Test No Man's Sky: Gigantischer Überlebens-Trip mit Tücken

von Thomas Stuchlik (12. August 2016)

No Man's Sky gehört zu den am heißesten erwarteten Spielen 2016. Jetzt ist die Weltraumsimulation endlich da und die Spielewelt steht Kopf. Hat sich das Warten gelohnt?

Fast nicht zu glauben: Der britische Entwickler Hello Games verfügt gerade mal über 20 Angestellte, ist in diesem Jahr aber für die Branche so wichtig wie kaum ein anderes Studio. Denn nach fünf Jahren Entwicklungszeit offerieren die Macher mit der Space-Oper No Man's Sky den Spielern ein derart großes Spieluniversum, dass einem schwindlig wird. Denn 18 Trillionen Sternsysteme warten darauf, vom Spieler entdeckt und kartografiert zu werden.

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Unendliche Weiten in No Man's Sky

Diese wahnwitzige Menge ist nur dank mathematischer Formeln (der prozeduralen Synthese) möglich. Mehr darüber findet ihr im Artikel 5 Gründe, warum No Man's Sky krasser wird als der Rest der Welt. Das Spiel erschlägt euch mit spielerischer Freiheit - ihr dürft nach Belieben reisen, forschen, kämpfen, sammeln und basteln. Doch aus zweierlei Gründen ist schon zu Beginn aller Anfang schwer.

Zum einen gibt es einen umfangreichen Patch zum Starttag mit etwa 800 Megabyte für die PS4. Dieser erweitert einige Funktionen und Spielaspekte dermaßen, dass der Entwickler sogar dazu rät, einen eventuell vorhandenen vormaligen Spielstand zu löschen. Ansonsten würden nämlich nicht alle Neuerungen parat stehen. Übel für Leute, die das Spiel (auf welchem Wege auch immer) bereits vor dem Starttermin erworben haben.

Quo Vadis, Major Tom?

Zum anderen seid ihr auf euch allein gestellt: No Man's Sky gibt euch trotz zuschaltbarer Spielhilfe nur wenig Führung an die Hand. Vieles müsst ihr selbst herausfinden, sonst droht gerade anfangs der Bildschirmtod. Doch genau das macht den großen Reiz aus. Falls ihr das dennoch nicht reizvoll findet, stehen wir euch natürlich mit einem Einsteiger-Guide für No Man's Sky mit Rat und Tat zur Seite.

Von einer ähnlichen Absturzstelle aus beginnt ihr das Abenteuer und sammelt zunächst Ressourcen ein.Von einer ähnlichen Absturzstelle aus beginnt ihr das Abenteuer und sammelt zunächst Ressourcen ein.

So fangt ihr das Abenteuer auf einem zufällig ausgewählten Planeten an, auf dem ihr gestrandet seid. Denn euer Schiff ist hinüber und muss repariert werden. Umgehend macht ihr euch auf die Suche nach Rohstoffen, die sich in der Umgebung finden lassen. Mittels Laserknarre sackt ihr kiloweise Elemente wie Eisen, Plutonium, Thamium oder Iridium ein. Damit repariert ihr nicht nur die Schiffsantriebe, sondern auch euren Raumanzug. Denn dieser leidet schnell unter der fremden Atmosphäre.

Einige Planeten sind aufgrund extremer Hitze, Kälte, Toxinen oder Radioaktivität nicht gerade einladend. Deshalb erneuert ihr beständig die Lebenserhaltung und den Gefahrenschutz des Anzugs mit den richtigen Zutaten. Genauso muss eure Mehrzweck-Waffe immer wieder aufgeladen werden.

No Man's Sky überrascht gerade anfangs mit einem unerwartetem Spielstil. Denn statt Weltraumerkundung steht der Überlebenskampf im Vordergrund. Bevor ihr auch nur den ersten Planeten verlassen könnt, steht Sammelarbeit an. Auch im weiteren Verlauf seid ihr ständig auf der Suche nach passenden Rohstoffen, um eure Systeme am Laufen zu halten.

