War das alles? - 5 Endsequenzen des Grauens

(Special)

von Micky Auer (02. August 2016)

Am Ende eines Spiels findet ihr gerne mal eine Endsequenz, die das Geschehen nochmal furios abrundet. Doch nicht alle Spiele folgen dieser Tugend.

Um es mit den Worten von Galadriel aus "Der Herr der Ringe" zu sagen: "Die Welt ist im Wandel." Bezogen auf Videospiele bedeutet das, dass die Spieler sich schon lange nicht mehr mit einem schlichten "Game Over" oder einem "Thank you for playing" (Danke fürs Spielen) nach dem letzten Bosskampf zufrieden geben. Für ihr Geld wollen sie alles, was das Medium zu bieten hat. Dazu zählen nicht nur interaktive Unterhaltung, tolle Grafik und grandiose Ton-Effekte samt Musik, sondern auch eine gut geschriebene Geschichte. Fünf Spiele, die das auch bieten, haben wir vor kurzem im Blickpunkt: "5 befriedigende Endsequenzen: Der Lohn des Spielers, wenn er die Welt gerettet hat" beleuchtet.

Das schlimmste Vergehen an einer Geschichte wäre, diese unbefriedigend ausklingen zu lassen (abgesehen davon, sie langweilig zu präsentieren). Vergleicht das mal mit einem Film oder einem Buch. Ihr werdet von Anfang an in die Geschichte hineingezogen, fiebert mit, freut euch auf eine Auflösung des Geschehens und dann ... passiert nichts. Grausam! An dem Punkt angelangt wollt ihr eventuell die Filmemacher ganz klassisch mit Unterstützung von Fackelzug und Mistgabeln an den Pranger stellen. Gegenüber manchen Spieleentwicklern keimen solche Aggressionen mitunter auf, wenn die Endsequenz in keiner Weise hält, was das vielleicht sogar ziemlich gute Spiel über viele Stunden hinweg versprochen hat.

Das Licht der Schmähung richten wir heute auf fünf solcher Endsequenzen. Noch einmal sei betont, dass dies keine Kritik an der Qualität der jeweiligen Spiele ist. Im Gegenteil! Die meisten davon sind ausgesprochen gut gelungen, so manches mag vielleicht sogar ein Meisterwerk sein. Umso schmerzlicher ist dabei der Unterschied zwischen dem Spielablauf selbst und der abschließenden Sequenz. Zu viele Fragen bleiben unbeantwortet, zu flach fällt das Ende aus. Schade, denn gerade nach einem guten Spiel erwartet ihr euch auch eine entsprechend unvergessliche Endsequenz.

Bevor wir jedoch loslegen, gibt es klarerweise noch eine dicke SPOILER-Warnung! Wenn es um Endsequenzen geht, lassen sich Spoiler kaum vermeiden. Daher seid vorsichtig beim Lesen! Wenn ihr eines der hier beschriebenen Spiele noch selbst erforschen wollt, solltet ihr den entsprechenden Absatz lieber überspringen. Klarerweise handelt es sich auch lediglich um fünf Beispiele aus einem wesentlich größeren Kontingent. Welche Endsequenen von Spielen haben euch enttäuscht und mit einem unbefriedigten Gefühl zurückgelassen? Teilt eure Erfahrungen mit anderen Lesern und uns in den Kommentaren!

Da das nun geklärt ist, taucht mit uns ohne weiter Umschweife in die traurige Welt der unbefriedigenden Endsequenzen ein!

Nummer 1: Fallout 3

Wie können wir es wagen, ein so grandioses Spiel wie Fallout 3 auf eine Kritik-Liste zu setzen? Nun, gerade weil es so ein grandioses Spiel ist, muss sich das Werk von Hersteller Bethesda auch eine Unze Kritik gefallen lassen.

Mit Fallout 3 gelang Bethesda ein ganz großer Wurf. Der Spielbereich ist gigantisch groß, es gibt an jeder Ecke etwas zu entdecken. Das Gefühl, durch die von einem Atomkrieg verheerte Welt zu wandern und gegen mutierte Scheusale zu kämpfen, wird durch die an den Stil der 50er Jahre angelehnten Präsentation noch verstärkt. Fallout 3 ist eine bizarre Reise in eine Zukunft, wie man sie sich vielleicht in der Vergangenheit vorgestellt hat.

Hinzu kommt, dass noch viele andere wichtige Punkte im Spiel als Vorzeigebild gelungener Gestaltung gelten. Die zahlreichen Nebenaufgaben, die ihr im Ödland rund um Washington erledigt, sind größtenteils in die Geschichte eingebunden oder passen zumindest zur allgemeinen Stimmung. Bethesda begeht nicht den Fehler, solche Aufgaben zu endlosen Sammeleien verkommen zu lassen. Die gibt es zwar auch, aber sie sind vollkommen optional und bringen euch lediglich mehr Geld.

Viel mehr handelt es sich bei diesen "Quests" um eigene, kleine Geschichten, die Schicksale von Einzelpersonen oder Gruppen im großen Zusammenhang beleuchten. Diese Geschichten wiederum verfügen über einen schlüssigen Aufbau, einen spannenden Handlungsbogen und gerne mal über alternative Abschlüsse. Bei einem so gelungenen Ablauf erwartet sich der Spieler natürlich auch ein entsprechend groß angelegtes Ende der Hauptgeschichte. Doch was passiert dann?

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Fallout 3 - die 10 coolsten Mods

Schauspieler Ron Perlman (Hellboy) leiht im Original sowohl im Vor- als auch im Abspann seine Stimme als Erzähler. Am Ende des Spiels seht ihr ein paar unbewegte Bilder, zu denen Herr Perlman noch ein paar Worte verliert. Ansonsten bleibt das Geschehen unglaublich trocken und unemotional. Zwar habt ihr als Hauptfigur mehrere Möglichkeiten, ein gewisses Ende herbeizuführen, jedoch bleibt jede Endsequenz im Grunde eine kurze, nicht sonderlich ergreifende Abfolge von Erinnerungen. Schade, dass nach dem grandiosen Ritt durch das verstrahlte Ödland die Spannung gerade am Höhepunkt so abflaut. Zumindest werden aber eure wichtigsten Entscheidungen und deren Auswirkungen noch einmal kurz angeschnitten. Dennoch bleibt unterm Strich eine Endsequenz, die ein leeres und enttäuschtes Gefühl im Kopf hinterlässt.

Mehr zu Fallout 3:

Weiter mit: Enslaved, Breath of Fire

Tags: Retro   Science-Fiction   Singleplayer   Multiplayer   Fantasy  

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