Vorschau Warhammer 40.000 - Eternal Crusade: Düsteres Mehrspieler-Gemetzel in London angespielt

von Ulrich Wimmeroth (06. Juli 2016)

Die Fraktion der Orks, neue Schauplätze und ein erster Blick auf die Konsolenversion: Entwickler Behaviour Interactive lädt zur Präsentation nach London ein.

Von Total War - Warhammer, über den Ego-Shooter Warhammer End Times - Vermintide, bis zu dem kommenden Echtzeit-Strategiespiel Warhammer 40.000 - Dawn of War 3 - Die Fantasiewelten von Creative Workshop liefern reichlich Stoff für Spielemacher. Das haben auch die Entwickler des kanadischen Studios Behaviour Interactive erkannt und auf Basis der Geschichte und der Figuren aus dem "Warhammer 40.000"-Universum mit Warhammer 40.000 - Eternal Crusade ein Online-Actionspiel mit MMO-Anleihen auf die Beine gestellt.

Der Einstieg gestaltet sich einfach, ihr wählt aus den vier Fraktionen Space Marines, Chaos Marines, Eldar und - ganz frisch dabei - den schwarzblütigen Orks, eure Lieblingsrasse. Die fiesen Tyraniden haben auch einen Auftritt, allerdings nur als computergesteuerte Gegner. Ans Eingemachte geht es dann in der Klassenwahl. Soll es lieber der Standard-Fußsoldat mit ausgewogenen Fähigkeiten sein oder ein Schwergewicht mit dicker Panzerung und ebenso dicker Wumme? Oder doch lieber ein agiler Assault Marine mit Jet Pack?

Habt ihr eure Wahl getroffen, könnt ihr euch auch gleich ins Spiel stürzen. Zur Verfügung stehen zwei Modi: Der "Spieler gegen Spieler"-Modus, in dem ihr in Teams mit bis zu 30 Kameraden gegen einen gleich starken Trupp ins Feld zieht. Oder der Koop-Modus, bei dem ihr mit vier Freunden vorgegebene Ziele erreichen sollt und es dabei mit computergesteuerten Gegnern zu tun bekommt. Prinzipiell könnt ihr sogar alleine antreten, aber das hat wohl noch niemand überlebt, versichern uns die Entwickler.

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Warhammer 40.000 - Eternal Crusade

Herzstück des Spiels ist der PvP-Modus (Spieler gegen Spieler), in dem ihr beispielsweise Stützpunkte der feindlichen Mannschaft oder auf der Karte verzeichnete strategische Orte einnehmen sollt. So richtig turbulent wird es, wenn es um den Spielmodus Fortress geht, in dem ihr im Zeitlimit eine mächtige Festung einnehmen sollt. Wenn da die maximale Spieleranzahl aufeinandertrifft, kommt ihr aus der Dauer-Action gar nicht mehr raus. Die soll übrigens zum Erscheinen noch weiter gesteigert werden. Bis zu 128 Spieler sollen sich dann auf dem Schlachtfeld tummeln können.

Etwas Battlefield, ein bisschen World of Tanks

Die Entwickler machen keinen Hehl daraus, an welchen Spielen sie sich bei der Entwicklung orientiert haben. Gears of War als Vorbild für die Ballermechanik, die Perspektive aus der dritten Person, und die Deckungsautomatik, World of Tanks für die Steuerung der gepanzerten Fahrzeuge, die sich von euch im Spiel bemannen lassen. Gut, futuristische Panzer gibt es. Aber die haben sich eher als träge Stahlkolosse ohne großartige Wirkung im Probezock gezeigt als eine taktische Alternative zum Laufen. Dazu gibt es einfach viel zu wenige offene Flächen auf der Karte. Mit Rennen, Deckung nehmen und Überraschungsangriffen aus dem Hinterhalt, kommt ihr als Infanterist einfach besser klar.

Als Space Marine verfügt ihr über eine durchschlagkräftige Bewaffnung.Als Space Marine verfügt ihr über eine durchschlagkräftige Bewaffnung.

