Vorschau E3 2016 Fifa 17: Kinoreife Fußballsimulation

von Olaf Bleich (12. Juni 2016)

Der FC Bayern ist Meister, die EM 2016 in Frankreich läuft. Deutschland ist im Fußball-Fieber und damit bricht die perfekte Zeit für Fifa 17 an.

Alex Hunter hat nur einen Traum: Er möchte in der Premier League spielen. Wie sein Vater und sein Großvater. Doch der Weg an die Spitze ist hart und steinig. Schließlich lauern talentierte, junge Spieler wie sein Konkurrent Garreth Walker ebenfalls auf ihre Chance.

Für Fifa 17 schlüpft ihr in das Trikot von Alex Hunter und verfolgt seine Karriere vom Hoffnungsträger zum Weltstar. Richtig gehört, EA Sports setzt erstmals eine Geschichte in einer Fußballsimulation um und macht damit 2K Games und NBA 2K16 Konkurrenz. EA Sports stellte den überraschend innovativen nächsten Teil der Serie in der Münchner Allianz-Arena vor und wir konnten ihn erstmals anspielen.

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Fifa 17 - Eindrücke der Weltpremiere

Mit der Kampagne geht die zweite große Neuerung einher: EA Sports wirft die aus Fifa 16 bekannte Ignite-Grafiktechnik auf den Müll und wechselt zur Frostbite Engine, die beispielsweise in Battlefield 4 oder Star Wars Battlefront zum Einsatz kam.

Entscheidungen und Probleme

Produzent Nick Channon führt durch die Deutschlandpremiere von Fifa 17 und grinst im Interview: "Ohne Frostbite wäre unsere 'The Journey' genannte Kampagne nicht möglich gewesen. Wir wollen Spieler in Bereiche der Fußball-Welt führen, die sie noch nie gesehen haben." Exemplarisch zeigt er Bilder vom Tunnel unter Old Trafford, der Heimat von Arsenal London, und von Alex' Elternhaus. Eure Entscheidungen und Leistungen beeinflussen die Karriere eures Kickers.

Das Spiel profitiert immens von der Frostbite Engine.Das Spiel profitiert immens von der Frostbite Engine.

Mit Hilfe von Bioware, den Machern der "Mass Effect"-Reihe, integrierte EA Sports ein Dialogsystem. In Interviews und Gesprächen wählt ihr, wie sich Alex verhält. Soll er etwa nach einer Niederlage die Schuld auf seine Mitspieler abwälzen oder lieber bescheiden bleiben? Die Reaktionen der Fans erhaltet ihr im Anschluss durch E-Mails und Twitter-Nachrichten. Euren Trainer beeindruckt ihr mit Hilfe von Aufgaben, die ihr im Spiel erledigen sollt. In der leider sehr kurzen Demo-Mission muss Alex Hunter als Einwechselspieler etwa eine gute Durchschnittswertung erhalten und zehn Pässe an den Mann bringen. Ihr entscheidet vor dem Spiel, ob ihr lediglich Alex - wie im "Be A Pro"-Modus - kontrolliert oder die gesamte Mannschaft.

Seine Fähigkeiten verbessert ihr durch gute Leistungen und durch Trainingsspielchen. Über ein noch nicht weiter erklärtes Charaktersystem könnt ihr euren Spieler aufwerten und ihn für die Zukunft aufbauen. Allerdings bleiben noch einige Fragen offen, etwa ob Alex auch ins Ausland wechselt oder wie EA Sports Verletzungen oder rote Karten in die Geschichte einbindet. Fest steht, dass der Plot viele dramatische Wendungen und Gastauftritte bekannter Fußballer aufweisen wird. Für das Drehbuch war unter anderem David Beckhams Biograph Tom Watts mitverantwortlich.

Dieses Video zu Fifa 17 schon gesehen?

Es flutscht!

Doch nicht nur die Geschichte profitiert maßgeblich von der neuen Grafik-Technik. "Auch die Inszenierung ist viel detailierter. Man muss sich nur die Darstellung der Spieler, ihrer Haare oder ihrer Augen anschauen. Am besten wirken die neuen Effekte bei Spielen im Scheinwerferlicht", empfiehlt Nick Channon im Interview. Tatsächlich macht Fifa 17 grafisch deutlich mehr her als seine Vorgänger. Bei besagter Abendansetzung ziehen Nebel- und Rauchschwaden durch die Arena und das Licht der Scheinwerfer bricht in sich in den Wolken.

