Freedom Force vs. the 3rd Reich (PC)
Artikel veröffentlicht am 07.05.2005
Batman, Spiderman, The Incredibles , Catwoman - Superhelden sind in. Kein Wunder also, dass Publisher dtp das ausnützen will und mit dem Spiel "Freedom Force vs. The 3rd Reich" eine abenteuerliche Hommage an die legendären Marvel-Comics der 50er und 60er Jahre herausgebracht hat. Ob den Entwicklern auch spielerisch eine Hommage an die legendären Comics aus jener Zeit gelungen ist, erfahrt ihr in unserm Test. Von Gerd Schüle
Eine schlimme Korrektur
Mit "Freedom Force vs. The 3rd Reich" will der Publisher dtp eine abenteuerliche Hommage an die legendären Marvel-Comics der 50er und 60er Jahre abgeben. Das gesamte Spiel mit seiner Aufmachung sollte man von diesem Hintergrund aus betrachten, um ihm gerecht zu werden. Schon die Story von "Freedom Force vs. The Third Reich" ist so abgedreht, dass sie bestens in die Comicwelt dieses Spiels passt. Wie der Titel erahnen läst, müssen die 24 Superhelden des Spiels gegen ein fiktives Nazideutschland kämpfen um die Welt zu retten. Ein Bösewicht ist per Zeitreise zurück in die Vergangenheit gegangen um den Nazis zum Endsieg zu verhelfen. Solch eine böse Korrektur beeinflusst natürlich auch die Gegenwart in unangenehmer Weise. Deshalb hat sich die Freedom-Force Truppe ebenfalls eine Zeitreise unternommen um in der Vergangenheit die korrigierte Geschichte wieder zu korrigieren. Im Laufe des Spiels werdet ihr aber bemerken, dass die Nazis nicht euer einziges Problem sind. Allzu viel Logik dürft ihr bei dieser Story nicht erwarten, dafür ist sie um so spannender inszeniert und Dank der abgefahrenen Superhelden eines guten Comics jedenfalls würdig.
Eine unfreiwillige Weltreise
Im Laufe eures Einsatzes unternehmt ihr innerhalb der 23 Missionen des Spiels eine mehr oder weniger freiwillige Weltreise. Dabei gibt es Primärziele, die ihr unbedingt erfüllen müsst, und einige Sekundärziele. Da ihr aber für die Erfüllung der Sekundärziele jede Menge Erfahrungspunkte bekommt, solltet ihr auch diese Aufgaben in Angriff nehmen. Mit diesen Erfahrungspunkten könnt ihr zwischen den Missionen die Fähigkeiten eurer Helden verbessern, oder neue Fähigkeiten erwerben. Diese Fähigkeiten sind einerseits auch dringend notwendig um mit der Feindesschar fertig zu werden und sind andererseits auch das Salz in der Suppe. Jeder der 24 Superhelden verfügt über spezielle Superkräfte und Fähigkeiten die zum Teil auch den Reiz des Spieles ausmachen. Mentor kann z.B. mit der Macht seiner Gedanken so gut wie alle Gegenstände bewegen oder die Gedanken anderer lesen. Alchemiss kann fliegen und dann mit Feuerblitzen den Feind aus sicherer Entfernung bekämpfen. Außerdem kann sie Energiefelder kanalisieren und kontrollieren. Das ist nur eine kleine Auswahl der vielen Superkräfte der Superhelden die das Spiel sehr abwechslungsreich machen.
Wer ist der richtige Held
Fast jede Mission beginnt damit, dass ihr euch zuerst einmal ein Team zusammenstellt, das aus vier Superhelden besteht. Zu Beginn des Spiels habt ihr in diesem Punkt nicht viel Auswahl. Aber im Lauf des Spiels schaltet ihr nach und nach alle 24 Helden frei. In machen Missionen müsst ihr bestimmte Helden mitnehmen, die dann fest vorgegeben sind. Ansonsten liegt es an euch mit welchen Helden ihr eine Mission bewältigt. Den eigentlichen Spielablauf kann man am besten als ein actionreiches Echtzeit Taktikspiel beschreiben, ähnlich wie "Commandos" oder "Desperados". Ihr steuert immer einen der vier Helden durch die sehr quietschbunten dreidimensionalen Levels. Der richtige Einsatz der Superheldenfähigkeiten entscheidet dabei oft über Sieg oder Niederlage. Damit das Spiel nicht zu hektisch wird, könnt ihr per Tastendruck das Geschehen im Pausenmodus einfrieren und in aller Ruhe euren Helden die entsprechenden Befehle geben. Mit einem Rechtsklick kommt ihr in ein Befehlmenü in dem alle Fähigkeiten eures Helden aufgelistet sind. Anhand der Pausenfunktion und dem praktischen Befehlsmenü lassen sich die Helden sehr koordiniert einsetzen. Die Missionen sind erfreulicherweise sehr abwechslungsreich gestaltet
Eine quietschbunte Comicwelt
Die grafische Gestaltung des Spiels passt hervorragend zum Szenario. Ihr werdet in eine wirklich quietschbunte Comicwelt entführt, in der ihr fast alles nach Herzenslust zerstören könnt. Allerdings kommt das bei der Bevölkerung meistens nicht sehr gut an. Trotzdem sieht es gut aus wenn Häuser geradezu spektakulär zusammenkrachen. Das ist optisch einwandfrei umgesetzt worden. Die Gestaltung der Levels ist sehr liebevoll und abwechslungsreich und könnte auch aus irgend einem Comic entsprungen sein. Besonders die Blitz- und sonstigen Effekte können sich sehen lassen. Die Bewegungsabläufe sämtlicher Lebewesen sind hervorragend. Die Story wird anhand von sehenswerten Zwischensequenzen in Spielgrafik entfaltet. Unterstützt wird das Ganze durch eine erstklassig englische Sprachausgabe mit deutschen Untertiteln. Dank der sehr eingängige Steuerung habt ihr eure Superhelden innerhalb kürzerster Zeit bestens im Griff. Zu Beginn der Kampagne werdet ihr spielerisch in die Welt von "Freedom Force vs. The Third Reich" eingeführt und könnt euch deshalb das lesen des akzeptablen Handbuchs ersparen.
Fazit
von Gerd Schüle
Keine Frage, mit "Freedom Force vs. The Third Reich" haben die Entwicklern von Irrational Games ein geniale Hommage an die legendären Marvel-Comics der 50er und 60er Jahre herausgebracht. Gut, man muss auch ganz klar sagen, die Missionen in "Commandos" sind fordernder und die spielerische Vielfalt in "Desperados" ist abwechslungsreicher als bei "Freedom Force 2". Trotzdem ist den Entwicklern auch ein spielerische Hommage gelungen. Am besten könnte man das Ganze als eine actionreich Echtzeit Taktik light Ausgabe beschreiben, die einen aber regelrecht an den Bildschirm fesselt. Das liegt vor allem an den liebevoll ausgearbeiteten Superhelden und der abgedrehten Geschichte. Auch die vielfältigen Fähigkeiten der Supermänner versprühen viel Spielwitz. Die insgesamt stimmige Präsentation des gesamten Spiels trägt ebenfalls seinen Teil dazu bei, dass man gern in die Rolle der Superhelden schlüpft um die Welt wieder einmal zu retten. Deshalb kann ich das Spiel jedem Comic und Taktikfan bedenkenlos empfehlen, selbst dann, wenn sie spielerische Anfänger sind.
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