Vorschau E3 2016 Days Gone: Schicke "Open World"-Apokalypse für PS4

von Thomas Stuchlik (15. Juni 2016)

Zahlreiche PS4-Zocker warten sehnlichst auf ein Zombie-Abenteuer im Stile von DayZ und H1Z1. Das auf der Spielemesse E3 2016 angekündigte Days Gone ist zwar kein Online-Shooter, hat aber durchaus das Zeug zum apokalyptischen Hit.

Melancholisch beginnt das erste Spielvideo zu Days Gone: Der Hauptdarsteller Deacon St. John erinnert sich an den zwei Jahre zurückliegenden Untergang der Menschheit. Damals wurde fast jegliches Leben auf der Erde durch eine Epidemie ausgelöscht. Die Betroffenen sind jedoch nicht tot, sondern zu willenlosen Kreaturen namens Freakers mutiert. Sie stellen damit auch die größte Bedrohung dar, die euch im Spiel begegnet. Obendrein vermisst John seine blonde Angebetete, die scheinbar auch in der Apokalypse ums Leben kam.

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PS4-Endzeit in Days Gone

Im Spiel erwartet euch eine große offene Welt, die im amerikanischen Nordwesten angesiedelt ist. So durchstreift ihr riesige Wälder, Hügel und Gebirgsketten. Hier und da siedeln sich Überlebende in Camps an (ganz ähnlich wie in "The Walking Dead"). Doch der Held ist ein sogenannter "Drifter", der sein Glück auf der Straße versucht, anstatt sich in einem sicheren Hafen niederzulassen.

Ausgestorbene Wildnis

Bei der ersten Spielvorführung während Sonys Pressekonferenz wird sogleich der "Open World"-Gedanke demonstriert. Mit seinem Zweirad gelangt John über wild bewachsene Natur zu einer scheinbar verlassenen Ansiedlung. In den verranzten Zelten sucht er nach Verwertbarem, doch er ist nicht allein.

Verlassene Dörfer und Farmen versprechen wertvolle Ausrüstung, aber auch große Gefahren.Verlassene Dörfer und Farmen versprechen wertvolle Ausrüstung, aber auch große Gefahren.

Schnell wird klar, dass hier Hopfen und Malz verloren sind: Wölfe machen sich bereits an einer blutigen Leiche zu schaffen. Dennoch klaubt er weiter Ausrüstung zusammen, als ihm plötzlich erste Freaker begegnen. Diese bewegen sich schnell auf allen Vieren voran – ganz wie Gollum aus "Der Herr der Ringe". Ein simpler Fall für die Knarre.

Doch schnell wird es heikel: Über die Dächer einer Scheune sucht der Hauptdarsteller nach einem Überlebenden und wird vom Anblick einer ganzen Untoten-Armee überrascht. Die Freaker besetzen scheinbar das gesamte Camp und sind auf lebendiges Fleisch aus. Doch unvermittelt kommt es zum Kampf mit einem Unbekannten.

Beim Gerangel fallen beide zu Boden. Doch während der Held davonkommt, wird sein Gegenüber wegen einer Fußverletzung schnell von den Zombies geschnappt. Hier wäre interessant, ob ihr im Spiel entscheiden könnt, Leuten zu helfen oder sie ausliefert und euch so selbst rettet.

Untote hinter jedem Eck

So oder so spitzt sich der Kampf ums Überleben zu. Denn von allen Seiten bedrängen die Kreaturen den Helden. Mit geschickter Kletterei entgeht er den anstürmenden Horden. Schön dabei: Die Animationen des Helden wirken geschmeidig. Er ist agil wie ein Nathan Drake aus Uncharted 4 - A Thief's End oder ein Joel aus The Last of Us. Days Gone hat sich scheinbar viele Spielelemente aus letzterem abgeguckt – von der schicken Optik bis zur Vorgehensweise gegen Untote.

Die fies aussehenden Freaker bekämpft ihr mit Kugeln oder im Nahkampf.Die fies aussehenden Freaker bekämpft ihr mit Kugeln oder im Nahkampf.

