Vorschau Civilization 6: Neue Ideen für den Altmeister der Rundenstrategie

von Thomas Stuchlik (03. August 2016)

Nur noch eine Runde: Civilization definierte bereits 1991 das Rundenstrategie-Genre. Daran rüttelt auch der Teil 6 nicht. Doch das erste Probespiel macht klar, welche altgedienten Mechaniken sich verändert haben.

Der Altmeister der Rundenstrategie kehrt nach sechs Jahren Abstinenz endlich wieder zurück. Doch eigentlich war er nie weg. Denn dank Erweiterungen, Mods und Steam-Angeboten schart sich um Civilization 5 von 2010 noch heute eine große Anhängerschaft. Umso erfreulicher für Liebhaber, dass Civilization 6 die bekannten Prinzipien beibehält.

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Rundentaktik in Civilization 6

Noch immer führt ihr eine Zivilisation durch die Jahrtausende, um sie zur führenden Weltmacht zu machen. Runde für Runde baut ihr euer Reich aus, gründet Städte, errichtet Gebäude und führt mit anderen Imperien geschickt Diplomatie oder Krieg. Allerdings verspricht Chefentwickler Ed Beach vom Entwickler Firaxis Games, dass der altvertraute Spielverlauf vielschichtiger und wendungsreicher sein wird. Wir erinnern uns: In den Vorgängern hattet ihr phasenweise nur wenig zu tun, sobald euer Imperium zufriedenstellend ausgebaut war. Ebenso wiederholten sich viele Abläufe. Doch das Probespiel belehrt eines besseren, wie wir gleich sehen.

Zentrum der Macht

Nach wie vor bilden Städte die zentralen Machtstellungen. Nur mit Städten könnt ihr Einheiten ausbilden, Gebäude bauen und Landesgrenzen erweitern. Im Laufe der Jahrhunderte wachsen die Ansiedlungen zu ausgewachsenen Metropolen, die Kultur und Tourismus fördern.

Eure Städte wachsen neuerdings in knallbunter Optik heran.Eure Städte wachsen neuerdings in knallbunter Optik heran.

Wie bisher bewirtschaftet ihr die Nachbarfelder eurer Städte mit Plantagen, Minen oder Bauernhöfen. Dazu sind wieder Arbeiter nötig, die diese Verbesserungen diesmal aber umgehend errichten (statt mit einigen Runden Wartezeit). Der Nachteil: Arbeiter lassen sich nur dreimal einsetzen, dann lösen sie sich auf. So überlegt ihr zweimal, welche Feldverbesserungen wirklich nötig sind.

Doch zunächst geht es darum, die unbekannte Umgebung zu erforschen, während euer erstes Dörfchen mickrige Kriegseinheiten oder ein Monument produziert. Die ersten Spielrunden gleichen quasi den Vorgängern. Zumindest bis ihr auf Barbaren trefft. Denn diese haben viel dazugelernt. Die Schurken besitzen diesmal Späher, die ihrem Dorf melden, wo sich eine unbescholtene Zivilisation niedergelassen hat. Ergo bedrohen euch regelmäßig die gut organisierten Quälgeister, wenn ihr sie nicht frühzeitig bekämpft.

Mächtige Stadtviertel

Städte nehmen auf dem wie gewohnt hexagonalen Spielwelt nicht mehr nur ein Feld ein. Dank Distrikten breiten sich diese auch auf die Nachbarfelder aus. Die speziellen Viertel dienen beispielsweise als heilige Stätte, für Militär und Wissenschaft oder zur Bespaßung der Bürger. Wunder nehmen nun gleichermaßen Platz auf der Karte ein, doch deren Bau ist nur auf bestimmten Felder eingeschränkt.

Neben dem zentralen Stadtfeld nehmen Distrikte und Weltwunder weitere Felder ein.Neben dem zentralen Stadtfeld nehmen Distrikte und Weltwunder weitere Felder ein.

Da die Distrikte entscheidende Boni geben, spezialisieren sich Städte noch mehr als in den Vorgängern. Denn mit den neuen Arealen schaltet ihr auch neue Gebäude und Einheiten frei. Umso entscheidender ist eine gute Planung bei der Stadtgründung, letztlich spielt die geografische Lage auch eine Rolle. Nur mit passenden Ressourcen in der Umgebung fördert ihr das Wachstum oder den Handel.

Für einen variantenreicheren Spielablauf sorgen "Boosts". Entdeckt eine Einheit beim Erkunden beispielsweise eine antike Stätte oder besiegt ihr eine Barbaren-Einheit, erhaltet ihr einen Bonus. Dieser kann einmalig eure aktuelle Forschung oder Produktion beschleunigen. Schnell seid ihr auf der Suche nach weiteren "Boosts", um die Entwicklung eurer Zivilisation schneller voranzutreiben.