Die Darstellung der Arenen vermittelt gekonnt die richtige Atmosphäre.Die Darstellung der Arenen vermittelt gekonnt die richtige Atmosphäre.

Besonders auffällig sind allerdings die verbesserten Animationen: Fifa 17 macht in puncto Realitätsnähe gegenüber PES 2016 deutlich Boden gut. Die Spieler bewegen sich äußerst flüssig und wirken insgesamt stimmiger modelliert. Im Vergleich zur Konkurrenz bleibt Fifa 17 eine Spur schneller und erfordert somit flottere Reaktionen am Gamepad. Ein schöner Gag am Rande: Die erneut in Ladepausen eingestreuten Skill-Games könnt ihr nun mit zwei Spielern trainieren. Im Vorgänger musste noch ein Teilnehmer zuschauen.

Harte Arbeiter

Die spielerischen Neuerungen fallen in der Fußballsimulation aber erst auf den zweiten Blick auf. Deutliche Fortschritte macht Fifa 17 vor allem beim Mitspielerverhalten: Eure Kameraden laufen sich viel klüger frei und so herrscht insgesamt mehr Bewegung auf dem Feld. Verteidiger auf der anderen Seite stellen Räume ordentlich zu. "Wir sind uns bewusst, dass die Laufwege ein großes Problem des Vorgängers waren. In Fifa 17 blockieren sich Offensivspieler nicht mehr gegenseitig und suchen sich häufig ungewöhnliche Wege, um sich frei zu spielen", erklärt Nick Channon sachlich.

Selbstverständlich trefft ihr auf die bekanntesten Gesichter des Sports.Selbstverständlich trefft ihr auf die bekanntesten Gesichter des Sports.

Zugleich arbeitet EA Sports merklich an der Ballkontrolle. Sobald ihr das Leder erobert habt, könnt ihr den Ball nun abschirmen und so gegen eure Widersacher verteidigen. Eine ähnliche Funktion gab es zwar bereits, allerdings wurde sie diesmal dank der guten Physik-Berechnung der Frostbite-Technik noch verfeinert. Der ballführende Kicker macht sich breit und erkennt automatisch, wie er sich positionieren muss. Kräftige Spieler wie Ibrahimovic können das Leder so gegen kleinere Verteidiger behaupten.

Diese neue Körperlichkeit zeigt sich auch im Rest des Spiels: Die Profis angeln nun Bälle geschickt aus der Luft und können sie dann in aller Ruhe weiter verarbeiten, anstatt sie direkt per Kopfball weiterzuspielen. Torhüter müssen sich bei Eckbällen und Flanken durchsetzen. Stürmer auf der anderen Seite können die Pocke nun bei Kopfbällen gezielt drücken oder per scharfem Flachschuss platzieren.

Drei Ecken, ein Elfer?

Zu guter Letzt überarbeitet EA Sports noch die Standardsituationen. Die kleinste Neuerung betrifft die Einwürfe: Hier könnt ihr euch nun ein paar Meter vor und zurück bewegen, um euch einen minimalen Vorteil zu verschaffen. Bedeutender ist das Eckballsystem. Denn statt diese mit Augenmaß in den Sechszehner zu zwirbeln, erhaltet ihr ein Fadenkreuz und visiert damit eure Mitspieler an. Die richtige Härte der Flanke müsst weiterhin ihr regeln, sodass Ecken keine kompletten Selbstläufer sind.

EA tut es der Konkurrenz von 2K gleich und liefert eine spannende Kampagne.EA tut es der Konkurrenz von 2K gleich und liefert eine spannende Kampagne.

Absolut ungewöhnlich spielen sich nun die Elfmeter. Wie bei Freistößen könnt ihr nun mit dem linken Stick die Position eures Spielers und seinen Winkel zum Ball festlegen. Mit einem Klick nach vorne setzt sich der Kicker dann in Bewegung, kann dabei aber weiter kontrolliert werden. Diese neue Funktionalität fühlt sich enorm gewöhnungsbedürftig an und wird sicherlich eine Mechanik sein, an der sich die Geister scheiden. In der Anspielrunde gab es jedenfalls gemischte Reaktionen und viele Schüsse Richtung Eckfahne.

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Tags: Entwicklerbesuch   Multiplayer   Singleplayer   E3 2016  

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