Was wurde aus Onimusha, Capcom? - Dawn of Dreams

(Special)

Onimusha - Dawn of Dreams (PS2)

Zwei Jahre gehen ins Land, bevor Capcom 2006 mit Onimusha - Dawn of Dreams zum nächsten großen Schlag ausholt. Das Ergebnis ist ein durchaus gelungenes Spiel, das aber auch deutlich zeigt, dass der Stern von Onimusha langsam am Sinken ist.

Die neue Hauptfigur Soki verfügt selbst über dämonische Kräfte. Falls das nicht klar ist: Die Hörner auf seinem Kopf gehören nicht zu einem Helm.Die neue Hauptfigur Soki verfügt selbst über dämonische Kräfte. Falls das nicht klar ist: Die Hörner auf seinem Kopf gehören nicht zu einem Helm.

Oda Nobunaga, der untote Feldherr, der wiederauferstandene Dämonenkrieger, diese nicht tot zu kriegende Pest, ist endlich in der Rente. Sein letztes Aufbäumen konnte den gemeinsamen Anstrengungen von Samanosuke und Jacques über die Barrieren der Zeit hinweg nicht standhalten. Aber das Böse stirbt so schnell nicht aus und schon ist der nächste übellaunige und machtbesessene Kriegsherr am Start. Dabei handelt es sich um Toyotomi Hideyoshi, der erneut mit dämonischer Hilfe an die Macht will.

Ihm stellt sich eine neue Hauptfigur entgegen. Dabei handelt es sich um einen jungen Mann namens Soki, der selbst über die Kräfte der Oni, also der Dämonen, verfügt. Auch ist er nicht allein unterwegs. Ihm zur Seite stehen Yagyu Akane, die Enkelin von Hauptfigur Jubei aus dem zweiten Teil, der hochgewachsene Faustkämpfer Roberto Frois, eine Schützin namens Ohatsu und ein Kampfmönch, der auf den Namen Tenkai hört. Letzterer entpuppt sich im Abspann als der mittlerweile legendäre Akechi Samanosuke.

Capcom hat eine gute Idee von sich selbst geklaut. So wird die Hauptfigur von einem der anderen Charaktere begleitet. Zwischen diesen Charakteren könnt ihr jederzeit wechseln. Die Mechanik ist auch nötig, um die Rätsel im Spiel zu lösen. So etwas kannten Spieler bereits aus Resident Evil - Zero.

Die in Echtzeit berechnete Umgebung aus dem dritten Teil ist mittlerweile Standard und kann nicht mehr durch Innovation punkten. Auch nicht, wenn ihr als Spieler diesmal die Kamera frei bewegen könnt. Auch fällt schnell ins Auge, dass die gesamte Grafik weit vom bisherigen Stil abweicht. Ihr bewegt euch nicht mehr vor brennenden Städten, dunklen Höhlen und düsteren Dämonen-Behausungen, sondern seid oft an sonnigen Tagen unter blauem Himmel oder klaren Nächten unterwegs. Ebenso gehören Umgebungen, die eher realitätsnah gestaltet sind, der Vergangenheit an. Das Ziel der Grafiker war es, mehr Kreativität einzubringen und sich nicht durch tatsächlich existierende Gegenstände und Bauten eingrenzen zu lassen.

Ein wichtiges Spielelement ist die Möglichkeit, bereits besuchte Regionen erneut zu betreten und mit anderen Charakteren Rätsel zu lösen und neue Bereiche zu erforschen. An sich eine gute Idee, doch hakt sie an einer üblen Gestaltungssünde, die sich durch viele japanische Spiele zieht: Ständige Wiederholung. Ihr sucht nach neuen Bereichen, wollt mehr Geld im Spiel verdienen, sorgt für die beste Ausrüstung eurer Charaktere: All das erfordert, dass ihr immer und immer wieder die gleichen Bereiche abgrast und zum X-ten Male dieselben Gegnerformationen plättet. Auch fällt der Erzählstil im Vergleich zu den Vorgängern deutlich ab. Dialogen und Synchronstimmen mangelt es an Qualität. Das gesamte Spiel wirkt trotz größtenteils starker Spielelemente auf viele Spieler halbherzig und nicht konsequent durchdacht.

Zwar wird es von der Presse gelobt, doch es ist einfach zu "anders" als das, was sich die Spieler von Onimusha erwartet haben. Capcom hat versucht, besonders geschickte Spieler anzusprechen, hat dabei aber die Wünsche der großen Anhängerschaft ignoriert. Ein Verkaufserfolg bleibt folglich aus und bis zum heutigen Tag hat niemand mehr von einem neuen Onimusha gehört. Zehn Jahre sind seitdem vergangen, die Playstation 2 gehört der Vergangenheit an, die PlayStation 3 ebenfalls. In Zeiten von zahlreichen Neustarts, Neuauflagen und Neuinterpretationen wäre es doch an der Zeit, Onimusha eine weitere Chance zu geben. Denn wenn es darum geht, mit einem Samurai Dämonen zu vermöbeln, ist das weltweite Publikum sicher nicht abgeneigt.

Tags: Horror   Fantasy   Singleplayer   Retro  

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