Vorschau Paper Mario - Color Splash: Papier-Mario kehrt auf den großen Bildschirm zurück

von Thomas Nickel (01. Juli 2016)

Nach ein paar Jahren im Handheld-Exil erlebt der flache Paper Mario wieder ein ausgewachsenes Konsolen-Abenteuer. Für eine Proberunde, haben wir Nintendo besucht.

Das neue Paper Mario geht den mit Paper Mario - Sticker Star eingeschlagenen Weg weiter. Bis auf einen Begleiter mit eher beratender Funktion ist Mario auch dieses Mal wieder alleine unterwegs. Kleine Rätsel bestimmen den Spielablauf und anstatt auf die üblichen Rollenspielmenüs setzt auch Paper Mario - Color Splash auf ein kartenbasiertes Kampfsysten. Sprung- und Hammerangriffe, Feuerblumen und andere offensive Karten werden unterwegs eingesammelt und im Kampf verbraucht, malt ihr sie mit euren Farbvorräten an, werden sie mächtiger.

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Paper Mario - Color Spash: Der große Farbhammer

Es ist schon lange her, dass die Papier-Inkarnation von Super Mario im N64-Abenteuer Paper Mario sein famoses Debüt feiert. Zuletzt erwähnt in unserem Report "20 Jahre Nintendo 64 (N64): Wir feiern Geburtstag und graben Anekdoten aus". Ein paar Jahre später setzte er auf dem Gamecube Paper Mario - Die Legende vom Äonentor nochmal in jeder Beziehung einen drauf und war damals ein heller Stern am Rollenspielhimmel. Doch dann geriet seine Karriere etwas ins Stocken.

Da war zunächst das lang erwartete Super Paper Mario - bereits dort wurde der Rollenspielanteil für Rätsel und Geschicklichkeitseinlagen ein gutes Stück zurückgefahren. Dieser Trend setzte sich fort: Paper Mario - Sticker Star entfernte weitere Rollenspiel-Elemente und setzte auf ein Kampfsystem, das auf begrenzten Ressourcen in Form von Aufklebern basierte - objektiv ein tolles Spiel, aber eben so gar nicht mehr das, was sich Rollenspieler vom ehemaligen Genreprimus erhofften.

Die Papierszenarien sind witzig und detailreich gestaltet.Die Papierszenarien sind witzig und detailreich gestaltet.

Nach einem Gastauftritt in Mario & Luigi - Paper Jam Bros. schickt Nintendo den Papier-Klempner voraussichtlich in diesem Herbst nochmal auf die Wii U.

Und warum das alles? Weil auf einer tropischen Insel ein akutes Farbproblem herrscht. Nein, es ist nicht wie damals bei Super Mario Sunshine, wo ein böser Dreckspatz ein tropisches Paradies vollkleckerte. Dieses Mal fehlen auf der bunten Insel die Farben und natürlich haben irgendwie der ewige Fiesling Bowser und seine vorwitzige Brut wieder einmal seine schuppigen Pranken im Spiel. Zeit für Mario, den bunten Hammer einzupacken und für eine ordentliche Ladung Buntigkeit zu sorgen.

Rätsel-Fest

Witzige Begleiter wie in den ersten beiden Episoden hat Mario nicht mehr dabei. Dafür darf er aber wieder eine Menge Rätsel lösen. Beispiel gefällig? Mario braucht einen Schlüssel, um an einen besonders exklusiven Privatstrand zu kommen. Doch den bekommt er nur, wenn er das Rätsel einer lustigen Toad-Truppe knackt. Einer hat den Schlüssel, die anderen nicht, und in bester Hütchenspielermanier fordern sie Mario heraus, sie genau zu beobachten, während sie einen flotten Tanz aufführen - wenn Mario danach sagen kann, welcher Toad den Schlüssel bei sich trägt, darf er ihn haben.

Leicht ist das nicht, bewegen sich die Toads doch überraschend schnell. Beim ersten Versuch langt Mario auch gleich daneben, beim zweiten auch ... ob da etwa etwas nicht mit rechten Dingen zugeht? Das lässt sich herausfinden. Erstmal schauen, welcher Toad den Schlüssel hat. Aha, der zweite von links. Sogleich zieht ihm Mario sanft einen mit dem Farbhammer über, denn mit so einer Farbkur ist er gleich viel einfacher zu erkennen.

Also - Toad Tanz, Toad-Auswahl, aber was passiert? Der bunte Toad hat den Schlüssel nicht mehr! Hier wird eindeutig geschummelt! Also redet Mario mit dem Anführer der Truppe und schließlich gibt der geknickt den Schwindel zu. Mario bekommt den Schlüssel, wenn er verspricht, den anderen Toads nicht vom krummen Spiel der Truppe zu erzählen. Endlich ist Marios Weg frei in den nächsten Abschnitt. Damit erreichen wir das Ende des ersten, direkt bei Nintendo in Frankfurt-Niederrad gezeigten Abschnitts.

