War das alles? - 5 Endsequenzen des Grauens - Enslaved, Breath of Fire

(Special)

Nummer 2: Enslaved - Odyssey to the West

Angelehnt an die chinesische Erzählung "Die Reise nach Westen" aus dem 16. Jahrhundert, verlagert Enslaved - Odyssey to the West die Handlung in eine dystopische Zukunft. Die Hauptfiguren Monkey und das Mädchen Trip bahnen sich ihren Weg durch eine zerstörte Welt, um eine Zufluchtsstätte der Menschheit zu finden.

Entwickler Ninja Theory zaubert eine Welt auf den Bildschirm, die schon lange vor The Last of Us zeigt, wie eine Welt aussehen könnte, die von der Natur zurückerobert wurde. Moderne Bauwerke stehen verfallen in der Welt und sind von Pflanzen überwuchert. Die Tierwelt ist zudem noch mutiert und ausgesprochen feindselig. Trotz all der Zerstörung ist die Spielwelt wunderschön und lädt zum Erforschen ein.

Auch die Protagonisten Trip und Monkey sind hübsch in Szene gesetzt, und ihre Beziehung zueinander wächst von anfänglichem Misstrauen zu echter Freundschaft und Aufopferungsbereitschaft. Spielerisch ist das Geschehen technisch größtenteils einwandfrei und äußerst actionreich inszeniert. Enslaved punktet auf so vielen Ebenen (mit kleinen Unzulänglichkeiten), dass die Motivation die ganze Zeit über in höheren Bereichen bleibt. Da wäre doch ein schönes und befriedigendes Ende zu erwarten.

Was tatsächlich folgt ist eine Sequenz, die hauptsächlich verwirrt, viele Fragen offen lässt, neue aufwirft und das Ende der spannenden Reise nicht zufriedenstellend abrundet. Trip und Monkey finden die sagenumwobene Zuflucht und stellen fest, dass dort Menschen in einer virtuellen Welt gefangen sind, während draußen, in der realen Welt, mörderische Maschinen durch die letzten verbleibenden Siedlungen stapfen, um den Rest der Menschheit auszulöschen. Die Grausamkeit geht sogar so weit, dass alle Bewohner von Trips Heimatdorf auf bestialische Weise von den Maschinen getötet werden.

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Wer ist eigentlich Trip?

Verwirrenderweise stehen diese Maschinen aber auch mit der Zuflucht in Verbindung, die dazu dienen soll, den Rest der Menschheit vor der zerstörten Welt zu bewahren, indem er in einer unechten Traumwelt weiterexisitiert. Was danach geschieht, bleibt offen. Trip ist enttäuscht, weil ihr großes Ziel nicht das offenbart, was sie sich erhofft hat. Wie es mit den beiden weitergeht, bleibt gänzlich offen. Vielleicht sollte dies der Übergang zu einem Nachfolger werden. Doch der wird aller Wahrscheinlichkeit nach niemals produziert werden.

Mehr zu Enslaved - Odyssey to the West:

Nummer 3: Breath of Fire

Große Hochzeit in der Videospielbranche! Die Hersteller Capcom und Square Enix (damals noch Square) bringen in Kopperation 1994 das Rollenspiel Breath of Fire für das Super Nintendo Entertainment System (SNES) auf den Markt. Vor allem die Beteiligung von Square, damals unumstrittener Vorzeige-Entwickler für gehaltvolle Rollenspiele, lässt das Publikum aufhorchen.

Das Ergebnis ist ... in Ordnung. Es handelt sich um ein klassisches japanisches Rollenspiel mit Unmengen von Zufallskämpfen und einer bunten Heldentruppe. Die Mitglieder verfügen über Spezialfähigkeiten, die sie auch außerhalb der Kämpfe anwenden können, um zum Beispiel Hindernisse zu überwinden und neue Bereiche zu erreichen. Ansonsten ist das Spiel nicht unbedingt herausragend, hat aber ordentlich spielerisches Fleisch auf den Rippen. Vor allem Ryu, der stumme Held der Geschichte, zeichnet sich dadurch aus, dass er sich in Drachen verwandeln kann. In Drachen! Mehr braucht man nicht!

So hackt und zaubert ihr euch durch mindestens 40 Stunden Spielzeit durch die japanische Fantasy-Welt. Die Belohnung eines jeden Rollenspielers ist nicht nur die steigende Macht der Hauptfiguren, sondern natürlich auch eine Endsequenz, die der vorangegangenen großen Geschichte gut zu Gesicht steht. Dumm nur, dass es eine solche in Breath of Fire nicht gibt. Nämlich gar nicht.

(Quelle: Youtube, Artificialraven)

Das letzte Gefecht fordert nochmal alles von euch. Der Endboss wehrt sich mi allen übernatürlichen Mitteln und fordert eurer Truppe das Letzte ab. Nur, wenn ihr vorher eure Fähigkeiten, Ausrüstung und Level entsprechend gepflegt habt, könnt ihr dem letzten Widersacher das virtuelle Lebenslicht ausblasen. Der Kampf ist unglaublich ermüdend und dauert gut und gerne bis zu 45 Minuten. Danach folgt eine spärlich dargstellte Sequenz, unterlegt mit ein paar nichtssagenden Aussagen in Textboxen und das war's. Ehrlich jetzt? Ein Rollenspiel mit einem so jämmerlichen Ende, vor allem nach diesem heftigen Endkampf? Das war dann wohl nichts.

Es gibt sowohl ein gutes, als auch ein schlechtes Ende. Ersteres kriegt ihr nur zu Gesicht, wenn ihr bestimmte Aufgaben löst und alles richtig macht. Die Mühe ist das allerdings nicht wert, denn der Unterschied zwischen gutem und schlechtem Ende ist alles andere als signifikant.

Allerdings sei euch festgehalten, dass die vier Nachfolger, die die Serie hervorgebracht hat, dahingehend alles richtig machen. Die Herrschaften von Capcom und Square haben glücklicherweise aus diesem Fehler gelernt.

Mehr zum Thema:

Weiter mit: Mass Effect 3, Borderlands

Inhalt

Tags: Retro   Science-Fiction   Singleplayer   Multiplayer   Fantasy  

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