Ein bisschen Battlefield ist aber auch dabei. Am deutlichsten erkennt ihr das, wenn ihr nach einem digitalen Todesstoß wieder ins Spiel zurückkehrt. Dann könnt ihr auf der Übersichtskarte auswählen, an welcher Stelle ihr auftauchen wollt. Das kann übrigens auch in einem Fahrzeug sein. Besser gut kopiert, als miserabel selbst gemacht.

Trotz der allgegenwärtigen Vorbilder hat das Spiel aber seinen ganz eigenen Charakter und ist definitiv kein billiger Abklatsch. Die düsteren Schauplätze der dystopischen Zukunftsvision bieten reichlich Abwechslung und können mit einer ansehnlichen Grafik aufwarten. Nehmt euch mal die Zeit und wendet den Blick von den Ruinen, Geröllfeldern oder futuristischen Gebäuden ab und schaut euch den farbenfrohen Himmel mit seinen Monden und Asteroiden an. Es lohnt sich! Aber wahrscheinlich werdet ihr in genau diesem Augenblick dann von einem Gegner niedergemetzelt. Lange Pausen könnt ihr euch nicht gönnen, der Feind ist überall.

"Wir hören auf die Community"

Über 17.000 Gründerpakete haben Behaviour Interactive an Warhammer-Fans abgesetzt. Gut 70.000 zahlende Spieler tummeln sich bereits auf den düsteren Schlachtfeldern des Planeten Arkhona, der eigens in Zusammenarbeit mit dem Warhammer-Lizenzgeber Games Workshop in die Geschichte des kriegerischen Universums eingebaut wurde. Ein wichtiges Humanpotenzial für die Entwickler, die ganz genau auf die Rückmeldungen aus der regen Community hören. Ein Spiel für echte Gamer soll es nämlich werden, für Hardcore-Fans von knackigen Online-Ballereien und mit der düsteren Atmosphäre der Warhammer 40.000-Historie.

So sieht also ein Space Marine ohne Helm aus.So sieht also ein Space Marine ohne Helm aus.

Besonders gewünscht wurde zum Beispiel, dass es Beschuss durch eigene Truppen, sogenanntes Friendly Fire, geben sollte. Das bedeutet, ihr könnt eure eigenen Teamkameraden verletzen und töten. Und natürlich auch im Eifer des Gefechts von euren Mitspielern geplättet werden, wenn ihr nichtsahnend in die Schusslinie geratet. Wie unangenehm das sein kann, ist uns beim Probespiel mehrfach aufgefallen. Da sehen wir einen Kumpel, der sich im Nahkampf abrackert und wollen eigentlich aus der Ferne Schützenhilfe leisten. Dabei treffen wir aber, trotz gelungener Maussteuerung, den eigenen Mitstreiter. Schade. Aber glücklicherweise können wir zu Hilfe eilen und die Lebensenergie wiederherstellen. Sauer war der Kollege trotzdem.

Ein weiterer Spielbestandteil, der direkt aus der Kommunikation mit der regen Gemeinschaft stammt, ist beispielsweise das Fehlen einer automatischen Zielfunktion. Ja, ihr könnt einen Gegner ins Visier nehmen und fixieren, aber den ruhigen Mausfinger braucht ihr trotzdem, um einen gelungenen Kopfschuss zu platzieren. Ein weiterer Herzenswunsch der Anhängerschaft: Viele, möglichst blutige, Exekutionen. Habt ihr einen Gegner am Boden, könnt ihr ihn spektakulär den Pixeltod sterben lassen. Das ist ziemlich brutal mit einer eigenen ausufernden Animation in Szene gesetzt. Eine Warnung: So beeindruckend der "Finishing-Move" auch aussieht, in diesem Zeitraum seit ihr schutzlos und könnt von der gegnerischen Fraktion leicht getroffen werden.

####Zahle nur, wenn du cool aussehen willst

"Warhammer 40.000 - Eternal Crusade" ist ein Vollpreisspiel. Gut 40 Euro blättert ihr bei Steam für den Early Access hin. Die kommenden Konsolenversionen werden in einer ähnlichen Preislage liegen. Und wenn es nach den Entwicklern geht, braucht ihr auch keinen weiteren Cent zu investieren, um es bis ganz oben auf die Rangleiter zu schaffen. Gut, das dürft ihr eigentlich von einem Spiel mit normalem Verkaufspreis auch erwarten.