Bastelstunde für Fortgeschrittene

Einen großen Spielschwerpunkt bildet also das Sammeln und Kombinieren von Materialien. Planetenoberflächen grast ihr nach Rohstoffen ab, um nicht nur Lebenserhaltung, sondern auch Treibstoff und Waffenladung aufzufrischen. Ressourcen finden sich in Pflanzen, Steinblöcken, in Kristallform oder auch in unterirdischen Höhlen. Dank Scanner-Impuls macht ihr gesuchte Stoffe in der Umgebung schneller ausfindig.

Ihr verfügt über zweierlei Inventare am Raumanzug und im Schiff. Dennoch stoßt ihr ständig an die Grenzen der Kapazität.Ihr verfügt über zweierlei Inventare am Raumanzug und im Schiff. Dennoch stoßt ihr ständig an die Grenzen der Kapazität.

Kurzum verfallt ihr der Sammelwut, denn so ein Planet stellt quasi unendlich viel Rohstoffe zur Verfügung. Doch da gibt es zwei Probleme. Wächterdrohnen werden alarmiert und attackieren euch, wenn ihr zu gierig schürft. Obendrein erhöht sich eure Fahndungsstufe ganz ähnlich wie in einem typischen GTA-Teil. Da hilft nur schnelles Ausschalten der Drohnen oder besser die Flucht. Der eigentliche Überlebenskampf ist jedoch bei weitem nicht so fordernd wie in Survival-Spielen wie Day Z. Dennoch frisst die Sucherei viel Spielzeit. Oftmals erinnert das Beschaffen von Rohstoffen auch an Minecraft. Das Basteln jedoch fällt hier deutlich simpler aus.

Des weiteren verfügt ihr (trotz Verbesserungen) nur über äußerst knappen Inventarplatz. Ständig organisiert ihr eure Materialien neu, die ihr auch zum Schiff transferiert. Doch dieses verfügt anfangs ebenfalls nur über wenig Ladekapazität. Deshalb betretet ihr Handelsposten auf Planeten oder Raumstationen im All, um Zeug zu verkaufen. Hier erhaltet ihr auch seltene Stoffe, mit denen ihr die gewünschte Ausrüstung anfertigt (den korrekten Bauplan vorausgesetzt). So peppt ihr euren Raumanzug für feindliche Umgebungen auf, züchtet eure Mehrzweckwaffe hoch und besorgt euch beispielsweise Grundstoffe zur Herstellung von Antimaterie (wichtig für den Hyperantrieb). Entdeckt ihr irgendwo ein schickes Schiff eines Fremden, sprecht ihr ihn an und könnt ihm sein Vehikel direkt abkaufen.

Grenzenlose Welten

Spätestens wenn ihr die Sternenkarte aufruft wird klar, wie gigantisch groß No Man's Sky wirklich ist. Denn hier bereist ihr beliebig Sonnensysteme in der Umgebung und ebnet euch den Weg ins Zentrum des Universums (das eigentliche Spielziel).

Auf der Sternenkarte plant ihr die weiteren interstellaren Reiseziele.Auf der Sternenkarte plant ihr die weiteren interstellaren Reiseziele.

Dagegen wirken die einzelnen Sonnensysteme selbst zu sehr zusammengewürfelt und fast schon beengend. Laut Entwicklerchef Sean Murray ist das Absicht und soll den Spielfluss fördern. Denn im Gegensatz zum weitaus exakteren All-Simulator Elite - Dangerous gibt es hier massig belebte Planeten, die in naher Entfernung ihre jeweilige Sonne umkreisen. Reisen zwischen diesen Himmelskörpern dauern dank zuschaltbarem Impulsantrieb deshalb höchstens einige Minuten. Dumm nur, dass es zwar eine Sternenkarte gibt, aber keine Übersicht über das aktuelle Sonnensystem.

