5 befriedigende Endsequenzen: Der Lohn des Spielers, wenn er die Welt gerettet hat - The Last of Us, Uncharted 4

(Special)

Nummer 2: The Last of Us

Viel ist über Entwickler Naughty Dogs Überlebensdrama The Last of Us gesagt und geschrieben worden. Das gleichermaßen actionlastige wie stille und emotionale Drama um einen gebrochenen Mann und ein junges Mädchen, das die Rettung der Menschheit in sich tragen könnte, hat Autor Neil Druckmann in den Olymp der kreativen Spiele-Autoren aufsteigen lassen. Für seine Arbeit an The Last of Us wurde er auch mit dem amerikanischen Autorenpreis ausgezeichnet.

Einigen Unkenrufen zum Trotz war The Last of Us ein großer Erfolg. Die ohnehin schon grandiose Grafik auf der PlayStation 3 wurde noch ein Stück weit nach oben gehoben, als mit The Last of Us - Remastered das Spiel für die PS4 neu aufgelegt wurde. Selten zuvor war der Kampf ums Überleben so menschlich und intensiv nachgestellt worden. Vermutlich noch nie zuvor wurde eine Welt gezeigt, die ihr zwar kennt, die jedoch von der Natur zurückerobert wird, nachdem die Menschen keinen Einfluss mehr darauf nehmen können.

1 von 86

The Last of Us und die Erweiterung Left Behind

Wie wird eine so tiefgreifende Geschichte für den Spieler zufriedenstellend aufgelöst? Anstatt eines bombastischen Render-Abspanns, in dem ganze Gebäudekomplexe in die Luft gesprengt werden, sich ein Krater auftut und die halbe Welt verschlingt oder Meteore vom Himmel regnen und die Erde in Glut und Asche stürzen, endet The Last of Us ...

... mit einem Spaziergang.

Joel und Ellie, die beiden Hautpfiguren der Geschichte, gehen ein paar Schritte durch ein kurzes Waldstück, das gerade im anbrechenden Frühling zu neuem Leben erwacht. Die Szene wirkt ruhig, entspannt, nahezu idyllisch. Zuvor hat Joel die sedierte Ellie aus einer Forschungseinrichtung befreit. Dort sollte sie zum Wohl der gesamten Menschheit sterben. Bei ihrer Rettung schreckt Joel auch nicht vor Gewalt zurück und tötet sich seinen Weg bis in den Operationsraum. Ellie kriegt von all dem Aufruhr nichts mit.

Am Ziel des kurzen Wegstückes am Ende des Spiels angekommen, stellt Ellie dann doch die Frage und nötigt Joel ihr zu schwören, dass alles, was er ihr über die Widerstandstgruppe "Fireflies" gesagt hat, auch tatsächlich wahr ist. Die Fireflies waren es, die letztendlich Ellies Tod in Kauf nehmen wollten, um aus ihrem Körper ein Heilmittel für die Menschheit zu extrahieren. Joel hingegen erzählt ihr, dass die Fireflies aufgehört haben, nach einer Heilung zu suchen und dass es noch viele weitere Menschen wie Ellie gibt, die gegen die verheerenden Folgen einer Pilzinfektion immun seien.

Joel bestätigt das und Ellie antwortet nach mehreren, quälend langen Sekunden nur mit: "Okay." The Last of Us endet mit einer dicken, fetten Lüge. Und dennoch stellt sich jeder die Frage: "Hätte ich die Wahrheit gesagt?" Die Wahrheit wäre gewesen: "Du, Ellie, bist die einzige Hoffnung der Menschheit. Dein Tod hätte alle retten können. Aber ich habe viele Leute umgebracht, um dein Weiterleben zu ermöglichen." Joel beschützt Ellie nicht nur körperlich, sondern auch mental. Denn könnte Ellie mit dem Wissen weiterleben, dass sie all das Elend in der Welt beenden könnte, würde sie sich zum Wohle der Menschheit opfern?

Wer bis zum Ende mitgefiebert hat, sitzt mit offenem Mund vor dem Bildschirm. Um einen Kollegen zu zitieren, der vor gar nicht allzu langer Zeit das Spiel zum ersten Mal gespielt hat: "Noch nie zuvor hat mir ein Spiel so sehr in die Eier getreten wie The Last of Us an dieser Stelle." Das ... wünschen wir euch nicht, aber wir können es verstehen, wenn es euch ähnlich ergangen ist.

Mehr zu The Last of Us:

Nummer 3: Uncharted 4 - A Thief's End

Noch einmal schlägt Entwickler Naughty Dog mit einer befriedigenden Endsequenz zu, noch einmal zeichnet Autor Neil Druckmann dafür verantwortlich. Diesmal geht es um das noch junge Uncharted 4 - A Thief's End. Schon im Vorfeld der Veröffentlichung gab es wilde Spekulationen um den Untertitel. "A Thief's End" - Das Ende eines Diebes. Sollte Hauptfigur Nathan Drake am Ende des Abenteuers etwa sterben?

