Test Lego Star Wars - Das Erwachen der Macht: Klötzchenspaß in einer weit, weit entfernten Galaxie

von Stephan Petersen (04. Juli 2016)

Endlich wieder ein "Star Wars"-Videospiel im Lego Universum! Nach fünf Jahren nimmt Entwickler Traveller's Tales den aktuellen Kinofilm als Anlass für ein neues Weltraum-Abenteuer.

Traveller's Tales transportiert die Geschichte und Atmosphäre von Episode 7 großartig auf den Bildschirm.Traveller's Tales transportiert die Geschichte und Atmosphäre von Episode 7 großartig auf den Bildschirm.

Schon nach der Lego-Vorabrunde in Hamburg hatten wir ein gutes Gefühl. Jetzt ist es fertig. Ein langer Weg liegt Lego Star Wars - Das Erwachen der Macht zu Grunde. Es war einmal vor langer Zeit in einem weit, weit entfernten Land namens Großbritannien, wo die bemerkenswerte Erfolgsgeschichte eines kleinen Entwicklungsstudios begann. Elf Jahre ist es her, dass Entwickler Traveller’s Tales zwei allerorts beliebte Marken, Lego und Star Wars, miteinander kombinierte und daraus ein Videospiel für Jung und Alt erschuf.

Nach Lego Star Wars im Jahr 2005 folgten zahlreiche weitere Lego-Videospiele mit unterschiedlichen Helden: von Indiana Jones über Batman und Harry Potter bis hin zu den Avengers. Mittlerweile erscheinen zwar ein bis zwei Lego-Videospiele jährlich, das bislang jüngste "Star Wars"-Abenteuer, Lego Star Wars 3: The Clone Wars, liegt aber bereits fünf Jahre zurück.

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Lego Star Wars - Das Erwachen der Macht

Zeit also für ein neues Spiel es ist. Da bietet der jüngste Kinofilm Star Wars: Das Erwachen der Macht natürlich die perfekte Gelegenheit. So viel gleich vorweg: Traveller's Tales bringt die Geschichte und Atmosphäre von Episode 7 großartig auf den Bildschirm. Sämtliche Schlüsselszenen und Charaktere sind mit dabei. So erlebt ihr etwa die Flucht von Poe und Finn mit einem Tie-Jäger, stellt euch Kylo Ren im Lichtschwert-Duell oder kämpft zusammen mit den Ewoks auf Endor gegen AT-STs.

Tolle Inszenierung

Moment mal, Ewoks? Ja, richtig gelesen. Im Prolog spielt ihr das Finale von Episode 6 nach, inklusive der Auseinandersetzung mit dem Imperator und der Zerstörung des Todessterns. Auch bei der Musik und den Synchronsprechern hält man sich an die Lizenzvorlage. Neben den Klängen aus der Feder von Komponist John Williams bekommt ihr die deutschen Stimmen von Rey, Finn, Han Solo und Co. auf die Ohren. Und zwar nicht nur Tonschnipsel aus dem Film, sondern eigens im Studio eingesprochene Texte. Gepaart wird das Ganze mit dem typischen, familienfreundlichen Lego-Humor wie ihr ihn aus anderen Videospielen der Reihe kennt.

Die Handlung von Episode 7 wurde für das Spiel gestreckt und um einen Prolog ergänzt, in dem ihr das Finale von Episode 6 nacherlebt.Die Handlung von Episode 7 wurde für das Spiel gestreckt und um einen Prolog ergänzt, in dem ihr das Finale von Episode 6 nacherlebt.

Auch spielerisch werden sich altgediente Lego-Spieler sofort zurecht finden. Neulinge hingegen dürften im Prolog ihre Schwierigkeiten haben, wenn Laserbeschuss den Wald von Endor erleuchtet, unzählige Figuren herumwuseln, bunte Lego-Steine explodieren, Punkte auf das Highscore-Konto wandern und in Sekundenschnelle ein Text über den Bildschirm huscht. Auch ist es im ersten Moment seltsam, Hilfstexte auszulösen, indem man dagegen schlägt. Darüber hinaus ist die Kameraperspektive nicht immer optimal, sondern teilweise zu weit vom Geschehen entfernt oder einfach nicht besonders gut platziert. Ein Problem, das die Lego-Videospiel-Historie wie ein roter Faden durchzieht.

Rund zwei Stunden dauerte Star Wars: Das Erwachen der Macht im Kino. Reicht das für ein Videospiel? Ja, weil Entwickler Traveller's Tales die Filmhandlung erweitert hat. So nimmt jeder Filmabschnitt eine wesentlich größere Rolle im Spiel ein. Die Flucht von Poe und Finn ist etwa inhaltlich umfangreicher. Aber auch den Planeten Jakku bekommt ihr beispielsweise im Spiel erheblich länger zu Gesicht. In einigen Abschnitten ist das klasse. Gerade von Poe Dameron sieht man anfangs im Film ja relativ wenig. Teilweise wirkt die Handlung aber arg gestreckt. Zudem könnt ihr weitere Bonus-Level freischalten. So dürft ihr etwa als Chewbacca und Han Solo die aus dem Film bekannten Rathare jagen oder als Poe Dameron Admiral Ackbar befreien. Auch könnt ihr im sogenannten Freien Spiel bereits gemeisterte Level nochmals mit zuvor freigeschalteten Charakteren absolvieren.