Forschung und Regierung

Für den Fortschritt in den Epochen gibt es diesmal nicht nur einen Technikbaum, sondern deren zwei. Bei der Forschung erwartet euch der altgewohnte Aufbau mit bekannten Entwicklungen wie Eisenverarbeitung, dem Rad oder der Luftfahrt.

Der Technikbaum ist schlanker als im Vorgänger, dafür gibt es auch einen zusätzlichen Politik-Forschungzweig.Der Technikbaum ist schlanker als im Vorgänger, dafür gibt es auch einen zusätzlichen Politik-Forschungzweig.

Die Forschungszweige wurden jedoch bewusst verschlankt, denn einige Techniken der Vorgänger entfallen. Zum Ausgleich forscht ihr parallel an einem zweiten "Civic" genannten Baum. Mit diesem schaltet ihr neue Politiken frei. Diese Politiken wiederum nutzt ihr für euren aktuellen Regierungsapparat. Staatsformen wie Oligarchie, Republik, Autokratie, Monarchie, Kommunismus oder Demokratie verfügen nämlich über begrenzte Politik-Plätze.

Wählt also weise, welche militärischen, ökonomischen oder diplomatischen Fähigkeiten ihr einsetzt, um passende Vorzüge freizuschalten. Damit erringen Militäreinheiten mehr Erfahrung oder ihr erhaltet mehr Gold für Handelswege oder schnelleren Einfluss bei Stadtstaaten. Letztere sind übrigens auch wieder in gewohnter Form dabei und können zu Verbündeten oder Feinden werden.

Freund oder Feind?

Schnell trefft ihr auf andere Zivilisationen, die je nach Spieleinstellung zahlreich, aggressiv oder harmlos auftreten. Wie bisher sprecht ihr mit deren Anführern, um diplomatisch zu verhandeln. Ihr unterzeichnet Freundschaftserklärungen, vollführt Tauschhandel oder sorgt für offene Grenzen.

Nichts Neues: Zieht ihr eine Einheit auf einen Gegner beginnt der automatisch ablaufende Kampf.Nichts Neues: Zieht ihr eine Einheit auf einen Gegner beginnt der automatisch ablaufende Kampf.

Doch nicht immer reicht Diplomatie aus. Kurzum solltet ihr eine eigene Armee aufbauen, um euch gegen Invasoren zu wehren oder um selbst zum Eroberer zu werden. Das rundenweise angelegte Kampfsystem ist (auch dank Hexfelder) bereits vom Vorgänger bekannt. Soldaten greifen direkt an, Bogenschützen setzen auf Fernkampf. Feindliche Städte nehmt ihr besser mit Belagerungsgeräten ein. So weit so bekannt. Doch im fünften Teil war nur ein militärischer Trupp pro Feld erlaubt.

Das ändert sich nun, denn bestimmte Einheiten lassen sich zusammenführen oder mit Spezialisten verstärken. Jedoch nur, wenn die entsprechende Technologie bereits erforscht wurde. Beispielsweise benötigt ihr die Staatsform Nationalismus um zwei identische Einheiten zu kombinieren. Auch die Stadtverteidigung gestaltet sich interessanter, denn neben Stadtmauern zur Verteidigung könnt ihr dank Militärvierteln Angreifer noch besser abwehren.

Ein neuer Anstrich

Vor allem alteingesessene Serienanhänger waren bei der erstmaligen Enthüllung über die neue Optik zumindest irritiert, wenn nicht gar enttäuscht. Denn Civilization 6 setzt diesmal auf farbenfrohen Comic-Stil. Vor allem die verschiedenen Anführer wirken kindlicher denn je.

Das gesamte Spiel erscheint deutlich bunter und fröhlicher als die Vorgänger.Das gesamte Spiel erscheint deutlich bunter und fröhlicher als die Vorgänger.

Ähnlich bunt geht es auf der Weltkarte zu. Allerdings wirkt das Geschehen auch nach vielen Spielstunden überaus stimmig: Unentdeckte Bereiche verhüllen sich nicht mehr im Nebel, sondern sehen aus wie einer antiken Landkarte entnommen. Außerdem werden aktuell nicht einsehbare Areale optisch verblasst dargestellt. Umso mehr habt ihr das Gefühl, der große Machthaber einer kleinen Welt zu sein.

Wobei diese gar nicht so klein sein muss. Denn wie in den Vorgänger könnt ihr vor jeder Partie alle Spielparameter exakt einstellen: Schwierigkeitsgrad, Anzahl der Gegner, Kartengröße, Geografie. Deshalb erwartet euch auch dank zufällig generierter Landschaft ein immer wieder neuartiges Spielerlebnis.

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