Glass hat also durchaus ihre Einschränkungen. Gelegentlich kann es auch passieren, dass Faith auf ihrer Position festsitzt und es kein Entkommen gibt. Dann hilft nur noch eine Schnellreise in einen Unterschlupf oder der Sprung in den virtuellen Tod, um an einem der fair gesetzten Speicherpunkte euer Glück erneut zu versuchen.

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Tolle Levelarchitektur

Zweiter Hauptdarsteller neben Faith ist die Mega-Stadt Glass, die mit ihrem minimalistisch-sterilen Stil, in dem die Farbe Weiß dominiert, zu gefallen weiß. Trotz der erwähnten Sackgassen ist die Levelarchitektur insgesamt toll gelungen. Ihr seid sowohl auf Dächern als auch in Bürokomplexen, Laboren und auf Baustellen unterwegs. Dabei ist trotz der optischen Hilfen immer wieder Gehirnschmalz gefordert.

Die Levelarchitektur ist richtig gelungen. So machen die Parkour-Läufe Spaß.Die Levelarchitektur ist richtig gelungen. So machen die Parkour-Läufe Spaß.

So zeigt die bereits erwähnte rote Linie den Weg zu einer höher gelegenen Etage. Wie ihr dort aber genau hinkommt beziehungsweise welche Sprungkombination dafür notwendig ist, will erst überlegt sein. Darüber hinaus gibt es gelegentlich Abschnitte, in denen die optische Hilfe komplett deaktiviert ist. Mit neuen Sprungkombinationen wird Mirror’s Edge Catalyst zunehmend komplexer, aber nicht kompliziert. Hier gelingt den Entwicklern der richtige Spagat zwischen Anspruch und Spielspaß.

Trotz optischer Hilfen wird das Spiel niemals zu leicht. Insbesondere wenn Faith unter Zeitdruck unterwegs ist, weil sie etwa von Krugers Sicherheitsleuten beschossen wird, solltet ihr euch schnell orientieren. Wenn Faith Tempo aufnimmt oder Parkour-Aktionen ausführt, lädt sich ihr Fokus-Schild auf.

Wegrennen ist nicht immer eine Option

Dieser sorgt dafür, dass Faith bei bester Gesundheit bleibt, wenn Krugers Schergen ein Sieb aus ihr machen wollen. Allerdings hält ihr Schild nicht ewig. Wenn ihr an Geschwindigkeit verliert oder aber Faith zu viele Treffer kassiert, nimmt der Fokus-Schild ab und die Runnerin verliert schließlich Gesundheit.

Durch Schnelligkeit und gelungene Parkour-Aktionen lädt sich der Fokus-Schild auf. Der ist vor allem bei Beschuss hilfreich.Durch Schnelligkeit und gelungene Parkour-Aktionen lädt sich der Fokus-Schild auf. Der ist vor allem bei Beschuss hilfreich.

Wegrennen ist meistens eine gute Option. Teilweise verlangt Mirror's Edge - Catalyst aber, dass ihr euch den Sicherheitsleuten im Kampf stellt. Anders als im Vorgänger kann Faith nicht mehr ihre Gegner entwaffnen. Statt auf Schießeisen setzt die Runnerin auf Schläge und Tritte. Diese funktionieren übrigens auch perfekt in Kombination mit Sprüngen. Oder aber ihr rutscht auf einen Gegner zu und beschert ihm mit einem gezielten Tritt einen Zahnarzt-Besuch.

Neben den Hauptmissionen warten in Glass zahlreiche Nebenaufgaben auf euch. So könnt ihr beispielsweise Gegenstände von A nach B liefern. Trotz leichter Variationen geht es aber eigentlich immer um genau dasselbe: so schnell wie möglich eine Strecke absolvieren. Zudem gibt es in Glass etliche Gegenstände – beispielsweise Steuerungschips – aufzusammeln, die euch ebenso wie die Haupt- und Nebenmissionen Erfahrungspunkte einbringen.

Mehrspieler-Elemente

Diese führen wiederum zu Upgrade-Punkten, die ihr in einem Fähigkeiten-Baum in den Kategorien Bewegung, Kampf und Ausrüstung investieren könnt. Dieser hat aber eher Pseudo-Charakter. Während der Hauptmissionen findet ihr genügend sammelbare Gegenstände. Diese plus die Erfahrungspunkte der Hauptmissionen reichen völlig für den relativ überschaubaren Fähigkeiten-Baum aus.

Catalyst wartet mit einigen Mehrspieler-Elementen auf.Catalyst wartet mit einigen Mehrspieler-Elementen auf.

Zudem lassen sich zahlreiche Fähigkeiten, insbesondere in der Kategorie „Ausrüstung“ erst freischalten, wenn ihr eine bestimmte Hauptmission erledigt habt. So gibt es etwa einen praktischen Greifhaken erst in der dafür vorgesehenen Mission.

Neben der Einzelspieler-Kampagne wartet Mirror's Edge - Catalyst mit einigen Mehrspieler-Elementen auf. Einen klassischen Mehrspieler-Modus gibt es allerdings nicht. „Social Play“ nennt Entwickler Dice diese Spielelemente. So könnt ihr etwa für andere Spieler Zeitrennen erstellen und euch mit ihnen messen. Oder ihr hinterlasst für Freunde Markierungen, die sie dann finden sollen. Zudem bietet Dice eine sogenannte Companion App an, mit der ihr die von euch geschaffenen Rennen anbieten könnt.

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Tags: Singleplayer   Open World  

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