Dieses Video zu Lego Star Wars schon gesehen?

Altbekanntes Lego-Spielgefühl

Während eures Abenteuers schlüpft ihr in die Rolle von verschiedenen Figuren. Jeder Charakter verfügt über individuelle Fähigkeiten. So kann sich etwa der kleine, kugelrunde Roboter BB-8 mithilfe eines Katapults auf eine höhere Etage schießen und dort eine Maschine manipulieren, Rey als Akrobatin Abgründe überwinden oder Chewbacca mit seinen Thermaldetonatoren Hindernisse aus dem Weg räumen. Natürlich gibt es ebenfalls wieder einen Kooperativ-Modus, bei dem zwei Spieler zusammen an einem geteilten Bildschirm zocken. Ein Online-Mehrspieler-Modus fehlt jedoch.

Aus den zerlegten Lego-Steinen baut ihr verschiedene Gerätschaften und Maschinen, in diesem Fall ein Katapult für BB-8, der danach auf die höhere Etage gelangen kann.Aus den zerlegten Lego-Steinen baut ihr verschiedene Gerätschaften und Maschinen, in diesem Fall ein Katapult für BB-8, der danach auf die höhere Etage gelangen kann.

Spielerisch bekommt ihr die Lego-typische Mischung aus Sprung-, Kletter-, Kampf- und Rätseleinlagen. Dabei ist die Ausgangslage immer folgende: Ein Weg ist versperrt und ihr müsst ihn freiräumen. Zunächst einmal schießt und haut ihr sämtliche Objekte und Gegner zu Klump und setzt dann die Fähigkeiten eurer Helden ein. Der Schwierigkeitsgrad ist meistens so niedrig, dass selbst ein Wampa des Rätsels Lösung finden würde. Zudem erleichtern Hilfstexte, Einblendungen, Kommentare der Figuren und Kamerafahrten das Vorgehen erheblich. Da hat es selbst in der nicht gerade als knüppelhart bekannten Lego-Videospielreihe schon anspruchsvollere Herausforderungen gegeben.

Neu hinzugekommen ist das von den Entwicklern genannte „Multi-Build“. Das bedeutet: aus den von euch zerlegten Lego-Steinen könnt ihr mehrere neue Gerätschaften bauen. In der Praxis ist das ganz einfach: Ihr drückt einen Knopf und wählt dann mit dem Controller-Stick einen von zwei bis drei vorgewählten Bauplätzen. Da ihr nicht wisst, welche Maschine gebaut wird, ist an dieser Stelle ausprobieren angesagt.

Deckungskämpfe und Weltallschlachten

Eine weitere Neuerung sind die Deckungskampf-Abschnitte. Hierbei gehen eure Charaktere automatisch hinter einer Barrikade in Deckung. Dann ballert ihr auf Sturmtruppen oder schaltet feindliche Geschütze aus. Letztere sind oft durch einen Schild geschützt, so dass einer der Helden - die entsprechende Fähigkeit vorausgesetzt - zunächst mit seinem Fernglas nach Schwachstellen suchen muss. Übrigens könnt ihr in einer Deckung auch jederzeit die Position wechseln.

Die Flugsequenzen machen Spaß und sorgen für spielerische Abwechslung.Die Flugsequenzen machen Spaß und sorgen für spielerische Abwechslung.

Das dritte spielerisch bemerkenswerte Merkmal sind die Flugsequenzen, in denen ihr in einigen Abschnitten euer Raumschiff sogar frei bewegen dürft. Das macht vor allem im Koop richtig viel Spaß, wenn ihr mit dem Millennium-Falken über die Oberfläche des Todessterns fliegt, als Poe und Finn in einem Tie-Jäger unterwegs seid, Torpedos auf Schildgeneratoren abfeuert und feindliche Jäger unter Beschuss nehmt.

Neben der eingangs schon erwähnten gelungenen Akustik weiß auch die optische Seite rundum zu gefallen. Die Schauplätze sind detailliert und versprühen "Star Wars"-Atmosphäre. Auch die Lego-Figuren sehen klasse aus und wirken wortwörtlich äußerst plastisch. Besonders sehenswert sind wieder einmal die Animationen, die zur Situationskomik und dem typischen Gute-Laune-Gefühl eines Lego-Spiels beitragen.

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Tags: Science-Fiction   Koop-Modus  

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