Allerdings mangelt es hier wahrlich nicht an Munition. Denn um die Hundertschaften an Gegnern kleinzukriegen, leert der Held ein Magazin seines Automatikgewehrs nach dem nächsten. Die Feinde verhalten sich dabei tierähnlich, sie rotten sich wie Ameisen zusammen und greifen mit ihrer schieren Überzahl an. Blei hilft hier nicht mehr, so bleibt nur die Flucht in eine Lagerhalle. Der Held versperrt das Tor, doch die Untoten strömen durch Nebeneingänge herein.

Ein derart massenhaftes Auftreten kennt ihr eher aus den Dead Rising-Teilen und anderen indizierten Genre-Vertretern. Bedächtiges Vorgehen erscheint hier sinnlos, stattdessen ist schnelle Reaktion gefragt. John wird in die oberen Etagen gedrängt, wo ihm die Fluchtwege langsam ausgehen. Letztlich bleiben nur genretypische Explosiv-Fässer sowie Molotov-Cocktails, um einigen Freakern den Garaus zu machen.

Vom Einzelgänger bis zur Armee

Die Entwickler unterscheiden dabei zwei Freaker-Gruppen: Newts und Horden. Newts sind einzelgängerische Jäger, die schnell zuschlagen und wieder verschwinden. Horden agieren dagegen als große Einheit. Sie jagen und attackieren gemeinsam wie ein Bienenschwarm. Sie sind langsamer und dümmer, in der Masse aber eine echte Bedrohung.

Die schiere Zombie-Übermacht scheint kein Ende zu nehmen!Die schiere Zombie-Übermacht scheint kein Ende zu nehmen!

Letztlich kann der Held bei der E3-Vorführung nur auf einer engen Brücke die Horde-Bedrohung eindämmen, da die Zombies hier nur von einer Seite heranschlurfen. Doch der darauffolgende Kameraschwenk offenbart: Von außerhalb strömen hunderte weiterer Kreaturen heran. Doch wie es ausgeht, bleibt offen. Denn hier endet das gezeigte Live-Spiel.

In Days Gone erwartet euch eine bedrohliche Zombie-Zukunft, die immer wieder an The Last Of Us erinnert. Schließlich kann der Held auch hier Fallen aufstellen und sich Werkzeuge anfertigen. Den großen Unterschied macht jedoch die freie Spielwelt aus, die kein fixes Ziel vorschreibt. Stattdessen tingelt ihr zwischen Städten, interessanten Punkten und Außenposten herum. Große Distanzen überbrückt ihr dabei mittels Motorrad. Doch hier seid ihr nicht auf Straßen festgelegt und fegt auch mal querfeldein durchs Unterholz.

Unbekanntes Studio, schöne Aussichten

Days Gone kommt vom Entwickler Bend Studio, das jahrelang nichts von sich hören hat lassen. Vormals zeichnete das Team für Uncharted - Golden Abyss für PlayStation Vita verantwortlich. Nun wagen sich die Macher an ein großes Projekt für die PS4.

Der hohe Detailgrad der Landschaft ist für ein "Open World"-Spiel bereits überzeugend.Der hohe Detailgrad der Landschaft ist für ein "Open World"-Spiel bereits überzeugend.

Dabei protzen sie mit wirklich opulenter Landschaftsgrafik, die ihr zu Fuß und per Motorrad bereist. Die wahre Größe der Welt lässt sich dabei nur erahnen. In weiter Entfernung lassen sich verschneite Berge erkennen. Doch es ist fraglich, ob ihr diese erklimmen dürft oder ob diese die Grenze der Spielwelt bilden.

Ebenso spannend ist die Frage, was und wer euch in der Wildnis begegnet. Im Trailer ist bereits ein abgestürztes Flugzeug zu sehen, das ihr durchsuchen könnt. Ebenso interessant ist Johns Begleiter mit dem er Funkkontakt hält und der ihm sicherlich in brenzligen Lagen aushelfen wird. Mal sehen, auf welche Verbündeten der Held weiterhin setzen kann.

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Tags: Open World   Singleplayer   E3 2016   Pressekonferenzen  

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