Beyond, Call of Duty, Until Dawn, Wing Commander - sie sind überall: Schauspieler in Videospielen

(Special)

von Sven Vößing (17. Juli 2016)

Viele erfolgreiche Spiele der vergangenen Jahre haben eines gemeinsam – sie setzen auf bekannte Darsteller aus Film und Fernsehen. Wir haben uns auf der Fachmesse Comic Con in Stuttgart mit zwei von ihnen unterhalten.

Schauspieler Ellen Page und Willem Dafoe mit Spielgestalter David Cage am Set von Beyond - Two Souls.Schauspieler Ellen Page und Willem Dafoe mit Spielgestalter David Cage am Set von Beyond - Two Souls.

Der Einsatz von Schauspielern ist in Videospielen keine Seltenheit mehr. Sei es als spielbarer Charakter wie Ellen Page in Beyond - Two Souls oder als im Hintergrund agierender Bösewicht wie Kevin Spacey in Call of Duty - Advanced Warfare. Manch einer leiht nur seine Stimme, andere lassen sich komplett einscannen, um dann als Figur im Spiel aufzutauchen. Dieses Verfahren wird „Motion Capture“ genannt und ist heute in der Industrie gang und gäbe und wird selbst für die Fifa-Spiele eingesetzt.

Aber auch richtige Filmszenen werden gedreht, um zum Beispiel als Zwischensequenz zu dienen. Wie die Dreharbeiten ablaufen und welche Unterschiede es dabei zwischen Film und Videospielen gibt, dazu standen uns auf der Comic Con Germany die Schauspieler Mark Dacascos (Pakt der Wölfe, Wing Commander 4) und Brett Dalton (Agents of S.H.I.E.L.D, Until Dawn) Rede und Antwort.

Kevin Spacy in Call of Duty - Advanced Warfare.Kevin Spacy in Call of Duty - Advanced Warfare.

Ein Blick in die Vergangenheit

Wer glaubt, dass Schauspieler in Spielen ein aktuelles Phänomen seien, liegt ziemlich falsch. Die ersten, heute recht unglücklich wirkenden, Versuche fanden schon Anfang der 1990er Jahre statt. 1987 hatte der Spielehersteller Hasbro sogar die Idee, eine Konsole speziell für "Full-Motion-Videogames", Spiele die nur aus echten Videosequenzen bestehen, zu veröffentlichen. Basierend auf VHS-Kassetten (wer mit dem Begriff VHS nichts anfangen kann - fragt eure Eltern oder jemand anderen, der schon vor der Jahrtausendwende alt war) hätte das System immer wieder zu den passenden Szenen vor- und zurückgespult. Kein Wunder, dass dieses System schon in der Entwicklungsphase eingestampft wurde.

In dieser Zeit wurde eines der ersten Videospiele mit Schauspielern aufgezeichnet: Night Trap. Wie viele andere FMV-Spiele aus dieser Zeit folgt es einem Prinzip: Ihr sollt zum richtigen Zeitpunkt eine bestimmte Taste drücken und kommt so weiter im Spiel. Dies ist aber auch meist Glückssache.

Diese Art von Spielen hatte aber mehrere Probleme. Die bestanden einerseits aus der Spielbarkeit, denn mehr als ab und zu ein Knöpfchen drücken war nicht drin. Andererseits ließ auch die Videoqualität, sogar auf dem PC, selbst für damalige Verhältnisse sehr zu wünschen übrig. Limitierte Farben und aufgrund niedriger Auflösung grober Pixelbrei minderten beträchtlich das Spielvergnügen. Aber das wohl größte Problem waren die schauspielerischen Qualitäten der Darsteller. Diese hatten eher das Niveau einer nachmittäglichen Doku-Soap auf RTL 2, waren also qualitativ alles andere als hochwertig. Es gab jedoch auch einige positiv herausstechende Ausnahmen wie zum Beispiel Sherlock Holmes - Consulting Detective.

Weiter mit: Am Set von Wing Commander IV

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