Karten-Kampf

In seinen früheren Rollenspiel-Abenteuer hatte Mario stets Begleiter, die ihm im Kampf unter die Arme gegriffen haben. In seinem neuen Insel-Ausflug stellt er sich seinen Gegner wieder alleine. Mit einem Karten-Vorrat werden Aktionen ausgelöst: Normale oder multiple Sprünge, kräftige Hammer-Schwinger oder flammende Feuerblumen-Angriffe sind allesamt nur begrenzt vorhanden und wollen klug eingesetzt werden. Auch Farbe ist eine begrenzte Ressource, aber ausgesprochen nützlich: Die meisten Karten trägt Mario in Schwarz-Weiß mit sich herum, doch färbt Mario die Karten ein, schlagen sie beim Feind gleich nochmal so hart rein.

Mit dem Hammer verleiht Mario seinen Argumenten Gewicht.Mit dem Hammer verleiht Mario seinen Argumenten Gewicht.

Bei Nintendos Präsentation bekommt das vor allem Morton Koopa Jr. zu spüren. Der lauert Mario auf der Spitze eines hohen Turms auf und hat einen der Farbsterne, um die sich die Handlung dreht, in seiner Gewalt. Mit den richtigen Karten verpasst Mario ihm eine ordentliche Abreibung, und mit etwas Fingerspitzengefühl schafft er es auch, Mortons Angriffen flink auszuweichen. Doch dann wendet sich das Blatt: Morton holt den großen Hammer raus und setzt ihn auch noch in Brand - nicht nur verpasst er Mario damit eine gehörige Kelle, auch ein Gegenangriff ist auf einmal nicht mehr drin, wenn sich Mario nicht den Hosenboden verbrennen möchte.

Doch hier greift wieder der Abenteuer- und Rätselaspekt. Zu einem früheren Zeitpunkt hat Mario einen Feuerlöscher gefunden und auf eine seiner Karten gebannt, jetzt darf der sein Werk verrichten. Die Szenerie verändert sich: Eine fotorealistische Stadt erscheint, und ein Feuerlöscher, so hoch wie ein Wolkenkratzer nähert sich dem verdutzten Morton. Eine Salve Löschschaum später ist der brennende Hammer unschädlich gemacht, Morton schaut dumm aus der Wäsche und Mario gibt ihm mit einem flinken Sprungangriff den Rest.

Papierwelt wie selbst gebastelt

Über den spielerischen Schwerpunkt des neuen Paper Mario kann man streiten, in Sachen Grafik gibt sich das kommende Abenteuer dagegen keine Blößen. Wie vielen anderen Nintendo-Reihen auch, tut auch Paper Mario die HD-Kur unwahrscheinlich gut. Nicht nur Mario, seine Freunde und Feinde, sondern auch die Umgebung scheint aus virtueller Papier und fester Pappe gebastelt. Die Objekte werden geknickt und gefalzt, man erkennt die Textur der Kartons und wenn sich einmal ein geheimer Raum auftut, dann ist der ganz bewusst einfach und provisorisch gehalten - man soll ja eigentlich nicht hinter die Kulissen der Papierwelt schauen.

An bizarren Szenen wird wieder einmal nicht gespart.An bizarren Szenen wird wieder einmal nicht gespart.

Der große Kontrast dazu sind die fotorealistischen Objekte, die man ab und an findet. Da gibt es nicht nur den bereits erwähnten Feuerlöscher, sondern beispielsweise auch eine riesigen Winkekatze. Allerdings hat sich deren Einsatzgebiet bei unserem Besuch noch nicht offenbart. Da kommt dann auch wieder der ganz eigene Humor von Paper Mario zum Tragen.

Wo die Spieler der Mario-&-Luigi-Serie vor allem auf Ironie und Spiel mit den gängigen Mario-Klischees setzen, zeichnet sich Paper Mario seit jeher durch ein gutes Gespür für das Seltsame und Bizarre aus. Wie eben den riesigen Feuerlöscher. Oder die Winkekatze. Oder den Moment, an dem Mario mit einer riesigen Schwere einen Teil des Hintergrunds ausschneidet und als Brücke verwendet. Wenn Nintendo diese Elemente und Momente gut einsetzt, dann kann man sich vielleicht auch mit der neuen Ausrichtung von Paper Mario gut anfreunden.

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Tags: Entwicklerbesuch  

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