Im Verlauf des Spiels stellt sich heraus, dass der Untertitel auf mehrere Personen zutreffen könnte. Allen voran natürlich Nathan Drake. Oder geht es um seinen totgeglaubten Bruder Sam? Geht es um den Widersacher Rafe oder ist dann doch eher die Rede vom Piraten Henry Avery, nach dessen Schatz die Brüder Drake suchen? Die Antwort lautet: Es geht um alle. Das wird spätestens in der Endsequenz klar, aber vermutlich nicht so, wie viele gedacht oder gar befürchtet haben.

1 von 86

Die Bildschirmabenteuer in Uncharted 4

Fangen wir bei Henry Avery an: Grundsätzlich war er ein Dieb, und zwar ein besonders raffgieriger und skrupelloser. Sein Ende ist der wohlverdiente Tod, denn schließlich wollte er sich mit dem gesammelten Reichtum seiner Verbündeten aus dem Staub machen. Das hat er niemals geschafft. Dann wäre da noch Antagonist Rafe. Ihm geht es gar nicht um Reichtum, denn aufgrund einer Erbschaft hat er bereits genug Kohle. Er sucht nach Anerkennung, um sein übergroßes Ego zu befriedigen. Was er letztendlich erhält ist ein Netz voller schwerer Schätze. Direkt auf den Kopf. Das ist das Ende dieses Diebes. Sam, Nathan Drakes Bruder, findet ein Ende seiner diebischen Laufbahn. Aufgrund gezielt platzierter Lügen riskiert er das Leben seines Bruders. Sein Ende ist einfach die Aufgabe seiner Lebensweise.

Nathan Drake, die Hauptfigur, erhält sogar mehr als ein Ende. Da wäre einerseits das Ende seines Abenteurerlebens. Der Versuch, ein "normales" Leben mit einer geregelten Arbeit und harmonischem Eheleben zu führen, funktioniert für ihn nicht. Er will hinaus ins Abenteuer. Dazu belügt er seine Frau Elena und zieht mit Sam und seinem väterlichen Freund Victor aus, um einen Piratenschatz zu finden.

Die Endsequenz der Geschichte ist ein spielbarer Epilog, in der ihr in die Rolle von Nathans und Elenas Tochter schlüpft. Auf einem Inselidyll findet sie Beweise für die abenteuerliche Vergangenheit ihrer Eltern. Von wegen Archäologen und Reporter! Die schwere Bewaffnung, mit der ihre Erziehungsberechtigten auf einem alten Foto zu sehen sind, wirft Fragen für das Mädchen auf. Diese werden ihr von einem sichtlich gealterten Nathan und einer immer noch hübsch anzusehenden Elena beantwortet. Mit dem Beginn der Erzählung endet die Geschichte. Das Ende eines Diebes ist das Glück, das er letzten Endes mit seiner Familie in einem schönen Zuhause gefunden hat.

Nach all den haarsträubenden Abenteuern, die der junge Nate erlebt hat, sei ihm ein ruhiger Lebensabend gegönnt. Die sympathischen Charaktere haben alle Widrigkeiten ihrer aufregenden Leben überstanden und wenden sich der Verantwortung als liebende Eltern zu. Ohne jeglichen Kitsch, dafür aber mit aufblitzenden Erinnerungen an verschollene Kulturen und düstere Legenden endet die Erzählung. Der Spieler bleibt mit einem verklärten Lächeln zurück und denkt sich: "Das ist ein Happy End, wie man es diesen Figuren wünscht." Befriedigend? Voll und ganz.

Mehr zu Uncharted 4 - A Thief's End:

Weiter mit: Odin Sphere, Heavy Rain

Inhalt

Tags: Fantasy   Retro   Singleplayer  

Kommentare anzeigen

10 günstige Amazon-Angebote im Dezember - Von Deus Ex bis Tales of Zestiria

10 günstige Amazon-Angebote im Dezember - Von Deus Ex bis Tales of Zestiria

Weihnachten naht! Sollte ihr nicht bereits euer ganzes Geld bei den "Black Friday"-Angeboten auf den Kopf gehauen haben, (...) mehr

Weitere Artikel

Leserwahl zum GOTY 2016 - Entscheidet hier über das Spiel des Jahres + tolle Gewinne

Leserwahl zum GOTY 2016 - Entscheidet hier über das Spiel des Jahres + tolle Gewinne

Ihr habt die Wahl! Ihr entscheidet, welches Spiel das schönste, beste und tollste dieses Jahr war. Ab sofort d&uum (...) mehr

Weitere News

Gewinnspiel

Adventskalender Tür 10: Skylanders Imaginators
Jetzt mitmachen!

Newsletter

Mit diesem Formular kannst du den Spieletipps.de Newsletter kostenlos abonnieren.

zurück zur Special-Übersicht