Test Monster Hunter Generations: Ein gelungenes Konzentrat einer bekannten Formel

von Michael Krüger (12. Juli 2016)

Gerade jetzt, wo der Sommer lange Schatten auf die Spielelandschaft wirft, steht mit Monster Hunter Generations ein Abenteuer ins Haus, das stundenlangen Spaß verspricht.

Nachdem Japan sich bereits vor einem halben Jahr über Monster Hunter X freuen durfte, erscheint es nun bei uns unter dem Namen Monster Hunter Generations. Und wieder könnt ihr euch davon überzeugen, dass es den Entwicklern gelungen ist, sinnvolle Neuerungen zu finden und den spielerischen Komfort zu erhöhen. Freut euch auf eine Menge Bekanntes und ein paar richtig gute Ideen - doch erwartet keine Revolution.

Monster Hunter ist schon eine Marke für sich. Vergleichbare Spiele gibt es wenige und wer einmal in den Bann des Jägerlebens gezogen wurde, kehrt immer wieder dorthin zurück. Dabei definiert die Serie eine ganz eigene Gattung von Spiel. Die Essenz ist simpel und eingängig: Als Jäger sammelt und erlegt ihr, was euch über den Weg läuft. Eure Mühen werden durch Ressourcen vergütet, die ihr wiederum in neue Ausrüstung investiert - ein ständiger Wechsel aus Bedürfnis und Beschaffung.

Die Formel funktioniert deshalb so gut, weil die Verpackung stimmt. Die Szenerien und Bestien erinnern an eine romantische Version der Steinzeit und auch die Gestaltung von Dörfern samt Bewohnern ist herrlich verspielt. Doch nicht nur von Seiten der Präsentation wird hier einiges geboten. Auch spielerisch weist die Reihe weit mehr auf als das oben beschriebene Prinzip. Mit jeder neuen Veröffentlichung erweitert sich das Repertoire gebotener Werkzeuge und die Möglichkeiten als Jäger, die euch zur Verfügung stehen. Gleichzeitig fallen Elemente beiseite, die überholt sind.

Wenn ihr euch schon mal vorab auf Monster Hunter Generations einstimmen wollt und gleichzeitig eure glorreiche Jäger-Vergangenheit in Augenschein nehmt, schaut doch mal hier rein:

Und für neue Jäger haben wir natürlich auch hilfreiche Tipps auf Lager:

Schöne neue alte Welt

Kennt ihr die Serie, dürfte euch der Anfang von Monster Hunter Generations nicht überraschen. Ihr startet in einem urigen Dorf. Dort besitzt ihr nicht nur eine eigene Hütte, sondern umgebt euch mit freundlichen Menschen und den serientypischen Katzenwesen Felyne. Hier werden wirklich alle Bedürfnisse eines Jägers abgedeckt. Ihr heuert samtpfötige Begleiter an, die euch im Kampf und beim Sammeln helfen, lasst neue Rüstung schmieden und kümmert euch um neue Aufträge. Für Stärkung im Kampf sorgen begabte Köche. Benötigt ihr einmal neue Zutaten für eure Tränke, findet ihr ein breites Sortiment am örtlichen Händlerstand.

Per Luftschiff erreicht ihr die anderen Dörfer und das zentrale Lager.Per Luftschiff erreicht ihr die anderen Dörfer und das zentrale Lager.

Neu ist nun die Tatsache, dass euch neben dem Hauptlager gleich vier Dörfer zur Verfügung stehen. Per Luftschiff reist ihr innerhalb eines Augenblicks von Bherna zu den ebenfalls stimmungsvollen Dörfern Kokoto, Polle und Yukumo. Diese Namen kommen euch bekannt vor? Das ist kein Zufall. Es handelt sich dabei nämlich um die Schauplätze aus bisherigen Ablegern der Serie, wie Monster Hunter Freedom, Monster Hunter Freedom 2 und Monster Hunter Freedom 3.

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Auf zur Jagd in Monster Hunter Generations

Spätestens jetzt ist auch klar, warum sich im Titel der Zusatz "Generations" oder im Original "X" lautet. Cross, das englische Wort für Kreuz, steht für die Verbindung mehrere Teile der Serie. Die vier Eckpunkte des Kreuzes stehen zudem für die Anzahl der neuen Bestien, der Dörfer oder auch der Jägerstile. Auch der westliche Titel Generations verdeutlicht, dass neue auf alte Inhalte treffen. So vereint Monster Hunter Generations das beste aus mehreren Generationen der Serie.

Keine neuen Waffen - dafür mehr Technik

Die gleiche Mischung aus bewährten und neuen Elementen erwartet euch im Kern des Spiels. So stehen euch erneut alle vierzehn Waffengattungen zur Verfügung die ihr spätestens aus Monster Hunter 4 Ultimate kennt. Großschwert, Morphaxt, Gewehrlanze - eure Lieblingswaffe aus dem Vorgänger wartet bereits auf euch. Dennoch gibt es auch hier Neuerungen. Dank der neuen Jagdstile habt ihr nun nämlich gleich vier Arten, auf die ihr eine Waffe bedienen könnt. Das bietet herrlich viel Spielraum für eure Vorlieben und fügt sich hervorragend ins Geschehen ein.