Die Planeten selbst sind dagegen vielfältig, könnten aber noch abwechslungsreicher ausfallen. Dennoch ist es immer wieder aufregend, erstmals einen neuen Himmelskörper zu betreten. Mal erwartet euch eine steinige, zerklüftete Umgebung, mal eröffnet sich eine Wasserwelt mit kleinen Inseln. Auch die Vegetation rangiert zwischen reichhaltig und nichtexistent. Euch erwartet gleichzeitig das volle Farbspektrum von lilafarbenen Himmel bis hin zu giftgrünen Ozeanen. In letzteren könnt ihr auch herumtauchen, sofern der Raumanzug mitmacht.

Geheimnisse des Universums

Manchmal stolpert ihr über primitive Lebensformen, die ihr für Spielwährung scannt und auch benennen dürft. Obendrein lassen sich friedliche Kreaturen sogar füttern.

Die kunterbunten Exo-Planeten beeindrucken mit bizarrer Umgebung, aber sich wiederholenden Elementen.Die kunterbunten Exo-Planeten beeindrucken mit bizarrer Umgebung, aber sich wiederholenden Elementen.

Auf Planeten findet ihr immer wieder Ansiedlungen, Außenposten und intelligente Außerirdische. Doch um mit ihnen zu kommunizieren, müsst ihr deren Sprache lernen. Deshalb finden sich in den Landschaften auch Monolithen oder Wissensteine, die euch neue Wörter beibringen. So könnt ihr außerirdische Freundschaften schließen, damit ihr von Aliens mit Material oder Bauplänen unterstützt werdet.

Ebenso erkundet ihr Ruinen oder Schiffswracks. Bei ersteren können euch simple Zahlenrätsel für eine Belohnung erwarten. Bei letzteren dagegen könnt ihr mit handwerklichen Geschick und genug Rohstoffen das Vehikel flottmachen und übernehmen. Weitere Geheimnisse locken Neugierige, doch wir wollen euch hier nicht mehr verraten.

Weltraum-Cowboy

Immer wieder schwingt ihr euch ins Cockpit eures aktuellen Raumschiffs. Damit springt ihr nicht nur zwischen den Planeten und den Sternen hin und her. Ebenso nutzt ihr das Fluggerät auch für Überflüge, um Distanzen zu überbrücken oder planetare Außenposten ausfindig zu machen.

Im All trefft ihr auf Piraten oder nehmt an Raumschlachten teil.Im All trefft ihr auf Piraten oder nehmt an Raumschlachten teil.

Schade, dass die simple Flugphysik euch extrem einschränkt. Denn über Planeten ist es unmöglich abzustürzen. Denn eine Flughilfe fixiert den Gleiter auf eine bestimmte Flughöhe. Landungen genauso wie das Andocken an Stationen gehen automatisch vonstatten. Im Weltall selbst genießt ihr mehr Freiheiten und reist frei herum. Die einzelnen Sonnensysteme unterteilen sich aber oft nur in wenige Planeten, Monde sowie einer Raumstation.

Im Weltraum begegnen euch immer wieder feindliche Schiffe, mit denen ihr euch Duelle liefert. Bei den hektischen Kämpfen weicht ihr aus und ballert Projektile in den Rumpf des Gegners. Simpel, aber effektiv. Dieser Spielaspekt - genauso wie die Flugphysik - fällt ebenso simpler aus als beim Genrekollegen Elite Dangerous.

Dennoch wird es immer wieder spaßig, wenn ihr ein Notrufsignal erhaltet und einem angegriffenen Frachter in einer Raumschlacht gegen Piraten aushelft. Doch diese Scharmützel haben keine Folgen, denn es gibt keine sich bekriegenden Fraktionen. Auch könnt ihr euch beispielsweise nicht auf eine Seite schlagen und Krieg gegen die gegnerische Partei führen.

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Tags: Open World   Science-Fiction   Singleplayer  

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