Die eher zierlichen Eldar sind für den Nahkampf nicht besonders gut geeignet.Die eher zierlichen Eldar sind für den Nahkampf nicht besonders gut geeignet.

"Du zahlst nicht um zu gewinnen, du zahlst nur, damit du cooler Aussehen kannst", erklärt uns Martin Spenard von Behaviour Interactive. Eine andere Farbe der Rüstung, eine exklusive Lackierung der Fahrzeuge, auffällige Schulterstücke oder extragroße Hörner für Chaos Marines. Alles nur Kosmetik. Auch nur im spieleigenen Shop erhältliche Waffen, sind nicht durchschlagkräftiger. Die besten Waffen erspielt ihr euch, die könnt ihr eben nicht kaufen. Ebenfalls nur gegen Echtgeld zu bekommen sind neue Hinrichtungs-Animationen. "Das haben sich die Spieler ganz besonders gewünscht", sagt Spenard. (Die Spieler haben sich gewünscht, für zusätzliche Animationen bezahlen zu müssen? Nun, da wir nicht das Gegenteil beweisen können, lassen wir die Aussage mal so stehen.)

Spielerweiterungen sind übrigens im Preis inbegriffen. Regelmäßig sollen neue Rassen implementiert werden. So wie die grünen Orks, die als vierte Fraktion, nach den Space Marines, Chaos Marines und Eldar aktuell zur Auswahl stehen. Oder neue Fahrzeuge und Mech-Anzüge wie Dreadnaught und Terminator, die drei Monate nach dem offiziellen Start nachgeliefert werden sollen.

PlayStation 4 und Xbox One, was geht? Probleme mit der Konsolenversion

Während ihr auf Steam in einer frühen Fassung des Spiels, schon Festungen einnehmen und euch rasante Mehrspielergefechte liefern könnt, wird an der Konsolenversion für PlayStation 4 und Xbox One gebastelt. Der pixelblutdürstenden Meute an Journalisten sollte in London auch eine erste Version gezeigt werden, in der sich Teams zu je zehn Spielern eifrig auf die Mütze geben. Das hat nur teilweise funktioniert.

Die gehörnten Chaos Marines sind eine der vier wählbaren Fraktionen.Die gehörnten Chaos Marines sind eine der vier wählbaren Fraktionen.

In einem lokalen Netzwerk waren zwei Dutzend PS4 miteinander verbunden und die Karte mit der Bezeichnung Pegasus Plant bereit für den Kampf von Space Marines gegen Chaos Marines. Allerdings kam es nicht zum ersehnten Schlagabtausch der Warhammer-Fraktionen. Die gerade einmal seit sechs Wochen in Arbeit befindliche, frühe Version des Spiels versagte schlichtweg den Dienst.

Verbindungsabbrüche, eingefrorene Bildschirme und eine Bildwiederholrate aus der Hölle vermiesten die Laune an dem SF-Shooter. Jetzt wäre es natürlich einfach auf der gezeigten Version herumzuhacken. Aber in so einem Fall ist Fairness angesagt. Die sichtlich zerknirschten Entwickler und auch der Herausgeber Bandai Namco versicherten glaubhaft, dass die Probleme vorab bei einem Probelauf in heimischer Umgebung nicht aufgetaucht wären.

Das Konsolen-Warhammer steckt entwicklungstechnisch halt noch in den Babyschuhen, da kann es zu Ausfällen kommen. Es wurde uns fest versprochen, bald mit einer stabilen Version bedacht zu werden. Eine, die optisch mit der durchaus schicken PC-Software gleichzieht und sich ebenso flüssig spielt. Die vage Angabe Sommer 2016 für den Erscheinungstermin ist ja durchaus interpretationsfähig und bis dahin dürfte bei Behaviour Interactive in Kanada noch so manche Überstunde anfallen.

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Tags: Science-Fiction   Multiplayer   Online-Zwang  

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