Im Kampf gegen einen Groß-Macao kommen die neuen Techniken gelegen.Im Kampf gegen einen Groß-Macao kommen die neuen Techniken gelegen.

Luftangriffe mit einem Langschwert oder verheerende Konter-Angriffe mit einer Armbrust - das bringt auf jeden Fall frischen Wind in die Großwildjagd. Hier erwarten euch beliebte Gegner, wie Rathalos, Nargacuga, Rathian, Lagombi, Tigrex, aber auch die Neuzugänge Glavenus, Gammoth, Mizutsune und Astalos - die Aushängeschilder von Monster Hunter Generations. Um diese zu besiegen, ist wie üblich eine Menge Aufwand oder Hilfe von Freunden notwendig.

Es helfen aber auch die neuen Jagdtechniken. Ihr habt nicht nur die Wahl zwischen vierzehn Waffentypen und jeweils vier Kampfstilen, sondern schaltet durch die exzessive Nutzung eurer Waffe zunehmend neue Spezialangriffe frei. Dank dieser befreit ihr euch rasch aus brenzligen Situationen oder lasst brachiale Schläge auf eure Beute hereinbrechen. So vertraut sich die Spielmechaniken beizeiten anfühlen, so frisch sind sie bei genauerem Hinsehen. Je länger ihr spielt, umso mehr Gewicht bekommen die neuen Elemente. Dennoch bleibt alles homogen.

Vier Pfoten für ein Halleluja

Neben all den eher dezenten Anpassungen gibt es ein Element, das besonders langjährige Spieler freuen dürfte. Erstmals ist es nämlich möglich, Aufträge in Form einer Felyne zu erledigen. Der sogenannte Pirsch-Modus versetzt euch in die Rolle eines eurer kätzischen Begleiter. Auf euren Tatzen rennt ihr deutlich schneller durchs Gelände und könnt dadurch besonders Sammel-Aufgaben flink erledigen.

So ein Katzenleben ist nicht immer ein Tatzenschlecken.So ein Katzenleben ist nicht immer ein Tatzenschlecken.

Zudem stehen euch Aufgaben zur Verfügung, die ausschließlich im Pirscher-Modus verfügbar sind. Besonders beizeiten unbequeme Missionen, in denen ihr lediglich eine bestimmte Anzahl Beeren pflücken sollt, sind nun absolut kein Problem mehr. Hübscher Nebeneffekt: Die Welt sieht aus der Perspektive einer Katze noch beeindruckender aus.

Nach wie vor ein Hingucker

Wie eingangs beschrieben, besticht die Serie bereits länger durch eine originelle Gestaltung. Trotzdem scheint die Welt in Monster Hunter Generations noch farbenfroher zu sein. So bekommt ihr auch von Seiten der Präsentation ein fein destilliertes Konzentrat der Serienstärken. Dazu gehört dann allerdings auch, dass ihr viele Elemente bereits kennen dürftet. Gerade der Sprung vom Vorgänger ist in diesem Aspekt eher ein kleiner Hüpfer. Die Menüs sind im Wesentlichen unverändert.

Die neuen Bestien passen sich perfekt in die bestehende Fauna ein.Die neuen Bestien passen sich perfekt in die bestehende Fauna ein.

Auch die Soundeffekte wurden weitestgehend einfach übernommen. Wirklich schlimm ist das nicht, denn so bekommt ihr direkt das typisch heimische Gefühl. Für frischen Wind sorgen dafür neue Musikstücke. Gemischt mit den Hits der Vorgänger ergibt sich erneut eine wunderbare Musikkulisse für euer Jägerdasein - sowohl außerhalb als auch innerhalb der Kämpfe.

Bezüglich der Qualität bleibt im Grunde nur eins zu sagen: Wie sein direkter Vorgänger bietet auch Monster Hunter Generations ein großartiges Spielerlebnis auf dem 3DS und zählt in Punkten Darstellung zu den besten Spielen für Nintendos Handheld. Mehr ist durch die technischen Beschränkungen sicherlich kaum machbar.

Alles beim Alten - Alles gut!

Bis hierhin dürfte klar sein, was euch erwartet. Monster Hunter Generations vereint großartige Elemente und Eindrücke aus den Vorgängern und rundet das Paket mit neuen Ideen ab. Ja, damit bleibt im Grunde alles beim Alten. Das ist allerdings völlig in Ordnung. Immerhin handelt es sich um eine Serie, die gerade wegen bestimmter Eigenheiten so erfolgreich ist. Sich davon nun abzuwenden oder zu tiefgreifende Änderungen vorzunehmen, wäre also nicht besonders sinnvoll.

Alte Stärken in neuem Glanz.Alte Stärken in neuem Glanz.

Gerade bei einer Serie, die über so viele Jahre ihre Kernelemente konzentriert und stetig verbessert, ist Fingerspitzengefühl bei Innovationen gefragt. Das beweisen die Entwickler von Monster Hunter Generations und schnüren euch ein kompaktes Paket, das sowohl Neulinge als auch eingefleischte Jäger begeistert.

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Tags: Multiplayer   Fantasy  

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